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Popkultur

5 Wahrheiten über Frauen im Metal

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1. Ausnahmen bestätigen die Regel

Wer glaubt, Frauen seien im Metal eine Ausnahme und würden nur durch ihre Männer mit der Musik in Kontakt kommen, muss sich leider eines besseren belehren lassen. Bereits 1982 gründet sich die Düsseldorfer Band Warlock mit – genau – einer Frontfrau: Doro Pesch. Für viele ist sie auch heute noch die Queen of Metal. Mittlerweile ist sie als Solokünsterlin etabliert. Mit Motörhead Begründer Lemmy Kilmister – der im Dezember 2015 verstorben ist – sang sie Love Me Forever und Alone Again. Dass darf durchaus als Beleg dafür angesehen werden, dass Frauen keines Wegs mehr eine exotische Besonderheit in diesem Musikgenre sind sondern sich in die Herzen der Metaller gespielt haben. Sarah Chaker elaboriert in ihrer Doktorarbeit, dass über  80% der Black- und Death-Metal Fans respektive Hörer Männer sind. Dies, so Chaker, liege nicht zuletzt daran, dass eben Männer sich diese Insel selbst geschaffen haben: Altgediente Sozialisationsstrategien bilden die Bastion. Nach dem Motto: Männer bleiben eben gerne unter sich, wenn sie es sich gemütlich gemacht haben, in ihrer Welt. Jedoch erleben wir gerade eine spannende Zeit, in der sich in der Metalszene vieles zu verändern und auszudifferenzieren scheint. Neue Subgenres haben sich etabliert, klassische Rollenbilder verändert und so erlebt auch die Metal Community einen Wandel, ohne dabei ihre Wurzeln zu verlieren. Mittendrin: Jede Menge mutige Frauen!

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Doro Pesch

Doro Pesch

 


2. Diva und Rampensau – beides ist möglich

Nightwish und Within Temptation sind ein gutes Beispiel dafür, dass Frauen nicht auf ihre weiblichen Reize verzichten müssen, um in einer von Maskulinität geprägten Szene zu glänzen. Mit ihren Outfits zeigen Floor Jansen – seit 2013 Sängerin bei Nightwish – und Sharon Janny den Adel wie elegant man sich auf Metal Bühnen kleiden kann.  Sie  mögen den Typus Gesangssternchen im Abendkleid etabliert haben, aber mittlerweile machen vor allem growlende Powerfrauen wie Alissa White-Gluz von sich Reden. Die Kanadierin ersetzt bei Arch Enemy übrigens die nicht minder stimmgewaltige Deutsche Angela Gossow. Und da wir gerade schon bei Frauen sind: Candace Puopolo, Sängerin der Metal Band Walls Of Jericho, ist nicht nur Hardcore auf der Bühne unterwegs sondern stemmt auch gerne mal 200 Kilo, vor ungläubigen Männeraugen.

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Nightwish

 

 

3. Frauen an die Spitze

Ein weiteres gängiges Klischee: In der Testosteron geladenen Metal Szene werden Frauen nur als Frontfrauen am Mikrofon akzeptiert.  Zwar findet man tatsächlich die meisten Frauen hinterm Mikrofon, ein prominentes Gegenbeispiel bildet etwa die Britin Jo Bench, die den Bass bei den todesmetallischen Urgesteinen Bolt Thrower bereits seit Anfang der 1980er wummern lässt. In Italien, dem Land der Dolce Vita und bekanntermaßen, nun ja, Machos, behauptet sich Speednecromancer am Bass der Band Baphomet’s Blood als wäre sie mit ihm an den Händen geboren worden. Für sie sind Frauen im Metal auf Augenhöhe mit den Männern – zumindest die, die sich nicht auf ihr Äußeres reduzieren lassen wollen. Wer es mit der Szene ernst meint, braucht sich auch nicht zu verstecken. Auf die Spitze getrieben: Die Heavy-Metal Band Girlschool besteht nur aus Frauen und ist aus der Gruppe Painted Lady hervorgegangen. Also Männer: Scheuklappen runter!

