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Popkultur

Herzschmerz, Todesfälle und der Wunsch nach Frieden: 20 Rockballaden für die Ewigkeit

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Led Zeppelin
Foto: David Redfern/Getty Images

Sie berühren, sie bewegen und sie liefern den Soundtrack für die ganz großen oder auch traurigen Momente des Lebens: Rockballaden. Diese 20 Songs finden wir besonders beeindruckend.

von Timon Menge

Hier könnt ihr euch 20 der besten Rockballaden aller Zeiten anhören:

1. The Beatles – Yesterday (1965)

Als die Beatles 1965 ihr fünftes Album Help! und die dazugehörige Single Yesterday veröffentlichen, ahnt Komponist Paul McCartney wohl noch nicht, was für einen riesigen Erfolg er mit seinem Song über eine in die Brüche gegangene Beziehung landen wird. Jeder, wirklich jeder hat dieses Stück schon einmal irgendwo gehört — entweder von den Beatles selbst oder in einer der mehr als 2.200 Coverversionen, die Yesterday zu einem der meistgecoverten Songs aller Zeiten machen.

2. The Beatles – Let It Be (1970)

Mit Let It Be legen die Beatles nur fünf Jahre später gleich noch eine Ballade für die Ewigkeit vor. Auf die Idee kommt Songschreiber Paul McCartney, weil er von seiner Mutter träumt, die starb, als er gerade einmal 14 Jahre alt war. „Es war toll, sie noch einmal zu treffen“, gibt er später in einem Interview zu Protokoll. „Ich war sehr denkbar für diesen Traum. Er hat dafür gesorgt, dass ich Let It Be geschrieben habe.“ In einem anderen Gespräch erzählt er, dass auch der Titel Gegenstand des Traums gewesen sei. So habe seine Mutter im Traum zu ihm gesagt: „It will be all right, just let it be.“

3. Marc Bolan & T. Rex – Cosmic Dancer (1971)

Wer den Film Billy Elliot — I Will Dance (2000) gesehen hat, erinnert sich vielleicht noch an das Intro des Streifens: der britische Junge Billy Elliot, der zu den Klängen von Cosmic Dancer in Zeitlupe auf seinem Bett hüpft. Doch nicht nur der Einsatz im Film macht den Song aus der Feder von Glam-Rock-Legende Marc Bolan zu einer der schönsten Balladen aller Zeiten. Vor allem Bolans legendär fragile Stimme und der gezielte Einsatz von Streicher*innen verleihen dieser Rockballade etwas ganz Besonderes.

4. John Lennon – Imagine (1971)

Dass John Lennon ein leidenschaftlicher Utopist war, ist kein Geheimnis. Das äußert sich auch in seinem größten Solo-Hit Imagine, in dem der Ex-Beatle das Bild einer Gesellschaft ohne Religion, Hass, Nationalismus, Macht und Besitz zeichnet. Stattdessen ruft er zu Frieden auf. Es gibt nur eine Sache, die an dieser Ballade unheimlich stört: dass der Text immer und immer wieder seine Gültigkeit behält.

5. Led Zeppelin – Stairway To Heaven (1971)

Der Song Stairway To Heaven von Led Zeppelin ist nichts anderes als knapp acht Minuten pure Rockgeschichte. Ob die Feinfühligkeit an den Instrumenten, Robert Plants beinahe hypnotisierende Stimme oder der wunderschöne Text: Mit diesem kleinen Epos übertreffen sich Led Zeppelin zu Beginn der Siebziger selbst — auch wenn man den Song im Gitarrenladen in Wayne’s World nicht mehr spielen darf …

6. The Rolling Stones – Angie (1973)

Kaum ein Musiker hat je schöner einer Frau hinterhergeweint als Mick Jagger in Angie von den Rolling Stones — dabei stammt der Großteil des Songs aus der Feder von Gitarrist Keith Richards. Was die Bedeutung der Nummer betrifft, scheiden sich bis heute die Geister: Geht es darin pikanterweise um David Bowies Ex-Frau Angie Bowie? Handelt das Lied von Mick Jagger und seiner Trennung von Marianne Faithfull? Ist die Angie aus dem Song gar keine real existierende Person? Da sich Richards in seinen Aussagen darüber sogar selbst widerspricht, werden wir wohl keine genaueren Infos mehr über die Ballade bekommen. Zum Glück funktioniert sie auch so.

