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Popkultur

Led-Zeppelin-Coverband & Protest im Fleischkleid: 5 Anekdoten, die nur aus Lady Gagas Leben stammen können

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Lady Gaga
Foto: FILIPPO MONTEFORTE/AFP via Getty Images

Sie ist Sängerin, Schauspielerin, Aktivistin, Businesswoman, Patentante von Elton Johns Kindern und so viel mehr… Lady Gaga hat seit ihrem Durchbruch 2008 nicht nur bewiesen, dass sie kein One-Hit-Wonder ist, sondern sich unzählige Male neu erfunden, eine gemeinnützige Organisation gegründet, die US-amerikanische Politik verändert und unzählige Preise abgeräumt. Wir konzentrieren uns heute auf fünf Anekdoten, die ihr so bisher vielleicht noch nicht gehört habt.

von Sina Buchwitz

Hört hier die größten Hits von Lady Gaga:

1. Gaga lernte mit vier Jahren, Klavier zu spielen.

Im Jahr 1990 heißt Lady Gaga noch Stefani Joanne Angelina Germanotta und ist vier Jahre alt. An extravagante Auftritte vor Millionenpublikum wie bei den Oscars oder dem Super Bowl denkt damals wohl noch niemand, als die Kleine übermäßiges Interesse am Klavier ihrer Eltern zeigt. So lernt Stefani das Spielen zunächst ausschließlich über das Hören, bis ihre Mutter Cynthia ihr eines Tages Unterrichtsstunden anbietet.

„Sie war etwas verwirrt über diese Frage und sagte, sie hört die Musik in ihrem Kopf. Sie verstand nicht, wieso sie Unterricht nehmen sollte“, erklärt Cynthia in einem Interview. Das außergewöhnliche Talent wird noch deutlicher, als die 4-Jährige kurz darauf ihren ersten Song schreibt. „Ich erinnere mich noch immer an den ersten Song, den ich gehört habe. Mein Vater hörte Pink Floyds Money. Ich verstand davon kaum mehr als das Geräusch der Kasse im Intro und so schrieb ich einen Song namens Dollar Bills auf mein Micky-Maus-Briefpapier.“

Doch dieses Talent trifft auch auf eine große Portion Eigensinn: Ein Angebot der Julliard School lehnt sie ab, mit 17 wird sie verfrüht bei der Tisch School of the Arts angenommen – und zählt damit zu den 20 Personen weltweit, denen dieses Privileg zuteilwird. Trotz großer Erfolge bricht sie das Studium jedoch nach vier Semestern ab, um sich völlig auf ihre Karriere zu konzentrieren.

2. Früher war Lady Gaga erst in einer Led-Zeppelin-Coverband, dann Go-Go-Tänzerin.

2016 überrascht Lady Gaga Howard Stern und seine Hörer*innen mit ein paar spontan geröhrten Textzeilen von Led Zeppelins Black Dog. Der Radiomoderator ist sichtlich angetan von Gagas Rockqualitäten, die Fans jedoch nicht unbekannt sind.

Schon 2005 gründet Lady Gaga mit ein paar Universitätsfreunden die SGBand, mit der sie sowohl selbstgeschriebene, als auch Coversongs von Bands wie Led Zeppelin zum Besten gibt. Für kurze Zeit stehen die Zeichen auf Durchbruch: Gaga wird bei Def Jam unter Vertrag genommen, verliert den Deal jedoch nur drei Monate später wieder.

Enttäuscht und auf der Suche nach künstlerischem Ausdruck trifft sie auf Lady Starlight, eine elf Jahre ältere DJ mit Hang zur Extravaganz. Die beiden freunden sich an und bieten als „Lady Gaga And The Starlight Revue“ eine wöchentliche Burlesque-Rockshow der Extraklasse: In funkelnden, selbstgenähten Bühnenoutfits performen die Frauen zu Glam-Rock-Hymnen der Siebziger, inklusive Go-Go-Tänzen und brennenden Haarspray-Dosen. 2007 schaffen sie es damit bis zum Lollapalooza-Festival.

3. Das weltbekannte Fleischkleid ist ein Zeichen des Protests.

Wenn ein Kleid über einen eigenen Wikipedia-Eintrag verfügt, muss es sich hierbei entweder um ein Designerstück handeln – oder um eine Klamotte von Lady Gaga. So erinnert sich beinahe jedes Kind (das zu der Zeit eben schon geboren war) an Lady Gagas Kleid aus rohem Rindfleisch, das sie 2010 zu den MTV Video Music Awards trug.

