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Popkultur

50 Jahre Woodstock: Was wurde aus den Künstler*innen?

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Barry Z Levine/Getty Images

Dieses Jahr jährt sich Woodstock zum 50. Mal: Werfen wir einen Blick darauf, was eigentlich aus den Künstler*innen des geschichtsträchtigen Hippie-Festivals wurde – vor allem aus den weniger bekannten.

von Markus Brandstetter

Es ist eines der legendärsten Musikfestivals aller Zeiten:  Vom 15. bis zum 18. August 1969 fand im New Yorker Ort Bethel das Woodstock Festival statt. Die Auftritte von Jimi Hendrix, Janis Joplin, Joe Cocker, Santana & Co. gingen in die Geschichte ein. Aber auch Künstler mit weniger großen Namen waren Teil des Line-Ups: Von John B. Sebastian über Sha Na Na bis hin zum indischen Guru Satchidananda Saraswati spielten auch einige Acts, die im kollektiven Bewusstsein nicht ganz so fest verankert sind. Wir werfen für euch einen Blick darauf, was aus ihnen wurde.

Sha Na Na

Auch wenn sie heute vielleicht nicht mehr vielen ein Begriff sind: Sha Na Na spielten im Vorprogramm von Bands wie The Grateful Dead und The Mothers Invention. Legendär: Ein damals junger Musiker namens Bruce Springsteen trat bei ihnen im Vorprogramm auf. Sie wurden 1972 von John Lennon und Yoko Ono zu einem Gastauftritt auf dem One-to-One-Benefizkonzert im New Yorker Madison Square Garden eingeladen, hatten eine Gastrolle in Grease und sogar eine eigene Fernsehshows, in der sie Gäste wie The Ramones, Little Richard, Bo Diddley oder Chuck Berry begrüßten. Heute gibt es die Band zwar immer noch – von den Original-Mitgliedern ist allerdings kein einziges mehr dabei.

Der Band widerfuhr zudem eine der obskursten Geschichten der Rockgeschichte: Nach dem Tod von Gitarrist Vinnie Taylor 1974 nahm der gesuchte Kindermörder Elmer Edward Solly seine Identität an und absolvierte unter seinem Namen Auftritte (allerdings nicht mit Sha Na Na). Dies flog auf – und Solly wanderte hinter Gitter. 

Keef Hartley Band

Die Geschichte war nicht gnädig zur Keef Hartley Band – denn der Auftritt der damals relativ unbekannten Band tauchte weder im Woodstock-Film noch in den Live-Alben zum Festival auf, es existieren auch (abgesehen von einem Song) keine Live-Mitschnitte. Schlagzeuger und Bandleader Hartley, der zuvor in John Mayalls Band gedrummt hatte, löste die Band 1972 auf und kehrte als Schlagzeuger zu Mayall zurück. 1999 veröffentlichte er mit Not Foolish Not Wise das erste Album nach 27 Jahren.  Hartley starb am 26. November 2011. Hartleys Bandkollege Miller Anderson macht immer noch Musik und veröffentlichte zuletzt das Album Live In Vienna.

Swami Satchidananda

Swami Satchidananda ist vielen einfach als der „Woodstock-Guru“ bekannt. Er eröffnete das Festival mit einem Gebet. Der indische Yogi und Guru war sechs Jahre zuvor auf Einladung in die USA gekommen und wurde einige Zeit später US-Staatsbürger. Er ist Begründer des Integral Yoga Center in New York und gründete außerdem ein spirituelles Zentrum im US-Bundesstaat Virginia. Satchinanda verstarb 2002 im Alter von 87 Jahren.

John B. Sebastian

Eigentlich wollte John B. Sebastian nur als Zuhörer auf das Woodstock Festival kommen, als er aber vor Ort war, brauchten die Organisatoren noch spontan einen Akustik-Act und baten ihn, einzuspringen. Sebastian, der zuvor als Gründer der Band The Lovin Spoonfuls auf sich aufmerksam machte, improvisierte ein Set. Sebastian ist heute Mitte Siebzig und musikalisch immer noch aktiv.

Arlo Guthrie

Der Sohn von Folk-Legende Woody Guthrie ist auch fünfzig Jahre nach seinem Auftritt in Woodstock musikalisch noch aktiv. Sein letztes Studioalbum Here Come The Kids erschien 2014. Guthrie tourt nach wie vor.

Paul Butterfield Blues Band

Die geschichtsträchtige Paul Butterfield Blues Band löste sich Anfang der Siebziger auf, Butterfield gründete die Band Paul Butterfield’s Better Days. Er verstarb 1987 im Alter von 44 Jahren. Saxophonist David Sanborn ist mittlerweile längst ein etablierter Jazz-Musiker.

The Grateful Dead

Als Jerry Garcia, Bob Weir & Co. auf dem Woodstock Festival spielten, gab es die Band bereits seit vier Jahren. Bis zum Tod von Garcia im Jahr 1995 etablierten sich Grateful Dead als die wohl wichtigste Jam-Band aller Zeiten, spielte sagenhafte, ausufernde Gigs, experimentierte mit Musik (und anderen psychotropen Substanzen) und krempelte die Musikgeschichte ordentlich um. Die Deadheads, so die Bezeichnung der Fans, stehen in Nibelungentreue und mit akribischem Interesse zum Schaffen der Band. Nach Garcias Tod machten Weir, Phil Lesh, Mickey Hart und Bill Kreutzmann als zuerst als The Other Ones, dann als The Dead einige Jahre weiter. Die Musiker sind heute noch aktiv.

Jimi, Janis & Co.

Was aus den ganz großen Stars dieses Festivals wurde, ist allseits bekannt – soll aber der Vollständigkeit nicht ausgelassen werden. Jimi Hendrix veränderte in seiner kurzen Lebenszeit die Gitarre nachhaltig. Er verstarb im Alter von 27 Jahren – genauso wie Janis Joplin. Ein anderer renommierter Gitarrist, Carlos Santana, ist bis heute mit seiner Mischung aus Latin, Jazz und – das kam später dazu – Pop präsent und schaffte im Jahr 2000 mit dem Album Supernatural sogar noch mal eine wahre Mainstream-Renaissance. Joan Baez befindet sich zur Zeit auf großer Abschiedstournee – und wir hoffen, dass sie ihre Ankündigung mit dem Abschied doch noch nicht so schnell wahr macht.

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