7. Elton John – Candle In The Wind (1974)

Eine großartige Ballade ist dieser Song schon 1974, als Elton John Candle In The Wind zum ersten Mal veröffentlicht. Als Inspiration dient der viel zu frühe Tod der US-amerikanischen Schauspielerin und Sängerin Marilyn Monroe. So richtig durch die Decke geht das Lied aber erst 1997 im Kontext des plötzlichen Ablebens von Prinzessin Diana. Als John vom Unfalltod der „Königin der Herzen“ erfährt, schreibt er seinen alten Song nämlich um und erschafft damit nichts anderes als die zweiterfolgreichste Single aller Zeiten, gleich hinter White Christmas von Bing Crosby. Zurecht, wenn ihr uns fragt.

8. Nazareth – Love Hurts (1974)

Worum es in diesem Song von den Everly Brothers geht, verrät schon der Titel. Doch so richtig erfolgreich wird das Stück erst, als sich die Hardrocker Nazareth der Nummer annehmen. Den Originaltext verändert die Band nur ganz leicht, doch in musikalischer Hinsicht verleihen die Schotten dem damals fast 15 Jahre alten Song eine Power, die der Bezeichnung „Powerballade“ eine ganz neue Bedeutung gibt.

9. Pink Floyd – Wish You Were Here (1975)

Die meisten kennen Pink Floyd für ihre epischen Monumental-Alben, ihre üppigen Live-Shows und ihre minutenlangen meditativen Jams. Mitte der Siebziger legen die britischen Prog-Pioniere mit Wish You Were Here allerdings eine waschechte Ballade für die Ewigkeit vor, die auch heute noch des öfteren im Radio läuft. Kein Wunder: Es handelt sich bei Wish You Were Here ohne Zweifel um einen der besten Pink-Floyd-Songs überhaupt.

10. Queen – Who Wants To Live Forever (1986)

Erinnert ihr euch noch an den Film Highlander (1986) mit Christopher Lambert in der Hauptrolle? Den Song Who Wants To Live Forever schreibt Queen-Gitarrist Brian May Mitte der Achtziger für den Soundtrack des Streifens. Berücksichtigt man die damalige gesundheitliche Situation von Queen-Sänger Freddie Mercury, bekommt der Song allerdings eine völlig andere, tragische, aber irgendwie auch britisch-relativierende Bedeutung.

11. U2 – With Or Without You (1987)

Mitte der Achtziger bereiten sich U2 mit Volldampf auf die Weltherrschaft vor. Als Vorbote auf ihr mit Abstand erfolgreichstes Album The Joshua Tree veröffentlichen die irischen Rocker am 21. März 1987 die erste Single With Or Without You. Damit schenken sie Musikfans weltweit eine melancholische Ballade, in der es um die Liebe zweier Menschen zueinander geht. In einem Interview kommentiert Sänger Bono den Song folgendermaßen: „Es gibt nichts revolutionäreres als zwei Menschen, die sich lieben. Zum einen, weil es heutzutage so unüblich ist. Zum anderen, weil es so schwierig ist.“ Schöne Worte über einen noch schöneren Song.

12. Westernhagen – Freiheit (1987)

Als Marius Müller-Westernhagen seine bekannteste Ballade Freiheit komponiert, hat der Düsseldorfer noch keine Vorstellung davon, was das Stück für ein Eigenleben entwickeln wird. So beschreibt er im Text eigentlich den Verlust von Freiheit, doch als das Stück im September 1990 in einer Live-Version als Single erscheint und Deutschland kurz danach wieder eins wird, entwickelt sich der Song zu einer Hymne der Wiedervereinigung. „Sie glauben gar nicht, für wie viele Wiedervereinigungsfeiern ich angefragt wurde, Freiheit zu singen“, erzählt Westernhagen in einem Interview mit tz.de. „Ich habe alles abgesagt. Ich habe den Song auch viele Jahre nicht auf Tourneen gesungen.“ Er freue sich aber sehr darüber, dass der Song den Menschen Kraft und Hoffnung gegeben habe.