 

Christina Scabbia (Lacuna Coil)

Christina Scabbia (Lacuna Coil)

 

4. Growlen ist eine Männerdomäne

Das Frauen zu zarte Stimmen für den harten, gutturalen Sound des Metal haben, scheint sich immer noch hartnäckig als Vorurteil zu halten. Grandios spielte die Death Metal Band Arch Enemy mit diesem Vorurteil. Als 2001 Angela Gossow der Band beitrat, wussten die Fans noch gar nicht, wer die Neubesetzung für Johan Liiva werden sollte. Mit der Veröffentlichung des ersten Albums in der neuen Formation, wurde von den Fans fleißig spekuliert, wem die neue Stimme gehöre. Das Geheimnis gelüftet, konnte keiner mehr relativierend behaupten, dass es für eine Frau ja ganz gut klinge. Was Männer dabei immer gerne vergessen ist, dass Growlen eine Technik ist, die man lernen kann. Gossow unterrichtete dies sogar in einem Workshop an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln.


5. Frauen als progressive Kraft im Metal

Gerade außerhalb Deutschlands zeigt sich, dass die Metalszene auch politisch ist. Und auch hier spielen Frauen mittlerweile eine entscheidende Rolle. Doris Yeh von der taiwanesischen Band Chthonic setzt sich massiv für Frauenrechte ein. Ein weiteres Indiz für die Brüchigkeit einer Männerdomäne, die langsam eingeholt wird, von Diskursen, die in anderen Gesellschaftsfeldern unlängst geführt werden. Möglicherweise ist aber auch der Blick von außen, auf eine Szene die ihren eigenen Gesetzen folgt, getrieben von düsteren Texten und hartem Gitarren- und Schlagzeugspiel, schlicht nicht ganz zutreffend, und unterschätzt die agierenden Protagonistinnen der Szene. Wahrscheinlich spielen sich in kaum einer Musikrichtung Gender-Rollen auf so radikale Weise durch, wie im Metal.

Doris Yeh (Chthonic). Source: Hyw83516 (Own work)  or CC BY-SA 3.0

Doris Yeh (Chthonic). Source: Hyw83516 (Own work) or CC BY-SA 3.0

 Ein Beispiel sind Mötley Crüe, die in ihren Auftritten Männlichkeit dekonstruieren und mit weiblichen Bedeutungsmustern spielen. Im Anschluss lässt sich natürlich noch Ozzy Osbourne erwähnen, der keinem klassischen Männlichkeitsideal mehr zu entsprechen scheint. Das Emanzipation allerdings am häufigsten durch Machen geschieht, zeigen Frauen wie die Sängerin Scabbia von Lacuna Coil. Selbst in sexy Outfits habe sich in ihrer Gegenwart noch kein Mann daneben benommen – berichtet sie in einem Interview. Für Doro Grossow scheint dies alles ohnehin keine bedeutende Rolle gespielt zu haben. Sie wollte das machen, was sie in sich fühlte und da spielten Rollen-Sterotype keine Rolle. Durch die sukzessive Zunahme von Frauen im Metal, scheint sich ihre Position zu stärken. Und wer Frauen abfällig in Kommentaren behandelt, muss mittlerweile damit rechnen, dass er seine eigene Position schwächt. So machen die Frauen auch im Metal Geschichte – Musikgeschichte. Und wie die Geschichte weiter geht, hören wir am 25. März, wenn Walls of Jericho ihr neues Album No One Can Save You From Yourself mit Frontfrau Candace Puopolo herausbringen.

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Popkultur

„The Wall“ als Film: Roger Waters’ holpriger Weg ins Kino

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Pink Floyd spielen "The Wall"
Foto: Rob Verhorst/Redferns/Getty Images

Als Pink Floyd im Jahr 1979 ihr monumentales Konzeptalbum The Wall vorlegen, denkt Mastermind Roger Waters schon längst über eine Verfilmung der Geschichte nach. Genau dazu kommt es wenig später auch — allerdings auf großen Umwegen, mit viel Streit und einem enttäuschenden Ergebnis.

