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Popkultur

„Wir haben damals die richtige Richtung eingeschlagen“: Joe Elliott über die Anfangsjahre von Def Leppard

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Foto: Dimitrios Kambouris/Getty Images

Was Langlebigkeit und dauerhaften Erfolg angeht, gibt es kaum eine Band, die Def Leppard das Wasser reichen könnte: Die Ikonen aus Sheffield waren schon vor 40 Jahren extrem angesagt – und füllen bis heute die größten Stadien mit ihren energiegeladenen Liveshows.

von Tim Peacock und Renko Heuer

Während sich ihre Alben längst über 100 Millionen Mal verkauft haben, wurden Def Leppard erst 2019 in die Rock & Roll Hall of Fame aufgenommen. Die neu aufgelegte 5CD-Collection The Early Years 79-81 beleuchtet eindrucksvoll ihre ersten Schritte auf diesem Weg: Hier kann man hören, wie sie binnen kürzester Zeit Fuß fassen und so das Fundament legen sollten – für einen jahrzehntelangen Höhenflug, der bis heute anhält.

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Die Speerspitze der New Wave Of British Heavy Metal

Bestehend aus den ersten beiden Leppard-Alben On Through The Night und High’n’Dry, die flankiert werden von reichlich Exklusivmaterial, unter anderem ihren BBC Radio 1-Session-Aufnahmen und einem bislang unveröffentlichten Konzertmitschnitt, der im Rahmen der UK-Tour 1980 im New Theatre von Oxford entstand, ist The Early Years 79-81 eine echte Schatztruhe für die Fans: Die Tracklist transportiert einen automatisch zurück ins Jahr 1979, als die Band aus Sheffield gerade erst damit begonnen hatte, sich eine Fanbase aufzubauen. Viele dieser Fans sahen in ihnen damals die Speerspitze jener neuen Entwicklung, die als New Wave Of British Heavy Metal in die Musikgeschichtsbücher eingehen sollte.

Geprägt hatte den zumeist als Akronym verwendeten Sammelbegriff – NWOBHM – der Musikjournalist Geoff Barton, der ihn erstmals im Mai 1979 in der britischen Zeitschrift Sounds gebrauchte. Barton wollte damit das Aufkommen einer neuen Generation von Heavy-Metal-Bands beschreiben: Eine Generation, die sich ab den späten Siebzigern, als die Punk-Welle wieder am Abklingen war, zusammen mit vielen anderen neuen Stilen durchsetzte und sehr schnell immer größer wurde…

Von einer „neuen Welle“ sprach Barton deshalb, weil es so viele Gruppen in England gab, die den Hardrock- und Metal-Sound weiterentwickelten. Wirklich lange durchhalten sollten davon jedoch nur die wenigsten: Von den vielen Anwärtern aus dem Feld der NWOBHM-Bands avancierten genau genommen nur zwei – Iron Maiden und Def Leppard – zu internationalen Superstars. Daneben gab es noch Kandidaten wie Diamond Head oder Venom, die zwar nie dermaßen riesig werden sollten, aber immerhin später als wichtige Einflüsse angeführt wurden – unter anderem von Metal-Ikonen wie Metallica und Megadeth.

„Keine dieser Kategorien ist an uns haften geblieben“

„Auch nach all diesen Jahren versuchen die britischen Medien uns noch immer unter dem Begriff NWOBHM zu verorten, während die Presseleute in den USA uns immer noch am liebsten als ‘Hair Metal’-Band einstufen. Aber keine dieser Kategorien ist wirklich an uns haften geblieben, weil wir als Band irgendwann einfach nur noch für uns standen“, stellt Sänger Joe Elliott im Gespräch mit uDiscover Music klar.

