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Popkultur

Die musikalische DNA der Rolling Stones

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Würde man die musikalische DNA der Rolling Stones durch ein Mikroskop betrachten, sie würde blau leuchten. Nicht kobaltblau und blau, sondern warm und beseelt. Denn obwohl die Band am anderen Ende der Welt und ein paar Jahre später gegründet wurde, spricht aus jedem Gitarrenlick wie noch dem kleinsten Drumfill der Vibe des Delta Blues.

Der Teufelspaktler Robert Johnson ist aber nicht der einzige, der auf den Sound seinen Einfluss ausübte: Mainstream-Pop, Disko und sogar religiöse marokkanische Musik haben die Stones zu der Naturgewalt gemacht, die sie bis heute geblieben sind – und sich ihrerseits in ganz andere Musikstile einschrieb. Zoomen wir also etwas weiter rein und schauen genau hin! Es ist ja nicht alles Blues, was bläulich glänzt.

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 1. Muddy Waters – Rollin’ Stone (Single Version)

Es soll ja immer noch Leute geben, die denken, die Rolling Stones hätten sich nach Bob Dylans Beleidigungsarie gegenüber Andy Warhol benannt, dem „Napoleon in rags“, der übrigens später das Cover von Sticky Fingers gestaltete. Das ist allerdings unwahrscheinlich, Steine rollen für gewöhnlich doch vorwärts, nicht aber rückwärts durch der Zeit: Dylan schrieb den Song 1965, die Rolling Stones –genauer: Brian Jones – hingegen fanden ihren Namen drei Jahre früher auf dem Rücken einer Single von Muddy Waters: Rollin’ Stone hieß dessen 1950 veröffentlichte Interpretation des klassischen Delta-Blues-Stücks Catfish Blues. Was man eben auf die Schnelle sagt, wenn die Presse anruft und der Bandname eigentlich noch nicht feststeht.

„A rolling stone gathers no moss“ lautet das englische Sprichwort in voller Länge und Ähnliches lässt sich wohl über die Band oder die Gesundheit eines Keith Richards sagen. Der verstand sich übrigens auf Anhieb deshalb so prächtig mit Mick Jagger, weil die beiden sich auf eben jenen Muddy Waters einigen konnten. Noch vor der telefonischen Schnelltaufe der Rolling Stones – die sich bis zur Umbenennung von Manager Andrew Loog Oldham noch Rollin’ Stones schrieben – firmierten die beiden gemeinsam mit Dick Taylor sowie Alan Etherington und Bob Beckwith 1961 unter dem Namen The Blue Boys. Jones’ effektiver Schnellschuss scheint da eindeutig die bessere Wahl.

2. Ernesto Lecuona – Malagueña

Keith Richards ist nicht nur ein medizinisches Weltwunder, sondern auch ohne Zweifel einer der besten Gitarristen des letzten Jahrhunderts. Allein, auch er fing mal klein an – ob nun mit dem Konsum diverser Substanzen oder dem Musizieren. Und zwar klein im wahrsten Sinne des Wortes: Der Legende nach platzierte Richards’ Großvater – ein Jazz-Musiker mit dem klangvollen Namen Augustus Theodore „Gus“ Dupree – eine Gitarre auf einem Regal ab. Außerhalb der Reichweite des kleinen Keith, versteht sich.

Der Deal: Wenn der Jungspund drankäme, dürfe er das Instrument behalten. Der baute sich einen Stapel aus Büchern und konnte so bald seine erste Gitarre sein eigen nennen. Das erste Stück, das der Großvater ihm beibrachte, war ein kubanischer Standard namens Malagueña, der von Ernesto Lecuona komponiert wurde. Eine gute Wahl: Einerseits trägt das Stück bereits die Melancholie der späteren Stones-Balladen in sich, andererseits treffen in ihm die jazzige Melodik und mitreißende Rhythmik zusammen, welche Richards als Gitarristen bis heute auszeichnen.

3. Robert Johnson – Stop Breakin’ Down Blues

Heutzutage wollen alle über Soundcloud entdeckt werden, früher war noch mehr Aufwand nötig: Ein Deal mit dem Teufel musste es schon sein. Den ging der Legende nach Robert Johnson ein, der erst mit einer Neuauflage seiner LP King of the Delta Blues Singers im Jahr 1961 postum zum, na ja, König der Delta-Blues-Sänger wurde. Johnson ist eine mythische Gestalt, von dem so gut wie nichts bekannt ist und von welchem nur wenige verifizierte Fotos existieren.

