Eric Clapton und JJ Cale: 10 Jahre The Road to Escondido – Roadtrip durch sandige Weiten

November 4, 2016
in Category: Platten



Eric Clapton und JJ Cale: 10 Jahre The Road to Escondido – Roadtrip durch sandige Weiten

Eric Clapton und JJ Cale: 10 Jahre The Road to Escondido – Roadtrip durch sandige Weiten

Mit musikalischen Partnern verhält es sich im Grunde wie mit romantischen auch. Harmonieren Zwei gut miteinander, bringen sie das Beste im jeweils anderen hervor. Sie unterstützen einander auf respektvolle, ja zärtliche Weise beim Wachsen und aus der gemeinsam freigesetzten Energie können wundervolle Dinge entstehen, seien es Kinder, seien es Erfindungen oder Kunstwerke.


 

Nichts anderes kann über JJ Cale und Eric Clapton gesagt werden, wobei ihre Partnerschaft eine mit großen Pausen war. Alles begann, als Eric Clapton JJ Cales Cocaine im Jahr 1977 als Cover für sein Soloalbum Slowhand aufnahm und dem Song schlagartig zu Weltruhm verhalf. Der große Gitarrist JJ Cale scheute das Rampenlicht und hatte dabei zweifellos Celebrity-Status bei vielen gleichsam einflussreichen Musikern wie Mark Knopfler, Neil Young oder eben Clapton. Dem Oklahoma-Native schien es gut in den Kram zu passen, dass andere wie Johnny Cash, John Mayer oder Captain Beefheart seine Songs sangen und spielten, am liebsten war er im Studio oder schrieb Songs. Im Jahr 1977 also nahm Clapton Cocaine auf, einer seiner berühmtesten Songs, und kaum jemand wusste, wer eigentlich dieser JJ Cale war. Nun, es war ein Ausnahmegitarrist und Komponist und der Erfinder des Tulsa Sounds, einer relaxten Mischung aus Blues, Rockabilly, Country und Jazz.



 

30 Jahre sollten ins Land gehen, bevor Clapton auf die Idee kam, JJ Cale eine richtige Zusammenarbeit vorzuschlagen. The Road to Escondido ist das magische Ergebnis dieser Partnerschaft, erschienen im Jahr 2006.


jj-cale


Auf dem Albumcover sind Cale und Clapton auf besagter Straße nach Escondido zu sehen, einem kleinen Ort im Valley Center nahe San Diego. Die Szene sieht aus, als sei der Pickup-Truck der beiden liegengeblieben und während Clapton ein Pappschild mit der Aufschrift Escondido hält, spielt Cale lässig auf der Ladefläche Gitarre, um sich das Warten auf einen freundlichen Autofahrer zu vertreiben. Die Straße ist staubig, die südkalifornische Sonne brennt erbarmungslos und seltener mutete eine Szene amerikanischer an als diese. Dabei ist Clapton ja britisch wie nur was. Ein Brite allerdings mit einem Anwesen in Escondido, zufällig nicht weit von Cales damaligem Wohnort entfernt. Beide fühlten sich also nicht nur musikalisch sondern auch durch Ort und Landschaft miteinander verbunden.


The_Road_to_Escondido


Was passiert nun, wenn ein musikalisches Traumpaar ins Studio geht? Nun, erst einmal dreht man die kalifornische Hitze noch ein bisschen künstlich auf, in dem man sich eine Reihe von Musikern einlädt. Wer denn so? Och, John Mayer zum Beispiel, der große Bassist Pino Palladino, der Gitarrist Taj Mahal, der jedoch auf dem Album Mundharmonika spielt, Derek Trucks von der Allman Brothers Band, Doyle Bramhall II oder der leider verstorbene Billy Preston. Allesamt große Namen aus Blues, Country und dem Psychedelic Rock. Acht Gitarristen spielen allein auf dem Album Gitarre, dazu drei Bassisten, sechs Drummer und Percussionisten sowie vier Waldhörner, eine Geige, eine Orgel, eine Fender Rhodes und Taj Mahals Mundharmonika. Es war ein großes Studio!


Eric-Clapton-2013


Das Album ist trotz dieser verschiedensten Musiker mit ihren je eigenen Stilen zwischen Folk, Blues, Country, Jazz, Reggae, Psychedelic, Rockabilly und Classic Rock eine denkbar runde Sache geworden und die knappe Stunde der 14 Songs vergeht viel zu schnell. Gleich der erste Song Danger zeigt formidabel, zu was zwei musikalische Genies in der Lage sind, sollten sich ihre Egos nicht in die Quere kommen.

“Danger

She's out into the night

Danger

She's such a pretty sight

She was treated so badly it seems

Now she's looking full of dreams”


jj-cale-rewind-cover-2007


Besser wird es nicht als dieser Song, der mit einem Hauch Melancholie und unbändiger Energie perlt wie ein guter Schaumwein. Mit Heads In Georgia geht es ebenso vielversprechend weiter, betörende Riffs und Duettgesang bringen einen in die richtige Stimmung für einen Roadtrip durch sandige Weiten.

“Well my heads in Georgia but my feet are California bound

Well my heads in Georgia but my feet is California bound

Cause that good looking woman I got wants to leave these Georgia towns

Well we ride them old freight trains rent them automobiles

For we ride them old freight trains and rent them automobiles

Cause that good looking woman is tired of these old Georgia hills”


Eric-Clapton-I-Still-Do


Und so geht das in einer Tour weiter, auf der Straße nach Escondido. Einen kleinen Ausreißer nach unten bietet Hard To Thrill, das unglücklicherweise Clapton mit Mayer schrieb. Alle Songs bis auf eben erwähnten sowie Sporting Life Blues und Three Little Girls wurden von Cale geschrieben und ach, hätte er doch nur noch länger gelebt und noch mehr geschrieben. Zehn Jahre ist dieses Album nun alt und eine weitere Zusammenarbeit mit dem 2013 verschiedenen JJ Cale ist tragischerweise nicht mehr möglich. Bleibt uns also nur The Road to Escondido auf Heavy Rotation!



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