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von Timon Menge

Hier könnt ihr euch The Wall von Pink Floyd anhören:

Mitte der Siebziger hängt der Haussegen bei Pink Floyd mächtig schief. Frontmann Roger Waters reißt Stück für Stück die kreativen Belange an sich, Gitarrist David Gilmour fühlt sich deshalb übergangen. Keyboarder Richard Wright kommt ohnehin zu kurz, doch die Schuld dafür gibt sich der typische Klassenstille später selbst. Als sich die Musiker auch noch um Tantiemen streiten und Gilmour zum ersten Mal Papa wird, übernimmt Waters noch mehr künstlerische Kontrolle. Quasi im Alleingang schreibt er das Konzeptalbum The Wall, das eine Kette von Ereignissen nach sich zieht. Da wären zum Beispiel der Rauswurf von Keyboarder Wright oder die aufwändige The Wall-Tour. Waters hat mit der Platte aber noch etwas anderes vor: Er möchte die Geschichte als Film auf die große Leinwand bringen.

The Wall: ein autobiografisch angehauchtes Meisterwerk

Die Handlung von The Wall lässt tief in Waters’ eigene Biografie blicken: Rockmusiker Pink leidet unter dem Tod seines Vaters im Zweiten Weltkrieg, unter seiner überfürsorglichen Mutter und unter seinem Dasein als Rockstar, der sich zunehmend von seinem Publikum isoliert fühlt — genau wie Waters während der ersten Pink-Floyd-Stadion-Shows im Rahmen der In The Flesh-Tour. Auch Schulprobleme aus der Kindheit und schwierige Liebesbeziehungen machen Pink zu schaffen. So demütigt ein Lehrer ihn zum Beispiel, indem er Pinks Gedichte laut vor der Klasse vorliest. Später findet der Rockstar heraus, dass ihn seine Frau betrügt und versucht, den Schmerz mithilfe eines Groupies und schließlich mit Drogen zu bekämpfen. Jede Enttäuschung sorgt für „another brick in the wall“, die Pink um sich errichtet. Am Ende laufen all seine negativen Erfahrungen zusammen.

Einen Film plant Waters schon vor der Produktion des Albums. Live-Aufnahmen sollen darin vorkommen, genauso wie Animationen aus dem Pinsel von Gerald Scarfe, der schon die LP von The Wall gestaltete. Auf dem Regiestuhl sollen Alan Parker und Michael Seresin sitzen, Waters möchte als Pink vor die Kamera treten. Doch dann kommt alles anders: Waters eignet sich nicht als Schauspieler, stattdessen übernimmt Boomtown-Rats-Frontmann Bob Geldof die Rolle. Der erzählt seinem Manager im Taxi noch, wie bescheuert er den Film findet — nicht wissend, dass Roger Waters’ Bruder am Steuer des Wagens sitzt. Live-Mitschnitte von Pink Floyd ergeben nach Waters’ Ausscheiden aus dem Cast keinen Sinn mehr, Seresin verlässt das Projekt daraufhin komplett. Übrig bleiben Parker, Waters und Scarfe. Harmonisch verläuft die Zusammenarbeit der Drei allerdings nicht …

Viel Ego, viel Film

Immer wieder geraten Musiker Waters, Regisseur Parker und Animateur Scarfe aufgrund ihrer Egos aneinander. Parker beschreibt den Filmprozess sogar als „eine der schlimmsten Erfahrungen meines kreativen Lebens“. Scarfe wiederum gibt in einem Interview mit dem Pink-Floyd-Magazin Floydian Slip zu Protokoll, er habe während der Dreharbeiten stets eine Flasche Whiskey im Gepäck gehabt. „Ich saß gegen neun Uhr morgens in meinem Auto und hatte eine Flasche Jack Daniel’s auf dem Beifahrersitz“, so Scarfe. „Ich trinke nicht viel, aber damals musste ich morgens einen Schluck nehmen, weil ich wusste, was auf mich zukam, und dass ich mich in irgendeiner Weise stärken musste.“ Roger Waters selbst genießt die Arbeit am The-Wall-Film auch nicht gerade, bezeichnet sie aber schlicht als „sehr zermürbende und unangenehme Erfahrung“.

