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Popkultur

Die musikalische DNA von Taylor Swift

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Vom Country-Sternchen zum Pop-Megastar – in nur wenigen Jahren ist Taylor Swift eine denkwürdige Wandlung gelungen. Sich selbst ist die Songwriterin dabei immer treu geblieben. Von Anfang an zog Swift jedoch viel Kritik auf sich. Country-Fans fanden sie nicht authentisch genug, in der Pop-Welt wurde sie nur zögerlich empfangen. Viele störten sich daran, wie schonungslos die Sängerin ihr Privatleben als Grundlage für ihre Songtexte ausbeutete, manche sahen sie in direkter Konkurrenz zu anderen im Business, von Katy Perry bis Beyoncé. Swifts Antwort drauf? „Shake it all off!“


Hört euch hier Taylor Swifts musikalische DNA als Playlist an und lest weiter:


Nicht nur die Fans, sondern auch die Kritik ist Swift nicht immer freundlich gesonnen. Als Sängerin sei sie unterdurchschnittlich begabt, liest es sich immer wieder in Rezensionen. Was sie selbst dazu sagt? „Ich schreibe Songs“, heißt es ungerührt. „Meine Stimme ist nur ein Mittel, um meine Lyrics rüberzubringen.“ Swift lässt sich nicht so leicht beeindrucken. Was wiederum nicht heißt, dass sie keine Idole hätte. Manche erheben sich sogar selbst zu welchen, wie etwa Samantha Fox. Die Achtziger-Heldin behauptete freimütig, die 1989 geborene Künstlerin mit ihrer Musik von Geburt an geprägt zu haben. Ob’s stimmt? Von Tays Seite zumindest gab es keinen Kommentar…

Eins zumindest wissen wir mit Sicherheit: Die Musik wurde Swift von ihrer Großmutter, einer Opernsängerin, quasi in die Wiege gelegt und obwohl ihre Karriere mit Alben wie Red und 1989 eine entscheidende Abzweigung nahm, so hat sie der Country-Welt nach wie vor einiges zu verdanken. Swifts Geschmack ist breit gefächert, wie sich zuletzt an ihrer Spotify-Playlist Songs Taylor Loves zeigte. Rock, Soul, Rap, Country, Pop, Folk – die Bandbreite ist enorm. Was Swift als Songwriterin, Sängerin und Mensch aber am meisten geprägt hat, verrät uns ein Blick auf ihre musikalische DNA.


1. “Aladdin”-Soundtrack – Arabian Nights

Es gibt für eine junge Künstlerin vermutlich keine prägendere Zeit als die Kindheit. Das gilt insbesondere für Swift, deren Leidenschaft für die Musik durch ihre Großmutter geweckt wurde, die unter anderem als Opernsängerin tourte und sonntags in der Kirche sang. Ein besonders eindrückliches Erweckungserlebnis erlebte sie aber im Kino, als sie etwa drei oder vier Jahre alt war. „Ich kam aus diesen Disney-Filmen raus und habe im Auto nach Hause jeden einzelnen Song mitgesungen“, erinnerte sich Swift. „Wort für Wort! Meine Eltern bemerkten, dass ich mir selbst Texte ausdachte, wenn mich nicht an die richtigen Worte erinnern konnte.“ Klarer Fall von Wunderkind, wie?

Wir hätten ja gerne gehört, wie die kleine Swift über etwa den Soundtrack zum 1992 veröffentlichten Film Aladdin improvisierte. Ihre Geschichte mit Disney war dort allerdings noch lange nicht zu Ende. Mit Gastrollen bei Hannah Montana und den Jonas Brothers stand sie selbst für Disney vor der Kamera und posierte 2013 sogar für die weltberühmte Fotografin Annie Leibovitz für die Disney Dream Portraits Series als Rapunzel.


