------------

Popkultur

What’s New In Nashville #3

Published on

+++ Eric Church auf Rekordjagd +++

Eric Church

Eric Church

Eric Church ist weiter auf Rekordjagd: In knapp fünf Minuten waren alle Tickets für seine Show zur Eröffnung von Nashvilles neuem Ascend Amphitheater am 30. Juli vergriffen. Doch der coole Typ hat ein weiches Herz und gibt am 31. Juli eine spontane Zugabe in dem Amphitheater. Wie stark Church auf der Bühne ist, zeigte sich auch in den „Billboard’s Hot Tours“-Charts – die er souverän anführt.  Sein Live-Erfolgsrezept hat es übrigens in sich: Um seinen Fans stets ein frisches, einzigartiges Konzerterlebnis bieten zu können, verändert er bei seiner „Outsiders World Tour“ für jede Show die Setlist.
 
 

+++ Lady Antebellum: “Wheels Up” Tour +++

Lady Antebellum

Lady Antebellum

Live sind aber auch Lady Antebellum ein Knaller. Dass sie mit ihrer anstehenden „Wheels Up“-Tour neue Maßstäbe setzen wollen, wurde schon im Vorfeld deutlich. Bühne und Lichteffekte sollen, so heißt es, gigantisch sein. Als Inspirationsquelle für das Bühnendesign habe angeblich die britischen Super-Rocker von Coldplay gedient.
 
 

+++ Brantley Gilbert’s Single: One Hell Of An Amen +++

Brantley Gilbert liefert Schlagzeilen: Seine aktuelle Single „One Hell Of An Amen“ marschiert schnurstracks in die höchsten Regionen der Hot-Country-Songs, sein Album „Just As I Am“ fand fast eine Million Käufer und die gemeinsame Tour mit Kenny Chesney läuft grandios. Doch der böse Bube des Country eckt auch an: So präsentierte der bullige Sänger kürzlich auf Instagram ein Foto seines nackten Rückens – den ein riesiges Tattoo ziert: zwei nach unten zeigende Pistolen und ein Zitat aus dem Gesetz, wonach jeder Amerikaner eine Waffe tragen darf. Ein Waffennarr, buchstäblich mit Haut und Haar…

+++ Country-Comeback: Tomi Fujiyama +++

Haben die Japaner auch Country im Blut? Sicher nicht alle, aber die 75-jährige Tomi Fujiyama unter Garantie. Die betagte Lady gab bereits vor gut einem halben Jahrhundert eine Kostprobe ihres Könnens in der Grand Ole Opry – an der Seite von Ikonen wie Marty Robbins und Johnny Cash. 51 Jahre später organisierte Brad Paisley ihr Nashville-Comeback im Ryman Auditorium. Ein Dokumentarfilm würdigt diesen ganz speziellen Clash der Kulturen.

+++ Bret Michaels ist zurück mit neuen Album! +++

Nach gesundheitlichen Problemen hat sich Poison-Sänger Bret Michaels längere Zeit zurückgezogen. Jetzt ist er wieder da – mit neuen musikalischen Zielen: Mit seinem Comeback-Album und der gleichnamigen Tour „True Grit“ kehrt der Shouter zurück zu seinen Country-Rock-Wurzeln. Wie gut ihm dieser Sound steht, belegt der Party-Kracher und Single-Auskopplung „Girls On Bars“.

+++ Emmylou Harris & Rodney Crowell +++

Schwer aktiv sind Emmylou Harris & Rodney Crowell. Am 12. Mai erschien der Nachfolger „The Traveling Kind“ für ihr Grammy-dekoriertes Debüt „Old Yellow Moon“ aus dem Jahre 2013. Bis Ende Mai ist das legendäre Zweigestirn in den USA auf Tour, im Juni gastiert das Duo in Australien.

+++ Kacey Musgraves: Neues Album im Juni! +++

Am 23. Juni kommt das lange ersehnte zweite Album der zweifachen Grammy-Gewinnerin Kacey Musgraves in die Läden. Für die mit „Pageant Material“ betitelte CD hat Musgraves 13 neue, alle von ihr (mit)komponierte Songs eingespielt. Insider munkeln, dass die Künstlerin damit ihren eingeschlagenen Weg weiter verfolgt, also: starke Texte, einfühlsame Melodien. Man darf gespannt sein.

