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Zeitsprung: Am 24.7.1990 werden Pantera zu „Cowboys From Hell“

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 24.7.1990."

von Christof Leim

Die Kehrtwende ist konsequent und folgenreich: Als Pantera am 24. Juli 1990 Cowboys From Hell rausbringen, haben sie schon vier Alben am Start, sind aber kaum über ihre Heimat Texas hinausgekommen. Das ändert sich umgehend – und setzt wenig später den Metal der Neunziger auf Kurs.

Hier könnte ihr in dieses Machtwerk reinhören:

Dass die Band aus Texas mit ihren Frühwerken nicht viel reißen konnte, verwundert nicht: Die ersten drei Scheiben Metal Magic (1983), Projects In The Jungle (1984) und I Am The Night (1985) mit Sänger Terry Glaze klingen wie eine Sommerschlussverkaufsversion von Mötley Crüe. Das kann auch damit zu tun haben, dass Gitarrist Diamond Darrell und sein trommelnder Bruder Vinnie Paul beim Debüt nicht mal 20 Jahre alt sind.

Neuer Sänger

Für das vierte Album Power Metal (1988) holen sie den Sänger Phil Anselmo aus New Orleans an Bord, der damals noch mit raumgreifender Haarspray-Frisur glänzt und 1a-Rob Halford-Schreie drauf hat. Musikalisch schielen sie verstärkt in Richtung Judas Priest, lassen aber auch schon eine Vorliebe für die gerade massiv angesagte Thrash-Metal-Welle erkennen. Wirklich etwas reißen kann das Quartett damit immer noch nicht. Zu unoriginell, zu gebremst, zu austauschbar klingen die Stücke. Da hilft selbst die beeindruckende Virtuosität der jungen Musiker nicht. (Die ganze Geschichte von Power Metal könnt ihr hier nachlesen.)

BU: Pantera 1990

All das ist vergessen, als Cowboys From Hell eine neue Phase einläutet und Pantera ihren eigenen Sound finden: Plötzlich regieren rüde Thrash-Riffs und ein unfassbar fetter Groove, der die Neunziger definieren sollte. Die Zeiten von Spandexhosen und toupierten Haaren sind ebenso vorbei, jetzt gibt’s konsequent „das Brett“, technisch versiert und brutal.

Vorspiel im Restaurant

Und nicht nur das: Endlich können Pantera in einem professionellen Umfeld arbeiten. Nach dem sie jahrelang von „jedem Majorlabel auf dem Planeten“ abgelehnt wurden, können sie für ihren neuen Brecher einen Vertrag bei Atco Records unterschreiben. Das haben sie nicht nur ihrer Musik, sondern auch einem Wirbelsturm zu verdanken: 1989 soll A&R-Manager Mark Ross nach North Carolina fliegen, um eine Combo namens Tangier in Augenschein zu nehmen. Wegen Hurricane Hugo muss er in Dallas landen und kommt dort nicht weg. Deshalb ruft er seinen Boss Derek Shulman an und fragt, ob er vor Ort irgendwelche Bands anschauen soll. Shulman erzählt von einer Truppe namens Pantera, die sein Label schon eine Weile im Visier habe, von der aber keiner weiß, was sie auf der Bühne kann. Allerdings haben Pantera an dem Tag keinen „richtigen“ Gig, sondern spielen lediglich für einen weiblichen Fan auf einer Party in einem mexikanischen Restaurant. Ross taucht trotzdem auf und berichtet: „Nach dem ersten Song hing mein Kiefer schon auf dem Boden. Die klangliche Wucht des Ganzen, die Attitüde, die musikalische Qualität, das hat mich alles umgehauen. Man hätte schon ein ziemlicher Idiot sein müssen, um die Band nicht großartig zu finden.“ Pantera erhalten ihren langersehnten Majordeal, und der Rest ist Geschichte.

Dank Atco Records können Pantera zum ersten Mal mit einem externen Produzenten zusammenarbeiten, nachdem vorher immer Jerry Abbott, der Vater von Darrell und Vinnie, an den Reglern gesessen hatte. Ihm verdanken die jungen Krachmacher eine Menge, aber je härter der Sound wird, desto weniger kommt der professionelle Countrymusiker noch mit. An seiner Stelle verpasst Terry Date der Band einen knochentrockenen, knüppelharten Sound, der alle Reminiszenzen an Poser Rock und Hair Metal abstreift und die Thrash-Formel mit noch größerer Klarheit versieht.

Alles vorher? Vergessen!