2. Faith Hill – This Kiss

Nicht nur Disney-Helden, sondern auch die Country-Heroe Faith Hill entdeckte Swift im Fernsehen für sich. Nachdem sie eine Doku über die Songwriterin sah, war sie Feuer und Flamme für die mehr als zwei Jahrzehnte ältere Hill. „Alles was sie sagte, tat oder anzog, versuchte ich nachzuahmen“, gab Swift zu. Sogar ihren frühen Umzug in die „Music City“ Nashville im US-Bundesstaat Tennessee begründete Swift mit dem Einfluss der This Kiss-Sängerin auf ihre eigenen musikalischen Ambitionen.

2009 sollten die beiden genau dort zusammen auf der Bühne stehen. Bei einem Swift-Konzert kam Hill mit auf die Bühne, um das Stück The Way You Love Me der jüngeren Kollegin gemeinsam mit ihr zu performen. Auch dabei sollte es nicht bleiben: Ob nun Swift gemeinsam mit Mitgliedern der Band HAIM This Kiss in den Hals einer Gatorade-Flasche säuselte oder Hill gemeinsam mit ihrer Tochter im Auto zu Bad Blood mit trällerte: Immer wieder sendeten sich die beiden gegenseitig Komplimente.


3. Dixie Chicks – Cowboy Take Me Away

Während Hill als Grande Dame des modernen Country-Rock-Sounds gilt, stehen die Dixie Chicks für einen ungleich klassischeren Ansatz, der doch breite Crossover-Erfolge nach sich zog. Ihr Song Cowboy Take Me Away war der erste, den Swift auf der Gitarre lernte. Als sie mit nur elf Jahren das erste Mal in Nashville zu Besuch war, ging sie mit einem Tape kursieren, auf dem unter anderem Dixie Chicks-Coverversionen von ihr zu hören waren. Zwar hagelte es Absagen, davon ließ sich Swift jedoch nicht unterkriegen.

Denn auch das hatte sie von den Dixie Chicks mitgenommen: eine gehörige Portion Attitüde. Das Trio spielte nicht nur seine Instrumente komplett selbst, sondern ließ sich auch sonst in der männerdominierten Country-Szene nichts vorschreiben. Legendär sind ihre deutlichen Ansagen gegen den Irak-Krieg und den damaligen US-Präsidenten George Bush. Ob sie nicht befürchtet hätten, ihre zum Teil konservative Fanbase zu entfremden? Das Dixie Chick Martie Maguire verneinte. „Ich habe lieber einige wenige coole Fans, die uns verstehen und mit uns gemeinsam wachsen als solche, in deren CD-Wechselfach sich unsere Platten mit denen von Reba McEntire und Toby Keith abwechseln“, sagte sie. Klare Ansage! Mit Swift gesprochen: „Haters gonna hate!“


4. Loretta Lynn – Coal Miner’s Daughter

Faith Hill, die Dixie Chicks oder auch Ryan Adams, Patty Griffin oder Lori McKenna nennt Swift als Einflüsse für ihren modernen, Pop-gewandten Country-Sound, der sie über MySpace berühmt machte. Doch auch die ältere Generation gehört selbstverständlich zu der Riege von Künstlerinnen, von der sie sich früh in ihrer Karriere die notwendigen Songwriter-Kniffe abschaute. Dolly Parton, Tammy Wynette oder Patsy Cline gehören dazu selbstverständlich ebenso wie Loretta Lynn. Und das nicht nur, weil das Gerücht kurstiert, Swift und die 1932 geborene Sängerin seien über – Moment, wir zählen mal eben nach – ach, genau: 20 Ecken verwandt.

Anders als Swift hat Lynn ihre Karriere über kaum Kompromisse in Richtung Pop gemacht und wird der Welt immer als Coal Miner’s Daughter, so der Titel einer von ihr 1970 veröffentlichten Single, in Erinnerung bleiben. Auf Swifts stilistischen Kurswechsel angesprochen, feuerte die Legende die junge Sängerin an: „Schnapp sie dir, Taylor! Das ist das, was sie immer schon wollte“, lachte sie in einem Interview zu ihrem Comeback-Album Full Circle. „I am about as pop as cornbread“, witzelte sie selbst. Das hinderte die beiden nicht daran, sich zumindest in der Rock’n’Roll Hall of Fame einen gemeinsamen Platz in der Ausstellung Women Who Rock neben unter anderem auch Faith Hill zu sichern. Drei Generationen, endlich vereint.