Die Frisuren sitzen. Foto: Michael Ochs Archives/Getty Images

„Genau genommen ist es doch so, dass überhaupt nur zwei relevante Bands aus dieser NWOBHM-Schublade überlebt haben – und zwar wir und Iron Maiden: zwei Bands also, die unterschiedlicher nicht klingen könnten. Wir als Def Leppard stehen doch heute da, wo wir stehen – spielen die größten Stadien, wurden in die Rock & Roll Hall of Fame aufgenommen –, weil wir unseren Weg gegangen sind, und nicht weil wir früher mal Teil irgendeiner Bewegung waren.“

Geschadet hat die Einstufung als NWOBHM-Band ihnen dabei gewiss nicht, denn dieses Schlagwort ließ viele Leute damals überhaupt erst hellhörig werden. Nachdem sich Def Leppard als gefeierte Liveband schon viele Fans erspielt hatten und auch Radio-Legende John Peel von der BBC sie früh unterstützt hatte, unterzeichneten sie schließlich ihren Major-Deal mit Phonogram/Vertigo, woraufhin im März 1980 mit On Through The Night ihr Debütalbum erscheinen sollte.

„Wie kleine Kinder im Süßwarenladen haben wir uns gefühlt.“

Für die Aufnahmen zu On Through The Night wurde ihnen der Produzent Tom Allom zur Seite gestellt, bekannt für seine Arbeiten mit Black Sabbath und Judas Priest. Die Sessions fanden im ländlichen Berkshire statt, in den Tittenhurst Park Studios, die einst John Lennon gehört hatten. Der Ex-Beatle hatte dort unter anderem das Video zu Imagine gedreht. Als Def Leppard jedoch die Arbeit an ihrem Erstling begannen, hatte Lennon das Studio längst an Ringo Starr weiterverkauft, der wiederum inzwischen in Los Angeles lebte. Während seiner Abwesenheit ließ sich dort Leben und Arbeiten wunderbar kombinieren.

„Das war eine wahnsinnig tolle Erfahrung“, erzählt Elliott und lacht. „Wir waren alle noch Teenager, hatten gerade einen Vertrag mit dem Label unterzeichnet, bei dem auch Thin Lizzy und Elton John waren, und ich bekam das ehemalige Schlafzimmer von John Lennon für einen ganzen Monat zugeteilt – wir haben uns also wie kleine Kinder im Süßwarenladen gefühlt.“

„Das war echt genial: Da waren wir also, fuhren auf Fahrrädern durch den Garten von John Lennon, tranken Rotwein und veranstalteten große Abendessen mit Tom Allom. Eine fantastische Zeit war das.“

Als sie sich dann an die eigentliche Arbeit machten, rasselte die Band in nur gut einem Tag sämtliche Instrumentalspuren herunter – woraufhin sie, wie Elliott selbst sagt, sich zu viel Zeit für die Overdubs nahmen. Rückblickend habe er das Gefühl, dass On Through The Night davon profitiert hätte, wenn sie in dieser Hinsicht etwas disziplinierter gewesen wären.

„Letztlich ist es ein Dokument, das zeigt, wo wir im Jahr 1979 standen“, sagt er weiter. „Es hätte nie ein so bahnbrechendes Debüt sein können wie etwa die ersten Alben von Boston oder von Van Halen.“

„Andererseits“, ergänzt er dann, „war es auch eine grandiose Startrampe für uns. Mir bedeutet On Through The Night wirklich sehr viel, und wir alle haben die Arbeit mit Tom Allom sehr genossen. Danach jedoch mit Mutt Lange zu arbeiten, das war dann noch mal eine ganz andere Nummer!“

„Einen besseren Tutor hätten wir uns nicht wünschen können“

Gewissermaßen das inoffizielle sechste Mitglied von Def Leppard, hatte tatsächlich niemand so großen Einfluss auf die weitere Entwicklung der Band wie der aus Südafrika stammende Robert John Lange, Spitzname „Mutt“. Später auch für die Karriere-Meilensteine Pyromania und Hysteria mitverantwortlich, ging er erstmals mit Def Leppard für deren zweites Album High’n’Dry ins Studio (das zweite Album, das in voller Länge auf The Early Years 79-81 vertreten ist). Joe Elliott wusste schon damals, dass Lange genau der Mann war, den seine Band brauchte.