Die Stones legten selbst immer eine Menge „Sympathy For The Devil“ an den Tag und coverten auf Exile On Main Street – in den Ohren vieler ihr bestes Werk – Johnsons Stop Breakin’ Down Blues. Im nie enden wollenden Wettrennen zwischen den Stones und den Beatles wurde schließlich nicht ohne Grund oft daraus verwiesen, dass die Stones eben mehr Blues und Sex Appeal mitbrächten als die Pilzköpfe aus Liverpool. Übrigens: Das mit Teufelspakt war durchaus metaphorisch gemeint und auf die säkulären Inhalte von Johnsons Lyrics bezogen. Wenn diese Leute gewusst hätten, was später einmal aus Mick Jaggers Mund kommen sollte…

4. The Beatles – I Wanna Be Your Man

Es ist allerdings nicht unbedingt so, als sei die damalige „British Invasion“ ebenso gespalten gewesen wie ihre jeweiligen Fanbases. Nein, auch die Stones zollten den Beatles mal Respekt – und das sehr früh in beider Karrieren. Das Rolling-Stones-Cover von The Beatles’ I Wanna Be Your Man wurde sogar vor dem zweiten Album der Pilzköpfe veröffentlicht: Die Rolling Stones veröffentlichten ihn als Single am 1. November 1961, With The Beatles drei Wochen später.

Die Stones in den 1960ern.
Foto: Michael Ochs Archives/Getty Images

Wie es dazu kam? John Lennon und Paul McCartney trafen auf einem Streifzug durch London zufällig Mick Jagger und Keith Richards und wurden nach neuem Material gefragt, da die beiden gerade im Studio waren, es aber nicht recht flutschen wollte. Lennon und McCartney konnte nur eine rohe Skizze anbieten, schrieben das Stück aber kurzerhand unter Jaggers und Richards‘ Augen fertig. Ein Geniestreich? Nicht unbedingt: Der Song war extra schlicht gehalten, damit ein gewisser Drummer ihn besser singen konnte…

5. Ray Charles – I Got A Woman

Ahmet Ertegun – nie gehört? Tatsächlich handelt es sich um einen der einflussreichsten Player der Pop-Geschichte. Was ihn nicht daran hinderte, ein Nickerchen zu halten, während Mick Jagger ihm gerade erzählte, dass die Stones bei Erteguns Label Atlantic unterschreiben würden. Der Jet Lag, der ganze Alkohol seien schuld gewesen, heißt es dazu in einer Biografie Erteguns. Das war 1969 und die Rolling Stones bereits Superstars – nur sah es finanziell ziemlich mies aus. Die Entscheidung für Atlantic fiel aber nicht nur aus Geldgründen, sondern auch weil dort viele der Stones-Helden groß wurden.

Ertegun nahm 1952 Ray Charles unter Vertrag und ließ ihn unter seinen Augen und Ohren die Eigenkomposition I Got A Woman aufnehmen, eine damals ungewöhnliche Mischung Gospel, Jazz und Blues. Soul war geboren, der Song schrieb Musikgeschichte. „You know, I got a woman / And she lives in the poor part of town“, heißt es im Stones-Song Fool To Cry auf Black And Blue, ihrem fünften Album für Atlantic. Lyrics, die sich wie die etwas zotigere Fortsetzung von Charles’ Klassiker lesen. Ertegun übrigens hatte sein letztes Konzerterlebnis mit den Rolling Stones: Im Alter von 83 Jahren besuchte er im Jahr 2006 ihre Show im New Yorker Beacon Theater, stürzte schwer und wachte nach anderthalb Monaten aus dem Koma nicht mehr auf.

6. Chic – Le Freak

Mick Jagger ist ja vieles. Unter anderem ist er ein Ritter. Ja, richtig: 2003 wurde der Stones-Sänger im Jahr  von der Queen mit einem Schwert abgeklatscht, um seine Verdienste in Sachen Pop-Musik zu würdigen. Das sprichwörtliche weiße Pferd aber überließ er 1977 seiner damaligen Frau Bianca, die ihren dreißigsten Geburtstag im legendären Studio 54 feierte und sich dort auch für ein Foto auf einen Schimmel setzte. Nein, stellte sie im Nachhinein klar, sie sei nicht in den New Yorker Club eingeritten, sondern hätte ihn zusammen mit dem Gatten ganz bürgerlich zu Fuß betreten.