5. Carly Simon – You’re So Vain

Rockende Frauen braucht die Welt. Umso mehr, weil rockende Frauen es in dieser Welt nicht immer leicht haben. Swift gehört zu einer neuen Generationen von Künstlerinnen, die sich offen zu ihren feministischen Überzeugungen bekennen. Was zwar einerseits bedeutet, dass sie sich umso mehr Kritik stellen muss, andererseits aber leider nicht sofort Gleichberechtigung nach sich zieht. „Die Leute sagen, ‚Och, die schreibt nur Songs über ihre Ex-Freunde’‘“, prangerte sie in einem Interview die Doppelmoral der Pop-Community an. „Ich finde, das ist ziemlich sexistisch. Niemand sagt das über Ed Sheeran. Niemand sagt das über Bruno Mars. Die schreiben auch über ihre Ex- und derzeitige Freundinnen, ihr Liebesleben und niemand regt sich darüber auf.“

Es gibt viele andere Fälle, in denen sich ganz ähnliche Muster zeigten. Als Carly Simon 1972 den Song You’re So Vain veröffentlichte, brodelte die Gerüchteküche sofort über: Wen meinte sie denn bloß? Und das, obwohl Simon zwar selbst zugab, beim Schreiben drei bestimmte Männer im Hinterkopf gehabt zu haben, eigentlich aber allgemein über das männliche Ego sinniert hatte. Der Text blieb für Swift nicht ohne Folge. „Ich war eine lyrikvernarrte Teenagerin, als ich diesen genialen Laufpass das erste Mal hörte: ‚Du bist so eingebildet, du denkst vermutlich, dieser Song handelt von dir.‘ Es war, als hätte jemand ein unerforschtes Gebiet für mich aufgeschlossen“, gab Swift zu Protokoll. Dasselbe lässt sich wohl auch hinsichtlich der Fans sagen: Natürlich meinen wir sofort zu wissen, wer mit einem Song wie Dear John gemeint ist. Vielleicht können wir ihn aber ganz allgemein als bittersüße Metapher auf enttäuschte junge Liebe lesen. Oder?


6. Fleetwood Mac – Rhiannon

Natürlich ist Swift nicht die einzige Künstlerin, an der konstant herum gemäkelt wird. Auch Stevie Nicks, vormals die Frontfrau von Fleetwood Mac, musste sich im Laufe ihrer langen Karriere schon einiges anhören. Als sie bei den 52. Grammy Awards im Jahr 2010 mit der jüngeren Kollegin die Bühne betrat, hatte die allerdings das Nachsehen. Nachdem Swift mit Fearless zugleich die Preise für „Album of the Year“ und „Best Country Album“ absahnte, verpatzte sie ihre Teile im gemeinsamen Duett mit Nicks, die sie als eine persönliche Heldin bezeichnet.

Immerhin Jon Caramanica von der New York Times fand versöhnliche Worte über Swifts Gesangsleistung, die mit Nicks zusammen den Fleetwod Mac-Klassiker Rhiannon sang. „Erfrischend zu sehen, dass jemand mit dermaßen viel Talent es mal verhaut“, schrieb er. Nicht das erste Mal, dass Swift auf der Bühne einer Award-Show ziemlich verloren aussah, denn noch im Vorjahr wurde sie beim Video Music Award rüde von Kanye West unterbrochen, als sie ihren Preis in Empfang nehmen wollte. Aber wenn das Leben ihr Zitronen gibt – so viel hat sie dann doch mit Beyconé gemein –, macht Swift Limonade draus. Ihr Song Mean aus dem Herbst 2010 antwortete mit direkten Worten auf die bösartigen Kommentare: „Drunken rumbling on about how I can’t sing / But all you are is mean / And a liar / And pathetic / And alone in life / And mean.“


