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Popkultur

Raus aus der Sinnkrise: Weezers „Green Album“ feiert 20. Jubiläum

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Weezer

Am 15. Mai 2001 veröffentlichten Weezer ihr drittes, grünes Album – den Nachfolger des zunächst vielerorts geschmähten Pinkerton. Rückblickend kann man sagen: Eine leichte Geburt war das definitiv nicht.

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 von Markus Brandstetter

Hier könnt ihr Weezers Green Album hören:

Ein kurzer Blick auf das, was davor passierte: Mit ihrem als Blue Album bekannten Longplayer rüttelten Weezer im Mai 1994 die Musikwelt ordentlich auf und landeten mit dem Stück Buddy Holly einen internationalen Hit. Egal ob man das Indie, Power Pop, Emo oder Geek Rock nennen wollte: Das blaue Album war eine grandiose Ansage.

Schwieriges zweites Album

Oft wird gesagt, dass ein zweites Album schwierig ist — und bei Weezer traf das auch tatsächlich zu. Auf das viel gefeierte und überschwänglich gelobte Debütalbum folgte 1996 Pinkerton — ein Album, das sich deutlich vom Vorgänger unterschied. Zwar fanden es viele mutig, dass Weezer hier nicht auf Nummer sicher gingen und sich keineswegs wiederholen wollten. Allerdings waren die Reaktionen auf das Album zu jener Zeit bestenfalls durchwachsen. Viele Kritiker*innen und Fans fanden es misslungen, auch die Verkaufszahlen blieben deutlich unter den Erwartungen zurück (rückblickend wird das Album natürlich ganz anders beurteilt).

Für Weezer war das eine Zerreißprobe. Nach der Tour zu Pinkerton gab es erst mal eine Pause, Rivers Cuomo widmete sich zuerst seinem Uni-Abschluss, brach dann aber ab und gründete eine neue Band. Im Februar 1998 ging’s doch wieder mit Weezer in den Proberaum, wo sich aber auch bald die Frustration einstellte. Der erste grobe Einschnitt kam, als der damalige Bassist Matt Sharp aus der Band ausstieg. Auch innerhalb der restlichen Band sah es nicht besonders rosig aus, die Proben wurden spärlicher und unproduktiver, Cuomo stürzt mehr und mehr in eine Depression, die mitunter obskure Formen annahm: So strich der Sänger etwa sein ganzes Haus schwarz und isolierte die Fenster so, dass kein Licht durchdringen konnte.

Das Revival und die Vorstufe zum Green Album

Lange Zeit passierte bei Weezer gar nichts — zumindest an der Oberfläche. Die Bandmitglieder gingen eigene Wege, widmeten sich diversen Projekten. Cuomo saß indes zu Hause und schrieb … und schrieb … und schrieb. 121 Lieder soll er in jener Zeit verfasst haben. Für Weezer tat sich außerdem auch einiges, das die Band gar nicht mitbekam: Das damals noch recht junge Internet entdeckte das lange eher geschmähte Album Pinkerton für sich, die Fanschar wuchs, der Ruf nach neuen Band-Aktivitäten wurde lauter. 2000 gab es die ersten Konzerte nach der Pause, damals noch unter einem Synonym, später, auf größeren Bühnen wieder unter echtem Namen. Die Songs der damaligen Zeit, von denen Live-Mitschnitte grassieren, gingen als Summer Songs Of 2000 in die Bandgeschichte ein.


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Im Oktober 2000 kam dann die gute Nachricht für alle Weezer-Fans: Die Band verkündete, dass man sich wieder ins Studio begeben möchte. Zunächst gab es noch keinen Produzenten, bald holte man sich aber Ric Ocasek an Bord, der bereits das Debütalbum der Band produziert hatte. Man arbeitete an den genannten Summer-2000-Songs und neueren Stücken, nahm Demos auf, probte — und spielte währenddessen Shows unter dem Namen Goat Punishment. Aufgenommen wurde schließlich in Los Angeles. Allerdings gestaltete sich das nicht immer als leicht: So wurde nach dem Besuch eines Plattenfirmen-A&Rs einiges an Material wieder verworfen,  da sich dieser nicht unbedingt begeistert gezeigt hatte.

Und dann war es endlich da

Am 15. Mai 2001 kam das Green Album dann endlich auf den Markt – und zwar in einer Form, mit der alle Beteiligten zufrieden waren. Nur für die Single mussten Weezer noch kämpfen – denn eigentlich wollte das Label Hash Pipe nicht als erste Auskopplung. Cuomo zeigte sich aber unbeirrbar und gewann den Streit schließlich. Zwei weitere Singles folgten — das blendend gelaunte Island In The Sun und das Stück Photograph.

Das Album war kurz (28 Minuten 20 Sekunden), knackig und prägnant, extrem eingängig — und verkaufte sich ordentlich. Es kletterte auf Platz vier der US-Charts und wurde dort im selben Jahr mit Platin ausgezeichnet. In Kanada erreichte es Platz zwei der Albumcharts, auch in anderen Ländern lief es erfreulich. Nach dem Misserfolg von Pinkerton tat das gut — der US-amerikanische Rolling Stone bezeichnete das Grüne Album gar als „Anti-Pinkerton“.

Apropos Pinkerton: Die Geschichte hat gezeigt, dass man mit Kritik auch mal daneben liegen kann — denn für viele zählt das damals ungeliebte Zweitwerk der Band als ein Highlight ihres Schaffens.

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