Weniger Glück hatten da Nile Rodgers und Bernard Edwards, die am Silvesterabend desselben Jahres trotz persönlicher Einladung von Grace Jones nicht hereingelassen wurden und sich stattdessen mit ein paar Muntermachern im Studio einschlossen und kurzerhand einen neuen Song komponierten, der Disco-Geschichte schrieb. Den Refrain allerdings änderten sie vor Veröffentlichung des Stücks ab: „Freak out!“ klingt ja doch etwas besser als „Fuck off!“, zumindest in den Ohren der Sittenwächter. Der Sound Chics übrigens ging auch an den Stones nicht spurlos vorbei. Siehe beispielsweise Miss You vom Album Some Girls, welches nur wenige Monate nach der Veröffentlichung von Le Freak erschien.

7. Master Musicians Of Jajouka – War Song/Standing + One Half (Kaim Oua Nos)

Nicht nur Blues in allen seinen Formen und Farben (oder sagen wir eher: Blauschattierungen) oder etwa Disco sogen die Stones in ihre DNA auf. Sondern auch Klänge, die nicht der westlichen Pop-Tradition entsprangen. Das mit einer indischen Sitar gespielte Haupt-Lick von Paint It Black schließlich lässt für sich genommen eher an den Orient als an den Mississippi denken! Verantwortlich dafür ist erneut Brian Jones, dessen Verehrung für das von Bachir Attar angeführte Kollektiv Master Musicians Of Jajouka schließlich in einem ambitionierten Projekte gipfelte.

Brian Jones Presents The Pipes Of Pan at Jajouka erschien 1971 auf dem Label der Stones und versuchte gar nicht erst, sein Publikum mit sogenannter World Music zu überzeugen, wie etwa Paul Simon das seinerzeit tat. Stattdessen wird der Sound des wichtigsten Feiertags der Stadt Sidi-Kacem hörbar, wie ihn Jones dort zum ersten Mal im Jahr 1968 erlebt hatte. Jones schloss die Produktion an den vor Ort gemachten Aufnahmen zwar vor seinem Tod durch Ertrinken im Jahr 1969 ab, erlebte die Veröffentlichung allerdings nicht mehr. Auch die Stones hätten in den Folgejahren sicherlich anders geklungen, denn der Gitarrist wollte den Sound der Meistermusiker Jajoukas mehr in den der eigenen Band integrieren. Interessant wäre das ohne Frage gewesen!

8. Miles Davis – Decoy

Um es mal vorsichtig zu formulieren: Die neunziger Jahre waren nicht nur in modischer Hinsicht eine schwierige Zeit. Für viele Helden vergangener Dekaden bedeuteten sie eine echte Zerreißprobe. Das 1994 veröffentlichte Album Voodoo Lounge kam ein Statement gleich: Ja, unser Bassist ist weg. Ja, wir – Keith und Mick – waren auf Solo-Pfaden unterwegs (und es lief eher geht so). Aber verdammt, ja, wir wollen es immer noch wissen. Während der neue heiße Scheiß im Flanellhemd aus Seattle herüber schlürfte, betrieben die Stones Graswurzelarbeit. Fokussiert sollte das auf Barbados aufgenommene Album werden.

Sie holten sich als Ersatz für das Gründungsmitglied Bill Wyman dennoch ausgerechnet einen Jazzer an Bord: Auf Vorschlag von Schlagzeuger Charlie Watts wurde Wyman von Darryl Jones am Bass abgelöst. Was der drauf hatte, bewies er bereits auf den – zugegeben nicht unbedingt populären – Miles Davis-Alben Decoy und You’re Under Arrest. Insbesondere aber auf dem Titelstück des 1984 veröffentlichten Decoy zeigte Jones, dass er in Sachen Coolness selbst dem Prince of Darkness das Wasser reichen konnte. Eine gute Wahl auch für die Stones, für die der Schritt zurück mehr Standfestigkeit in unruhigen Zeiten bedeutete.