„Als Band ist er uns durch Highway To Hell von AC/DC aufgefallen, aber ich persönlich hatte ihn ehrlich gesagt schon deutlich früher auf dem Schirm“, erzählt Elliott. „Ich fand seine Arbeiten mit The Motors und The Boomtown Rats fantastisch, und ich wusste, dass Mutt so etwas wie der nächste Bob Ezrin oder Ron Nevison war… einer der ganz, ganz großen Produzenten also. Genau genommen hatte ich [den Manager] Peter Mensch schon davor gefragt, ob wir Mutt für On Through The Night gewinnen könnten, aber daraus wurde nichts.“

Peter Mensch konnte Lange aber doch dazu überreden, sich Def Leppard einmal live anzuschauen, als die Band 1980 im Vorprogramm von AC/DC in der Bingley Hall von Stafford spielte. Offensichtlich beeindruckt, bezeichnete der Producer sie als „zwar noch sehr rohen Diamanten, aber darin steckt tatsächlich ein Diamant.“ Als er daraufhin die ersten Demos gehört hatte, erklärte er sich bereit, High’n’Dry zu produzieren. Ganz anders als Tom Allom, der für On Through The Night auf eine entspannte Arbeitsatmosphäre gesetzt hatte, arbeitete Lange mit sehr viel mehr Aufwand und ganz anderen Methoden. Die Pre-Production-Phase dauerte allein mehrere Monate. Der Grund: Er zerlegte so gut wie alle Stücke von High’n’Dry erst mal komplett in ihre Einzelteile und baute sie dann radikal um.

„Es hatte einfach mehr Nachdruck, mehr Eier“

„Die erste Ansage von Mutt war, dass wir uns nicht so viel aus unseren Ideen machen sollten. Schließlich würden wir High’n’Dry von Grund auf neu aufbauen“, erinnert sich Elliott. „Aber es hat sich ja gelohnt. Als das Album dann im Kasten und der Druck weg war, hörten wir uns alles noch mal mit etwas Abstand an – und es war einfach mal um Längen besser als On Through The Night. Das war wirklich kein Vergleich.“

Gespickt mit frühen Meilensteinen wie Let It Go, High’n’Dry (Saturday Night) oder auch der ersten großen Ballade – dem MTV-tauglichen Song Bringin’ On The Heartbreak –, hatte die fünfköpfige Band aus Sheffield mit High’n’Dry ihr erstes substantielles Werk geschaffen. Es sollte dies- und jenseits des Atlantiks die Top-40 erobern und ihnen in den Staaten schließlich sogar zweifaches Platin bescheren. Zugleich war es für Def Leppard das Fundament, von dem aus sie 1983 mit Pyromania in die absolute Top-Liga der Rockwelt durchstarten konnten.

„Wir haben damals die richtige Richtung eingeschlagen“, sagt Joe Elliott rückblickend. „High’n’Dry hatte diesen melodischen Einschlag von On Through The Night, aber es hatte mehr Nachdruck, mehr Eier und auch einfach bessere Arrangements. Auch als Sänger machte ich damals echt große Fortschritte.“

„Die Arbeit an High’n’Dry hat zwar unsere ganze Arbeitsweise auf den Kopf gestellt, aber genau das gab uns auch eine neue Richtung. Der entscheidende Faktor war wirklich Mutt“, sagt er abschließend. „Er war unser Professor und wir seine aufnahmebereiten Studenten. Einen besseren Tutor hätten wir uns nicht wünschen können!“

10 Songs, die jeder Fan von Def Leppard kennen sollte

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Popkultur

Der „Star Wars“-Soundtrack von John Williams: Die vielleicht beste Filmmusik aller Zeiten

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John Williams
Foto: Janet Knott/The Boston Globe via Getty Images

Pew, pew! Bei dieser Lautmalerei haben Star-Wars-Fans sofort den Weltraum-Cowboy Han Solo vor Augen, wie er mit einem Blaster fiese Sturmtruppler erledigt. Die Krieg-der-Sterne-Reihe lebt aber nicht nur von ihren großartigen Sound-Effekten. Auch die legendäre Filmmusik von John Williams verhalf der Sci-Fi-Seifenoper zu weltweiter Berühmtheit. Was viele nicht wissen: Um den Komponisten für sein Filmprojekt zu gewinnen, rief Regisseur George Lucas sogar seinen Erzrivalen Steven Spielberg an.

