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Popkultur

Zeitsprung: Am 10.8.1985 fürchtet Simon Le Bon von Duran Duran unter Wasser um sein Leben.

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Simon Le Bon 20 Jahre nach dem Unfall auf der Yacht „Drum“ - Foto: Christopher Furlong / Staff/Getty Images

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 10.8.1985.

von Sina Buchwitz und Christof Leim

Im Leben des Duran Duran-Sängers Simon Le Bon gibt es neben der Musik eine weitere Leidenschaft: das Segeln. Deshalb kauft er 1984 die Maxi-Yacht Drum, um mit ihr am Whitbread Round The World Race teilzunehmen. Doch schon weit vor dem Start passiert am 10. August 1985 ein verheerender Unfall , der Le Bon beinahe das Leben kostet. 

Hört hier die Hits von Duran Duran: 

Mitte der Achtziger kann Simon Le Bon auf einige bombastische Jahre mit Duran Duran zurückblicken: Nach einer Tour in 51 Stadien weltweit erreicht die Band mit dem Song The Wild Boys ihren Erfolgshöhepunkt. Aufwändige Musikvideos sowie der James-Bond-Song A View To A Kill tragen dazu bei, um die Bekanntheit der Briten zu stärken.

Der Kiel bricht

Doch Simon liegt nicht gern auf der faulen Haut, sondern beschließt, dass es an der Zeit für neue Herausforderungen ist. Er kauft eine 23 Meter lange, halbfertige Yacht und lässt sie fertigstellen. Denn der Mittzwanziger plant, damit beim Whitbread Round The World Race anzutreten, einer Segelregatta rund um die Welt. Als Training dient das Fastnet Race, eine 608 Seemeilen umfassende Regatta, bei der sowohl Ausrüstung als auch Crew getestet werden sollen. Mit an Bord sind 25 erfahrene Reisemitglieder, darunter auch der versierte Ozeansegler Skip Novak.

Am 10. August 1985 kommt es jedoch zu einer Katastrophe: Unter Deck ist ein lautes Knarzen zu vernehmen; kurz darauf kippt das 1,35 Millionen Dollar teure Boot um. Ein Konstruktionsfehler hatte dafür gesorgt, dass der 14 Tonnen schwere Kiel abbricht. Die Yacht kentert binnen Sekunden.

Unter Wasser eingesperrt

Le Bon, der unter Deck schläft, wird mit fünf weiteren Crewmitgliedern im Rumpf des Bootes eingeschlossen. Es beginnen 20 lebensgefährliche Minuten unter Wasser, die das Leben des Duran-Duran-Sängers für immer verändern werden. „Ich habe sehr viel Glück, noch zu leben. Es war sehr beängstigend“, stellt er später in einem Interview fest. „Zwei oder drei Tage nach dem Vorfall bekam ich einen Ausschlag auf meiner Brust und meinen Armen. Ich bin mir sicher, dass das etwas mit dem Stress zu tun hatte. Ich konnte nicht schlafen, weil ich geschlafen hatte, als der Kiel abbrach.“

Ein anderes Regatta-Schiff, das den Unfall beobachtet, setzt sofort einen Notruf ab. Schon nach 10 Minuten ist ein Helikopter der britischen Seenotrettung RNLI zur Stelle, um einen Taucher abzuseilen. Dieser befreit die unter Wasser eingeschlossene Crew und führt sie zur Oberfläche. Le Bon erinnert sich: „Ich bin untergetaucht und fing dann an aufzusteigen. Doch dann hing sich der Bund meiner langen Unterwäsche fest und zog mich runter. Ich wollte atmen, aber ich wusste, wenn ich das täte, wäre das mein Ende. Ich schaffte es, das Kleidungsstücke von meinen Füßen zu bekommen und kam mit einem breiten Lächeln auf den Lippen an die Oberfläche.“ Wie durch ein Wunder wird auch sonst niemand verletzt.

Zurück an Bord

Es gelingt Simon und der Crew sogar, die Yacht innerhalb eines Monats wieder seetüchtig zu machen. So nehmen sie wie geplant an der Whitbread-Regatta teil, bei der sie den dritten Schlussrang belegen. Obwohl die ersten Tage zurück an Bord nicht einfach sind, überwindet Simon Le Bon seine Angst. „Es war hart, die erste Nacht war ich starr vor Angst. Aber die zweite Nacht lief nicht mehr so schlimm, die dritte Nacht fast okay, und die vierte Nacht ging ich gut gelaunt schlafen.“ 

Im Jahr 2005 kehren Simon Le Bon und die Crew zurück auf die Drum, um noch einmal am Fastnet-Rennen teilzunehmen. Mit ihrer Teilnahme sammelten sie Geld für die britische Seenotrettung.

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