7. Paul McCartney und die Beatles

Dass Taylor sich überhaupt in erster Linie als Songwriterin und nur in zweiter Instanz als Sängerin identifiziert, hatten wir schon erwähnt. Und wenn sie etwas kann, dann ist das verdammt noch mal tolle Songs zu schreiben. Mit einem ihrer größten Hits überhaupt konnte sie sogar einen der besten Songwriter aller Zeiten auf die Bühne locken, Sir Paul McCartney. Gemeinsam mit dem Ex-Beatle und dem Late-Night-Host Jimmy Fallon spielte sie auf der Geburtstagsfeier von Saturday Night Life eine punkige Version von Shake It Off, bei der McCartney am Bass aushalf, und ein Cover von der Beatles-Nummer I Saw Her Standing There.

Für Swift gehört McCartney zu einer Riege von Artists, zu denen sie auch die Rolling Stones, Brucespringsteen, Emmylou Harris und Kris Kristofferson zählt, die zu ihren unbedingten Vorbildern gehören. „Sie haben etwas gewagt, sind aber über ihre Karrieren hinweg dieselben geblieben“, schwärmte sie. McCartney insbesondere ließe sie fühlen „als hätte er mich in sein Herz und seinen Kopf gelassen… Jede Musikerin könnte von so einem Vermächtnis nur träumen!“ Und seit der Saturday Night Live-Party gehört zu eben jenem Vermächtnis auch ein legendär gewordener Auftritt mit Taylor Swift. Wenn das die Hater mal nicht zum Schweigen bringt!


8. Jimmy Eat World – The Middle

Die Wahl von der eher weniger bekannten Beatles-Nummer I Saw Her Standing There beweist, dass sich Swift bestens mit rumpelndem Rock arrangieren kann. Tatsächlich hörte sie zu Schulzeiten nicht nur Country, sondern auch Musik, die ihre Wurzeln im Punkrock hat. Derweil das Genre Emo noch nie einen sonderlich guten Ruf genossen hat, brachte es einige wichtige Bands hervor. Neben dem Folk-orientierten Schmusesound von Dashboard Confessional und den exaltierten Fall Out Boy machten Jimmy Eat World das Genre berühmt – wenn auch eher unweigerlich.

Mit ihrem Album Bleed American – der Titel wurde nach den Anschlägen vom 11. September 2001 schnell fallen gelassen – enterte die bescheidene Underground-Band quasi über Nacht den Mainstream. Vor allem die zweite Single The Middle war für den raketenhaften Aufstieg der Band verantwortlich. Was für eine Überraschung, dass eben dieser Song 2016 in einem Apple Music-Werbespot wieder auftauchte! In der Hauptrolle, na klar: Taylor Swift, die mit dem Song im Hintergrund vor dem Badezimmerspiegel tanzt. Wir hätten es aber kommen sehen, denn schon 2011 performte Swift gemeinsam mit Jimmy Eat World-Sänger Jim Adkins The Middle während eines ihrer Konzerte, wofür sich die Band zwei Jahre später prompt mit einem We Are Never Getting Back Together-Cover bedankte. „Sie ist zu 100% so großartig, wie ihr es annehmt“, schrieb Adkins über den Auftritt auf Instagram.