9. The Righteous Brothers – You’ve Lost That Loving Feeling

Produzenten-Legende und Vollzeitweirdo Phil Spector ist zwar gemeinsam mit Barry Mann und Cynthia Weil als der eigentliche Mastermind hinter You’ve Lost That Loving Feeling zu nennen, Brian Jones aber war bei der Aufnahme ebenfalls anwesend. Produzent Brian Stone gab später zu Protokoll, dass eine der Background-Sängerinnen besonders hervorstach: „Es sangen dreißig Menschen im Hintergrund, aber Cher hatte diese Killer-Stimme. Wir haben sie fünfzig Fuß vom Mikrofon entfernt aufgestellt, aber alles, was zu hören war, war sie. Nach der Session nahmen wir sie noch in derselben Nacht ins Büro mit und schlossen einen Vertrag ab.“

So traten Sonny & Cher buchstäblich über Nacht aus dem Hintergrund ins Rampenlicht. Genau dort zollten ihnen die Stones später auch Tribut: Gemeinsam mit Manager Andrew Loog Oldham und der Fernsehmoderatorin Cathy McGowan machten sie zu den Klängen von Sonny & Chers Überhit I Got You Babe in McGowans Sendung Ready Steady Go! allerhand Faxen.

10. Death In Vegas – Aladdin’s Story

Vermutlich haben die Stones den Namen Richard Maguire noch nie gehört und womöglich wissen sie überhaupt nichts von seinem Sample-Tribut an So Divine (Aladdin’s Story) vom Album The Contino Sessions, welches Maguire gemeinsam mit seinem damaligen Partner Tim Holmes unter dem Namen Death In Vegas im Jahr 1999 veröffentlichte. Maguire würde ihnen aber sicher gefallen: Der Brite steht ebenso wie die Stones für einen zukunftsorientierten Sound, der zugleich seine Traditionen ehrt.

Aus dem psychedelisch angehauchten und elektronischen Rock-Sound des Duos wurde spätestens seit dem Weggang Holmes‘ weiter geschraubt. Zuletzt erschien mit Transmission ein Album, für das sich Maguire die ehemalige Porno-Darstellerin Sasha Grey vors Mikrofon holte. Die Stones-Referenz von damals war übrigens sicherlich netter gemeint als der Projektname: Zuerst nannten sich Maguire und Holmes Dead Elvis, bevor die Anwälte eines gewissen Mr. Presley Einspruch erhoben. Vielleicht nicht das Schlechteste: Auch die Stones hätten vielleicht ganz anders geheißen.

„Midnight Rambler“: Die Geschichte hinter der düsteren Mini-Blues-Oper der Rolling Stones

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Popkultur

Zeitsprung: Am 25.5.1982 spielen Metallica in einer Schule.

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Metallica High School

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 25.5.1982."

von Christof Leim

Am Anfang einer Weltkarriere muss man die Gigs nehmen, die man kriegen kann. Alle Dorfmetaller, Rockstar-Azubis und hoffnungsvollen Nachwuchs-Headbanger unter uns kennen das. Den Thrash-Giganten Metallica ging das 1982 nicht anders…

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Hört hier das Metallica-Debüt Kill ‘Em All:


Eigentlich läuft es bei Metallica ziemlich schnell: Im Oktober 1981 geht’s los, Lars Ulrich und James Hetfield treffen sich. Am 14. März 1982 spielen sie schon ihre erste Show in einem Laden namens Radio City in Anaheim; da sind bereits 200 Leute am Start. Knapp zwei Wochen später dürfen sie als komplett unbekannte Krachkapelle sogar zwei Konzerte für die NWoBHM-Legenden Saxon im legendären Whisky-A-Go-Go in Hollywood eröffnen.



Doch noch müssen die Stadien, Arenen und Enormodomes noch ein bisschen warten: Ihr fünftes Konzert passiert in der Cafeteria(!) der Back Bay High School im kalifornischen Costa Mesa, der Schule von Trommler Lars Ulrich. Man darf sich fragen, wie unsere Helden auf die Idee gekommen, denn gut läuft das nicht: Zum einen geschieht der Auftritt tagsüber, um 11:15 Uhr während der Mittagspause der Schüler. Zum anderen rocken Ulrich, Frontmann James Hetfield, Leadgitarrist Dave Mustaine und Bassist Ron McGovney in der Kulisse eines Schultheaterstücks, das im Inneren eines Hauses spielt: “Ich stand bei der Eingangstür”, twittert McGovney später, “James und Lars im Wohnzimmer, und Dave in der Küche!”



