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Popkultur

Zeitsprung: Am 26.4.1940 wird Disco-Pionier Giorgio Moroder geboren.

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Foto: GAB Archive/Redferns

"Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 26.4.1940.

von Peter Hesse und Christof Leim

Beliebt bei den Kritikern, geschätzt von Kollegen und verehrt vom Publikum: Kaum jemand erfährt eine Wertschätzung wie Giorgio Moroder. Lest in unserem Geburtstagsrückblick, wie er als Tanzmusiker über die Dörfer tingelt, Schlager produziert, mit dem Disco-Klassiker I Feel Love einen Welthit landet und als Filmmusik-Produzent gleich drei Oscars erhält. Vorhang auf für den großen Giorgio Moroder.

Hier könnt ihr euch From Here To Eternity aus dem Jahr 1979 anhören: 

Die Essenz seines Lebens? Die Musik. „Ich bin mitten in den Dolomiten aufgewachsen, im Grödnertal. Da gab es außer den Bergen und der Natur nicht viel. Irgendwie habe ich schon ganz früh ein Gefühl und eine Faszination für die Musik entwickelt. In frühen Jahren war Paul Anka mein Idol, seinen Hit Diana habe ich immer im Radio gehört. Das hat etwas in mir geweckt.“ Mit 19 bricht Moroder die Schule ab und seiner Mutter damit das Herz – denn die wollte viel lieber, dass er Architektur studiert. Stattdessen tingelt er zunächst acht Jahre lang als Musiker durch diverse Hotelbars. Weil die Gagen knapp sind, übernachtet er schon mal nach den Auftritten auf der Rückbank seines Autos.

Erste Tour mit Johnny Hallyday
Doch es geht voran: „In den frühen Sechziger Jahren habe ich Johnny Hallyday am Bass bei einer Tour in Südfrankreich begleitet, also etwa zum Zeitpunkt, als er seinen Hit Souvenirs Souvenirs draußen hatte.“ Produktionen mit Mireille Mathieu und France Gall folgen. Nach einem Umzug nach Deutschland verbessert sich die Lage Moroders, Von 1967 an konzentriert er sich auf das Komponieren, unter anderem schreibt er gemeinsam mit Michael Holm den Charterfolg Ich sprenge alle Ketten für den französisch-libanesischen Schlagersänger Ricky Shayne. Das Talent des Italieners spricht sich rum, Moroder erinnert sich gern daran: „Beim Berliner Label Hansa wurde ich erst Tonmeister, wenig später bin ich nach München gezogen. Und mit Looky, Looky ist mir dann mein erster Hit gelungen.“ 

Mit dem Album Son Of My Father legt der Südtiroler 1972 einen weiteren Grundstein für seine außergewöhnliche Karriere. Michael Holm, damals ein enger Vertrauter, erinnert sich an die Aufnahmen zu diesem Album in München: „Synthie-Streicher gab es damals noch nicht, deshalb setzte Giorgio einen sogenannten Phasing-Effekt ein. Er griff einfach bei dem einen von zwei synchron laufenden Aufnahmegeräten zwischendurch mit der Hand ins Band. Diese winzig verschobene Geschwindigkeit ließ die Streicher künstlich klingen.“ 

Studio unter einem Hotel
Derweil werden dicker Schnäuzer, Minipli-Frisur und getönte Sonnenbrille zum Markenzeichen des Musikers, der die Musikszene Münchens prägt. Mit dem vielseitigen Genie als Galionsfigur entwickelt sich die bayrische Hauptstadt zu einem Zielort für internationale Bands, darunter die Rolling Stones, Queen, Led Zeppelin, Iron Maiden, Rainbow und Elton John. Sie alle kommen in das Musicland-Studio von Giorgio Moroder, welches damals direkt unter dem Arabella Hotel liegt. „Wir hatten eine tolle Technik dort – und das sprach sich rum, gerade bei den Hardrockern. Es war dort recht klein, aber gemütlich. Hier fühlten sich die Musiker einfach wohl“, kommentiert Moroder die Begegnungen in seinem Studio, wo er unter anderem auch ein eigenes Vocoder-Effektgerät entwickelt hat.

Ein Pionier im Disco-Zeitalter

Mit viel Feingefühl trägt Giorgio seine Komposition Love To Love You Baby mit Donna Summer am Gesang ins Disco-Zeitalter und bedient sich indirekt beim erotisch aufgeladenen Serge-Gainsbourg-Klassiker Je t’aime. „Bei der Aufnahme kam mir im Musicland-Studio die Idee, Donna mitten im Song stöhnen zu lassen. Als sie loslegte, hörte sich das aber überhaupt nicht erotisch an. Sie wirkte irgendwie verklemmt. Da habe ich alle anderen Männer aus dem Studio geschickt, auch ihren Ehemann. Und plötzlich ging sie ab.“ Mit 22 simulierten Orgasmen wird dieser Welthit gefüttert, entfacht 1975 prompt einen Skandal und landet in Großbritannien auf dem Index. 

