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Popkultur

Zeitsprung: Am 27.4.2006 fällt Rolling Stones-Gitarrist Keith Richards vom Baum.

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 27.4.2006.

von Christof Leim

„Keef“ nun wieder: Drogen, Verhaftungen und sonstiger Ärger haben Keith Richards wenig ausgemacht. Doch als er bloß auf einer Palme herumklettert, wird es selbst für den unkaputtbaren Rolling Stones-Gitarristen eng.


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Im April 2006 geht eine sonderbare Meldung um die Welt: Keith Richards ist von einem Baum gefallen, hat sich verletzt, anstehende Tourdaten müssen verschoben werden. Das klingt angesichts der Lebensgeschichte des Mannes fast enttäuschend. Man erwartet ja eher, dass er sich maximal einen kostbaren Gitarrenfinger prellt, während er mit drei Gespielinnen im Arm und der Telecaster im Anschlag durch einen brennenden Reifen springt. Auf einem Säbelzahntiger, mindestens. Und rauchend.

Aber nein: Damals machen Keith Richards und sein Kumpel Ronnie Wood nebst Ehefrauen (den eigenen) gerade in einer Tourpause einen kleinen Urlaub im exklusiven Wakaya Club Resort auf den Fidschi-Inseln. (Wenn ihr mal gucken wollt: Sieht eigentlich ganz okay aus da.) Dort klettert Richards auf eine Palme, fällt runter – und wird in ein Krankenhaus eingeliefert. Nicht nur das: Er muss, wie sich später herausstellt, sogar eine nicht ganz harmlose Operation über sich ergehen lassen.

In seiner Autobiografie Life erklärt der Meister selbst, was passiert ist: So sei die Palme nur ein „knorriger kleiner Baum gewesen, eher ein großer horizontaler Ast“, knapp zwei Meter über dem Boden, auf dem er nach einem Ausflug ins Wasser gesessen habe. Doch beim Runterklettern rutscht er wegen nasser und sandiger Hände ab und knallt mit dem Kopf hart gegen den Stamm. Dieser Schlag macht ihm jedoch nichts aus. Erst zwei Tage später überfallen ihn plötzlich unfassbare Kopfschmerzen, die „schlimmer und schlimmer“ werden. „Ich habe niemals Kopfweh“, notiert der Gitarrist, „und wenn, dann reicht eine Aspirin.“ Bei einer Untersuchung stellt sich heraus, dass Richards sich einen Bruch des Schädels zugezogen hat, die eine Blutung im Kopf nach sich zieht. Er wird sofort nach Auckland, Neuseeland ins Ascot Hospital geflogen.

Musste sich einer Notoperation unterziehen: Keith Richards.

In dieser Privatklinik operiert ihn ein Arzt namens Andrew Law, der – wie es der gar nicht mal so unwahrscheinliche Zufall will – ein Stones-Fan ist. Vor dem Eingriff sagt der Mediziner: „Das ist keine kleine Sache. Womöglich töte ich Sie heute.“ Uff. Dr. Law muss den Schädel öffnen, alle Blutgerinnsel absaugen und den Knochen mit sechs Titanschrauben wieder zusammensetzen. Doch glücklicherweise verläuft die Operation gut. Nach ein paar Wochen Genesung, während der Richards nach eigenen Aussagen vom Personal „eine kleine Extraportion Morphin“ bekommt, kann er sogar wieder auf Tour gehen. Dabei soll ihn Dr. Law zur Sicherheit begleiten. Und so reist ein 41-jähriger Neurochirurg aus Neuseeland mit der größten Rockband der Welt über mehrere Kontinente. Und nicht nur das: Die beiden Männer freunden sich sogar an, wie der Arzt hier ausführlich erzählt.

Also: Ende gut, „Keef“ repariert, alles gut. Trotzdem finden wir die Geschichte ein bisschen bescheuert: Einer der wichtigsten Gitarren der Rock’n’Roll-Historie stirbt fast, weil er von einem Baum fällt? Also bitte.



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