Lars notiert damals in seinem Metallica-Tagebuch, dass von anfänglich 200 Zuschauern nur 40 übrig bleiben. “Den Tag kann man komplett vergessen”, urteilt er weiter. “Scheiße gespielt, scheiße angekommen, scheiße geklungen. Wirklich fürchterlich.”




Das klingt alles nicht gut, zumal „Schulcafeteria“ mehr nach Diktat, Pausenbrot und Doppelstunde Mathe klingt als nach Sex, Drogen und Rock’n’Roll. Aber immerhin stehen schon fünf zukünftige Metalliklassiker auf der Setlist: Hit The Lights, Jump In The Fire, Metal Militia, The Mechanix (das zukünftige The Four Horsemen) und als Livepremiere Motorbreath. (Bei der ersten Show hatte es erst zwei eigene Stücke gegeben; die Jungs waren damals also echt schnell.)

Poster für das Schulkonzert, ausgestellt im Metalli-Museum während der Europatour 2017 – Pic: Christof Leim

Daneben spielen unsere junge Helden ausgesuchte NWoBHM-Cover, die 1982 in Kalifornien nur eingeweihte Headbanger kennen: Blitzkrieg von Blitzkrieg, Killing Time von Sweet Savage, Let It Loose von Savage und zwei Nummern von Lars’ Lieblingen Diamond Head: The Prince und Am I Evil?. (Nachlesen könnt ihr die Setlist hochoffiziell auf der Metallica-Homepage.)

Eine besondere Bedeutung kommt diesem Gig jedoch wegen eines anderen Details zu: Ihre ersten Gigs hatten Metallica mit nur einem Gitarristen (Mustaine) bestritten, während Hetfield lediglich gesungen hat. Bei vierten Gig am am 23. April in Costa Mesa übernimmt einmalig ein Herr namens Brad Parker die zweite Gitarre, doch das funktioniert so gar nicht. Auf der Back Bay High School an diesem 25. Mai 1982 spielt Hetfield dann zum ersten Mal auf der Bühne ebenfalls Gitarre – und einer der erfolgreichsten Metal-Frontmänner ist in seinem Element angekommen.

Danach geht es weiter Schlag auf Schlag: Ron McGovney wird durch Cliff Burton ersetzt, die Band zieht nach San Francisco, nimmt eine Reihe an Demos auf, die den weltweiten Tapetrading-Untergrund aufmischen, darunter das so genannte Megaforce Demo, das ihnen den Plattenvertrag beschert. Ein gutes Jahr nach dem Auftritt in der Schule erscheint schon Kill ‘Em All

Zeitsprung: Am 8.12.2013 spielen Metallica in der Antarktis.

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Popkultur

Zum Start der Open-Air-Saison: Die 10 ikonischsten Festivalauftritte aller Zeiten

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FREDDIE MERCURY
Titelfoto: Steve Rapport/Getty Images

David Bowie um fünf Uhr morgens, Kurt Cobain im Rollstuhl, Bob Dylan elektrisch: Diese zehn Festivalgigs haben Musikgeschichte geschrieben. Und stimmen ein auf die erste Freiluftsaison seit 2019.

von Björn Springorum

1. Bob Dylan – Newport Folk Festival, 1965

„Judas!“ Viel mehr muss man zu Dylans berüchtigtem Auftritt beim Newport Folk Festival 1965 nicht sagen. Er wagt es doch tatsächlich, eine elektrische Gitarre zu spielen. Skandal, Zeter und Mordio! Unnötig zu erwähnen, dass sein Auftritt brillant und seine Attitüde schon damals bewundernswert renitent ist.

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2. Jimi Hendrix – Monterey, 1967

Alles beginnt 1967 in Monterey. Es ist eines der ersten Rock-Festivals überhaupt (schlanke zwei Jahre vor Woodstock), es ist das erste große Konzert der Jimi Hendrix Experience in den USA und es ist das Epizentrum des Summer of Love. Am 18. Juni 1967 will das 24-jährige Wunderkind Hendrix, diese Mischung aus Feuerpriester, Sexgott und Jahrtausendkünstler, beweisen, ws in ihm steckt – und zündet während des Gigs einfach mal seine Gitarre an . Seine Anbetung der Flammen sieht nicht nur verdammt eindrucksvoll aus, sie hat auch einen PR-Zweck: Clever übertrumpft er damit The Who, die anschließend spielen und zum Finale natürlich wieder ihre Gitarre zerdeppern.