13. Scorpions – Wind Of Change (1990)

Auch die Scorpions begleiten die Wende musikalisch, im Gegensatz zu Westernhagen allerdings vorsätzlich. Frontmann Klaus Meine thematisiert in der weltbekannten Pfeifballade Wind Of Change den politischen Umschwung der Achtziger, als spürbar war, dass sich der Kalte Krieg langsam dem Ende neigt und man auf ein wiedervereinigtes Deutschland hoffen darf. So kommt es dann ja auch und die Scorpions liefern mit ihrem größten Hit den Soundtrack dazu.

14. Eric Clapton – Tears In Heaven (1992)

Was Bluesrocklegende Eric Clapton zu Beginn der Neunziger erleiden muss, mag man sich gar nicht vorstellen: Am 30. März 1991 kommt sein vierjähriger Sohn bei einem Sturz aus dem Fenster ums Leben. Ein Horror, den man wirklich niemandem wünscht. Clapton verarbeitet den Tod seines Sohnes unter anderem in dem Song Tears In Heaven, den er gemeinsam mit Countrymusiker Will Jennings für den Soundtrack des Films Rush (1992) schreibt. Das Stück zählt bis heute zu Claptons bekanntesten Liedern.

15. Guns N’ Roses – November Rain (1992)

Nazareth hatten wir eben schon und ob ihr es glaubt oder nicht: Nazareth-Gitarrist Manny Charlton hat auch bei November Rain seine Finger im Spiel. So gibt Gunners-Gitarrist Slash in seiner Autobiografie zu Protokoll, Guns N’ Roses hätten bereits 1986 eine 18-minütige Version der Ballade eingespielt — mit Charlton an der Gitarre. Dass der Song Jahre später auf Use Your Illusion I veröffentlicht wird, verdanken wir Axl Rose, der seine Bandkollegen bequatscht. Die haben nämlich eigentlich gar keine Lust auf opulente Balladen. Gut gemacht, Axl.

16. Metallica – Nothing Else Matters (1992)

Vier Töne, ein rührender Text und eine ganz ganz große Stimme: In Nothing Else Matters verarbeitet Metallica-Frontmann James Hetfield das Leben auf Tour und das Alleinsein abseits der Familie. Wo die einen Metallica für ihr „Schwarzes Album“ den Ausverkauf vorwerfen, feiern die anderen Hits wie genau diesen. Und ganz ehrlich: Wer beim Solo dieser Rockballade keine Gänsehaut bekommt, ist ein Kühlschrank.

17. Aerosmith – Crazy (1994)

Als hätten Aerosmith zu Beginn der Neunziger nicht schon mehr als genug hochkarätige Platten abgeliefert, veröffentlichen die Rocker 1993 auch noch ihr elftes Studioalbum Get A Grip, mit dem sie ihren allerersten Nummer-eins-Erfolg in den US-amerikanischen LP-Charts feiern. Darauf enthalten: die gut fünfminütige Ballade Crazy, in der Frontmann Steven Tyler sich mit einer Inbrunst den Schmerz über eine unerwiderte Liebe von der Seele singt, dass man ihm am liebsten eine Packung Taschentücher reichen möchte.

18. Aerosmith – I Don’t Want To Miss A Thing (1998)

Was. für. ein. Song. Als Bruce Willis Ende der Neunziger in Armageddon (1998) den Planeten rettet, indem er einen gewaltig großen Meteoriten mithilfe einer Bombe in seine Einzelteile zerlegt, liefern Aerosmith den passenden Soundtrack dazu. I Don’t Want To Miss A Thing funktioniert allerdings auch abseits der Einbindung in einen Film und zählt zu den besten Rockballaden aller Zeiten.

19. Blink-182 – I Miss You (2004)

Für Herzschmerz-geplagte Teenager war 2004 ein hervorragendes Jahr. Nicht, weil der Liebeskummer zu dieser Zeit irgendwie weniger schlimm gewesen wäre, sondern weil die Pop-Punks von Blink-182 der Jugend mit ihrem Song I Miss You ein Werkzeug zur Schmerzbewältigung an die Hand gaben. Mehr jugendlicher Gefühlscocktail in nur einer Ballade ist kaum möglich.

20. Green Day – Boulevard Of Broken Dreams (2004)

Diese Ballade gehört zur Haupthandlung auf dem siebten Green-Day-Album American Idiot und erzählt aus der Perspektive des Hauptcharakters „Jesus Of Suburbia“. Gemeinsam mit dem straighten Punkrock-Song Holiday vom gleichen Album, bildet Boulevard Of Broken Dreams eine Yin-und-Yang-artige Einheit: So steht Holiday für das „Hoch“, während Boulevard Of Broken Dreams das „Tief“ symbolisiert. Green Day formulieren es in einem Making-Of-Video von MTV ein wenig anders und bezeichnen Boulevard Of Broken Dreams als den Kater nach der Party.