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von Timon Menge

Hier könnt ihr euch den Soundtrack von Star Wars IV: Eine neue Hoffnung anhören:

„Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis …“ Wenn diese Worte in Blau auf der Kinoleinwand erscheinen, wissen wir: Gleich geht es los. In nur wenigen Sekunden wird die vielleicht berühmteste Fanfare der Welt ertönen. Das Star-Wars-Logo wird das gesamte Bild einnehmen und anschließend immer kleiner und kleiner werden. Ein kurzer Lauftext wird uns erklären, wie die Voraussetzungen für die folgende Geschichte lauten. Und wir dürfen uns auf mindestens 120 Minuten voller Weltraumschlachten, Fantasiewesen und Kindheitserinnerungen freuen. Mit seinem Star-Wars-Universum hat Regisseur George Lucas eine Hollywood-Welt erschaffen, die bereits die fünfte Generation in Folge begeistert. Seinen Anfang nahm der galaktische Erfolg am 25. Mai 1977. Doch beginnen wir noch ein wenig weiter vorne.

Der StarWars-Soundtrack: Klassik-Pomp statt Jazz-Minimalismus

Sein Filmdebüt gibt Star-Wars-Erfinder George Lucas im Jahr 1971 mit der Science-Fiction-Dystopie THX 1138. Schon als er den Streifen fertigstellt, denkt er über eine weniger ernstgemeinte Weltraumgeschichte im Stil des Comic-Helden Flash Gordon nach. Gedacht, getan: Nach seiner zweiten Produktion American Graffiti (1973) widmet sich Lucas dem neuen Projekt mit dem Titel „Star Wars“. Schon im März 1976 hat er den ersten Teil der Weltraum-Saga im Kasten. Was noch fehlt, ist die passende Musik dazu. Zeitgenössische Komponisten wie Henry Mancini orientieren sich für Lucas’ Geschmack zu sehr am Jazz, er wünscht sich den Pomp der klassischen Musik. Steven-Spielberg-Komponist John Williams scheint genau der Richtige für den Job zu sein — also bittet Lucas seinen Erzrivalen Spielberg um ein wenig Schützenhilfe bei der Kontaktaufnahme.

Kurze Zeit später schaut Williams in Lucas’ kleinem Büro in Hollywood vorbei und bespricht mit dem jungen Filmemacher, was zu tun ist. Williams schaut sich den ersten Star-Wars-Film allein in einem Vorführraum an und geht anschließend mit Lucas jede Szene einzeln durch. Lucas wünscht sich die Grundstimmung des austro-amerikanischen Komponisten Erich Wolfgang Korngold und den Bombast von Gustav Holsts Die Planeten. Damit widersetzt er sich dem allgemeinen Trend, denn gegen Ende der Siebziger gibt es in Science-Fiction-Filmen vor allem minimalistische Elektro-Sounds zu hören. Etwa 90 Minuten Filmmusik schreibt Williams für den gut zweistündigen Streifen. Wenige Monate später nimmt er den Soundtrack mit dem London Symphony Orchestra auf — und hat dabei eine Menge Spaß.

Steven Spielberg fürchtet, dass er zu kurz kommt

„So etwas wie der Star-Wars-Soundtrack macht Musikern große Freude“, erzählt Williams später in einem Interview. „Da hat man die Gelegenheit zu Fanfaren und Tuschen. Das ist mir sehr willkommen. Wir konnten das London Symphony Orchestra dafür gewinnen. Sie ließen all die ernste Musik hinter sich und kamen in die Denham Studios. Sie holten die Blasinstrumente raus und wir hatten eine Menge Spaß mit Trommelwirbeln und Tuschen.“ George Lucas, der für die Aufnahmen mit dem London Symphony Orchestra extra nach Europa reist, schwärmt ebenfalls: „Die Musik war einer der Teile des Films, die noch viel besser geworden sind, als ich es erwartet habe.“ Voller Begeisterung ruft Lucas seinen Konkurrenten Steven Spielberg an und spielt ihm per Telefon eine halbe Stunde des Soundtracks vor. Als Spielberg die Star-Wars-Musik hört, bekommt er Muffensausen.