Ein Jahr später erscheint mit I Feel Love der ultimative Geniestreich aus der Zusammenarbeit zwischen der ehemaligen Musical-Sängerin und Moroder. Er selbst sagt dazu: „Das ist eine meiner bekanntesten Produktionen. Diese Sequenzerlinie ist innerhalb der elektronischen Tanzmusik zu einer Art Standard geworden – und wurde gerade im Techno-Zeitalter sehr oft zitiert.“

Hollywood klopft an

Die Karriere des ehemaligen Hotelbarpianisten nimmt nun richtig Fahrt auf und führt 1978 in die USA, denn Hollywood klopft an. Regisseur Alan Parker vertraut dem Südtiroler die Filmmusik für Midnight Express an: „Ihm gefiel, was ich mit I Feel Love produziert habe. Er wollte von mir eine Art künstliche Synthesizer-Musik.“ Für den Score erhält Giorgio im Jahr 1979 seinen ersten Oscar für die beste Filmmusik, zwei weitere folgen für Top Gun und Flashdance. Der Meister kommentiert das bescheiden: „Die Leute, die Filmmusik komponieren, kommen fast immer aus der klassischen Musik, sie haben das studiert. Ich hatte, als ich in Hollywood anfing, nur zwei Hits auf meiner Visitenkarte. Musik zu schreiben und Noten zu lesen habe ich ja nicht gelernt.“ 

Titelmusik von Scarface

Auch seine Soundtracks für die Filme Die unendliche Geschichte und Scarface werden überaus erfolgreich. Moroder prägt die Popmusik der Achtziger wie kein zweiter Produzent und setzt im Sujet des Yacht-Rock mit der Musik zu American Gigolo einen Genreklassiker. „Wenn ich mich auf ein Stück dieser Ära beschränken müsste, dann würde ich die Titelmusik von Scarface wählen. Mich hat damals ein Lied von Klaus Nomi inspiriert, nämlich The Cold Song, was ja wiederum eine Adaption aus der Oper King Artur vom britischen Komponisten Henry Purcell ist. Allerdings sind die Akkordfolgen, die ich mir ausgedacht habe, derart komplex, dass ich sie jetzt nicht mehr spielen könnte. Dafür müsste ich sehr lange üben.“

Von Adam Ant über Blondie bis Daft Punk

Immer wenn Giorgio Moroder redet, schwebt nichts Aufgesetztes in seinen Worten. Er wirkt genügsam, aufgeschlossen und freundlich. Als er im Jahr 1984 den Song Love Kills mit Freddy Mercury für den Film Metropolis einspielt, hält sich der Produzent auf rührende Weise zurück: „Du kannst zu einem Superstar wie Freddie Mercury nicht sagen ‚Bitte sing’ das noch einmal, der Take war unsauber’. Er war ein Genie, dem ich mit viel Respekt gegenübergetreten bin.“ 

Weitere Produktionen mit so ungleichen Stars wie Adam Ant, Blondie, David Bowie, Cheap Trick, Daft Punk, Limahl, Kylie Minogue, Sigue Sigue Sputnik, The Sparks und Barbra Streisand folgen. Über 700 Eigenkompositionen hat er erschaffen und weit über 1.000 Titel im Studio produziert. Auch als Remixer ist er gefragt: Im Jahr 2017 hat Moroder für die Deutsch Amerikanische Freundschaft noch mal eine spezielle Version von Der Mussolini in seinem Studio angefertigt.

Immer noch aktiv: Giorgio Moroder 2015 in Sydney – Foto: Don Arnold/Wire Image/Getty Images

Das allgemeine Credo den Künstlers ist vom Weitermachen geprägt: „Du darfst nie denken: Jetzt hab ich einen Hit komponiert, jetzt werde ich berühmt. Das ist verkehrt. Denn du weißt ja nie, wie der Song bei den Leuten ankommt. Ein entscheidender Erfolgsfaktor ist natürlich auch Glück.“ Und davon hat der große, freundliche Mann ganz viel abbekommen. Wir wünschen ihm alles Gute zum Geburtstag und noch viele gute Jahre. Happy Birthday, Giorgio Moroder! 

Zeitsprung: Am 13.10.1979 macht Elton John mit „Victim Of Love“ auf Disco.

