Zeitsprung: Am 13.9.1990 schreibt Eddie Vedder nach dem Surfen mal eben drei Klassiker.

September 11, 2018
in Category: Popkultur



Zeitsprung: Am 13.9.1990 schreibt Eddie Vedder nach dem Surfen mal eben drei Klassiker.

Zeitsprung: Am 13.9.1990 schreibt Eddie Vedder nach dem Surfen mal eben drei Klassiker.

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 13.9.1990.

von Christof Leim

„Eddie Vedder geht surfen und schreibt ein paar Texte“: Ungefähr so lässt sich der 13. September 1990 im Leben des Pearl Jam-Sängers beschreiben. Nur hat er damals gar nicht bei Pearl Jam gesungen, und eigentlich gab es die Band nicht mal…


Hört hier in das Pearl Jam-Debüt Ten rein:

Klickt auf „Listen“ für das ganze Album.

Damals bandelt der 25-jährige Kalifornier Vedder gerade mit ein paar Typen aus dem fernen Seattle an, die eine neue Kapelle aufziehen wollten. Ihnen bleibt nichts anderes übrig, weil sie die Vorgängerband Mother Love Bone wegen des Drogentodes ihres Frontmannes Andrew Wood auflösen mussten. Fünf Songs haben Stone Gossard, Mike McCready und Jeff Ament aufgenommen, um damit einen Frontmann zu suchen. Für den Posten des Drummers steht Jack Irons, ehemals bei den Red Hot Chili Peppers, auf ihrer Wunschliste, aber daraus wird nichts. Doch der kennt einen Sänger namens Eddie Vedder von der Band Bad Radio aus San Diego – und gibt das Demo weiter.

Das erste Line-up von Pearl Jam

Eddie hört sich das Tape eines Morgens vor dem Surfen an und schreibt gleich nach seiner Rückkehr – angeblich noch mit Sand an den Füßen, wie poetisch! – die Texte für drei der Stücke. Anschließend nimmt er auf seinem Vierspurrekorder den Gesang auf uns schickt ein Päckchen zurück nach Seattle. Jeff Ament hört sich das Ergebnis dreimal an und greift dann zum Telefonhörer: „Stone, du musst unbedingt mal rüberkommen…“



Da scheint etwas gepasst zu haben, von Anfang an und zwar so richtig: Die drei Songs heißen nämlich Alive, Once und Footsteps, und zwei davon finden sich später auf dem Multimillionen-Megaseller Ten, dem ersten Pearl Jam-Album von 1991. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Vedder und seine Kollegen haben gleich aus dem Stand, noch vor der eigentlichen Gründung der Band, die größten Nummern ihrer Geschichte geschrieben.

Nicht lange nach diesem denkwürdigen Morgen fliegt Eddie nach Seattle, und schon nach kurzer Zeit bieten die anderen ihm den Job als Sänger an. Bereits im folgenden März beginnt die Band mit den Aufnahmen zum Album. Alive (das als Instrumental noch Dollar Short hieß) prägt den Sound der Band maßgeblich, Once eröffnet sogar die Platte. Footsteps hingegen findet zunächst keine Verwendung, wird aber als B-Seite de  Jeremy-Single veröffentlicht und erscheint zudem 2003 in einer Liveversion auf der Compilation Lost Dogs.



Die drei Songs hängen sogar thematisch zusammen und erzählen die Geschichte eines jungen Mannes, der – genau wie Vedder selbst – belogen wird darüber, wer sein Vater ist, und feststellt, dass sein wahrer Erzeuger bereits nicht mehr lebt. Der Sänger nennt diese Trilogie Momma-Son. Alive markiert dabei den ersten Teil, in dem der Protagonist die Wahrheit herausfindet, in Once dreht er durch und ermordet Menschen, bevor er in Footsteps zum Tode verurteilt wird und seiner Mutter die Schuld gibt. Kein leichter Stoff. Noch heute findet Vedder es nach eigenen Aussagen sonderbar (wenngleich schlussendlich gut), dass der Chorus „Oh, I’m still alive“ von Millionen Fans als lebensbejahende Aussage begriffen wird. Vielleicht gehört Alive deshalb heute zu den populärsten Pearl Jam-Songs, kein anderer Track wurde auf Spotify öfter angehört.

Der Kreativitätsschub an jenem Septembermorgen (dessen genaues Datum sich allerdings nicht verifizieren lässt) hat sich also gelohnt und darf als Initialzündung für die Band begriffen werden. Wenn Surfen so inspirierend ist, sollten wir das alle wohl öfter tun. Allerdings hat unser Eddie auf dem Brett nicht immer Glück: Fünf Jahre später kommt er dabei fast ums Leben. Aber das ist wie so oft eine andere Geschichte…



Header-Bild Quelle: Screenshot aus dem Video zu Alive

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