John Williams und Star Wars: eine Erfolgsgeschichte mit Bestand

Der Hintergrund von Spielbergs Bedenken: Gleich nach Lucas möchte auch er selbst wieder mit Williams zusammenarbeiten, und zwar für seinen nächsten Film Unheimliche Begegnung der dritten Art. Doch nun fürchtet er, dass der Komponist sein ganzes Pulver verschossen hat. Unrecht hat er damit nicht. Ob die Titelmusik, die rührenden Klänge zu Obi-Wan Kenobis Tod, die jazzigen (und brüllend komischen) Sounds der Cantina Band oder das große Finale am Ende des ersten Star-Wars-Films: Williams findet stets den richtigen Ton, um die Weltraum-Saga standesgemäß zu untermalen. So sehr, dass er heute gar nicht mehr aus der Star-Wars-Welt wegzudenken ist und auch die Musik für die Episoden 5, 6, 1, 2, 3, 7, 8 und 9 beisteuert. Dabei entstehen viele weitere legendäre Werke, von denen eins besonders herausragt: der Imperiale Marsch.

Ob der Einzug Darth Vaders, der lustige Auftritt zuhause im Bademantel oder der Anruf der unliebsamen Schwiegermutter: Noch heute erfreut sich der Imperiale Marsch aus dem zweiten Star-Wars-Film größter Beliebtheit. Auch die Ewok-Partymusik am Ende des dritten Films, die Liebeshymne Across The Stars aus Episode 2 oder Rey’s Theme aus Episode 7 haben ihren festen Platz in den Geschichtsbüchern der Filmmusik. Gelegentlich gibt Williams in der Musik sogar Hinweise auf den weiteren Verlauf der Handlung, zum Beispiel wenn er in Anakin’s Theme aus Episode 1 auch den Imperialen Marsch zitiert und damit auf Anakin Skywalkers anstehende Verwandlung vom lieben kleinen Jungen zum dunklen Lord Darth Vader anspielt. Solche Momente zeigen, wie eng die Star-Wars-Filme mit Williams’ Musik verbunden sind.

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Popkultur

Zeitsprung: Am 26.5.1975 kommt die ehemalige Fugees-Sängerin Lauryn Hill zur Welt.

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Lauryn Hill
Foto: Sony BMG/Promo

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 26.5.1974.

von Sina Buchwitz und Christof Leim

Einmal Weltstar und zurück: Kaum eine Frau prägt den Hip-Hop in den Neunzigern so wie Lauryn Hill. Zunächst mit den Fugees, später als Solokünstlerin lässt sie die Grenzen zwischen Hip-Hop, R&B und Soul verschwimmen und wird zur Schlüsselfigur im Neo-Soul. Zwanzig Jahre später kennt man sie aber auch für Starallüren und Steuerhinterziehung. 

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Hört euch hier das Erfolgsalbum The Score von Fugees an:

Am 26. Mai 1975 erblickt Lauryn Noelle Hill in New Jersey das Licht der Welt. Die Musikalität wird ihr in die Wiege gelegt: Ihre Mutter spielt Klavier, der Vater singt in Nachtclubs und auf Hochzeiten. Ständig tönt Musik durchs Haus, allen voran Stevie Wonder, Aretha Franklin und Gladys Knight. Zu Schulzeiten wagt Hill vor einem Basketballspiel den ersten Schritt auf die Bühne und singt die US-Nationalhymne. Ihre Version von The Star-Spangled Banner kommt so gut an, dass eine Aufnahme davon auch bei darauffolgenden Spielen zum Einsatz kommt. 

Ready Or Not: Die Fugees sind geboren

Anfang der Neunziger trifft Lauryn Hill in der High School erst auf Prakazrel „Pras“ Michel, dann auf Wyclef Jean. Gemeinsam gründen sie mit Fugees eine Band, die die Musikwelt gehörig auf den Kopf stellt: Hills soulige Stimme vervollständigt Wyclef Jeans Raps mühelos, während Pras mit lyrischem Genie für die richtigen Lines sorgt. Ihr frischer Sound verleiht dem bis dahin meist düsteren Hip-Hop geschmeidige R&B- und Soul-Akzente und begeistert Fans unterschiedlicher Musikgenres gleichermaßen. 