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Die Premiere des Streifens geht am 23. Mai 1982 in Cannes über die Bühne, drei Wochen später folgt die Erstaufführung in London. David Gilmour und Nick Mason erscheinen als Gäste, Geldof und Scarfe lassen sich die Premiere natürlich ebenfalls nicht entgehen — genauso wenig wie Pete Townshend von The Who, Roger Taylor von Queen und Sting von The Police. Richard Wright bleibt wegen seines Rauswurfs zuhause. Zwölf Millionen US-Dollar kostet der The-Wall-Film unterm Strich, fast das Doppelte spielt er ein. Eigentlich handelt es sich bei dem Streifen also um einen Erfolg, doch Roger Waters ist nicht zufrieden. „Ich war am Ende ein bisschen enttäuscht“, verrät er 1988 in einem Interview. „Ich habe keinerlei Sympathie für den Hauptcharakter empfunden. Der Film war so ein Feuerwerk für die Sinne, dass ich als Zuschauer gar keine Chance hatte, mich richtig darauf einzulassen.“

„Was zum Teufel war das?“

Regie-Legende Steven Spielberg soll ein wenig direktere Worte gefunden haben und nach der Premiere in Cannes gefragt haben: „Was zum Teufel war das denn?“ The-Wall-Regisseur Parker behauptet später, dass ihn diese Reaktion gefreut habe: „In der Tat, ‚Was zum Teufel war das?‘ Niemand hatte so etwas bisher gesehen — eine wilde Mischung aus Live-Action, Storytelling und Surrealismus.“ Heute hat die The-Wall-Verfilmung ihren festen Platz in der Popkultur, nicht zuletzt aufgrund der charakteristischen Animationen von Scarfe. Zu den Sternstunden der Pink-Floyd-Geschichte zählt der Streifen aber sicher nicht.

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Die Alben von Pink Floyd im Ranking — die besten Platten der Prog-Legenden

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Popkultur

„Keeper Of The Seven Keys: Part I“: Als Helloween den Power Metal erfanden

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Helloween
Foto: Paul Natkin/Getty Images

Ursprünglich als Doppel-LP gedacht, veröffentlichen Helloween am 23. Mai 1987 den ersten Teil ihrer Keepers Of The Seven Keys-Saga. Die Schwelle zum Erfolg rückt näher, alle Zeichen stehen auf Durchbruch. Der große Knall gelingt der Band zwar erst ein Jahr später mit Part II — doch Part I sowie die Rekrutierung von Sänger Michael Kiske markieren wichtige Grundsteine für den jahrzehntelangen Erfolg der Hamburger.

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von Timon Menge

Hier könnt ihr euch Keeper Of The Seven Keys: Part I von Helloween anhören:

Als Helloween am 23. Mai 1987 ihr zweites Album Keeper Of The Seven Keys: Part I auf die Öffentlichkeit loslassen, steht die Band an einem Wendepunkt: Mit Walls Of Jericho hatte die Gruppe 1985 ein vielbeachtetes Debütalbum vorgelegt, mit Keeper Of The Seven Keys: Part II wird den Hamburgern 1988 der ganz große Durchbruch gelingen. Part I ebnet zwischenzeitlich den Weg dorthin. Doch was hat sich im Hause Helloween vom Debüt bis zu Keeper Of The Seven Keys: Part I eigentlich verändert?

„So anders als die letzte ist die Platte im Grunde genommen gar nicht“, findet Gitarrist Michael Weikath im Frühjahr 1987 in einem Interview mit dem deutschen Metal Hammer. So ganz recht hat er damit nicht: Nach ihrem ersten Album nehmen Helloween nämlich einen entscheidenden Personalwechsel vor — und holen Sänger Michael Kiske an Bord.