+++ Chris Stapleton in den Charts! +++

Chris Stapleton, Songwriter der Extraklasse mit rauer Kehle, ist auf Hitkurs: sein Album „Traveller“ stieg von Null auf Platz zwei der Country-Charts ein, in den Billboard 200 – also den Pop-Charts – debütierte er mit einem beachtlichen 14. Rang. Respekt!

+++ Aerosmith – Sänger auf Country Kurs! +++

Und wieder ein Rocker auf Country-Trip: Aerosmith-Sänger Steven Tyler versucht sich mit dem von Eric Paslay geschriebenen „Love Is Your Name“ erstmals im Nashville-Sound – und überzeugt auf der ganzen Linie. Der rustikale Track, bei „American Idol XIV“ erstmals vorgestellt, steht der Rock-Ikone erstklassig zu Gesicht

+++ “King George” STrait über das Glücklichsein. +++

Kaum hat Country-Ikone George Strait seine zwei Jahre dauernde „Cowboy Rides Away“-Tour beendet, ist er auch schon im Studio. Gemeinsam mit seinem Sohn George „Bubba“ und Hit-Schreiber Keith Gattis schrieb er den Single-Vorboten „Let It Go“ für das anstehende neue Album. Ein Song, der Strait am Herzen liegt. „Wir können nichts mit ins Grab nehmen“, sagt er, „können aber alle glücklich mit dem sein, was wir haben. Wir machen uns selbst das Leben schwer.“ Eine Weisheit, die er – wie immer – in extrem entspanntes Laid-Back-Countryfeeling verpackt. Nicht umsonst gilt George Strait unter seinen Kollegen und Kolleginnen als „King George“.

+++ Country Business: Ein Blick hinter die Kulissen +++

Im großen Billboard-Interview spricht Universal Music Group Nashville Chairman und CEO Mike Dungan über das große Potential von Country-Acts wie Kacey Musgraves, über Bro Country, das stetig sich verändernde Musikbusiness und über die neue Medienwelt. Ein ausführlicher Blick hinter die Country-Kulissen – nachzulesen unter: www.billboard.com/articles/business/6553846/mike-dungan-universal-music-group-nashville-interview

+++ Johnny Cash-Museum feiert seinen Geburtstag – immer noch! +++

Im April feierte das Johnny Cash-Museum in Nashville seinen zweiten Geburtstag. Bis zum Frühjahr läuft noch eine zusätzliche Ausstellung, die sich um die frühen Karrieretage von Cash kümmert – und seinen Einfluss auf den Rock ´n´ Roll: „Es war der Startschuss für die Karriere von Elvis, also ein historisch wichtiges Ereignis“, sagt Museums-Gründer Bill Miller.

+++ Oak Ridge Boys: Aufnahme in die Country Hall of Fame! +++

Ritterschlag für die Oak Ridge Boys: Das Quartett wird im Herbst in die Country Music Hall of Fame aufgenommen. Momentan ist die Band auf Tour, Ende des Monats veröffentlichen die mittlerweile betagten Boys ein neues Album mit christlichen Inhalten: „Rock of Ages: Hymns and Gospel Favorites.“