1993 unterschreibt das Trio einen Plattenvertrag bei Columbia Records. Obwohl das erste gemeinsame Album kein kommerzieller Erfolg wird, bekommen sie eine zweite Chance: 135.000 Dollar investiert die Gruppe in das Booga Basement; ein Studio, das sie eigens im Keller von Wyclef Jeans Onkel aufbauen. Jean beschreibt die Stimmung als entspannt: „Es gab keinen Druck. Wir haben einfach Musik gemacht, und dann wurde etwas Erstaunliches daraus.“

Vom Studiokeller in den Hip-Hop-Olymp

Tatsächlich wird The Score zum Riesenerfolg. Neben politischen Texten und einzigartigen Beats beeindruckt auch der Aufbau des Albums: Wie der Soundtrack eines Musicals erzählen die Songs eine Geschichte. Vor allem die Singles Fu-Gee-La, Killing Me Softly und Ready Or Not verhelfen den Dreien zum Welterfolg. Das Nummer-eins-Album verkauft sich über 18 Millionen Mal, erhält zahlreiche Auszeichnungen und gilt bis heute als eines der erfolgreichsten Hip-Hop-Alben aller Zeiten.

Doch auf dem Höhepunkt ihrer gemeinsamen Karriere beschließt das Trio, getrennte Wege zu gehen. Als Grund für den Split nennt Wyclef Jean später die turbulente Beziehung zu Lauryn Hill, die für ihn weit mehr als nur Bandkollegin gewesen sein soll. Die Trennung tut Hills Karriere keinen Abbruch: Nur ein Jahr nach der Geburt ihres ersten Kindes veröffentlicht sie im August 1998 das Soloalbum The Miseducation Of Lauryn Hill und manifestiert sich damit endgültig als anerkannte Neo-Soul-Größe. Auf dem Album verarbeitet sie das Erlebte: Während I Used To Love Him von Hills Beziehung zu Wyclef Jean handelt, spricht sie in To Zion über die Liebe zu ihrem Sohn und die Entscheidung, das Kind zu behalten, nachdem ihr zur Abtreibung geraten wurde, um ihre Karriere nicht zu gefährden. Der Erfolg gibt ihr Recht – The Miseducation Of Lauryn Hill schießt auf Platz eins der US-Charts. 1999 gewinnt Lauryn Hill als erste weibliche Künstlerin fünf Grammys, darunter auch Auszeichnungen in den Kategorien „Album des Jahres“ und „Beste neue Künstlerin“.

Der tiefe Fall

Trotz dieses kometenhaften Karrierebeginns folgt schnell die Ernüchterung. Vier Musiker, die an der Entstehung von Hills Album beteiligt waren, behaupten, für ihre Arbeit nicht angemessen entlohnt worden zu sein und ziehen vor Gericht. Eine Reunion der Fugees scheitert ebenfalls, nach Abbruch einer gemeinsamen Tour im Jahr 2007 sagt Pras: „Eher treffen sich Osama Bin Laden und Bush auf einen Kaffee, bevor ich noch einmal mit Lauryn Hill arbeite.“ 2013 wird die Künstlerin wegen Steuerhinterziehung zu einer dreimonatigen Gefängnisstrafe verurteilt.

Während Hill früher für ihr Talent bekannt war, macht die mittlerweile fünffache Mutter heute vor allem durch divenhaftes Verhalten von sich reden. Konzertbesucher der vergangenen Jahre berichten von brüchigen Vocals, verkürzten Konzerten und stundenlangen Verspätungen. In der Szene bleibt ihr Werk dennoch unangetastet: Künstlerinnen und Künstler wie Cardi B, Nicki Minaj und Drake nennen Hill als Inspiration und samplen ihre Songs bis heute.

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Zeitsprung: Am 11.12.1964 wird Soulsänger Sam Cooke erschossen.

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Zeitsprung: Am 25.5.1982 spielen Metallica in einer Schule.

