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Popkultur

10 Hits der 70er, die heute keiner mehr kennt

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Die einen wurden zu Evergreens, die anderen gerieten in Vergessenheit: Nicht alle Hits eines Jahrzehnts bleiben im kollektiven Gedächtnis hängen, vor allem wenn so vieles passiert wie in den 1970er-Jahren: Soul, Glam-Rock, Disco und Punk waren einige der großen Trends, dazwischen eröffneten sich viele aufregende Nischen. Welche damals beliebten Songs sind auf der Strecke geblieben? Wir haben tief gegraben und einige Perlen an die Oberfläche geschafft, die teilweise nur den härtesten Fans ein Begriff sein dürften. Hier sind die verlorenen Hits der 70er.


Hört euch hier einen Vorgeschmack unserer vergessenen Hits der 1970er an:

Für die ganze Playlist klickt auf „Listen“.

1. Slade – Coz I Luv You

Jedes Kind kennt Slade durch ihre Hits Far Far Away oder Cum On Feel The Noize. Allein an den Verkaufszahlen ihrer Singles gemessen war die Truppe aus dem englischen Wolverhampton die erfolgreichste britische Band der 1970er-Jahre. Sechs Nummer-Eins-Hits gelangen Slade insgesamt in ihrer Heimat, doch der erste davon, der die große Erfolgsgeschichte der Glam-/Hardrock-Ikonen startete, dürfte den meisten heute weitgehend unbekannt sein, nämlich Coz I Luv You aus dem Jahr 1971. Ein wildes Ding, auf dem Bassist Jim Lea prägnant eine elektrische Violine spielt und damit den rebellischen Gestus der Band unterstreicht. Slade werden nicht umsonst von Helden aus dem Alternative- und Punk-Spektrum als prägende Einflüsse zitiert, darunter Nirvana und The Clash.


2. Edwin Starr – War

Dieser Soul- und Antikriegs-Klassiker wurde oft gecovert, von Künstlern wie Bruce Springsteen und der E Street Band, The Fall oder Frankie Goes To Hollywood. Der 1970 von Edwin Starr auf dem Motown-Label veröffentlichte Song war in vielen Ländern ein Top-Ten-Hit, in den USA und Kanada landete er sogar auf dem ersten Platz und brachte Starr einen Grammy ein. Ein Klassiker der Gegenkultur und Friedensbewegung ist War zweifelsohne, auch im Motown-Kanon besitzt die Nummer ihren festen Platz. In der Öffentlichkeit geriet sie aber zusehends in Vergessenheit – zu aggressiv, zu radikal sind wohl sowohl Sound als auch Inhalt, als dass War ein Radio-Oldie hätte werden können. Doch die Kraft des Songs ist ungebrochen.


3. Three Dog Night – Joy To The World

Ein weiterer Nummer-Eins-Hit, der über die Jahrzehnte auf dem Dachboden verstaubt zu sein scheint, stammt von Three Dog Night, einer Soul-Rock-Band aus L.A., gegründet 1967 und bis heute mehr oder weniger erfolgreich aktiv. In den 1970ern war die Gruppe im englischsprachigen Raum ein Dauergast in den Charts und Joy To The World einer ihrer großen Hits. 1971 veröffentlicht, klingt der Song mit seinem Harmoniegesang und den aufbrausenden Lead-Vocals noch deutlich nach den 60s. Genau diese charmante Patina macht den Song aber zu einer wahren Perle der guten Laune. Fun Fact: Wenn die Broncos, das Football-Team aus Denver, ein Heimspiel gewinnen, dann läuft dort zum Ausklang stets Joy To The World.