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Riffs für die Unendlichkeit: Die längsten Rock-Songs aller Zeiten

Popkultur

5 Wahrheiten über den Sound der Deutschen Einheit

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Für alle Insider*innen, jahrzehntelangen Fans, Neugierigen und Einsteiger*innen: Hier nehmen wir uns mal ein paar Minuten Zeit und präsentieren euch fünf Geschichten, Anekdoten oder Fun Facts zu einem Genre, einer Band oder einem/r Künstler*in. Einfach, weil das Leben witzigere, unglaublichere und interessantere Geschichten schreibt, als jede*r Autor*in jemals könnte.

In dieser Woche dreht sich alles um den 3. Oktober 1990, jenen Tag, an dem aus West und Ost wieder ein gemeinsames Deutschland wurde. Knapp ein Jahr zuvor, am 9. November 1989, war die innerdeutsche Mauer gefallen. Ein Ereignis, das auch in der Musik stattfand. Wir liefern fünf Wahrheiten über den Sound der deutschen Einheit.

1. Pink Floyd und die wahrgewordene Utopie

Noch im Juli meinte Roger Waters von Pink Floyd, dass es nur einen einzigen Anlass geben würde, aus dem er das bandeigene Riesenspektakel The Wall noch einmal inszenieren würde – und zwar den Fall der Berliner Mauer. Waters sah dieses Ereignis in so weiter Ferne, dass er sogar in Erwägung zog, dafür seinen Ex-Bandkollegen David Gilmour mit auf die Bühne zu holen. Knapp vier Monate später fiel die Mauer tatsächlich und im Juli 1990 wurde Waters Gedankenspiel Realität: The Wall wurde am Potsdamer Platz noch einmal aufgeführt – zwar ohne David Gilmour, aber dafür mit vielen Auftritten anderer Stars.

2. Der Boss in Ostberlin

Auftritte von westlichen Künstler*innen in der DDR waren rar gesät. 1988 etwa trat Bruce Springsteen in Ostberlin auf. Weil der SED-Zentralrat das Konzert als gute Möglichkeit der massenpolitischen Arbeit der FDJ ansah, wurde Bruce Springsteen eine Auftrittsgenehmigung für die DDR erteilt. Rund 200.000 Bewunder*innen des Bosses kamen zur Radrennbahn Weißensee, wo Springsteen seinem Wunsch Ausdruck verlieh, dass eines Tages alle Barrieren abgerissen werden sollen. Der Satz wurde aus der Übertragung des Konzertes geschnitten – änderte aber nichts daran, dass sein Wunsch gut anderthalb Jahre später Wirklichkeit wurde.

3. Das David-Hasselhoff-Gate

Auch gut 30 Jahre nach dem Mauerfall hält sich das Gerücht wacker, David Haselhoff sei mitverantwortlich für dieses geschichtliche Großereignis, da er wenige Wochen nach der Maueröffnung dort seinen Hit Looking for Freedom sang und sich Menschen aus West- und Ostdeutschland dazu in den Armen lagen. Aber: weit gefehlt. „Ich hatte nie etwas damit zu tun und habe das auch nie gesagt. Niemals“, äußerte sich der Baywatch-Star unlängst gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

4. Das Eigenleben von Freiheit

Wer an Musik und Mauerfall denkt, hat sicherlich auch Freiheit von Marius Müller-Westernhagen im Sinn. Aber: Nicht nur, dass MMW den Song schon drei Jahre vor dem Mauerfall schrieb, nein, er hatte den Fall der Mauer nicht Mal im Sinn. Die Live-Version von Freiheit entwickelte vor dem Hintergrund des Mauerfalls allerdings ein Eigenleben und wurde zur Hymne des Herbstes. „Freiheit zeigt, dass künstlerische Produkte ein Eigenleben annehmen können. Wenn es in diesem Fall dazu gedient hat, dass der Song Menschen Kraft und Hoffnung gegeben hat, ist das ein glücklicher Umstand, der mich natürlich sehr freut“, sagte Marius Müller-Westernhagen gegenüber der TZ.