Popkultur

Olivia Newton John: 10 ihrer wichtigsten Stücke

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Oliva Newton John
Foto: Radio Times/Getty Images

Zu Ehren der kürzlich verstorbenen Olivia Newton-John hören wir uns durch zehn ihrer besten Stücke.

 von Markus Brandstetter

Am 8. August 2022 verstarb Olivia Newton John. Die Britin wurde nicht nur mit der Verfilmung des Musicals Grease weltbekannt, sondern hatte auch eine extrem erfolgreiche und langlebige Solokarriere als Musikerin. Vier Grammys, etliche Top-5-Hits und 24 Studioalben — und eine Menge verschiedener Stile von Pop über Folk bis Disco: Wir hören uns an dieser Stelle mal quer durch ihr Schaffen und sprechen über zehn ihrer bemerkenswertesten und/oder bekanntesten Stücke.

1. Long Live Love (1974)

1974 trat Newton-John beim Eurovision Songcontest in London an. Long Live Love ist rückblickend definitiv nicht ihr bestes Stück (sondern eher ein harmloser Schunkelschlager), aber wir wollen es alleine aus historischen Gründen an dieser Stelle keinesfalls unerwähnt lassen. Für einen Spitzenplatz reichte der Song damals nicht: Newton-John schaffte es immerhin auf Platz 4. Die Konkurrenz war an diesem Abend historisch: Den Sieg mit nach Hause brachten ABBA mit ihrem legendären Stück Waterloo.

2. Xanadu (1980)

Anfang der 1980er-Jahre machte die Künstlerin mit Jeff Lynne und ELO gemeinsame Sache — und veröffentlichte das Stück Xanadu aus dem gleichnamigen Musicalfilm. Der Film entpuppte sich zwar als Flop, den Song ereilte ein besseres Schicksal. Er kletterte in den UK-Charts auf den ersten Platz.

3. Twist Of Fate (1983)

1983 kam es nochmal zur Film-Reunion von Travolta und Newton-John für den Film Two of a Kind. Das sorgte für nostalgische Gefühle, so ganz konnte es aber den globalen Erfolg von Grease nicht mehr anknüpfen. Das Stück Twist of Fate aus dem Film ist aber dennoch erinnerungswürdig.

4. Magic (1989)

Nochmal Xanadu: Aus dem Soundtrack zum Film stammt auch der Disco-Kracher Magic. Das war nicht nur in den Charts extrem beliebt — 1980 bezeichnete John Lennon das Stück als einen jener damals aktuellen Songs, die er mochte. Eine große Ehre — und ein erster Platz in den US-Charts.

5. A Little More Love (1978)

A Little More Love war die erste Single, die Newton-John nach ihrem Mega-Erfolg mit Grease veröffentlichte. Sie erschien auf ihrem 10. Album Totally Hot.

6. I Honestly Love You (1984)

Mit I Honestly Love You landete Olivia Newton-John 1974 einen weltweiten Pop-Hit. Bis sie 1981 Physical veröffentlichte, war I Honestly Love You jenes Stück, mit dem sie meist in Verbindung gebracht wurde, wenn man ihren Namen nannte.

7. You’re The One That I Want (1978)

Natürlich darf auch ein bestimmter Song aus Grease nicht fehlen. Das Duett mit John Travolta  You’re The One That I Want ist eines der bekanntesten Duette der Popgeschichte — und zählt zu Newton-Johns besten Stücken.

8. Hopelessly Devoted To You (1978)

Wer  You’re The One That I Want sagt, muss aber auch Hopelessly Devoted To You sagen — denn der Song aus Grease ist ebenfalls unvergesslich. Die Country-Ballade war für Songschreiber John Ferrer eine große Herausforderung: „Ich habe die längste Zeit damit verbracht, den Text eines Songs zu schreiben, den ich je geschrieben habe. Ich habe jeden Thesaurus und jedes Reimwörterbuch, das ich hatte, benutzt, um ihn richtig zum Laufen zu bringen“, erklärte er  einmal. Die Arbeit zahlte sich aus: Das Stück wurde für einen Oscar als Beste Filmmusik nominiert, verlor aber leider gegen den Beitrag Last Dance aus Thank God It’s Friday.

9. Have You Never Been Mellow (1975)

Auf der Country-Pop-Ballade Have You Never Been Mellow, drei Jahre vor ihrem Mega-Erfolg mit Grease erschienen, klingt Newton-Johns Stimme beinahe schon sirenenhaft. Der Song erschien als Single des gleichnamigen Albums und schaffte es in den USA auf die Spitze der Billboard Charts — völlig zurecht, Have You Never Been Mellow ist ein absolutes Highlight im Backkatalog der Sängerin.