4. Steely Dan – Do It Again

Freunde, ihr wisst doch, dass die Titel unserer Playlisten immer leicht überspitzt sind – wie tragisch wäre das, wenn niemand mehr Steely Dan kennen würde? Ihr kennt sie natürlich alle, und falls wirklich nicht, solltet ihr das schnellstens nachholen. Die größte Yachtrock-Band aller Zeiten hat so viele Hits geschrieben, von denen Do It Again wohl ihr bekanntester ist. Steely Dan sind Nerd-Lieblinge, in der allgemeinen Musikhistorie kommen sie leider oft nur als Randnotiz vor, und deshalb sind sie wohl so vielen Leuten kein Begriff mehr. Das werden wir schon noch ändern.


5. John Travolta – Let Her In

Nun gut – wir haben nie behauptet, dass es hier ausschließlich um absolute Qualitätsware geht. Ein paar kuriose Fundstücke gehören natürlich auch dazu. Zum Beispiel dieser Song von John Travolta, entstanden und veröffentlicht noch bevor er mit Saturday Night Fever und Grease zum absoluten Superstar wurde. 1976 veröffentlichte er sein erstes Soloalbum, inklusive des passablen Hits Let Her In. Eine wunderbare Orchester-Schnulze, oder? Bitte auch das großartige Coverfoto beachten!


6. Warren Zevon – Werewolves Of London

Zu wirklicher Mainstream-Berühmtheit hat es der amerikanische Songwriter und Musiker Warren Zevon nie geschafft, obwohl sein Talent immer unbestritten war. Der ehemalige Mitbewohner von Stevie Nicks und Lindsay Buckingham von Fleetwood Mac veröffentlichte im Jahr 1978 mit Werewolves Of London seine bekannteste Single, die man mit ein bisschen Glück hier und da auch heute noch hört. Aber grundsätzlich: Wer schon mal von Warren Zevon gehört hat, nimmt das mit dem Musikhören wirklich ernst.


7. Robert Palmer – Every Kinda People

Robert Palmer? Ach ja, der mit Johnny & Mary, richtig. Bis auf diesen Pop-Hit ist das Werk von Robert Palmer, einem der erfolgreichsten und talentiertesten britischen Blue-Eyed-Soul-Sänger, so ziemlich untergegangen. Seine smoothen Hits der 1970er-Jahre wiederzuentdecken, macht deshalb umso mehr Freude. Every Kinda People aus dem Jahr 1978 war sein erster größerer Hit, auf den noch viele andere folgen sollten. Geht runter wie Öl.


8. Carole King – It’s Too Late

Auch die große Carole King muss in dieser Liste auftauchen. Ihr Album Tapestry machte die Singer-Songwriterin 1971 zum Superstar, ein Meisterwerk zwischen Pop und Soft-Rock mit Hits wie It’s Too Late – damals Platz Eins in den Billboard Charts, bis heute unzählige Male gecovert. Wunderschön und wohl einfach zu subtil für jeden Oldie-Sampler.


9. Roberta Flack – The First Time Ever I Saw Your Face

Eine weitere Grande Dame, in diesem Fall des Soul. Roberta Flack erhielt 1973 für ihre ergreifende Version von The First Time Ever I Saw Your Face – einem Folksong von 1957 – den Grammy für die beste Platte des Jahres. Zu schade, dass den meisten dieser Song nicht genau so fest im Gedächtnis geblieben ist wie eine ihrer anderen großen Nummern: Killing Me Softly.


10. 10cc – I’m Not In Love

Auffallend viele Songs dieser Liste gehören einer eigenen Kategorie an: Es sind solche Stücke, die im Schatten der alles überragenden Bekanntheit eines anderen Songs desselben Künstlers stehen. So ist es auch mit I’m Not In Love von 10cc, einem in jeder Hinsicht schöneren Lied als ihr Gassenhauer Dreadlock Holiday. So sieht es eben aus: Am Ende setzten sich die knalligen, einprägsamen Melodien durch, während die introvertierten, oft ambitionierteren Stücke viel leichter in Vergessenheit geraten. Da gibt es noch viele Dinge ans Licht zu holen, seid gespannt!


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