5. Wind Of Change ist ein rechtlich geschützter Begriff

Klar, Wind Of Change gilt unangefochten als die Hyme der Wende schlechthin. „Mein Gedanke war: Die ganze Welt in einem Boot und alle sprechen eine Sprache – Musik. Im September entstand Wind Of Change in Deutschland und im November fiel die Berliner Mauer. Der Song drückte ein Gefühl der Hoffnung aus, dass wir alle in der Zukunft in einer friedlicheren Welt leben können“, erklärte Klaus Meine mal gegenüber dem Fernsehsender VOX. Der Song machte die Scorpions binnen kürzester Zeit zu Weltstars. Nur logisch, dass Klaus Meine und Rudolf Schenker seitdem Inhaber der Wortmarke Wind Of Change sind.

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10 Songs zum Tag der Einheit: Deutschland, die Mauer und andere Problemchen

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Popkultur

10 Songs zum Tag der Einheit: Deutschland, die Mauer und andere Problemchen

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Foto: Sean Gallup/Getty Images

Am 3. Oktober 1990 war es offiziell: West- und Ost-Deutschland gehören wieder zusammen, die Berliner Mauer fiel schon ein Jahr vorher, der Eiserne Vorhang begann sich nach und nach zu lüften. Wir schauen zurück auf dieses historische Ereignis mit Songs, die damals und in der folgenden Zeit zum Soundtrack des wiedervereinigten Deutschlands wurden.

1. Scorpions – Wind Of Change

Los geht’s mit offensichtlichsten Song: Die sogenannte „Hymne der Wende“ ist auf jeden Fall der kitschigste, aber auch emotionalste und bekannteste Klassiker, den Mauerfall und Wiedervereinigung im Nachhinein hervorgebracht haben. Ein Jahr nach der Maueröffnung und kurz nach dem Zusammenschluss von BRD und DDR war Wind Of Change mit seinem Plädoyer für das Ende der Ost-West-Trennung die perfekte musikalische Untermalung für das, was gerade vor sich ging. So schreibt man Geschichte mit.

2. Westernhagen – Freiheit

Auch wenn dieser Song schon ein paar Jahre vorher veröffentlicht wurde, ist er ganz fest mit der deutschen Einheit verknüpft. Natürlich wegen des programmatischen Titels. Aber auch weil Westernhagen einer der vielen Künstler*innen war, die beim „Konzert für Berlin“ in der Deutschlandhalle auftraten, ein paar Tage nach dem Fall der Mauer. Dass Freiheit in diesem Setting eine extrem emotionale Rolle zukam, versteht sich von selbst.

3. Udo Lindenberg – Horizont

Allerallerspätestens mit dem Musical Hinterm Horizont ist Udo Lindenberg zu einer Galionsfigur für das geteilte Berlin und die Menschen geworden, die trotz aller gemauerten Widerstände zusammen sein wollten. Horizont ist die Liebesballade, die im Zentrum des Musicals steht. Und obwohl Sonderzug nach Pankow die politisch stärkere Hymne ist, berührt einen Horizont doch ein wenig mehr.

4. Die Prinzen – Millionär

Mauer weg, Invasion der Ossis. Für viele Westdeutsche (und natürlich auch ehemalige DDR-Bürger*innen) war die Wiedervereinigung eine mindestens zweischneidige Sache. Auch musikalisch war das Land jetzt vereint, und Die Prinzen wurden zu den ersten neuen gesamtdeutschen Popstars. Millionär war ihr erster putziger Hit.

5. WestBam / Dr. Motte – Sunshine

Techno und House gelten als inoffizieller Soundtrack der Wende – zumindest in Berlin. Mauerfall und Wiedervereinigung fielen eher zufällig mit dem Aufkommen der neuen Jugendkultur zusammen, aber es hätte nicht besser passen können: Auf großen Raves, in neuen Clubs und Events wie der Loveparade feierte Berlin seine neue Zusammengehörigkeit, mit einer Musik, die sich nicht um Ost oder West schert. Dr. Motte und Westbam waren zwei der damaligen Protagonisten, die regelmäßig neue Hymnen für die „ravende Gesellschaft“ produzierte.