+++ Luke Bryan ist der Entertainer des Jahres! +++

Weitere Auszeichnung für Superstar Luke Bryan: Bei den „ACM Awards“ wurde der grandiose Performer als „Entertainer of the Year“ ausgezeichnet. Er verwies damit eine hochkarätige Konkurrenz auf die Plätze, die ebenfalls nominierten Stars Jason Aldean, Garth Brooks, Miranda Lambert und Florida Georgia Line hinter sich +++
Zweieinhalb Autostunden von Nashville entfernt – in Pigeon Forge, Mitten in den Smoky Mountains – befindet sich „Dollywood“: Ein mit Musik aufgeladener Erlebnispark, Miteigentümerin ist Country-Legende Dolly Parton. Das putzige Disneyland für Bluegrass-Fans feiert in diesem Jahr sein 30. Jubiläum, natürlich mit jeder Menge Musik. Neben Konzerten und Festivals sagt die ewig blonde Country-Königin auch artig „Danke“ bei den Besuchern: „Dollywood’s 30 Days of Thanks“, mit speziellen Preisen, Events und Geschenken +++
Gibt es eine Hitformel? Das wollte jetzt auch der Internet-Radiosender Radio.Com wissen – und hat sich dafür bei denjenigen umgehört, die es eigentlich wissen sollten: bei anerkannten Hitschmieden wie Dierks Bentley, Kacey Musgraves und Lady Antebellum. Nachzuhören sind die Song-Rezepte unter www.radio.com/2015/04/17/songwriting-101-advice-top-10-tips-from-country-songwriters

Popkultur

Zeitsprung: Am 30.1.2007 singt Jim Morrison posthum gegen die Erderwärmung

Published on

Michael Ochs Archives/Getty Images

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 30.1.2007.

von Timon Menge und Christof Leim

Unter dem Motto „Save The Planet“ finden am 30. Januar 2007 zwei Pressekonferenzen in Los Angeles und London statt. Dort stellen Perry Farrell von Jane’s Addiction, Doors-Schlagzeuger John Densmore und Schauspieler Josh Hartnett die Kampagne Global Cool vor, ein Projekt gegen die Erderwärmung — und verwenden dafür unveröffentlichte Gesangsspuren von Jim Morrison.

Hier könnt ihr euch Woman In The Window anhören:

Die globale Erwärmung schreitet voran, zahlreiche Kunstschaffende aller Couleur und weltweit engagieren sich dagegen. Als Sprachrohre der britischen Kampagne Global Cool möchten Farrell, Densmore und Hartnett es „uncool machen, nicht grün zu sein“.

Kleine Schritte, große Wirkung

Dafür erhalten die drei eine Menge prominenter Unterstützung, zum Beispiel von Kasabian, The Killers, KT Tunstall und den Scissor Sisters. Auch Leonardo DiCaprio, Orlando Bloom und Dave Grohl helfen mit. Die Mission der Kampagne: Menschen sollen dazu motiviert werden, ihre CO²-Emissionen über einen Zeitraum von zehn Jahren um zehn Milliarden Tonnen zu reduzieren.

Zu den vorgeschlagenen Maßnahmen zählen zum Beispiel das Abschalten des Lichts, das Ausstecken von Smartphone-Netzteilen, das Benutzen öffentlicher Verkehrsmittel, der Verzicht auf Urlaubsflüge und das Herunterschalten der Heizung um eine Stufe. „Wenn viele Menschen kleine Dinge in die Tat umsetzen, wird daraus am Ende eine verdammt große Sache“, stellt Global-Cool-CEO Julian Knight fest. Alles gute Vorschläge. Für Musikfreaks wird die Aktion zusätzlich interessant.

Jim Morrison hilft auch. Quasi.

Um dem Projekt zu größerer Bekanntheit zu verhelfen, greift Doors-Drummer Densmore in die Trickkiste und stellt eine bis dato unveröffentlichte Gesangsspur von Jim Morrison zur Verfügung. Der Titel der Nummer: Woman In The Window. Das Stück basiert auf einem Gedicht von Morrison, das der kurz vor seinem Tod vertont hat. Die Jahrzehnte später eingespielte Musik stammt von Farrells Band Satellite Party.

Densmore und Farrell bei der Pressekonferenz in Los Angeles – Pic: Hector Mata/AFP via Getty Images

Sein Debüt feiert der Song bei den Pressekonferenzen am 30. Januar 2007. „Wir freuen uns darüber, dass Woman In The Window die Titelmelodie eines so tollen Projektes wird“, erklärt Farrell im Interview mit dem NME. „Jim hat all das Übel in der Welt gesehen, wusste aber auch, dass wir für unser Schicksal verantwortlich sind. Und genau das tun wir. Niemand wird uns davon abhalten können, Energie und Geld zu sparen und dabei den Planeten zu retten.“ Das klang schon 2007 vernünftig.