9. Britney Spears – Toxic

Die Musik ihrer Jugendzeit hat Swift also heute noch nicht vergessen. Dasselbe gilt für den Bubblegum-Pop der Hanson-Brüder oder Britney Spears, die sie beide bis heute in guter Erinnerung gehalten hat. Auch als sie vornehmlich als Country-Pop-Sängerin bekannt war, schrieb sie 2009 – damals noch auf MySpace – über ihre „unbeirrliche Hingabe“ gegenüber der nur acht Jahre älteren Spears. Nach einem Trip nach Los Angeles habe sie ihr Zimmer verändert vorgefunden. „Irgendwas störte mich… Wo war mein Britney Spears-Poster!? Nein, das kann doch nicht sein! Wo ist es!?“

Das Poster, schrieb Swift im selben Eintrag, wäre von der Mutter aber nur vom Badezimmer ins Schlafzimmer gebracht worden. „Was wiederum ein ziemliches Upgrade ist!“ Ob es heute noch dort hängt? Wir wissen es nicht, wohl aber können wir berichten, dass die Musik von Spears einen deutlichen Einfluss auf den neuen Pop-Sound von Swift hatte. Als diese im August 2017 ihren Song Look What You Made Me Do präsentierte, fielen Fans und der Kritik sofort die Parallen zu Spears’ 2004 veröffentlichten Hit-Single Toxic auf. Es dauerte nicht lange und der Produzent Andy Wu lud ein überzeugendes Mash-Up beider Tracks in Netz. Nur ein Duett der beiden wäre uns lieber…


10. Kanye West – Famous

Ob mit Faith Hill, Stevie Nicks, Paul McCartney oder Jimmy Eat World teilte sie Swift bereits die Bühne. Das lief mal besser und mal schlechter. Besonders schlecht aber lief es 2009, als Kanye West der verdutzten Sängerin in einem ikonischen Moment der Fernsehgeschichte das Mikro entriss, um Beyoncé Komplimente zu machen. Die hätte die Auszeichnung, so wirkte es zumindest, West zufolge eher verdient. Der Skandal war perfekt. Es ging aber noch weiter. West entschuldigte sich zwar, bot Swift aber in nicht gerade bescheidener Manier an, einen Song für sie zu schreiben. Die konterte mit den Zeilen “It’s okay, life is a tough crowd / 32 and still growin’ up now”.

Gerüchteweise musste Jay-Z zwischen den beiden schlichten und tatsächlich überreichte Swift im Jahr 2015 dem Kollegen während der MTV Video Music Awards sogar den Preis für sein Lebenswerk. Friede, Freude… Eierkuchen? Pustekuchen! „I feel like me and Taylor might still have sex / Why? I made that bitch famous (God damn) / I made that bitch famous“, rappt West auf dem Song Famous und räkelt sich mit Gattin Kim Kardashian im Video zum Stück neben einer Swift nachempfundenen Wachsfigur – unbekleidet, versteht sich. Angeblich soll Swift West die Erlaubnis gegeben haben, sie im Song zu erwähnen – behauptet aber steif und fest, über die rüde Wortwahl nicht informiert gewesen zu sein: Das Wort „bitch“ lässt West in einem von Kardashian geleakten Telefonat nämlich nicht fallen. Was der Fall West in jedem Fall beweist: Ob du sie liebst oder hasst – an Taylor Swift kommst du nicht vorbei!


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Popkultur

Zeitsprung: Am 29.6.1980 singt Brian Johnson seine erste Show mit AC/DC.

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Foto: Paul Natkin/Getty Images

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 29.6.1980."

von Christof Leim

Kein einfacher Job: Nur vier Monate nach dem Tod von Bon Scott steht Brian Johnson am 29. Juni 1980 im belgischen Namur zum ersten Mal mit AC/DC auf der Bühne, im Gepäck das noch unveröffentlichte Back In Black. Doch die Tickets gehen weg wie nix Gutes. Und unser Mann ist so nervös, dass er zu zwei Songs den gleichen Text singt…

Hier gibt es das unerreichte Back In Black zu hören:

Wie schnell das bei AC/DC geht damals. Statt zu trauern, muss der Rock weiter rollen: Am 19. Februar 1980 stirbt ihr unvergleichlicher Sänger Bon Scott (alles dazu hier), am 1. April 1980 stellen sie bereits Brian Johnson als den neuen Mann am Mikro vor. Kurz danach nimmt die Band bereits auf den Bahamas Back In Black auf, Ende Mai ist das Ding im Kasten (und wird im Laufe der Jahre völlig zu Recht zum je nach Zählung zweiterfolgreichsten Album aller Zeiten).