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Metallica High School

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 25.5.1982."

von Christof Leim

Am Anfang einer Weltkarriere muss man die Gigs nehmen, die man kriegen kann. Alle Dorfmetaller, Rockstar-Azubis und hoffnungsvollen Nachwuchs-Headbanger unter uns kennen das. Den Thrash-Giganten Metallica ging das 1982 nicht anders…

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Hört hier das Metallica-Debüt Kill ‘Em All:

Eigentlich läuft es bei Metallica ziemlich schnell: Im Oktober 1981 geht’s los, Lars Ulrich und James Hetfield treffen sich. Am 14. März 1982 spielen sie schon ihre erste Show in einem Laden namens Radio City in Anaheim; da sind bereits 200 Leute am Start. Knapp zwei Wochen später dürfen sie als komplett unbekannte Krachkapelle sogar zwei Konzerte für die NWoBHM-Legenden Saxon im legendären Whisky-A-Go-Go in Hollywood eröffnen.

Doch noch müssen die Stadien, Arenen und Enormodomes noch ein bisschen warten: Ihr fünftes Konzert passiert in der Cafeteria(!) der Back Bay High School im kalifornischen Costa Mesa, der Schule von Trommler Lars Ulrich. Man darf sich fragen, wie unsere Helden auf die Idee gekommen, denn gut läuft das nicht: Zum einen geschieht der Auftritt tagsüber, um 11:15 Uhr während der Mittagspause der Schüler. Zum anderen rocken Ulrich, Frontmann James Hetfield, Leadgitarrist Dave Mustaine und Bassist Ron McGovney in der Kulisse eines Schultheaterstücks, das im Inneren eines Hauses spielt: “Ich stand bei der Eingangstür”, twittert McGovney später, “James und Lars im Wohnzimmer, und Dave in der Küche!”

Lars notiert damals in seinem Metallica-Tagebuch, dass von anfänglich 200 Zuschauern nur 40 übrig bleiben. “Den Tag kann man komplett vergessen”, urteilt er weiter. “Scheiße gespielt, scheiße angekommen, scheiße geklungen. Wirklich fürchterlich.”

Das klingt alles nicht gut, zumal „Schulcafeteria“ mehr nach Diktat, Pausenbrot und Doppelstunde Mathe klingt als nach Sex, Drogen und Rock’n’Roll. Aber immerhin stehen schon fünf zukünftige Metalliklassiker auf der Setlist: Hit The Lights, Jump In The Fire, Metal Militia, The Mechanix (das zukünftige The Four Horsemen) und als Livepremiere Motorbreath. (Bei der ersten Show hatte es erst zwei eigene Stücke gegeben; die Jungs waren damals also echt schnell.)

Historische Premiere

Daneben spielen unsere junge Helden ausgesuchte NWoBHM-Cover, die 1982 in Kalifornien nur eingeweihte Headbanger kennen: Blitzkrieg von Blitzkrieg, Killing Time von Sweet Savage, Let It Loose von Savage und zwei Nummern von Lars’ Lieblingen Diamond Head: The Prince und Am I Evil?. (Nachlesen könnt ihr die Setlist hochoffiziell auf der Metallica-Homepage.)

Eine besondere Bedeutung kommt diesem Gig jedoch wegen eines anderen Details zu: Ihre ersten Gigs hatten Metallica mit nur einem Gitarristen (Mustaine) bestritten, während Hetfield lediglich gesungen hat. Bei vierten Gig am am 23. April in Costa Mesa übernimmt einmalig ein Herr namens Brad Parker die zweite Gitarre, doch das funktioniert so gar nicht. Auf der Back Bay High School an diesem 25. Mai 1982 spielt Hetfield dann zum ersten Mal auf der Bühne ebenfalls Gitarre – und einer der erfolgreichsten Metal-Frontmänner ist in seinem Element angekommen.

Danach geht es weiter Schlag auf Schlag: Ron McGovney wird durch Cliff Burton ersetzt, die Band zieht nach San Francisco, nimmt eine Reihe an Demos auf, die den weltweiten Tapetrading-Untergrund aufmischen, darunter das so genannte Megaforce Demo, das ihnen den Plattenvertrag beschert. Ein gutes Jahr nach dem Auftritt in der Schule erscheint schon Kill ‘Em All

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Zeitsprung: Am 8.12.2013 spielen Metallica in der Antarktis.

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