6. Tocotronic – Aber hier leben, nein danke

Das neue Deutschland, genau so wie die zwei alten, war für viele nicht unbedingt etwas, mit dem man sich identifizieren konnte oder wollte. Egal, welche politische Meinung man hier hat – besonders die Deutschland-Kritiker*innen aus dem linken Spektrum haben ihre Vorbehalte immer in tolle Musik verpackt. So wie Tocotronic hier. Zwar ist der Titel ziemlich eindeutig, der Text allerdings sehr kryptisch und der Song unglaublich gut.

7. Slime – Deutschland

Andere waren da schon deutlicher: Dieser deutsche Punk-Klassiker stammt zwar aus den 80ern, ist aber bis heute ein Dauerbrenner. Vor allem wenn es darum geht, unserem Land auch mal die Meinung zu geigen. Das muss es schließlich aushalten.

8. Rocko Schamoni – Mauern

Und auch hier muss man ein bisschen ironische Skills mitbringen: Denn unser liebster Hamburger Lebenskünstler Rocko Schamoni empfiehlt bei zu viel sozialen Spannungen, einfach eine Mauer zu bauen. Kennt man ja. Aber ist natürlich auch nicht ganz so ernst gemeint. Die Satire-Partei Die Partei tut allerdings sehr überzeugend so, als würde sie ihre radikalen Forderungen ernst meinen – zum Beispiel, tatsächlich wieder eine Mauer in Deutschland zu errichten. Natürlich wurde Schamonis Song zur ihrer Wahlkampf-Hymne.

9. Pink Floyd – Another Brick In The Wall, Pt. 2

Auch dieser Rock-Klassiker handelt von einer Mauer, aber nur im übertragenen Sinne von der Berliner. Seit Pink Floyd 1988 aber ein Konzert direkt an der Mauer gespielt haben, ist der Song wie der gleich folgende untrennbar mit der Wiedervereinigung verknüpft.

10. David Hasselhoff – Looking For Freedom

Ein bisschen Spaß muss sein, ne? Denn in Expertenkreisen weiß man, dass es vor allem The Hoff war, die die Mauer zu Fall brachte. Looking For Freedom muss man heute schon mit sehr viel Augenzwinkern hören, doch damals war es ein Mega-Hit. Und wenn man sich die Begeisterung bei Hasselhoffs Mauer-Auftritt im Jahr 1989 ansieht, dann kann man schon verstehen, wieso The Hoff so von seiner historischen Leistung überzeugt ist.

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5 Wahrheiten über den Sound der Deutschen Einheit

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Popkultur

10 Songs von Tom Petty, die man kennen sollte

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Tom Petty
Foto: Michael Putland/Getty Images

Während seiner jahrzehntelange Karriere hat Tom Petty mehr großartige Songs komponiert, als man in einem einzigen Text würdigen kann. Diese zehn gefallen uns besonders gut.

von Timon Menge

Hier könnt ihr euch einige der besten Songs von Tom Petty anhören:

1. Tom Petty And The Heartbreakers – American Girl (1977)

Als Tom Petty und seine Heartbreakers den Song American Girl auf ihrem Debütalbum veröffentlichen, landen sie damit zunächst nicht den riesigen Erfolg. Doch über die Jahre entwickelt sich das Stück zu einem Klassiker — nicht nur in Pettys Diskografie, sondern auch in der Geschichte der Rockmusik. „She could hear the cars roll by / Out on 441 like waves crashin’ on the beach“, singt Petty in der Nummer. In Conversations With Tom Petty verrät er, wie er auf diesen Text gekommen ist: „Ich habe damals in einem Apartment direkt am Freeway gewohnt. Da sind Autos gefahren. Das war in Encino, in der Nähe von Leon Russells Haus. Ich erinnere mich daran, dass ich dachte, dass die Autos wie der Ozean klingen. Das war mein Ozean. Mein Malibu. Ich habe die Wellen brechen gehört, aber es waren nur die Autos, die vorbeifuhren. Ich denke, dass das die Inspiration für den Text war.“