3. The Who – Woodstock, 1969

Müßig eigentlich, eine einzelne Performance aus diesem schlammigen, lysergischen, chaotischen Fieberwahn herauszulösen. Weil man aber so gut wie immer Hendrix und seinen verzerrten Abgesang auf die Nationalhymne heranzieht, entscheiden wir uns heute mal für The Who, die am Morgen des 17. August 1969 um halb sechs auf die Bühne gehen. Egal, Zeit und Raum waren da längst abgeschafft. Die wilde, sehr körperliche, laute und aggressive Show von The Who resultiert aus der schlechten Stimmung der Band. Die bekommt Aktivist Abbie Hoffman zu spüren, der sich erst Pete Townshends Mikro schnappt und dann von Townsheds Gitarre von der Bühne geprügelt wird. Randnotiz: Für ein Festival des Friedens gab es für die Nummer unpassend viel Applaus. Als The Who von der Bühne gehen, lassen sie eine zerstörte Gitarre und dröhnendes Bass-Feedback zurück. The Who – immer schon wilder und gefährlicher als alle anderen.

4. Led Zeppelin – Bath, 1970

Am Sonntag, den 28. Juni 1970, machen Led Zeppelin der Rock’n’Roll-Welt klar, dass es keine Grenzen für sie gibt. In nur zwölf Monaten wurden sie von einer moderat bekannten Rockband zu Göttern. 150.000 Menschen kamen in die englische Küstenstadt, überwiegend wegen Led Zep. Die nutzen ihre Headliner-Position für ein langes Set, mit dem sie ihrer Heimat ihren Superstar-Status mal gehörig unter die Nase reiben wollen. Und das mit Gusto, Bravado und Grandezza tun.

5. David Bowie – Glastonbury, 1971

Manchmal lohnt es sich, sehr lang wach zu bleiben. Oder sehr früh aufzustehen. Bei David Bowies Glastonbury-Stunt 1971 waren das gerade mal 12.000 Menschen. Die aber kommen am 23. Juni 1971 um fünf Uhr morgens in den Genuss eines einzigartigen Akustik-Sets, bei dem Bowie nach dem Erfolg von Space Oddity seine Wandlungsfähigkeit mal so richtig aufblitzen lässt und Songs wie Oh! You Pretty Things in Unplugged-Versionen spielt.

6. Queen – Live Aid, 1985

Man kann darüber streiten, ob U2s improvisierter Auftritt oder Queens straffes, ökonomisches Medley der eigentliche Höhepunkt des megalomanischen Benefiz-Spektakels Live Aid ist. Fakt ist: Queens 20 Minuten haben die größere Signalwirkung. Die Band hat sich wieder zusammengerauft, Mercurys Stimme überstrahlt alles und Bohemian Rhapsody ist einer dieser Musikmomente für die Ewigkeit.

7. Nirvana – Reading, 1992

1992 werden Nirvana von der Wirklichkeit eingeholt. Der Grunge-Traum wird zum Albtraum, eine aus Rebellion und Antithese gestartete Bewegung wird vom Mainstream ausgeschlachtet – Boulevardpresse inklusive, die Kurt Cobain 1992 als abgehalfterten Junkie darstellen. Cobain reagiert mit gewohnt zynischem Gespür für eine Situation und lässt sich in einem Rollstuhl auf die Bühne schieben. Die Show danach geht in die Annalen ein – anarchisch, kraftvoll, versengend.

8. Manic Street Preachers – Reading, 1994

1994 treten die Manic Street Preachers ohne ihren Gitarristen Richey Edwards auf. Der befindet sich nach einem Selbstmordversuch damals im Krankenhaus, die Band zieht eine der größten Shows ihrer Karriere als Trio durch und legt sich mächtig ins Zeug. Es ist nur der Anfang der Tragödie rund um Edwards: Am 1. Februar 1995, einen Tag vor ihrer USA-Tournee, verschwindet er spurlos. Mehrfach wollen ihn Menschen gesehen haben – auf Goa, Fuerteventura. Doch er taucht nie wieder auf und wird 2008 offiziell für tot erklärt. Wenige Monate zuvor stehen die Manic Street Preachers wieder in Reading auf der Bühne – und widmen ihm ihr Set.

