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Zeitsprung: Am 31.12.1999 verabschieden Europe das Millennium mit “The Final Countdown”

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 31.12.1999.

von Christof Leim

Das Lied kennt jeder. Auch deine Mama und deine kleine Schwester. Und einen besseren Silvestersong gibt es sicher nicht. The Final Countdown von Europe ist ein Hit, wie er im Buche steht. Dabei hat Joey Tempest, der Sänger und Hauptsongwriter der schwedischen Hardrocker, Anfang der Achtziger nur mit einem billigen Keyboard rumgeklimpert und sich diese eine Melodie mal für später gemerkt. Düdeldüdüü…


Dass Europe auch noch andere Songs haben, könnt ihr beim Weiterlesen hier hören:


Als Joey Tempest 1985 Songs für das dritte Europe-Album schreibt, erinnert er sich wieder an das kleine Keyboard-Motiv und macht einen Song daraus. Für den Text lässt er sich von David Bowies Space Oddity inspirieren. Als er das Demo seien Kollegen vorspielt, ruft das gemischte Reaktionen hervor, vor allem Gitarrist John Norum gefällt nicht, dass die Synthies so weit im Vordergrund stehen. Heute ist er froh darüber, dass niemand auf ihn gehört hat. Tempest schreibt fast im Alleingang noch neun weitere Songs für das Album, darunter die beiden zukünftigen Erfolgsnummern Rock The Night und Carrie (an der Keyboarder Mic Michaeli mitwirkt).

Als Produzent soll Bruce Fairbairn agieren, doch der lehnt ab weil er keinen einen einzigen Singlehit auf der Scheibe sieht. Immerhin beweist er wenig später ein besseres Näschen und verdient zum Beispiel mit Slippery When Wet und New Jersey von Bon Jovi Millionen. An seiner Stelle wird Kevin Elson verpflichtet, der mit Journey große Erfolg eingefahren hatte und Europe einen radiofreundlichen Sound verpasst. Damit gehören die leichten Metal-Anklänge der ersten beiden Scheiben der Vergangenheit an.


Der Originalclip zu The Final Countdown – mit Dauerwelle, Lederhose und Feuerwerk. Knaller!

Ursprünglich soll der Song The Final Countdown vor allem als grandiose Konzerteröffnung dienen und gar nicht als Single erscheinen, zumal das Stück mit 5:09 Min. im Original und 4:03 Min. in der Radioversion dafür ein wenig zu lang ausfällt. Doch die Wirkung lässt sich nicht leugnen: Das ikonische Keyboard-Riff bleibt im Kopf, die Gitarren galoppieren, und der Chorus hat XXL-Übergröße. Also wird das Stück nicht nur zur ersten Auskopplung, sondern gibt der ganzen Platte ihren Namen, die am 26. Mai 1986 am erscheint. Die Single The Final Countdown wird aus dem Stand zum Hit und erreicht in 25 Ländern, darunter auch Deutschland, den ersten Platz der Charts.

Über 30 Jahre später gehört die Nummer unbestritten zu den Klassikern des Genres. Sie findet sich auf jedem Tankstellensampler, wird millionenfach gecovert, läuft weltweit auf Sportveranstaltungen und gehört zur Standardausstattung im Classic Rock-Radio. Man darf den Song nicht mögen oder einfach nicht mehr hören können, aber er ist erstens fraglos gut geschrieben und zweitens ein verdammter Verkaufsschlager. Von den GEMA-Einnahmen kann man ganz sicher gut leben und sich zum Beispiel eine Insel kaufen. Was Joey Tempest angeblich auch gemacht hat.


Eine der vielen Single-Editionen von The Final Countdown von 1986. Outfit und Frisuren sind, nun ja, zeitgemäß.