Cowboys From Hell erscheint schließlich am 24. Juli 1990. Die zwölf Songs werden dominiert von hochkompetenter Gitarrenarbeit, eng verzahnt mit einer brutal groovenden Rhythmussektion. Phil Anselmo singt hart mit Hardcore-Einflüssen, hat aber noch viel klassischen Metal in der Stimme. Die Wirkung der Riffattacke bleibt nicht aus: Die Metalszene horcht auf, die Scheibe erreicht Platz 27 in den Billboard Heatseekers-Charts. Der Titelsong wird ein Klassiker, ebenso Brecher wie Domination und Primal Concrete Sledge. In der siebenminütigen Powerballade Cemetary Gates zeigt Anselmo außerdem, dass mehr in ihm steckt als ein Schreihals.

Pantera selbst betrachten Cowboys From Hell als ihr eigentliches Debüt und gehen später sogar soweit, über ihre Frühwerke nicht zu sprechen, ganz so, als hätte es sie nie gegeben. Offiziell erhältlich sind die ersten vier Platten nirgends. Mit Cowboys From Hell legen sie einen Grundstein für die Entwicklung des Metal in den Neunzigern. Als sie mit Judas Priest und Annihilator auf Europatour gehen, kommen viele aus der traditionellen Headbangerschaft damit nicht so richtig klar. Nicht selten wird die Band als „Prollcombo“ bezeichnet, ein Eindruck, den die unfassbare Sauferei der Texaner nicht gerade zerstreut.

Wie die Geschichte weitergeht

Die neugefundene Ausrichtung verfeinern Pantera dann zwei Jahre später mit Vulgar Display Of Power und werden damit zu einer der wichtigsten Metal-Bands ihrer Zeit. 2003 trennt sich die Gruppe im Streit, 2004 wird Meistergitarrist Darrell, der sich mittlerweile Dimebag nennt, auf der Bühne erschossen und mit großem Star-Aufgebot in einem Kiss-Sarg beigesetzt. Sein Bruder Vinnie verstirbt 2018, allem Anschein nach an einem Herzinfarkt. Eine Rückkehr der „Cowboys From Hell“ kann es deshalb nicht geben. Eine Schande.

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Zeitsprung: Am 14.12.2004 wird Pantera-Gitarrist Dimebag Darrell beerdigt

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Bob Marley: 12 Alben erscheinen als streng limitierte Jamaican Vinyl Edition

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Bob Marley
Foto: Tom Hill/WireImage/Getty Images

Zwölf Alben von Bob Marley erscheinen exklusiv als limitierte und nummerierte jamaikanische Neupressungen.

Wie kann man die Musik von Bob Marley noch authentischer und stilgerechter hören als auf Vinyl? Na, auf jamaikanischem Vinyl, natürlich! Genau das kann man jetzt mit einer limitierten LP-Neuauflage von Marleys Werk erleben.


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Bob Marley
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Marleys Original-Label Tuff Gong (ansässig in der jamaikanischen Stadt Kingston) feierte im Sommer 2020 die Wiedereröffnung seines Vinyl-Presswerks. Genau dort fand Marleys Diskografie ihren Weg auf frisches Vinyl. Am 24.3.2023 erscheint also eine ganze Reihe von Marley-LPs als streng limitierte und nummerierte jamaikanische Neupressungen.

Für das Mastering zeichnet Dave Cooley verantwortlich, der sich im Elysian Masters im kalifornischen Los Angeles der Aufnahmen annahm.

Folgende Alben der Reggae-Ikone wird es in dieser speziellen Edition geben:

  • Legend
  • Confrontation
  • Uprising
  • Survival
  • Babylon By Bus
  • Kaya
  • Exodus
  • Rastaman Vibration
  • Live!
    Natty Dread
  • Burnin
  • Catch A Fire

Vom Major-Debüt bis zum posthumen Album

Vom ersten Major-Album des Künstlers — dem Klassiker Catch A Fire — über die bekannte Best-Of Legend bis hin zu dem posthum erschienenen Confrontation ist also alles mit dabei, was das Fanherz begehrt.

Natürlich ist auch der Longplayer Survival in der Edition enthalten — die Lieblingsplatte seines Sohnes Ziggy Marley, wie er uns im Interview verriet: „Diese Platte kam raus, als ich in der Highschool war und sie gab mir eine Vorstellung von afrikanischer Identität, von Revolution, von einer ganz bestimmten Art zu denken“, so der Grammy-Preisträger über das Album.

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Zeitsprung: Am 23.9.1980 gibt Bob Marley das letzte Konzert seines Lebens.

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Live aus Wien: Reinhard Mey veröffentlicht im Mai eine besondere Live-Platte

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Reinhard Meyer
Foto: United Archives/Getty Images

80 Jahre ist er kürzlich alt geworden, der große Liedermacher Reinhard Mey. Als nachträgliches Geburtstagsgeschenk erscheint im Mai das besondere Konzertalbum In Wien – The Song Maker auf Doppel-CD und Triple-Vinyl.