Kai Hansen: „Ich bin eher ein Schreihals.“

Dass Gitarrist Kai Hansen seinen Posten am Mikrofon räumt, liegt hauptsächlich daran, dass er sich als Sänger nicht wohlfühlt; vor allem das gleichzeitige Gitarrespielen ist ihm nicht geheuer. „Ich habe mich nie wirklich als Sänger gesehen“, verrät er im Interview mit dem britischen Classic Rock Magazine. „Ich bin eher eine Art Schreihals. Außerdem hat mir die Disziplin gefehlt. Saufen und Rauchen machen die Stimme nicht besser.“

Als Gitarrist rückt Hansen auf Keeper Of The Seven Keys: Part I in den Vordergrund, weil sein Sechs-Saiten-Kollege Michael Weikath wegen Krankheit nur sporadisch an den Sessions teilnehmen kann. Dadurch entsteht zum Beispiel der legendäre Song Future World, den Helloween als einzige Single von Part I auskoppeln. Auch das Stück Halloween stammt aus Hansens Feder. Untätig bleibt Weikath natürlich trotzdem nicht.

Mit A Tale That Wasn’t Right steuert der Gitarrist eine Ballade für die Ewigkeit bei, auch an Follow The Sign schreibt er mit. Freshman Michael Kiske komponiert das Stück A Little Time und leistet damit ebenfalls einen Beitrag zu der historischen Errungenschaft, die man Keeper Of The Seven Keys: Part I im Allgemeinen nachsagt: die Erfindung des Power Metal.

Klassischer Heavy Metal, unfassbare Geschwindigkeiten, symphonische Elemente, epische Texte: Wenn es um Drachen, Zauberer und jede Menge Doublebass geht, ist das Wörtchen „Power“ im Metal nicht weit. „Mir kam es damals nicht so vor, als hätten wir etwas großartig Neues geschaffen“, erinnert sich Kai Hansen im ClassicRock-Interview. „Niemand konnte damals etwas mit dem Begriff Power Metal anfangen, für uns war das einfach nur Heavy Metal. Das ist es auch heute noch. Was zum Teufel soll Power Metal denn sein?“

Keeper Of The Seven Keys: Part I — ein Überraschungserfolg

Eigentlich hätten Helloween Part I und Part II der Keepers Of The Seven Keys-Saga lieber als Doppel-LP veröffentlicht, doch bei einer Newcomer-Band möchte die Plattenfirma Noise Records vermutlich lieber auf Nummer sicher gehen. Wer hätte schließlich geahnt, dass Helloween heute zu den größten Namen der Krawallmusik-Szene zählen würden und dass ausgerechnet der Doppelschlag Keeper Of The Seven Keys: Part I und II so sehr dazu beitragen würden.

Schon kurz nach der Veröffentlichung landet Part I unverhofft auf Platz 15 der deutschen Albumcharts. „Dass wir in die normalen Charts kommen, das hat wirklich keiner von uns erwartet“, erzählt Gitarrist Weikath im MetalHammer-Interview. Mit Part II gelingt sogar der Sprung auf Platz fünf. „Ich frage mich wirklich, wo denn eigentlich die Leute sitzen, die das alles kaufen. Da scheint es wesentlich mehr von zu geben, als ich angenommen hatte.“ Gut so!

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Zeitsprung: Am 29.8.1988 erscheint „Keeper Of The Seven Keys: Part II“ von Helloween.

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Popkultur

Zeitsprung: Am 22.5.2001 erscheint das erste Bon Jovi-Livealbum „One Wild Night“.

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Bon Jovi

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 22.5.2001."

von Christof Leim

Keine Frage: Bon Jovi dominieren den Hard Rock der Achtziger. Mit Slippery When Wet (1986) und New Jersey (1989) liefern sie zwei Nummer-eins-Alben hintereinander ab, daneben empfehlen sie sich als fleißige und mitreißende Liveband, die fast pausenlos durch die größten Hallen und Stadien in aller Welt tourt. Alleine die Konzertreise für Slippery dauert 15 Monate (von Juli 1986 bis Oktober 1987), danach hängen die Herren für New Jersey nochmal unfassbare 16 Monate (von Oktober 1988 bis Februar 1990) dran. Einen (offiziellen) Konzertmitschnitt dieser glorreichen Zeit sucht man allerdings vergebens.