2. Tom Petty And The Heartbreakers – Refugee (1980)

Bei Refugee handelt es sich um die zweite Single vom dritten Album von Tom Petty And The Heartbreakers. Damn The Torpedoes heißt die Platte und den Durchbruch hat Petty zu jener Zeit längst hinter sich. Mit der Auskopplung Refugee knüpft er nahtlos an seine Erfolge an. Komponiert hat Petty das Stück mit seinem langjährigen Heartbreakers-Weggefährten Mike Campbell, der die Aufnahmesessions in einem Interview von 2003 als ziemlich anstrengend beschreibt: „Das war eine 4-Spur-Aufnahme, die ich bei mir zuhause gemacht habe. Er [Tom Petty] hat den Text über die Musik geschrieben, so wie sie war, ohne Änderungen, aber es hat ewig gedauert, bis wir den Track tatsächlich aufgenommen hatten. Wir hatten einfach Schwierigkeiten, das richtige Feeling hinzubekommen. Wir haben das Ganze bestimmt 100 Mal aufgenommen. Eines Tages war ich so frustriert – ich glaube, das ist das einzige Mal, das sowas getan habe – dass ich einfach das Studio verlassen habe und für zwei Tage aus der Stadt gefahren bin. Ich konnte den Druck einfach nicht mehr aushalten. Aber dann bin ich zurückgekommen, und nachdem wir uns wieder zusammengerauft hatten, haben wir den Song fertiggestellt.“

3. Traveling Wilburys – End Of The Line (1988)

Im Oktober 1988 veröffentlicht Tom Petty sein erstes Album mit den Traveling Wilburys, zu denen außer ihm noch George Harrison, Jeff Lynne, Roy Orbison und Bob Dylan gehören. Auf der Platte befindet sich unter anderem der Song End Of The Line, dessen Strophen Tom Petty im Alleingang singt. Wodurch sich die Traveling Wilburys von vielen anderen Supergroups unterscheiden: Sie sind wirklich super. Das äußert sich auch in dieser Nummer, die zweifellos zu den besten Songs gehört, an denen Petty mitgearbeitet hat.

4. Tom Petty – Free Fallin’ (1989)

Für sein Debüt-Soloalbum Full Moon Fever (1989) verzichtete Tom Petty zum ersten Mal auf seine Heartbreakers. Zumindest fast. So erscheint das Album zwar offiziell nur unter seinem Namen — doch im Hintergrund spannt Petty dann doch wieder fast all seine Bandkollegen ein. Bei der Veröffentlichung kommt es zu einer Verzögerung, weil die Plattenfirma gerade erst das erste Album der Traveling Wilburys rausgebracht hat und noch warten möchte. „Also habe ich weitere Songs geschrieben und mir vorgenommen, alles fertigzustellen und zu veröffentlichen, wenn die Wilburys durch sind“, erinnert sich Petty später in einem Interview. „Ich glaube, dass mein Album durch die zusätzliche Zeit besser geworden ist.“ Besonders sticht der Hit Free Fallin’ hervor, eine Art Ode an Kalifornien und seine Bewohner*innen. „Ich habe jeden Tag diese Autofahrt gehabt“, erzählt Petty in einem Interview mit Billboard von den Aufnahmesessions. „Das Studio lag im Valley und bin jeden Tag von Beverly Hills ins Valley und wieder zurückgefahren. Dabei bin ich immer am Ventura Boulevard vorbeigefahren und habe das Leben dort beobachtet. Und dann habe ich versucht, ein paar dieser Charaktere einzufangen.“

5. Tom Petty And The Heartbreakers – I Won’t Back Down (1989)

Das Stück I Won’t Back Down (ebenfalls von Full Moon Fever) nimmt Petty mit Ex-Beatle und Co-Traveling-Wilbury George Harrison auf. „Ich hatte an dem Tag eine schreckliche Erkältung“, erinnert sich Petty in einem Gespräch mit Mojo. „George ging in einen Laden, kaufte eine Ingwerwurzel, kochte sie und ließ mich meinen Kopf in den Topf stecken, damit der Ingwerdampf meine Nebenhöhlen freimachte. Dann bin ich ins Studio gerannt und wir haben die Aufnahme gemacht.“ Inhaltlich ist das Stück recht unverblümt und handelt davon, sich fremden Kräften zu widersetzen und „keinen Schritt zurück zu machen“. Nicht zuletzt deshalb kam dem Song nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 eine besondere Bedeutung zu.