Zeitsprung: Am 30.8.1973, zwei Jahre nach Morrisons Tod, lösen sich die Doors auf.

Continue Reading

Popkultur

Zeitsprung: Am 29.1.1982 heiratet Stevie Nicks den Witwer ihrer besten Freundin.

Published on

Foto: Ebet Roberts/Redferns/Getty Images

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 29.1.1982.

von Victoria Schaffrath und Christof Leim

Trauer lässt Menschen merkwürdige Dinge tun. Da bilden auch Rockstars keine Ausnahme: Am 29. Januar 1982 heiratet Stevie Nicks den Witwer ihrer kürzlich verschiedenen besten Freundin und sorgt für enorm hoch gezogene Augenbrauen. Als Teil der für Drogeneskapaden bekannten Band Fleetwood Mac gar nicht so einfach… 

Hört euch hier Bella Donna an, Stevies erstes Soloalbum von 1981: 

Nun ist es nicht gerade so, dass Stevie Nicks in ihrer Karriere keine Skandale vorweisen kann. Als Mitglied von Fleetwood Mac gibt sie laut eigenen Angaben zwischen 1977 und 1986 mehrere Millionen für Kokain aus, begibt sich in einen Beziehungsreigen mit Lindsey Buckingham, Mick Fleetwood und einem nicht geringen Anteil der Eagles und wechselt schließlich auf das Beruhigungsmittel Clonazepam.

Kosmisches Gleichgewicht

Währenddessen zeigt sich die ätherische Meisterin des Rock mitverantwortlich für Werke wie das Album Rumours von Fleetwood Mac, das das genannte Liebeswirrwarr schmerzhaft aufarbeitet, oder das zeitlose Landslide. Der Entzug gelingt ihr beide Male, viele Musikerinnen nennen sie heute als wichtigen Einfluss, und nebenher engagiert sich Nicks ehrenamtlich. Eigentlich hält sich in ihrem Kosmos also alles die Waage.

Doch 1982 gerät das Gleichgewicht ins Schwanken. Kurz nach der Veröffentlichung ihres Solodebüts Bella Donna erhält die Musikerin die traurige Nachricht, dass ihre beste Freundin Robin Anderson an Leukämie erkrankt ist und nur noch wenige Monate zu leben hat. Ein heftiger Schicksalsschlag für alle Beteiligten, der durch Andersons Schwangerschaft noch mehr Schwere erhält. Nicks, die zu diesem Zeitpunkt eigentlich nur noch benebelt durchs Leben schwebt, kann die Situation kaum ertragen: „Ich war so auf Koks. Ich trank auf dem Weg (ins Krankenhaus) eine halbe Flasche Brandy, weil ich es nicht aushalten konnte.“

Kurzschlussreaktion Ehe

Anderson bringt mit letzter Kraft ihren Sohn Matthew zur Welt, verstirbt jedoch nur drei Tage später. „Ich hatte diese verrückte, wahnsinnige Vorstellung, Robin würde wollen, dass ich mich um Matthew kümmere“, erinnert sich Nicks. Weit hergeholt erscheint das nicht, immerhin ernennt man sie zur Patentante. Ihre Interpretation der Aufgabe fällt jedoch etwas besorgniserregend aus: In ihrer Trauer überzeugt sie Andersons Witwer Kim, dass eine Hochzeit die beste Option darstelle. Drei Monate später findet die Eheschließung statt.

„Komplett irre“, weiß die Sängerin heute. „Wir steckten alle knietief in der Trauer, standen völlig neben uns. Die Familien waren außer sich, als sie davon erfuhren; für viele war das Blasphemie. Aber das war mir egal. Mir war nur Matthew wichtig.“ Nicks merkt jedoch recht schnell, dass ihr Urteilsvermögen gerade nicht den besten Job macht. Die seit jeher spirituelle Künstlerin betritt eines Tages das Zimmer des Jungen und spürt die Gegenwart der Verstorbenen: „Es war dunkel, und das Baby war sehr still. Robin wollte, dass das sofort endet. Das habe ich so deutlich gespürt wie eine Hand auf der Schulter.“

„Go your own way“

Keine drei Monate später beendet die „Reigning Queen of Rock and Roll“ die Ehe. Es bleibt ihre einzige: „Die zählt nicht.“ Um den kleinen Matthew aber kümmert sich Nicks wie versprochen. Zwar bleibt der Kontakt zunächst aus, später finanziert sie dem Jungen jedoch das College. Kosmisches Gleichgewicht, eben.