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Hier könnt ihr in One Wild Night: Live 1985-2001 reinhören:

Klickt auf „Listen“ für das ganze Album.

Die erste „richtige“ Liveplatte erscheint nämlich erst viel später, am 22. Mai 2001. Da hat sich die Welt der Rockmusik schon weitergedreht, Grunge und Crossover sind gekommen und wieder gegangen. Bon Jovi haben mehrjährige Pausen eingelegt, Soloalben veröffentlicht und sich immer mehr zu einer erwachsenen Rockband entwickelt, die Springsteen stilistisch näher steht als Kiss und Aerosmith. Zuletzt brachten sie im Sommer 2000 das Album Crush auf den Markt, eine weitestgehend entspannte, oft balladeske Angelegenheit. Als Liveband aber lassen sie weiter nichts anbrennen und füllen immer noch die Stadien.


Für One Wild Night: Live 1985-2001 beschränken sich die Musiker nicht auf die Aufzeichnungen einer Show oder einer Tour, sondern stellen Songs aus drei Phasen ihrer Karriere zusammen: von aktuellen Konzerten im Jahr 2000 und Shows von der Mitte der Neunziger, als junge Rockhörer auf ganz andere Sounds standen, sowie von einem Gig in Tokio 1985. (Ja, die Herren sind schon früh ordentlich rumgekommen.) Aufnahmen aus den ganz großen Jahren, also von den Megatouren zu Slippery und New Jersey, fehlen sonderbarerweise.



Mit der Songauswahl decken Bon Jovi dabei alle Phasen ihrer Karriere ab; es finden sich die offensichtlichen Hits (Livin’ On A Prayer, Bad Medicine et al.), locker-flockiges Neunziger-Zeug (Something For The Pain, Something To Believe In) und damals neues Material wie Just Older oder It’s My Life. Als alte Schätzchen gibt es den ersten Hit Runaway vom 1984er-Debütalbum und In And Out Of Love vom oft (und zu Recht) vergessenen Zweitwerk 7800° Fahrenheit.



Interessant wird es bei den Coverversionen: Im südafrikanischen Johannesburg lassen Bon Jovi eine treibende Version von Neil Youngs Rocking In The Free World vom Stapel, bei I Don’t Like Mondays singt sogar Bob Geldof mit. (Für die Komplettisten: Diese Aufnahme wurde schon auf der Doppel-CD-Variante von These Days (1995) veröffentlicht; drei Mitschnitte aus Zürich gibt es ebenfalls auf der The Crush Tour-DVD. ) Bei der letzten Nummer schließlich, dem titelgebenden One Wild Night 2001 handelt es sich um einen Remix eines Tracks von Crush. Diese neue Version wird auch als Single ausgekoppelt, ebenso der alte Gassenhauer Wanted Dead Or Alive.



Alles in allem repräsentiert die Platte gut den musikalischen Stand der Gruppe zur Jahrtausendwende. Bon Jovi erweisen sich als souveräne Liveband mit guten Gesängen und einem Frontmann, der die Menge anzuspornen weiß. Natürlich klingen unsere Helden mittlerweile im Vergleich zur ungestümen Hardrockerei der Achtziger ein gutes Stück erwachsener. Was vor allem heißt: Der Chef schreit nicht mehr so viel, und die Gitarre macht weniger „Brett“. Das Album erscheint am 22. Mai 2001 und schlägt sich recht wacker in den Charts mit hohen Platzierungen in Europa (Platz 3 in Deutschland) und einem 20. Rang in den USA. Der nächste Konzertmitschnitt Inside Out lässt dann wieder bis 2012 auf sich warten, aber das ist eine andere Geschichte…

Zeitsprung: Am 28.4.1989 heiratet Jon Bon Jovi seine Jugendliebe – heimlich.

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