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Popkultur

Zeitsprung: Am 11.8.64 bekommt Roger Daltrey von seinem Schwiegervater auf die Mütze

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 11.8.64.

von Victoria Schaffrath und Christof Leim

Die Fäuste und das Mundwerk sitzen bei Roger Daltrey von The Who Zeit seines Lebens eher locker. Kaum vorzustellen, dass er am 11. August 1964 vom Schwiegerpapa selbst eins hinter die Löffel bekommt. Hier kommt die Geschichte dieser Ausnahme-Ohrfeige.

Hört euch hier die größten The Who-Hits an: 

Blick zurück ins Jahr 1964: Roger Daltrey, selbst erst 20 Lenze jung, hat wenige Monate zuvor die sechzehn Jahre alte Jacqueline „Jackie“ Rickman geheiratet, da das Paar ein Kind erwartet. Der Frontmann merkt jedoch schnell, welches Leben ihn als Familienvater erwartet: Aus Angst vor einer bürgerlichen Existenz als Blechschlosser verlegt er seinen Schlafplatz noch vor der Geburt des Sohnes in den Van der Band. Das Ehegelübde nimmt Daltrey ohnehin nicht ganz ernst und geht offen damit um, dass die Karriere seiner Gruppe mit Pete Townshend, John Entwistle und Keith Moon für ihn oberste Priorität hat. Als Schwiegersohn des Jahres qualifiziert er sich damit nicht.

Ratespiel: Das Cover zur Doppelsingle „I’m The Face“/„Zoot Suit“.

In Rahmen der Gruppe übernimmt Daltrey aber durchaus Verantwortung und positioniert sich als Gründer und Frontmann. Bereits zu Schulzeiten pflegte er den Umgang mit Gangs und Kleinkriminellen, also verwundert es kaum, dass er innerhalb der Band gern mal die Fäuste sprechen lässt, wenn es um seine Meinung geht. Er fällt letztendlich auch die Entscheidung für den Namen The Who, nachdem die Band zunächst als The Detours beginnt. Im August 1964 spielt die Kombo auf Geheiß des damaligen Managers Peter Meaden kurzzeitig unter dem Namen The High Numbers. Im Juli erscheint als erste Single I’m The Face/Zoot Suit, deren Chartplatzierung lässt jedoch zu wünschen übrig lässt.

Am Abend des 11. August stehen The High Numbers dann zum wiederholten Male auf dem Programm des Railway Hotel in Nord-London. Während sich Daltrey und Co. bereithalten, um jeden Moment die Bühne zu betreten, schlägt laut Augenzeugen Jackie Rickmans Vater im Backstage-Bereich auf, zerrt Daltrey ohne viel Federlesens vor die Tür – und haut ihm schlicht eine rein. Zack.

Ein konkreter Anlass für den Zorn des Schwiegervaters ist nicht bekannt; ob der Sänger sich wehrt, lässt sich ebenfalls nicht ausmachen. So oder so stellt Daltrey das Wohl und die Professionalität der Band vor seine persönlichen Querelen, betritt wenige Augenblicke nach dem Zwischenfall die Bühne und legt eine Show hin, die es 2007 sogar in die Dokumentation Amazing Journey: The Story of The Who schafft.

Der Stoff von Dokumentationen: Das Cover zu „Amazing Journey: The Story of The Who“.

Auf dem Papier bleibt die Ehe Daltrey/Rickman noch einige Zeit bestehen, Sohn Simon kommt wenig später am 22. August auf die Welt. Als der Who-Gründer jedoch um 1968 ein Kind mit einer anderen Frau zeugt, zieht Jackie Rickman die Reißleine und reicht die Scheidung ein. Kurze Zeit später lernt der Rockstar dann auch schon das Model Heather Taylor kennen, die er 1971 heiratet und mit der er drei weitere Kinder bekommt. Diese Partnerschaft dauert bis heute an.

Zahm wird Daltrey jedoch keinesfalls, erzählt der britischen Presse vor einigen Jahren noch, die Ehe mit Taylor sei vielleicht keine offene, aber Vorschriften habe seine Frau ihm auch keine gemacht. Da kratzt man sich kaum am Kopf, weil sich über die Jahre diverse uneheliche Kinder beim Rockstar melden. Zu ihnen pflegt er jedoch ein gutes Verhältnis und integriert sie in seine Familie mit Taylor. Auch Jackie Rickman und der gemeinsame Sohn Simon nehmen an Gruppenurlauben teil.

