Zeitsprung: Am 8.3.1993 tauchen zwei neue Kulturgrößen auf: Beavis & Butt-Head

March 8, 2018
in Category: Popkultur



Zeitsprung: Am 8.3.1993 tauchen zwei neue Kulturgrößen auf: Beavis & Butt-Head

Zeitsprung: Am 8.3.1993 tauchen zwei neue Kulturgrößen auf: Beavis & Butt-Head

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 8.3.1993.

von Christof Leim

Am 8. März 1993 machte die Fernsehwelt einen großen Schritt nach vorne: Zwei Kulturgrößen hoben das mediale Niveau international merklich an – dank ausgefeilter Dialoge, fundierter Musikkritik und nachhaltigem Umgang mit ihrer Umwelt. Die Rede ist selbstverständlich von Beavis & Butt-Head. (Huh! Huh!)



Im Frühling 1993 zeigt MTV die erste Episode von Beavis & Butt-Head, einer Comicserie über zwei vollkommen hirnlose Teenager, die am liebsten Musikvideos glotzen, dämlich lachen und Sachen in die Luft sprengen. Ihre Umwelt bewerten sie konsequent mit entweder „cool“ oder „This sucks!“, alles Laute ist gut, und ansonsten kapieren die beiden nicht, was um sie herum geschieht. Mit anderen Worten: Die Sendung ist so dermaßen bescheuert, dass man sie großartig finden muss.



Der Erschaffer von Beavis & Butt-Head: Mike Judge. Foto von: Gage Skidmore [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Los ging alles 1992 mit einem Kurzfilm namens Frog Baseball: Hier tauchen die beiden Charaktere zum ersten Mal auf, geschrieben, gezeichnet und eingesprochen von Mike Judge, einem Physiker, der keine Lust mehr auf Wissenschaft hat. Der geschmacksfreie Clip gefällt den Verantwortlichen von MTV so gut, dass sie daraus eine Serie entwickeln.

In den Filmchen kommentieren die beiden Kollegen in Metal-Shirts Musikvideos und begeben sich auf konsequent sinnfreie Abenteuer, die meist in Zerstörung enden. Eltern, Kritiker und sonstige Moralwächter halten das natürlich für albern, die Zuschauern feiern es. Deshalb läuft Beavis & Butt-Head zunächst ganze sieben Staffeln lang, von 1993 bis 1998. Dabei entwickeln sich die gestammelten Äußerung der beiden Schwachmaten zu geflügelten Worten: „Shut up, dumbass!“, „Don’t make me kick your ass again!“ und „The great cornholio“ gehören eine Weile zum allgemeinen Sprachschatz. Diese Art von krassem und anarchistischem Humor wird später von Serien wie South Park weiterentwickelt.



In den insgesamt 222 kurzen Episoden kommen immer wieder Menschen, Tiere und Gegenstände zu Schaden, nicht mal sich selbst schonen die Protagonisten. Dass man das nicht nachahmen sollte, liegt auf der Hand. Weil aber einige Unglücke in den USA, etwa der schreckliche Feuertod eines Kleinkindes oder Tierquälerei an einer Katze, mit der Serie in Verbindung gebracht werden, sehen sich die Macher gezwungen, jeder Ausstrahlung eine Warnung voranzustellen: „Beavis und Butt-Head sind keine Vorbilder. Sie sind nicht mal Menschen. Sie sind Comicfiguren. Manche Sachen, die sie tun, würden dazu führen, dass eine Person verletzt, rausgeworfen, festgenommen, womöglich des Landes verwiesen wird. Mit anderen Worten: Macht das nicht nach.“



Das Urteil der beiden Typen zu Bands und Songs spielt sogar eine Rolle im wirklichen Leben: So leiden die Verkäufe der Hard Rock-Truppe Winger tatsächlich darunter, dass eine Figur namens Stuart, die ständig von Beavis und Butt-Head gehänselt wird, ein Winger-Shirt trägt.



1993 erscheint ein empfehlenswertes Compilation-Album namens The Beavis And Butt-Head Experience, auf dem Songs von Nirvana, Anthrax, Megadeth, Aerosmith und anderen Größen zu hören sind, die zum Teil in Sketchen mit den beiden Kollegen auftreten. Cher singt mit ihnen sogar ein Duett in I Got You Babe. 1996 erscheint ein – ebenfalls gelungener – Kinofilm namens Beavis & Butt-Head Do America, daneben gibt es diverse Computerspiele (Beavis & Butt-Head In Virtual Stupidity) und eine Spin-Off-Serie über Daria, das sarkastische Mädchen aus der Schulklasse der beiden.



2011 erlebt die Serie ein kurzes Revival mit einer achten Staffel, und Mike Judge, der auch mit anderen Animationsformaten Erfolge feiert und etliche renommierte Preise einstreichen kann, denkt immer mal wieder über eine Fortführung nach. Bisher herrscht aber Ruhe…


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