 

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Doch wer denkt, dass es sich hierbei um a) einen billigen Scherz oder b) eine unkonventionelle Lösung handelt, um sich unliebsame Kolleg*innen vom Leib zu halten, der irrt gewaltig. In Interviews erklärt Gaga nämlich, dass sie mit dem berüchtigten Fleischkleid ein Statement für Schwule und Lesben im US-Militär setzen will. Auf dem roten Teppich begleiten sie an dem Abend vier Soldat*innen, die vom Militär wegen ihres „Lifestyles“ ausgeschlossen wurden.

Die damals geltende „Don’t ask, don’t tell“-Richtlinie verbietet es Homosexuellen nämlich, ihre sexuelle Orientierung in der Öffentlichkeit preiszugeben. „Wenn wir uns nicht für das einsetzen, woran wir glauben, haben wir bald nicht mehr Rechte als das Fleisch auf unseren Knochen“, erklärt Gaga Ellen DeGeneres gegenüber. Auf YouTube postet die Sängerin kurz darauf eine siebenminütige Nachricht an den Senat; in Portland ist sie Headlinerin einer Rally, die die Aufhebung des Gesetzes unterstützt. Auch dank Lady Gagas Bemühungen wird die Praxis im Juli 2011 endgültig aufgehoben.

4. In Russland landet Lady Gaga beinahe im Knast, weil sie für eine Prostituierte gehalten wird.

2009 ist ein bombastisches Jahr für die Lady: Dank ihres Durchbruchs mit dem Album The Fame ist sie gerade auf ihrer ersten großen Tour mit dem Namen The Fame Ball Tour. Neben Auftritten in Amerika, Asien und Australien führt es sie auch nach Europa. In Moskau hat es ihr die charakteristische Optik der Basilius-Kathedrale besonders angetan.

Als die Sängerin mit ihrem Chauffeur den Roten Platz umfährt, hat sie eine Eingebung. Sie lässt ihn für ein spontanes Foto-Shooting anhalten – dieser Besuch muss für die Ewigkeit festgehalten werden. Und so posiert Gaga unverblümt in nicht viel mehr als BH, Lackbody und Netzstrumpfhose vor den bunten Zwiebeltürmen.

Es dauert nicht lange, bis sie die Aufmerksamkeit der züchtigen Russen erweckt. Die Polizei eilt herbei und schnippt mit den Fingern. „Ich glaube, das heißt Prostituierte auf Russisch“, sinniert Gaga später. Die Polizisten lassen die blonde Schönheit mit einer Verwarnung davonkommen. Doch ihr Verhältnis zu Russland bleibt angespannt: Jahre später kritisiert sie die Regierung für ihren Umgang mit der LGBT-Community.

5. Lady Gaga lässt sich nur auf der linken Körperhälfte tätowieren – zumindest meistens.

Als Gaga sich mit gefälschtem Ausweis im zarten Alter von 17 Jahren zum ersten Mal tätowieren lässt, entscheidet sie sich für einen Notenschlüssel auf dem unteren Rücken. Sehr zur Missgunst ihres italienischen Vaters, der von permanenter Hautbemalung so gar nichts hält.

Den Germanotta-Spross plagt bereits auf dem Heimweg das schlechte Gewissen und so beichtet sie ihren Eltern den vermeintlichen Fehltritt sofort: „Ich hatte eine Herzattacke, weil ich mich so schlecht gefühlt hab, das hinter ihrem Rücken zu tun. Also ging ich nach Hause, fing an zu weinen und sagte sowas wie: ‘Ich liebe es, aber es tut mir auch sehr Leid.’“

 

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18 Jahre und über 20 Tattoos später zieren die meisten davon Lady Gagas linke Körperseite. Der Grund dafür? Vater Josephs Bitte, zumindest eine Körperhälfte „halbwegs normal“ zu lassen. „Ich glaube, er hält diese Seite für meine Marilyn-Monroe-Seite und diese für meine Iggy-Pop-Seite“, sagt Gaga in einem Interview. Bis 2014 hält sich die Sängerin an den Wunsch ihres Vaters. Dann lässt sie sich auf den rechten Oberarm eine Trompete stechen, vorgezeichnet von ihrem Kollegen und Lebensretter Tony Bennett.

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