Dass Europe ohne ihren größten Erfolg auch heute noch nicht von der Bühne dürfen, überrascht nicht. Bei der Tour zur Platte haben sie ihn sogar mehrfach am Abend gespielt, nämlich am Anfang und dann nochmal als Auszug am Ende. The Final Countdown bringt Europe den Durchbruch und macht sie zu internationalen Stars. Doch Gitarrist John Norum findet den ganzen Rummel und die poppige Ausrichtung doof und steigt aus. Kee Marcello übernimmt, trotzdem löst sich die Band ein paar Jahre später nach dem Album Prisoners In Paradise (1991) auf.

An Silvester 1999 aber kommen Europe zum Wechsel ins nächste Jahrtausend noch einmal zusammen. Sie spielen in Stockholm vor mehr als einer halben Million Zuschauer bei minus 15 Grad zwei Songs: Rock The Night und natürlich The Final Countdown. Mit dabei sind zum einzigen Mal beide Gitarristen, die Gage soll sehr, sehr üppig gewesen sein.


An Silvester 1999 finden sich Europe nach Jahren Pause wieder zusammen – und frieren.

Damit hat die Nummer ihre Lebensdauer noch nicht überschritten: Im Jahr 2000 erscheint ein Dance-Remix namens The Final Countdown 2000, der sich als unfassbarer Kirmestechno-Mist erweist. Selbst Countdown-Hasser werden zustimmen: Das hat die Nummer, ach was, die Menschheit nicht verdient. Die Reaktion der Band fällt entsprechend aus: „Der Remix ist eine Katastrophe“, erklärt Drummer Ian Haugland. Mehr noch: Die erste Pressung der Remix-Single enthält einen Tippfehler: Der Titel lässt das erste „o“ vermissen… oops.


Europe 2014 nach einem Konzert in Stockholm.

2003 schließlich kommt die Band mit Norum an der Gitarre wieder „in echt“ zusammen und nimmt neue Songs auf. Die klingen härter, weniger poppig und unter dem Strich zeitloser. Europe schaffen es tatsächlich, sich als Classic-Rock-Band neu zu erfinden. Seitdem hat das Quintett sechs Alben rausgebracht, das letzte erst im Oktober 2017. Die Songs aus den Haarspray-Achtzigern gehören natürlich noch zur Setlist, insbesondere The Final Countdown. Den spielen die Schweden sogar in Wacken.


Knapp 30 Jahre später ertönt die finale Runterzählung sogar in Wacken!

Was ihren größten Hit angeht, sind Europe realistisch, dankbar und völlig entspannt. „Heutzutage proben wir den nicht mehr“, erzählt Joey Tempest, „aber wenn wir ihn live spielen, funktioniert das immer noch großartig. Der Song hat eine besondere Wirkung auf das Publikum.“ 2015 tritt die Band sogar in einem lustigen Werbeclip des Versicherers Geico auf. Darin wartet ein Mann in einer Kantine darauf, dass sein Burrito fertig wird. An der Mikrowelle läuft der Countdown…

Mit einem solchen Klassikersong im Rücken haben Europe offensichtlich gut lachen. Vor allem gilt Regel eins: Ein guter Song ist ein guter Song ist ein guter Song.


Europe gehen entspannt mit ihrem größten Hit um…

Zeitsprung: Am 23.12.1987 stirbt Nikki Sixx von Mötley Crüe – für zwei Minuten.

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Megadeth kloppen krasse neue Single raus!

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Megadeth
Titelfoto: Universal Music

Endlich sind die da, die Infos zum kommenden Megadeth-Brecher The Sick, The Dying… And The Dead! Die brandneue Single We’ll Be Back gibt’s ab sofort hier bei uns auf die Ohren, zudem läuft bereits der offizielle Vorverkauf!

von Björn Springorum

Seit Wochen sind die Thrash-Metal-Titanen Megadeth auf den großen Bühnen der USA unterwegs, um sich für den Release ihres mit riesiger Spannung erwarteten 16. Studioalbums The Sick, The Dying… And The Dead! warmzumachen. Jetzt hat Dave Mustaine endlich jede Menge Details rund um das neue Album verraten, das Cover-Artwork gezeigt – und den ersten Song von den Ketten gelassen. Hört den stürmischen Tardemark-Song We’ll Be Back inklusive aufwändigem Videoclip direkt hier bei uns:

Erscheinen wird der neue Brecher nun offiziell am 2. September 2022 in zahlreichen Konfigurationen. Ob Vinyl, CD, Kassette, digital oder als limitierte Deluxe Edition auf Doppel-LP mit Gatefold und einer 7-Inch als Bonus… die Vorbestellungen laufen auch bei uns ab sofort:


Jetzt in unserem Shop erhältlich:

Megadeth - The Sick, The Dying... and The Dead!
Megadeth
The Sick, The Dying… and The Dead!
2LP, 2LP + 7”, CD, Casette,

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Schon das wilde, ikonische We’ll Be Back macht deutlich, wohin die Reise auf The Sick, The Dying… And The Dead! geht: Begleitet von einem epischen Action-Kurzfilm gibt es hier feinsten Thrash mit moderner Legierung und apokalyptischer Grundstimmung. Aufgenommen in Dave Mustaines Studio in Nashville, sind auf der Platte neben Mustaine Gitarrist Kiko Loureiro, Schlagzeuger Dirk Verbeuren und Basser James LoMenzo zu hören. „Erstmals seit langer Zeit fügt sich auf einem Album alles genau so zusammen wie wir es wollten“, so der Bandleader. „Ich kann nicht erwarten, bis die Öffentlichkeit dieses Album in den Händen hält.“

Schon jetzt können wir uns auf furiose Härte in Night Stalkers (mit Ice-T!) oder auf epische Momente in Soldier On! Freuen, gekrönt vom Titeltrack, in dem Megadeth alle Register ziehen. Paar Wochen noch, dann hat das Warten ein Ende.

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Zeitsprung: Am 31.8.1999 gehen Megadeth mit „Risk“ ein Risiko ein.

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uDiscover Summer Sale: Diese Angebote sollte man sich nicht entgehen lassen!

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uDiscover Summer Sale

Was wäre der Sommer ohne den zugehörigen Summer Sale? Wer sich rechtzeitig mit Vinyl, CDs und anderen Goodies für die heiße Saison eindecken will, hat im uDiscover Store jetzt die perfekte Möglichkeit dazu. Denn für kurze Zeit gibt es bis zu 50 Prozent Ermäßigung auf ausgewählte Tonträger und Merchandise-Produkte.

Fans von Eric Clapton kommen in unserem Summer Sale voll auf ihre Kosten. The Lady In The Balcony: The Lockdown Sessions — das aktuelle Werk des britischen Gitarrenmeisters — gibt es als CD ermäßigt für nur 8,99 Euro (anstatt wie bisher für 17,99 Euro).  Aber nicht nur die einfache CD-Version ist Teil des Angebots; Auch das limitierte Deluxe-Boxset (29,99 Euro statt 39,99 Euro),  sowie die DVD und BluRay sind für einen ermäßigten Preis zu haben!


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Eric Clapton - The Lady In The Balcony
Eric Clapton
The Lady In The Balcony
Ltd. Deluxe Boxset uvm.

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Boxsets, Boxsets, Boxsets!

Apropos Boxsets: Hier haben wir etliche Schätze im Angebot. Zum Beispiel das Nevermind 30th Anniversary Boxset von Nirvana, das eines der wichtigsten Alben der Rockgeschichte auf 5 CDs und einer BluRay-Disc feiert. Oder das 6CD-Boxset von 200 Motels — Original Motion Picture Soundtrack mit Musik des genialen Frank Zappa.

Andere Boxset-Highlights: Das Tattoo You (40th Anniversary Super Deluxe 5LP) Boxset von The Rolling Stones, Mark Knopflers The Studioalbums 1996 – 2007 als CD-Set sowie das ausschweifende Set The Charisma Years von Van Der Graaf Generator, das 17 CDs und 3 BluRays beinhaltet. Und das zum Top-Preis!


Jetzt in unserem Shop erhältlich:

Nirvana - Nevermind 30th Anniversary
Nirvana
Nevermind 30th Anniversary
Boxset, 2CD Deluxe

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Vinyl, Vinyl, Vinyl!