Fliegende Hände hin oder her, Daltrey macht nie einen Hehl daraus, dass The Who bei ihm an erster Stelle stehen. So liest man auch auf der Website der Band, sie bliebe stets seine „erste Liebe“

Zeitsprung: Am 2.12.1973 landen The Who im Gefängnis.

 

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Zeitsprung: Am 10.8.1984 veröffentlichen die Red Hot Chili Peppers ihr Debüt.

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 10.8.1984.

von Timon Menge und Christof Leim

Seit weit mehr als drei Dekaden stehen die Red Hot Chili Peppers für Funk Rock, wie kaum eine andere Band. Los geht die Karriere der Kalifornier am 10. August 1984 mit ihrem gleichnamigen Debüt — obwohl das erste Album anders ausfällt, als die Musiker möchten…

Hier könnt ihr euch die Platte anhören: 

Als die Red Hot Chili Peppers im Jahr 1983 zusammenfinden, haben die jungen Kerle eigentlich nichts anderes im Sinn als ein gemeinsames Spaßprojekt. Sänger Anthony Kiedis, Gitarrist Hillel Slovak, Bassist Flea und Schlagzeuger Jack Irons kennen sich aus der High School und nennen ihre Band zunächst Tony Flow And The Majestic Masters Of Mayhem.

Zunächst nur Spaß

Die Chemie stimmt, gemeinsam möchten sie durchstarten. Aus diesem Grund engagieren sie Manager Lindy Goetz. Für ihre ersten Shows in der Umgebung von Los Angeles untermalen Slovak, Flea und Irons den Sprechgesang ihres Frontmannes Kiedis mit spontanen Jams, später nehmen sie die Sache ernster und nehmen Stücke für ein Demo auf. Zu jener Zeit entscheiden sie sich auch für den Namen Red Hot Chili Peppers. Irons und Slovak spielen zeitgleich in einer Gruppe namens What Is This?.

Als die Gruppe Fahrt aufnimmt, entstehen Probleme. Nur zwei Wochen, bevor die Chili Peppers einen Plattenvertrag über sieben Alben unterschreiben sollen, besiegeln Irons und Slovak ebenfalls einen Deal — allerdings für What Is This?. Kiedis und Flea sehen ihren größten Traum in Gefahr, lassen sich aber nicht unterkriegen. Für Slovak übernimmt Jack Sherman die Gitarre, an Irons Stelle trommelt Fleas alter Kumpel Cliff Martinez. Das Line-Up für das Debüt steht.

Im Studio gibt es Ärger

In den Eldorado Studios in Hollywood wird es anschließend gleich noch einmal schwierig. Das Problem: Produzent Andy Gill hat ein paar Ideen für den Stil der Band, die den Musikern so gar nicht gefallen. „Während der ersten Tage schien alles in Ordnung zu sein“, erinnert sich Frontmann Kiedis. „Aber wir haben schnell gemerkt, dass Andy einen Sound im Sinn hatte, der nicht zu uns passte. Am Ende der Sessions sind Flea und ich in den Kontrollraum des Studios gerauscht, haben uns an der Konsole zu schaffen gemacht und gebrüllt: ‘Fick dich, wir hassen dich!’”

Die Wut der Gruppe artet so sehr aus, dass Flea laut Gill sogar einen Pizzakarton als Klo benutzt und ihn nachher auf dem Mischpult deponiert. „Der Toningenieur rannte schreiend aus dem Studio“, erinnert sich der Produzent. „Als wir ihn das letzte Mal sahen, lief er gerade den Sunset Boulevard herunter.“

Unzufrieden

Trotz aller Strapazen gelingt den Red Hot Chili Peppers mit ihrem gleichnamigen Debüt eine Platte, die ihren viele Türen öffnen soll — auch wenn sie selbst gar nicht zufrieden damit sind. „Ich habe mich gefühlt, als wären wir zwischen zwei Spitzen im Tal des Kompromisses gelandet“, gibt Kiedis später zu Protokoll. „Ich habe mich nicht dafür geschämt, aber das Album klingt überhaupt nicht so wie unser Demo. Wir haben trotzdem das Beste daraus gemacht und nach vorne geschaut.“

Nach der Veröffentlichung und ersten Touraktivitäten kehrt Gitarrist Hillel Slovak zurück, es entsteht Freaky Styley, das 1985 erscheint. Für Platte Nummer drei, The Uplift Mojo Party Plan (1987) heuert sogar Jack Irons wieder als Drummer an. Damit findet die Chaotentruppe zusehends ihren ureigenen Sound, aber das sind mal wieder andere Geschichten…

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Zeitsprung: Am 24.9.1991 zelebrieren die Red Hot Chili Peppers „Blood Sugar Sex Magik“.

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