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Popkultur

Wie James Blake mit seinem Debütalbum vor zehn Jahren die Musikwelt umkrempelte

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James Blake im Jahr 2011. Foto: Andrew Benge/Redferns/Getty Images

Vor zehn Jahren erschien das Debütalbum von James Blake, mit dem sich der britische Musiker an die Speerspitze der Pop-Welt katapultierte.

von Markus Brandstetter

Als James Blake 2011 sein nach ihm benanntes Debütalbum veröffentlichte, blickte bereits beinahe die gesamte Popwelt gespannt auf den Briten. Blake hatte bereits eine Reihe von gefeierten EPs veröffentlicht, auf denen er sich als wegweisender, kreativer Songschreiber mit jeder Menge Potenzial bewiesen hatte. Dieses Versprechen löste James Blake dann auch tatsächlich ein.

Was die Musik von James Blake so besonders macht

James Blake verarbeitet in seiner Musik eine ganze Reihe von Einflüssen – darunter Dubstep, jene elektronische Musikrichtung, die in den späten 1990er-Jahren von London die Welt eroberte. Post-Dubstep wird dieser Teil von Blakes Schaffen gemeinhin gerne genannt. Auch Soul, Pop, R&B und manchmal auch etwas Folk sind in seinem Werk ein wesentlicher Bestandteil. Blakes Kompositionen sind extrem melodisch und eingängig, aber haben stets einen gewissen Twist. Synkopierte Rhythmen und Breakbeats, digitales Surren treffen bei ihm auf soulige Wärme, Simplizität auf Komplexität.

Bemerkenswerte Vocals

Nicht nur Blakes Stimme, sondern auch seine Vocal-Arrangements sind bemerkenswert. Blake schichtet immer wieder mehrere Stimmen übereinander, reichert diese mit Effekten an oder verfremdet sie. Auch Autotune setzt er immer wieder mal ein – zum Beispiel auf dem großartigen Stück Lindisfarne I, einer melancholischen, extrem stimmungsvollen A-Capella-Nummer. Diese Nummer dürfte Fans von Bon Iver gut gefallen – schließlich schuf Justin Vernon 2009 auf der EP Blood Bank ein vergleichbares Stück.

Parallelen zu Bon Iver

Überhaupt verbindet Blake mit Bon Iver/Justin Vernon so einiges. Wie Vernon zählt auch Blake als Speerspitze des modernen Indie-Singer/Songwriters. Einer, der es auf einzigartige Art und Weise versteht, Pop und Elektronische Musik zu verbinden – einer, der die Möglichkeiten elektronischer Musikproduktion nicht nur als Gewürz, sondern als Grundpfeiler des Klangs nutzt. Pop, der sich traut, sich selbst zu defragmentieren und neu zu denken. Mit Justin Vernon versteht sich Blake offensichtlich bestens – in der Vergangenheit kam es sogar zu Zusammenarbeiten der beiden. So sind die beiden auf den Tracks  I Need a Forest Fire und Fall Creek Boys Choir  sowie auf dem Song iMi zu hören.Eine gewisse Geistesverwandtschaft gibt es auch zu Radiohead-Frontmann Thom Yorke, mit dem Blake ebenfalls eine gegenseitige Wertschätzung verbindet.

Beliebt bei Hip-Hop- und R&B-Superstars

James Blake ist auch in der Hip-Hop-Welt sehr beliebt. 2015 nannte Kanye West in einem Interview mit dem Radiosender Wired 96.5 im US-amerikanischen Philadelphia auf die Frage, wer denn sein Lieblingskünstler sei, Blake. Eigentlich hätte es sogar zu einer Zusammenarbeit der beiden für das 2016 erschienene Album The Colours In Anything kommen sollen – die dann allerdings doch nicht passierte. Dafür gab’s eine Kollaboration mit US-Superstar Beyoncé: Blake ist auf zwei Songs ihres Album Lemonade zu hören.

Dass Hip-Hop ein großer Einfluss für Blake ist, war bereits auf seinen frühen EPs hörbar. Wie wichtig das Genre für ihn tatsächlich war, zeigte sich später in einigen Zusammenarbeiten auf seinen eigenen Stücken – unter anderem mit RZA, Travis Scott, André 3000 von Outkast, Chance The Rapper oder Metro Boomin.

2021 ist James Blake längst ein Superstar, der die Popmusik abseits des Mainstreams der letzten Dekade gehörig mitgeprägt hat. Sein letztes Album Assume Form erschien 2019 und stieß einmal mehr auf sehr gute Kritiken. 2019 gewann er sogar einen Grammy in der Kategorie “Beste Rap-Darbietung” für das Stück King’s Dead, das er gemeinsam mit Jay Rock, Kendrick Lamar und Future für den Soundtrack des Films Black Panther aufgenommen hatte.

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