Ein besonderes Augenmerk in unserem großen Summer Sale liegt natürlich auch auf regulären Vinyls. ABBAs Comeback-Album Voyage gibt es — neben mehreren Bundles — etwa auf einfachem schwarzen Vinyl oder als limitierte Picture Disc… oder doch lieber auf Musikkassette? Die gibt’s nämlich für nur 7,99 Euro — damit hat man ein tolles Sammlerobjekt!

Ebenfalls im Sortiment: The Bridge von Sting auf weißem Vinyl, Thank You von Diana Ross auf exklusivem Marble-Doppelvinyl, eine Yello-Reissue von Zebra oder Eminems Music To Be Murdered By als 4LP-Edition in limitiertem roten Vinyl. Von Rock bis Pop, von Soul bis HipHop: Hier findet jede*r etwas!


Jetzt in unserem Shop erhältlich:

ABBA - Voyage
ABBA
Voyage
Deluxe Box, Kassette, Picture Disc uvm.

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Und T-Shirts!

Aber nicht nur Tonträger, auch die passende Bekleidung findet sich in unserem Summer Sale: Vom Longsleeve der  beliebten Metal-Band In Flames über T-Shirts von Powerwolf oder den deutschen Thrash-Ikonen Kreator gibt es auch das passende Stück Stoff im Sortiment! So kann der Sommer losgehen!


Jetzt in unserem Shop erhältlich:

Kreator
Kreator
T-Shirts

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10 Songs, mit denen der Sommer nie aufhört

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„Kiss Me Kiss Me Kiss Me“: Wie sich The Cure einer kreativen Explosion hingaben

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The Cure

Die Tatsache, dass wir uns an dieser Stelle überhaupt mit dem The-Cure-Album Kiss Me Kiss Me Kiss Me auseinandersetzen dürfen, ist in keiner Weise als selbstverständlich anzusehen.

Hier kannst du Kiss Me Kiss Me Kiss Me hören:

Es war ein Musik-Magazin, das vorsichtig bei Robert Smith anfragte, ob er denn einen neuen Song komponieren könnte. Nun ist Smith fürs Songs schreiben bekannt, um es mal in neutrale Worte zu fassen. Als Frontmann der britischen Pop-Rock-Gothic Mannschaft The Cure könnte man ihn sogar als außerordentlich bekannt fürs Songs schreiben – und auch Performen – ansehen. Warum war diese Anfrage von diesem Magazin also so eine große und pikante Sache?

Nun, ein paar Jahre zuvor kam es zwischen Smith und Bassist Simon Gallup zu einem – nennen wir es einmal: Handgemenge – mit dem Ergebnis, dass Smith sich seine ausschweifenden dunklen Augenringe für einige Zeit nicht mehr mühselig aufpinseln musste und die Band praktisch als aufgelöst galt. Aber dann schrieb Smith eben dieses Lied (Lament) für dieses Magazin. Und dieses Magazin betitelte die dem Heft beiliegende Platte, gegen den Willen von Smith selber, mit dem Titel The Cure. Zwar nicht die höflichste Geste, aber dennoch brach es das dicke und harte Eis der Schreibblockade des britischen Struwwelpeters. Er schrieb wieder Songs, große Pop-Songs, die The Cure am Ende hoch hinaus auf Stadion-Bühnen führen sollten.

So wurde diese Prügelei zu einer wichtigen Zwischennote in der Karriere der gutherzigen Gruftis und zu einer nicht ganz unwesentlichen Vorstufe für unser eigentliches Thema: Kiss Me Kiss Me Kiss Me, das die Jungs endgültig aus allen noch so dunklen Ecken herausholte und per One-Way-Ticket direkt in den Stadion-Rock Orbit beförderte.