Es zählt auf dem Platz

Doch Rock’n’Roll-Geschichte wird vor allem auf der Bühne geschrieben. Deshalb buchen AC/DC vier Wochen vor Veröffentlichung der Platte ein halbes Dutzend kleine Shows in Benelux zum Aufwärmen. Das Line-up: Brian Johnson (Gesang), Angus Young (Gitarre), Malcolm Young (Gitarre), Cliff Williams (Bass), Phil Rudd (Schlagzeug). Der Start wird für den 29. Juni 1980 in der belgischen Kleinstadt Namur geplant. Eine riesige Sache soll das nicht werden, heißt es (wie mit Sabbath mit Dio in Ostfriesland), doch die Tickets für diesen Sonntagabend gehen weg wie nichts Gutes, weswegen die Show in größere Hallen verlegt wird und im großen Palais Des Expositions landet. Um 20 Uhr soll es losgehen, doch die Verantwortlichen bitten mehrmals um Aufschub, weil sie die Räumlichkeiten noch erweitern wollen, denn es seien mehr Leute gekommen als erwartet.

Vollgas: AC/DC unterwegs in Europa 1980 mit ihrem neuen Sänger – Foto: Michael Putland/Getty Images

Und Brian Johnson ist nervös. Das kann man ihm nicht verdenken, schließlich arbeitete der 32-Jährige vier Monate vorher noch in einer Autowerkstatt in Newcastle und hatte mit seiner Musikkarriere (als Sänger von Geordie) bereits abgeschlossen. „Überall hielten die Leute Banner hoch, auf denen stand: ‚Rest in peace, Bon‘!“, erinnert er sich in einem Interview. „Ich habe mich echt gefragt, worauf ich mich da eingelassen hatte. Das konnte doch nicht gut gehen! Aber in der Mitte war ein riesiges Plakat zu sehen mit ‚Alles Gute, Brian!‘ Und mehr brauchte ich nicht – Abfahrt!“

Die Nerven

Trotzdem ist Brian so angespannt, dass er sogar den gleichen Text für zwei Songs singt, also (mindestens) einmal falsch. Im gleichen Interview erinnert er sich an Bad Boy Boogie: „Ich konnte gar nichts hören. Das Publikum hat bestimmt gedacht, ich sei sehr ‚Avantgarde’. Malcolm hat mich nur angesehen und gefragt: ‚Was zum Teufel war das?‘“

 

Auf dem Plan stehen gleich sieben Stücke von Back In Black, mehr als von jedem anderen AC/DC-Album bis dato. Diese Show markiert laut setlist.fm den Konzerteinstand von Hells Bells (als Opener), Back In Black, What Do You Do For Money Honey, Rock And Roll Ain’t Noise Pollution, und Shoot To Thrill. Sogar das selten gespielte Given The Dog A Bone steht auf dem Plan und Shake A Leg als erste Zugabe (laut mancher Quellen zum ersten und einzigen Mal auf einer AC/DC-Setlist). Das immergrüne You Shook Me All Night Long fehlt hingegen noch für ein paar Wochen, wie auch die sehr detaillierte Seite highwaytoacdc.com aufführt. (In besagtem Interview erwähnt Brian die Nummer zwar beiläufig, aber das verbuchen wir nach Tausenden von Einsätzen des Stücks mal als Verwechslung.)

Magische Musikgeschichte

Das Problem mit den neuen Liedern: Die Leute kennen sie noch nicht – und reagieren verhaltener. „Oh Scheiße!“, denkt sich der Sänger, „Sie mögen das Zeug ja gar nicht. Der Abend war schon traumatisch“. Aber doch irgendwie geil: Jahre später nennt Brian die Show gegenüber Ultimate Classic Rock „magisch“. Das glauben wir gerne. Wir wären am liebsten dabei gewesen. Und der Rest ist Geschichte…

Nachtrag: Der Song Bedlam In Belgium von Flick Of The Switch (1983) handelt übrigens nicht von diesem 29. Juni 1980, sondern von einer früheren Show der Band, bei der sie die Bühne pünktlich verlassen sollte, aber nicht wollte – was die Polizei auf den Plan rief.

