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Popkultur

Zeitsprung: Am 10.2.2010 redet sich John Mayer um Kopf & Kragen.

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Foto: Kevin Mazur/WireImage/Getty Images

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 10.2.2010.

von Victoria Schaffrath und Christof Leim

Erst denken, dann reden: Am 10. Februar 2010 erscheint im Playboy ein Interview mit John Mayer, in dem der Gitarrist so einige fragwürdige Äußerungen fallen lässt. Das Highlight bleibt wohl sein Kommentar über das Liebesleben mit Ex-Freundin Jessica Simpson, das er als „sexuelles Napalm“ bezeichnet. Weitere Genie-Momente und das Nachspiel schauen wir uns im heutigen Zeitsprung an.

Hört euch hier Mayers Album Battle Studies an, um das es im Playboy-Interview eigentlich ging: 

Man muss es John Mayer lassen: Der Songwriter und Gitarrist konnte seine Neigung zu flapsigen Kommentaren mittlerweile erfolgreich zur Marke machen. Sich nicht ganz ernst nehmend witzelt er auf den sozialen Plattformen herum, und das Internet liegt ihm zu Füßen. 2010 kommt der Barde noch etwas weniger selbstironisch daher und sorgt mit einem Playboy-Interview für unvorteilhafte Schlagzeilen.

Fragwürdige Aussagen

Nun weiß halb Hollywood und dort besonders die Damenwelt, dass der gelockte Musiker sich gern mit weiblicher Prominenz umgibt. Das gilt vor wie hinter den Kulissen und fängt an mit der Schauspielerin Jennifer Love Hewitt, für die er um die Jahrtausendwende den Durchbruch Your Body Is A Wonderland komponiert. Bis heute schmücken Namen wie Taylor Swift, Katy Perry und Jennifer Aniston den imaginären Bettpfosten des Amerikaners, der die Geschichten (ähnlich wie Swift) gern in Songs festhält.

Mitte der Zweitausender kommt es zur On-Off-Beziehung mit Popsängerin Jessica Simpson. Während der Liebschaft wundern sich die Medien, wo die Gemeinsamkeiten der beiden doch eher unterschiedlichen Persönlichkeiten liegen könnten. Dieses Geheimnis lüftet Mayer Jahre nach dem Ende der Romanze im Playboy-Magazin: „Jessica Simpson ist wie eine Droge für mich. Und wenn man zu viele Drogen nimmt, ist das nicht gut. Dieses Mädchen ist für mich wie Crack.“

„Sexuell war es verrückt“

Sein Gesprächspartner hakt ein: „Du warst abhängig von Jessica Simpson?“ „Sexuell war es verrückt“, reicht Mayer nach. „Das ist alles, was ich sage. Es war wie Napalm, sexueller Napalm.“ 

Die Ausgabe des „Playboy“ mit dem fraglichen Interview: Der Journalist Rob Tannenbaum beschreibt Mayer im Gespräch als „eingebildet“ und „ermüdend“.

Was den Rock- und Bluesmusiker zu den arg intimen Äußerungen motiviert, bleibt offen; der Sänger verwindet da jedoch die noch frische Trennung von Aniston und gibt sonst gern den Partylöwen mit allem, was dazu gehört. Der ein oder andere Bloody Mary könnte zudem seine Antwort auf die Frage erklären, ob sich auch schwarze Frauen für ihn interessieren. Mayer antwortet nämlich: „Ich glaube, ich öffne mich dem gar nicht. Mein Pimmel ist quasi ein Rassist. Ich muss wohl getrennt von meinem Pimmel auf Dates gehen.“ Hä? Zudem verwendet er in einer anderen Antwort das N-Wort. Macht man nicht. Nachlesen könnt ihr das hier.

Publicity der ungebetenen Art

Die Klatschpresse stürzt sich prompt auf das Interview und zieht Mayer und Simpson durch die Druckerschwärze. Die Stimmung kippt so sehr, dass sich der Gitarrist bereits einen Tag später zu einer öffentlichen Entschuldigung gezwungen sieht. Auf Twitter leistet er Abbitte für die kulturell unsensible Sprache, nicht aber für die Aussagen über Simpson: „Ich sollte wohl aufhören, in Interviews so vehement authentisch sein zu wollen. Das ist aus dem Ruder gelaufen, und ich habe ein Monster geschaffen.“ Den Account löscht er wenig später komplett.

Mittlerweile trinkt Mayer nicht mehr und bewegt sich etwas souveräner durch den Medienzirkus. Simpson verdient derweil an ihrer Autobiografie, die sich unter anderem dem berüchtigten Interview widmet. Bleibt also doch jede Presse gute Presse?

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