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Creedence Clearwater Revival begraben das Kriegsbeil!

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50 Jahre nach ihrem Auftritt bei Woodstock und 47 Jahre nach ihrer unrühmlichen Auflösung stehen die Zeichen bei Creedence Clearwater Revival auf Versöhnung und Nostalgie. Ob da etwa ein Comeback im Busch ist?

von Björn Springorum

Es gibt Bands, die einfach irgendwann auseinandergehen, es gibt Bands, die sich in Freundschaft trennen oder einfach von der Bildfläche verschwinden. Und es gibt Creedence Clearwater Revival. Deren verfrühtes Aus am 16. Oktober 1972, nach vier extrem erfolgreichen Jahren an der Spitze der Charts und sieben überwiegend großartigen Roots/Rock/Country-Werken, hatte sich schon 1971 angedeutet, als Tom Fogerty die Band verließ. Das nächste und letzte Album, Mardi Gras, entstand als gemeinsame Anstrengung und zählt für viele zum Tiefpunkt der Band. Es verkaufte sich schlechter, es gab Ärger mit der Plattenfirma, bis es CCR irgendwann zu bunt wurde und man das Kapitel frustriert schloss.


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Das Ende der Band zog ein Nachspiel aus Klagen, Anfeindungen, Verleumdungen und unschönen Worten mit sich, das tatsächlich über mehrere Jahrzehnte andauern sollte. Trauriger Höhepunkt: John Fogertys Weigerung, bei der Aufnahme von CCR in die Rock and Roll Hall of Fame 1993 mit seinen früheren Kollegen Stu Cook und Doug Clifford aufzutreten. Der Schatten war wohl zu groß, um darüber zu springen.

Alles nur Kindergarten? Bestimmt nicht, Gründe für Zorn, Frustration und alte Animositäten gab es sicherlich auf beiden Seiten genug. Dennoch war das unrühmliche Ende dieser großen Band schon immer eine der traurigen und wirklich deprimierenden Geschichten der Rock‘n‘Roll-Welt. Jüngste Aussagen deuten jetzt aber tatsächlich darauf hin, dass die Ära der Wut so langsam aber sicher zu Ende geht. Bassist Stu Cook zumindest verkündete unlängst, dass man die Vergangenheit mit all ihren Streitereien endgültig hinter sich gelassen hat. „Wir zerfleischen uns nicht mehr gegenseitig“, erzählte er in einem Interview mit Billboard, „und konzentrieren uns stattdessen auf die guten Dinge an Creedence. Und genau das sollten wir jetzt auch tun.“

Credit: Ed Caraeff

Da darf man durchaus mal hellhörig werden. Denn diese Aussage kommt zufällig im Jahr des 50. Woodstock-Jubiläums und der zwiespältigen Neuauflage in diesem Jahr. Vielleicht also, so hoffen die Fans jetzt, ist dieses begrabene Kriegsbeil ein erstes Anzeichen für die Veröffentlichung ihres Woodstock-Auftritts, der bislang tatsächlich noch nie offiziell erschienen ist. Eher gering fallen indes die Hoffnungen auf ein echtes Revival des Clearwater Revivals aus: Das Ende von Cooks und Cliffords Band Creedence Clearwater Revisited nach 25 Jahren ist beschlossene Sache. Einen Silberstreif gibt es aber doch: „Wir setzen uns zumindest noch nicht zur Ruhe“, so Cook. „Wir wollen aber einfach mal sehen, was sich so ergibt und was wir noch so alles erforschen können, bevor es das war mit uns.“ Ach, schauen wir einfach mal. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.



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