6. Tom Petty And The Heartbreakers – Runnin’ Down A Dream (1989)

Auch der Song Runnin’ Down A Dream ist auf Full Moon Fever zu finden und nimmt Bezug auf Tom Pettys musikalische Herkunft. So singt er gleich zu Beginn: „It was a beautiful day, the sun beat down / I had the radio on, I was drivin’ / Trees flew by, me and Del were singin’ little Runaway / I was flyin’“. Mit „Del“ meint Petty den US-amerikanischen Liedermacher Del Shannon und mit „Runaway“ dessen gleichnamigen Song. Wegen der Botschaft in Runnin’ Down A Dream hört man das Stück immer wieder bei Sportveranstaltungen und -übertragungen, zum Beispiel bei den NBA Finals 2006 und 2008. Im Februar 2008 dürfen Tom Petty und seine Heartbreakers den Song im Rahmen der Super Bowl Halftime Show zum Besten geben.

7. Tom Petty And The Heartbreakers – Learning To Fly (1991)

Mit Learning To Fly veröffentlichen Tom Petty And The Heartbreakers am 17. Juni 1991 einen Vorgeschmack auf ihr achtes Album Into The Great Wide Open, das am 2. Juli erscheint. Wir lehnen uns wohl nicht zu weit aus dem Fenster, wenn wir behaupten, dass es sich bei dieser Nummer um einen von Pettys größten Erfolgen handelt. Kein Wunder: Nicht nur, dass der Song in musikalischer Hinsicht ein echter Radio-Hit ist. Nein, auch der Text bietet viele Anknüpfungspunkte und es lässt sich beinahe jede Lebenssituation in die Lyrics hineininterpretieren.

8. Tom Petty And The Heartbreakers – Mary Jane’s Last Dance (1993)

In dieser Nummer zeigt sich Tom Petty mindestens zweideutig. So handelt es sich bei Mary Jane zwar einerseits um einen gewöhnlichen Namen. Andererseits steht die Kombination auch für die Droge Marihuana. Heartbreakers-Gitarrist Mike Campbell erklärt dazu im Interview mit songfacts.com: „In den Strophen geht es um ein Mädchen aus Indiana in einer Indiana-Nacht, aber beim Refrain hatte er [Tom Petty] die Geistesgegenwart, dem Ganzen eine tiefere Bedeutung zu geben. Meiner Meinung nach kann man den Song so interpretieren, wie man möchte. Viele Leute denken, dass es sich um eine Anspielung auf Drogen handelt, und wenn man das so möchte, kann das sein, aber es könnte auch einfach ein Liebeslied zum Abschied sein.“ Petty selbst gab im Gespräch mit performingsongwriter.com Folgendes zu Protokoll: „Ich glaube nicht, dass ich den Song über Gras geschrieben habe. Ich glaube, das war einfach der Name von einem Mädchen.“

9. Tom Petty – Wildflowers (1994)

Mit Wildflowers eröffnete Tom Petty im Jahr 1994 sein zweites, gleichnamiges Album ohne die Heartbreakers. Das Songwriting gestaltete sich wohl recht einfach, wie er 2014 in einem Interview mit performingsongwriter.com verrät: „Ich habe einfach tief durchgeatmet und der Song kam heraus. Der ganze Song. Das war ein Bewusstseinsstrom: Worte, Musik, Akkorde. Ich habe es zu Ende gebracht. Ich meine, ich habe ihn einfach in meinen Kassettenrekorder gespielt. Ich habe den ganzen Song durchgespielt und ihn dann nicht mehr wiederholt. Ich habe dreieinhalb Minuten für dieses ganze Lied gebraucht. Danach habe ich das Band tagelang immer wieder abgespielt, weil ich dachte, dass damit etwas nicht stimmen muss, weil es mir einfach zu leicht gefallen ist. Und dann ist mir klar geworden, dass daran wahrscheinlich überhaupt nichts falsch ist.“

1o. Tom Petty – You Don’t Know How It Feels (1994)

Auch You Don’t Know How It Feels ist auf Tom Pettys zweitem Soloalbum Wildflowers zu finden. „You don’t know how it feels to be me“, singt Petty darin. Worum es in der Nummer genau geht, lässt er offen, doch im Allgemeinen scheint der Song davon zu handeln, ein negatives Erlebnis hinter sich zu lassen und zu neuen Ufern aufzubrechen. Auf Gegenwind stößt die Textzeile „So let’s get to the point, let’s roll another joint“, die große Sendestationen wie MTV dazu veranlasst, den Song nur in einer zensierten Version zu spielen.

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„Into The Great Wide Open“: Als Tom Petty zu den Heartbreakers zurückkehrte

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