Zeitsprung: Am 18.1.1974 gehen falsche Fleetwood Mac auf Tour – ganz offiziell.

Continue Reading

Popkultur

Liebesbrief an London: Adeles Debüt „19“ wird 15 Jahre alt

Published on

Adele
Foto: Dave Hogan/Getty Images

Vor 15 Jahren veröffentlicht eine sehr junge Sängerin namens Adele ihr erstes Album 19. Eine der größten Popkarrieren aller Zeiten beginnt in einem Londoner Kinderzimmer – und wird fast vom Alkohol im Keim erstickt.

von Björn Springorum

Hier könnt ihr 19 hören:

Adele Laurie Blue Adkins und London, das ist eine ganz besondere Beziehung. Sie wird 1988 in Tottenham geboren, wächst einige Jahre in Brighton auf und kehrt mit zehn nach London zurück. Erst wohnt sie mit ihrer Mutter in Brixton, später in West Nordwood südlich der Themse. Hier verbringt sie ihre Teenagerzeit, ein musikbegeistertes Mädchen mitten in der riesigen Metropole, die perfekte Kombi. Sie und London, das soll sich nie ändern, wenn es nach Adele geht.

Geschrieben in zehn Minuten

Als ihre Mutter ihr nahelegt, die Stadt für ein Studium zu verlassen, wirft sie das völlig aus der Bahn. Sie setzt sich hin – und schreibt binnen zehn Minuten Hometown Glory, ihren allerersten Song. Sie lässt alles raus, ihre Liebe zu dieser Stadt, ihre Angst, sie zu verlassen, die Diskussionen mit ihrer Mutter. „Meine Mom und ich konnten uns nicht einigen, wo ich studieren sollte“, erzählte Adele 2008 in einem Interview. „Sie wollte, dass ich nach Liverpool gehe, ich wollte aber in London bleiben. In gewisser Weise ist Hometown Glory eine Art Protestsong über die Erinnerungen – gute wie schlechte – an seine Heimat. Eine Ode an den Ort, an dem ich mein Leben verbracht habe.“

Die Auseinandersetzung mit ihrer Mutter ist ein Glücksfall. Es ist 2007, und der Name Adele spricht sich langsam in Londons Musikwelt herum. Erste Fernsehauftritte steigern den Hype, Singer/Songwriter Jamie T wird auf die junge Dame mit der großen Stimme aufmerksam, bringt ebenjene Ode Hometown Glory im Oktober 2007 in einer limitierten Vinyl-Fassung heraus. Dann geht alles ganz schnell: Aus ihrem Kinderzimmer im Haus der Mutter heraus bekommt Adele den ersten Brit Awards Critics’ Choice-Preis verliehen und wird zur größten Newcomerhoffnung 2008 deklariert.

Da sollte mal jemand so was von Recht behalten: Zwei Wochen vor ihrem Debüt erscheint die Single Chasing Pavements. Die klettert bis auf Platz zwei der Charts und leitet eine neue Ära in der britischen Popmusik ein: Mit 19 erscheint am 28. Januar 2008 eines der wichtigsten und besten Debüts in der Musikgeschichte Großbritanniens. Der Hype ist mittlerweile im ganzen Land greifbar, die Hauptstadt verkündet die Ankunft eines neuen Megastars mit eigenem Kopf und starker Meinung.

„Ich wurde in dieser Zeit zur Frau“

19, benannt nach dem Alter, in dem sie die meisten Songs schrieb, wird zum Instant-Klassiker. Ihre Mischung aus Jazz, Soul und Pop ist feinfühlig und warm, ihre volle, durchdringende Stimme thront über allem, singt die Konkurrenz mühelos an die Wand und erzählt in melancholietrunkener Zerbrechlichkeit von gebrochenen Herzen, Heimweh und großen Träumen.