9. Oasis – Glastonbury, 1994

Ihr Triumph von 1994 zeigt, wie schön es gewesen wäre, wenn Oasis ihre Egos im Griff gehabt hätten. Ihre bis dato größte Show ist das Ereignis, das sie zu überlebensgroßen Rockstars macht – mit allen Konsequenzen. Es ist aber auch die Show, die zeigt, wie es dazu kommen konnte: Die Band ist nicht gut, sondern genial, alles passt, hier wird spürbar Geschichte geschrieben.

10. Amy Winehouse – Glastonbury, 2004

Im verregneten Sommer 2004 ist Amy Winehouse noch einen Quantensprung von dem zerstörerischen Ruhm entfernt, der sich ab Back To Black aus der Spur bringen und letztendlich vernichten wird Ein halbes Jahr zuvor war ihr Debüt Frank erschienen, ein vielbeachtetes Werk zwischen Soul, Pop und Jazz, das bei ihrem Glastonbury-Debüt 2004 schon viele Freunde hatte. Die standen im Matsch und sahen eine junge, fröhliche, zufriedene Amy Winehouse, die sang als gäbe es nichts natürlicheres auf der Welt. Das tat sie drei Jahre später auch noch. Nur die Fröhlichkeit, die war dann schon verschwunden.

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Zeitsprung: Am 18.8.1969 beendet Jimi Hendrix das legendäre Woodstock Festival.

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Popkultur

Der Boss kommt: Bruce Springsteen spielt drei Deutschlandkonzerte!

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Bruce Springsteen
Foto: Jamie Squire/Getty Images

2023 wird ein guter Sommer: Bruce Springsteen & The E Street Band kommen nächstes Jahr im Juni und Juli für drei Open-Air-Shows nach Deutschland. Freuen können sich Düsseldorf, Hamburg und München.

von Björn Springorum

Es sind die ersten Live-Dates von Bruce Springsteen und seiner E Street Band seit Abschluss der „The River“-Tour von 2016, mit der er in München und Berlin Halt machte: Für den Sommer 2023 haben der Boss und seine Kollegen jetzt eine endlich mal wieder eine ordentliche Europatour angekündigt. Und zu feiern gibt es viel: Seit ihrer letzte Reise durch die Alte Welt sind mit Western Stars und Letter To You bereits zwei neue, ganz hervorragende Springsteen-Platten erschienen.

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„Ich kann es kaum erwarten, die Bühne mit der legendären E Street Band zu teilen“

Hier die genauen Daten für Deutschland:

21.06.2023 Düsseldorf, Merkur Spiel Arena

15.07.2023 Hamburg, Volksparkstadion

23.07.2023 München, Olympiastadion

Im deutschsprachigen Ausland kommen zudem Zürich (13. Juni) und wien (18. Juli) in den Genuss einer Audienz beim Boss. Der Vorverkauf für alle Shows startet am 3. Juni 2022, um zehn Uhr morgens. Springsteen selbst kommentiert diese frohe Kunde wie folgt: „Nach sechs Jahren freue ich mich, endlich wieder unseren großartigen und loyalen Fans zu begegnen. Ich kann es kaum erwarten, die Bühne mit der legendären E Street Band zu teilen. Wir sehen euch da draußen im nächsten Sommer und darüber hinaus!“

Die aktuell E-Street-Band-Besetzung liest sich derzeit wie folgt: Roy Bittan (Piano, Synthesizer) Nils Lofgren (Gitarre), Patti Scialfa (Gitarre, Gesang), Garry Tallent (Bass), Stevie Van Zandt (Gítarre, Gesang), Max Weinberg (Drums), Soozie Tyrell (Violine, Gitarre, Gesang), Jake Clemons (Saxophon) und Charlie Giordano (Keyboards).

Allgemeiner Vorverkaufsstart:

Fr., 03.06.2022, 10:00 Uhr

www.livenation.de/artist-bruce-springsteen-and-the-e-street-band-1975

www.ticketmaster.de

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Zeitsprung: Am 3.5.1984 erscheint „Dancing In The Dark“ von Bruce Springsteen.

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