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Popkultur

Zeitsprung: Am 5.9.1987 erscheint „Triumph And Agony“ von Warlock

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Warlock Triumph And Agony Cover

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 5.9.1987.

von Christof Leim

Wenn jemand Türen für Frauen im Metal geöffnet – oder besser: eingetreten – hat, dann sicher Doro Pesch. Als die Düsseldorferin angefangen hat, in Metal-Kapellen zu singen, gab es nur wenige Mädels in der Szene. Los ging alles mit der Band Warlock. Deren größter Erfolg Triumph And Agony erscheint am 5. September 1987 – und markiert gleichzeitig das Ende der Truppe.

Zur Lektüre könnt ihr die Platte hier anhören:

Auf Triumph And Agony finden sich einige der wichtigsten Hits aus Doros Geschichte, allen voran das unkaputtbare All We Are und die Liebe-Liebe-Liebe-Ballade Für immer. Mit der Veröffentlichung können Warlock in Deutschland seinerzeit sogar eine Goldauszeichnung einstreichen. Damit zahlt sich die harte Arbeit seit dem Debüt Burning The Witches (1984) endlich aus.

Allerdings bleibt das Quintett unterwegs von personellen Differenzen nicht verschont; nach dem internationalen Durchbruch mit True As Steel (1986) müssen die langjährigen Mitstreiter Peter Szigeti (Gitarre) und Frank Rittel (Bass) gehen. Für sie kommen die beiden US-Amerikaner Tommy Bolan und Tommy Henriksen (heute Teil der Alice Cooper Band).

Warlock Band

Warlock 1987 auf dem Cover der „All We Are“-Single: Arvanitis, Henriksen, Pesch, Eurich, Bolan (v.l.)

Kurs auf die USA

Die Aufnahmen passieren ebenfalls zum ersten Mal in den Vereinigten Staaten, fast alle Songs stammen nicht von den Musikern der Band, sondern von Doro und dem Produzenten Joey Balin. Gitarrist Niko Arvanitis schreibt immerhin an drei von zehn Nummern mit, bei manchen Tracks trommelt der legendäre Cozy Powell.

Auf dem Album spielen Warlock flotten Heavy Metal, der klanglich und kompositorisch bestens in die Zeit passt. Oder anders gesagt: Für Freunde des Genres und der Ära (Achtziger, Baby!) ist das richtig gutes Zeug. Doro schreit sich dazu mit viel Leidenschaft durch die Songs und singt bei Für immer sogar auf Deutsch.

Warlock Für immer Cover

Die dramatische Pianoballade „Für immer“ wird zum Doro-Standard

Es gibt einen Metal Tango, einen Kiss Of Death, aber auch den Aufruf Make Time For Love. Nummern wie I Rule The Ruins, East Meets West oder Three Minute Warning bringen heute noch klassischen Headbanger-Spaß.

Durchbruch & Zusammenbruch

Vor allem die Single All We Are kommt im nordamerikanischen Radio und auf MTV gut an, sie steht seitdem auf jeder Setlist von Königin Doro. In Deutschland verkauft sich Triumph And Agony sogar eine satte Viertelmillion mal. Warlock gehen in der Folge auf Europatour mit Dio und US-Tour mit Megadeth, doch am Ende der Konzertreisen steigen die verbleibenden beiden deutschen Musiker Michael Eurich und Niko Arvanitis aus – und Doro ist als einzige noch vom Original-Line-up dabei.

Dann geht alles schief: Wegen der Klage eines ehemaligen Managers muss sie auf die Nutzung des Bandnamens verzichten und ihre nächste Platte Force Majeure (1989) unter eigenem Banner rausbringen. Selbst wenn sich die juristische Situation über zwei Dekaden später aufklärt, sind Warlock damit de facto Geschichte.

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