Zeitsprung: Am 14.9.1993 erscheint der „Judgment Night“-Soundtrack. Crossover-Alarm!

September 13, 2018
in Category: Popkultur



Zeitsprung: Am 14.9.1993 erscheint der „Judgment Night“-Soundtrack. Crossover-Alarm!

Zeitsprung: Am 14.9.1993 erscheint der „Judgment Night“-Soundtrack. Crossover-Alarm!

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 14.9.1993.

von Christof Leim

Im Herbst 1993 kommt ein Action-Thriller in die Kinos, in dem Emilio Estevez und Cuba Gooding Jr. vor einer mörderischen Verbrecherbande durch die Nacht flüchten. Judgment Night – Zum Töten verurteilt heißt der Streifen in Deutschland. Ein großer Knaller ist er nicht, der Soundtrack aber schon.


Hört hier in Judgment Night rein:

Klickt auf „Listen“ für das ganze Album.

Auf diesem Soundtrack kommen nämlich zum ersten Mal in großem Stil angesagte Rock/Metal-Bands der Stunde mit HipHop-Acts zusammen. So spielen zum Beispiel Faith No More mit Boo-Yaa Tribe, Slayer mit Ice-T und Biohazard mit Onyx. Diese Art von Crossover hatte es zwar auf den wegbereitenden Debütalben von Body Count (März 1992), Rage Against The Machine (November 1992) und Clawfinger (April 1993) schon gegeben, und auch Stuck Mojo waren bereits seit 1989 im Süden der USA unterwegs.



Doch Kollaborationen zwischen „reinrassigen“ Rock/Metal-Bands und Hip Hop-Acts gab es nur in vereinzelter Form wie zum Beispiel Anthrax mit Public Enemy bei Bring The Noise im Jahr 1991 und natürlich die Aerosmith/Run-DMC-Melange Walk This Way 1986. Doch dabei wurde jeweils ein bereits veröffentlichtes Stück einer der Bands gecovert und gemeinsam durch den Wolf gedreht. Das läuft auf Judgment Night anders: Die meisten Nummern werden sogar frisch komponiert, nicht nachgespielt – echte Zusammenarbeit also.



Die Idee für das Ganze stammt von Musikmanager Happy Walters, der für diverse Rap-Gruppen arbeitet. Nachdem sein Schützling Everlast von House Of Pain in dem Film eine Nebenrolle bekommt, schlägt er den Produzenten vor, den Soundtrack zusammenzustellen. Die komplette Tracklist sieht so aus:

Just Another Victim - Helmet & House of Pain
Fallin’ - Teenage Fanclub & De La Soul
Me, Myself & My Microphone - Living Colour & Run-DMC
Judgement Night - Biohazard & Onyx
Disorder - Slayer & Ice-T
Another Body Murdered - Faith No More & Boo-Yaa T.R.I.B.E.
I Love You Mary Jane - Sonic Youth & Cypress Hill
Freak Momma - Mudhoney & Sir Mix-A-Lot
Missing Link - Dinosaur Jr. & Del the Funky Homosapien
Come & Die  - Therapy? & Fatal
Real Thing - Pearl Jam & Cypress Hill


Zusätzlich hatten Tool und Rage Against The Machine ein Stück namens Can't Kill The Revolution eingespielt, doch das bleibt damals unter Verschluss, weil es keiner der beiden Kapellen gefällt. Natürlich geistert es heute als Bootleg durch die Welt. Mehr Trivia gefällig? Bei der Slayer/Ice-T-Kombi handelt es sich um ein Medley aus drei Nummern der schottischen Punks The Exploited: War, UK ’82 und Disorder. Beim Faith No More-Track spielt zum ersten Mal nicht Jim Martin die Gitarre, obwohl der damals noch – für weitere zwei Monate – zur Band gehört. Stattdessen greift Bassist Billy Gould in die Saiten. Und ein paar Sekündchen von Fallin’ dürften Classic Rock-Fans gefallen, denn hier wird uns ein Sample des Tom Petty-Jahrhunderthits Free Fallin’ serviert.



Die Scheibe erscheint am 14. September 1993 und schlägt ziemlich ein, mit Platz 17 in den USA, 38 in Deutschland. Man könnte fast vermuten: Bei zwei Zielgruppen geht halt mehr als bei einer. Ganze vier Singles werden ausgekoppelt, Entertainment Weekly schreibt: „Für den Film legen wir nicht die Hand ins Feuer, aber die Platte ist Pflicht!“ Vor allem aber sind etliche Songs Anfang der Neunziger Standardprogramm in jeder Headbanger-Disco. Für das Genre des Rap Metal oder einfach Crossover, gilt Judgment Night zu Recht als wegweisend.



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