Zeitsprung: Am 19.2.1980 stirbt der große Bon Scott von AC/DC.

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Popkultur

„Pictures At Eleven“ wird 40: Robert Plants Neuanfang mit Phil Collins

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Robert Plant
Titelfoto: Fin Costello/Getty Images

Um ein Haar wäre Robert Plant nach dem Ende von Led Zeppelin Lehrer an einer Waldorfschule geworden. Dann entscheidet er sich doch für die Musik, hört auf Phil Collins und veröffentlicht vor 40 Jahren sein Solodebüt Pictures At Eleven.

von Björn Springorum

Hier könnt ihr euch Pictures At Eleven anhören:

Der tragische Tod von Jon Bonham am 25. September 1980 besiegelt auch das Ende von Led Zeppelin. Die geplante USA-Tournee wird abgesagt, statt ihren Schlagzeuger zu ersetzen, geben Robert Plant, Jimmy Page und John Paul Jones ihre Auflösung bekannt. Am 4. Dezember 1980 tragen sie die größte und wichtigste Rockband der Siebziger mit einem Statement zu Grabe, das nur mit Led Zeppelin unterzeichnet wird: „Wir möchten verkünden, dass der Verlust unseres engen Freundes und die tiefe Harmonie zwischen und uns unserem Manager dazu geführt haben, dass wir nicht so weitermachen können wir bisher“, heißt es in dem offiziellen Schreiben.

Rudolf Steiner statt Rock‘n‘Roll

Led Zeppelin lösen sich auf, und für einige Zeit sieht es so aus, als würde Robert Plant die Musik an den Nagel hängen. Die zwölf Jahre als Frontmann von Led Zeppelin haben ihn reich und berühmt gemacht, aber natürlich auch ordentlich an seine Grenzen gebracht. Niemand feierte auf Tourneen zuvor derartige Exzesse wie Led Zeppelin. Plant will Lehrer werden und folgt der Rudolf-Steiner-Philosophie – hierzulande besonders durch die Waldorfschulen bekannt. Und irgendwie passt dieser holistische Ansatz doch auch zu diesem Sänger und Texter, der sich immer schon an den Mysterien der Welt abgearbeitet hat, aber auch ein gutes Fantasy-Buch wie Tolkiens Der Herr der Ringe oder walisische Mythologie zu schätzen wusste.

Er wird sogar zur Ausbildung zugelassen, überlegt es sich dann aber doch noch mal anders. Und legt 1982 den Grundstein für eine Solokarriere, die zwar bei Weitem nicht mit den exorbitanten Erfolgen von Led Zeppelin mithalten kann; dafür beflügelt ihn die neugefundene Freiheit, endlich einmal nicht nur auf seinen Brustkorb, seine Haare und seinen Banshee-Gesang reduziert zu werden. Und dafür müssen wir einem gewissen Phil Collins danken. Der ist im Jahr zuvor ebenfalls erstmals als Solokünstler in Erscheinung getreten und hat mit Face Value ordentlich vorgelegt. Jetzt ermutigt er die Hard-Rock-Sirene, es mal als Solitär zu versuchen und stellt ihm gleich noch seine Dienste als Drummer in Aussicht.