Vergangenen Herbst geht im Wiener Konzerthaus die Arenatournee von Reinhard Mey zu Ende – an jenem Ort also, an dem vor weit über 50 Jahren seine große Bühnenkarriere begann. Die 16 Konzerte der Tour wurden zwar allesamt aufgenommen, waren auf ihre Weise einzigartig und unvergesslich, doch der Auftritt in Wien, der blieb bei Deutschlands größtem Liedermacher dann eben doch besonders hängen. Deswegen erscheint am 5. Mai 2023 mit In Wien – The Song Maker ein ganz besonderes Album, das den kompletten Wien-Auftritt enthält. Es erscheint als Doppel-CD und Triple-Vinyl und kann ab sofort vorbestellt werden.


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Reinhard Mey - IN WIEN - The song maker
Reinhard Mey
IN WIEN – The song maker
3LP, 2CD

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Stille und brandender Applaus

Reinhard Meys Konzerte sind immer schon durch die stillen Gesten und unaufgeregten Darbietungen aufgefallen. Seine Rückkehr nach Wien machte da keine Ausnahme: Eine leere Bühne vor einem schwarzen Vorhang, keine Videowände, kein Teleprompter, nur ein Mikrofon, eine Konzertgitarre im Lichtkegel. Auch auf dieser Aufnahme fällt die andächtige, bewegende Stille während der Lieder auf – und im krassen Kontrast der tosende Applaus, der sich danach entlädt wie ein Gewitter. Reinhard Mey singt wie immer ohne In-Ear-Monitoring. Weil er jedes Lachen, jedes Seufzen, jedes Räuspern, jede kleinste Regung des Publikums spüren will.

Er beginnt sein Konzert mit Ich wollte wie Orpheus singen, sein erstes Lied, über sechzig Jahre ist es alt. Dazu gibt es frühe Preziosen wie Die erste Stunde, Dieter Malinek, Ulla und ich oder Ich liebe dich, aber auch neue Stücke vom Haus an der Ampel. Ein besonderes Schmankerl ist der Bonustrack The Song Maker, ein Lied, das ihm sein Schwiegersohn, der kanadische Singer-Songwriter Matthew Pearn, zum Tourneeabschied geschenkt hat, und in dem es so passend heißt: „We will be right there singing along to those lonely songs.“

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10 Songs von Reinhard Mey, die man kennen sollte

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Element Of Crime kündigen neues Album „Morgens um vier an“

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Element Of Crime

Element Of Crime melden sich endlich zurück. Das neue Album Morgens um vier erscheint am 7. April 2023 in verschiedenen Konfigurationen. Die Vorbestellungen laufen bereits!

von Björn Springorum

Element Of Crime sind wie keine andere Band. Sven Regeners Bande ist eher ein Lebensgefühl, entstanden im Bauch und zu Ende gedacht im Kopf. Element Of Crime hat es deswegen wahrscheinlich schon immer gegeben – auch bevor sich diese einzigartige Band vor Jahrzehnten gegründet hat. Diese Musik, die haben die Akteure wohl schon in sich drin gehört.


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Element Of Crime - Morgens um vier
Element Of Crime
Morgens um vier
Signierte Ltd. Col. LP + Bonus-LP + Küchentuch + Tickets, CD, LP uvm.

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Jetzt haben sie endlich ein neues Kapitel geschrieben: Am 7. April erscheint das neue Studioalbum Morgens um vier, eine weitere Bestandsaufnahme dieser seltsamen Sache namens Leben. Lieder über die Liebe schreibt Sven Regener ja immer noch am liebsten, auch wenn man das bei all der Melancholie fast mal übersieht. „Wir haben keine Lösung, wir haben Lieder“, so lautet sein Kommentar zu diesen irrlichternden Zeiten, in denen wir leben. Hilft auch.

Im August spielt die Band eine Berlin-Tour

Morgens um vier ist ein weiteres wunderbares Album von Element Of Crime, voller stiller, hintersinniger Poesie und wunderschöner Musik. Zehn Songs, die Titel tragen wie Unscharf mit Katze oder Ohne Liebe geht es auch, aufgenommen 2022 mit Hammond-Orgel, Trompete, Gitarre, Akkordeon, Saxophon, Klavier und Schlagzeug.

Im August dann der nächste Coup: Element Of Crime spielen eine Berlin-Tour. Vom kleinen Club bis zur großen Open-Air-Sause geht es quer durch die Stadt. Das macht Spaß, hat aber auch einen speziellen Grund: Es wird während dieser Tournee ein Film über die Band gedreht. Nach dieser interessanten und seltsamen Reise durch die Vergangenheit und Gegenwart der Band geht es im Spätsommer und Herbst dann natürlich auch auf eine richtige Tournee. Morgens um vier ist auch dabei.

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15 Jahre Kapitulation: Tocotronics „Statement gegen diese schreckliche Emo-Kultur“

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