Noch mehr: Das Album ist auch das erste, bei dem Robert Smith die steilen Hierarchien in Sachen Songwriting ein wenig lockert, sodass seine Men in Black ebenfalls Tapes und Ideen zusteuern konnten. Mit dem Ergebnis, dass The Cure – ebenfalls zum ersten Mal – ein Doppelalbum pressen werden. Bedingt durch ausufernde Kreativität. Es gibt ja bekanntlich Schlimmeres. Grundsätzlich scheint im Jahre ’87 die Sonne sowieso ein bisschen wärmer auf die Musikwelt: Public Enemy und Nirvana betreten die Bildfläche und Modern Talking unterzieht sich einer Neu-Orientierung, um zukünftig mit anderen Aktivitäten die Öffentlichkeit zu quälen. Blendende Zeiten also, um ein neues Album auf den Markt zu schmeißen.

Experimente für den Mainstream

Nun ist das immer so eine Sache, wenn eine Band ihre Anfänge in einer etwas dunkleren Nische feiert, um dann Alben zu schreiben, an denen auch die breite Bevölkerung Gefallen findet. Das kann bei dem ein oder anderen alt eingesessenen Fan schonmal zu Geschmacksverstimmungen führen. Dem mussten sich auch The Cure stellen. Denn die Experimentierfreude, die von der Band an ihrem Rückzugsort der Chateau Miraval in der französischen Provence an den Tag gelegt wurde, ist nicht immer als besonders positiv aufgenommen worden.

Der Titel The Kiss eröffnet die Platte mit psychedelischen und recht dunklen Klängen – so weit, so Cure. Drei Titel weiter wartet dann aber schon die erste Ballade auf uns: If Only I Could Sleep überrascht mit Offbeat-Rhythmen und Klängen wie von einer Oud oder Kanun, orientalischen Saiteninstrumenten, welche diese typischen, leicht sägenden Gitarrenklänge wie aus Tausend und einer Nacht aus unseren Lautsprechern vibrieren lassen. Und wenn uns dann mit dem nächsten Track Why Can’t I Be You? eine astreine Funk-Nummer mit upbeat Drums, Bläsern und offenem, energetischem Gesang, wie es Katrina & The Waves bei Walking On Sunshine nicht hätten besser machen können, um die Ohren fliegt, kann das – verständlicher Weise – zunächst einmal leicht verwirrend sein. Wo will dieses Album denn eigentlich hin? Die Fans von früher sind empört, so etwas hätte man nun ja nicht erwartet. Aber die Antwort ist wahrscheinlich so einfach wie offensichtlich: Das Album will genau da hin, wo es bereits ist.

Nein, die Songs haben keine streng aufeinander abgestimmte Kohärenz, sind kein Teil eines Konzeptalbums. Sie sind, zusammengenommen, das Paradoxon einer wohlklingenden Kakophonie: bunt, durcheinander, frei und eine abenteuerliche Klangwelt. Das Album ist ganze 17 Tracks und amtliche 75 Minuten lang, da ist es nicht so einfach, den*die Hörer*in bei der Stange zu halten. Dennoch schwingen sich The Cure wie selbstverständlich durch den Dschungel verschiedener Instrumente, Rhythmen, Harmonien und Stimmungen. Drummer Boris Williams entfaltet endlich sein volles Potenzial und lässt die Energie des Albums in keinem Song abflachen.

Aber es ranken sich auch unschöne Mythen um die Aufnahmen der Platte, insbesondere zwischen Smith und Gründungsmitglied Lol Tolhurst, der sich während der Aufnahmen angeblich mehr mit den Grenzen des Betäubungsmittelgesetzes auseinandersetzte, als mit der Musik. Für den Song Shiver And Shake soll Smith ihn angewiesen haben, bei allen Gesang-Takes im Studio direkt vor ihm zu stehen – damit er auch ein authentisches Ekelgefühl in der Stimme hätte. Der Anfang vom Ende einer langen Freundschaft: Kiss Me Kiss Me Kiss Me wird das vorletzte Album sein, das Smith und Tolhurst zusammen schreiben.

Eine bewegte Zeit also, für The Cure und ihre Fans. Aber eine Zeit, die man zurückblickend um keinen Preis aus der Musikwelt wegdenken möchte.

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Zehn The Cure-Songs aus den 1980ern, die jeder Fan kennen sollte

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