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Popkultur

Janis Joplin – Die Queen des Psychedelic Soul

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© Jason Hickey, Flickr


Es ist eine Art Urschrei, den Janis Joplin in ihrem berühmten Song Cry Baby von sich gibt. Wie der eines Säuglings. Niemand konnte so verzweifelt, so rau, so animalisch und aufwühlend schreien und singen wie Janis, auch nicht so viele Jahre nach ihrer Heroinüberdosis, die sie sich zu einem Zeitpunkt setzte, als es ihr eigentlich besser zu gehen schien.

Doch Joplin sang nicht wie ein Baby, sie sang wie eine erwachsene Frau, die viel zu viel Southern Comfort trank. Klein war diese große Persönlichkeit nur im Innern, dort, wo auch noch mit zunehmender Bekanntheit das verletzte, gemobbte Mädchen lebte, das Ruhm mit Liebe verwechselte und dem die erwachsene Joplin geben wollte, was es nie bekommen hatte: genügend Aufmerksamkeit.



Man mag sich gar nicht ausmalen, wie dieser “größte weibliche Matador der Hippie-Bewegung” (Spiegel Online) gealtert wäre. Konserviert vom Whiskey wahrscheinlich.

Aufgewachsen ist Joplin als ein echtes Südstaatenkind in Port Arthur, Texas. In der Schule wurde sie gemobbt und schloss sich zwangsläufig den Freaks und Außenseitern an. Im College wählte sie eine Gruppe von Verbindungsstudenten zum “Ugliest Man on Campus”. Nicht auszumalen, wie das gewesen sein muss. Mit 17 begann Joplin zu singen und, wie sie später in einem Interview erzählen sollte, fühlte sie sich beim Singen zum ersten Mal so richtig gut. Ihre großen Idole waren Sängerinnen wie Billie Holiday, Odetta oder Big Mama Thornton, schwarze Soul-, Blues- und Jazzsängerinnen, deren Stimme und Kleidung Joplin zu imitieren versuchte.



1963 schaffte sie endlich den Umzug nach San Francisco, wo sie sich ganz dem Musik machen widmete und mit dem späteren Jefferson Airplane Gitarrist Jorma Kaukonen erste Songs aufnahm. Es folgten viele Drogen, Heimkehr nach Port Arthur, Bandformation von Big Brother and the Holding Company mit Joplin als Frontfrau, unglückliche Liebschaften, mehr Drogen, mehr Southern Comfort, Parties mit Greateful Dead, Newport Folk Festival, Woodstock, Solokarriere mit Kozmic Blues Band, mehr Drogen und Alkohol, ein missglücktes Klassentreffen, Pearl-Aufnahmen, eine einsame Nacht im Hotelzimmer, Vorhang zu.

Noch heute verstört Joplin mit einer Stimme rau wie die grobe Seite des Käsehobels, süß wie Toffee und verstörend direkt. Sie war Queen, Hippie, Kind und Diva. Ernst zu nehmende Coverversionen ihrer Songs gibt es bis heute nicht, kein Wunder.



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