Zum Titel sagt sie: „Mir ist nichts Besseres eingefallen! Ich finde die Titel von Debütalben extrem wichtig, die besten sind für mich Debut von Björn und Miseducation von Lauryn Hill. Dieses Album repräsentiert mein Alter, mein Leben zu dieser Zeit. Ich war erst 19, als ich es schrieb, und wurde in dieser Zeit zur Frau. Das findet sich in den Songs wieder.“ Mehr noch: Die Art und Weise, wie sie die Vokale in die Länge zieht, markiert einen neuen Stil in der britischen Popmusik. „Adele hat das Potential, zu einer der angesehensten und inspirierendsten Künstler*innen ihrer Generation zu werden“, urteilt Billboard und reiht Adele aus dem Stand zwischen Amy Winehouse und Duffy ein.

Toxische Beziehung und zu viel Alkohol

Mit Amy Winehouse teilt sie anfangs nicht nur die starke Stimme und den Erfolg: Adele trinkt. Viel. Im Mai 2008 soll sie auf ihre erste große Tournee gehen, der Fokus liegt klar auf der Eroberung des US-Marktes. Das passt ihr nicht: Sie hat starkes Heimweh und steigt nicht gern in Flugzeuge. Wegen ihres damaligen Freundes sagt sie sogar einige US-Termine ab, nach Ansicht vieler der Todesstoß für jede Form von Karriere in den geheiligten Poplanden USA. Trifft auf sie natürlich nicht zu, gut steht es damals dennoch nicht um sie. „Ich nenne diese Zeit meine E.L.C., meine Early Life Crisis“, sagte sie dem Nylon Magazine mal. „Ich trank viel zu viel, was gleichzeitig das Fundament meiner Beziehung zu diesem Jungen war. Ich konnte nicht ohne ihn sein, also sagte ich diese Konzerte einfach ab. Kaum zu glauben, dass ich das wirklich getan habe. Es ist so undankbar.“

Im November 2008 trennt sie sich von ihm und zieht aus ihrem Kinderzimmer aus. Sie lässt sich in Notting Hill nieder, wo sie sich gleich wieder an die Musik macht, und gibt den Alkohol auf. „Diese Beziehung hat mein zweites Album praktisch von selbst geschrieben, also war es das am Ende alles wert“, meinte sie mal trocken. Zunächst segelt sie aber noch mit 19 auf den Wellen des Erfolgs: Anfang 2009 gibt es Gold dafür, bis zum Sommer 2009 hat sich das Album weltweit mehr als zwei Millionen Mal verkauft, auch den Grammy für den Best New Artist gibt es für sie.

Sogar das Dylan-Cover gelingt ihr

Nicht übel für eine Sängerin, die, wie sie selbst sagt, „keinerlei Pläne“ für dieses Album hat. „Ich weiß ja nicht mal, welche Art von Künstlerin ich sein will“, sagte sie 2009. „Ich schrieb das Album ja nur, um eine Trennung zu verarbeiten und all die Musik zu spielen, die ich selbst gern höre: Pop, etwas Elektro, Jazz, Folk und natürlich Soul. Ich wollte aber nie ein White Soul Girl sein. Das Album kam ganz natürlich und organisch zusammen.“ Stimmt: Sogar mit ihrem Cover von Bob Dylans Make You Feel My Love kommt sie durch und liefert ein Debüt, auf dem jeder Song sitzt.

Das wirklich Erstaunliche ist ja aber: Bei allem Hype und Erfolg ist 19 doch nur ein Vorgeschmack auf das, was Adele zwei Jahre später mit 21 lostreten wird.

Du willst nichts mehr in der Rockwelt verpassen? Melde dich hier für unseren Newsletter an und werde regelmäßig von uns über die wichtigsten Neuigkeiten, die spannendsten Geschichten sowie die besten Veröffentlichungen und Aktionen informiert!

Adeles „30“: Von Trennungsschmerz, Selbsterkenntnis und Neuanfängen

Continue Reading

Latest Music News

Top Stories

Don't Miss