„Ich liebe Bonham so sehr, dass ich hinter dir sitzen will, wenn du singst.“

Robert Plant erinnert sich viele Jahre später daran: „Eines Tages kontaktierte mich ein Schlagzeuger und sagte: ‚Ich liebe Bonham so sehr, dass ich hinter dir sitzen will, wenn du singst. Es war Phil Collins. Seien Karriere nahm gerade richtig Fahrt auf und er war total beseelt und positiv und wusste mich zu ermutigen. Niemand konnte sich ausmalen, wie schwierig es damals für mich war, nach allem, was passierte, einen anderen Weg einzuschlagen.“

Das Problem ist ja aber nicht nur ein fehlender Schlagzeuger, sondern auch ein fehlender Komponist. Das war bislang natürlich immer eher Jimmy Pages reich gewesen. Es bringt aber natürlich Vorteile mit sich, der Rockgott der Siebziger schlechthin gewesen zu sein: Robert Plants Adressbuch ist voller spannender Menschen mit einem gerüttelt Maß an Talent und großem Interesse, am ersten Alleingang des Sängers mitzuwirken. Mit dem Gitarristen Robbie Blunt findet er nicht nur ein Bandmitglied, sondern auch einen begabten Komponisten, der sich darauf versteht, gemeinsam mit Plant ein Album zu schreiben, das gleichzeitig nah am Led-Zep-Sound ist und zugleich neue Aromen einbaut.

Befreiungsschlag

Was ab September 1981 in den Rockfield Studios in Wales entsteht, ist ein hervorragendes Hard-Rock-Album mit elektronischen Anleihen, angetrieben von den Schlagzeugern Phil Collins und Cozy Powell und ausgerichtet an Plants mächtigen Schreien. Vielleicht enthält es kein Stairway To Heaven oder kein Kashmir; dafür bietet es einige Songs, die man sich in einem anderen Band-Setup auch auf einem Album von Led Zeppelin vorstellen könnte. Gewollt war das nicht, so Page: „Ich habe viel Schmerzen und Mühen auf mich genommen, meinen eigenen Sound zu kreieren“, sagte er mal. „Irgendwann mitten in den Aufnahmen fragte ich einend er Tontechniker, der auch mit Zeppelin auf Tour war: ‚Ist es zu nah dran? Denn wenn es zu nah ist, hören wir auf!‘ Und er sagte: ‚Aber nein, die Stimmung ist eine völlig andere.‘“ Die Stimmung vielleicht schon. Dennoch sind Slow Dancer und Burning Down On One Side 1982 willkommene Refugien für die immer noch geschockten Zeppelin-Fans.

Sicher spielen Collins und Powell anders als Bonham, sicher hat Robbie Blunts expressiver Stil nichts von Jimmy Page. Doch die Melodien, die epische Breite, die orientalische Verspieltheit und der massive, harte Sound, all das findet sich auch auf Pictures At Eleven. Letzten Endes kann man sich eben immer nur so weit von seinen Schatten lösen wie man es selbst fertig bringt. Für Plant wird das Album zum Befreiungsschlag. Er singt, er komponiert, er produziert – und legt den Grundstein für eine Solokarriere, die auch noch 40 Jahre später blüht.

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Zeitsprung: Am 28.6.2010 verklagt der Folk-Musiker Jake Holmes Led Zeppelin.

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Popkultur

Reich und sexy: Das sind die erfolgreichsten Alben aller Zeiten!

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Elton John
Foto: Michael Webb/Getty Images

70 Millionen verkaufte Einheiten von einem einzigen Album, eine sagenhaft erfolgreiche Best-Of und 38-mal Platin: Hier kommen die Geschichten hinter den zehn erfolgreichsten Platten aller Zeiten.

von Björn Springorum

Natürlich werden immer weniger physische Tonträger verkauft. Natürlich verliert das Album als Format weiter an Bedeutung. Natürlich ist Erfolg Ansichtssache. Die Geschichten hinter den zehn erfolgreichsten Mega-Sellern der Musikgeschichte werden dadurch aber nicht weniger beeindruckend. Im Gegenteil. Vorhang auf für das Big Business.

10. Grease: The Original Soundtrack From The Motion Picture (1978)

Verkäufe: 38 Millionen

Ein Soundtrack-Album unter den zehn meistverkauften Platten aller Zeiten? Ja! Spoiler: Und es wird nicht das einzige bleiben! 1978 veröffentlicht, ging die Musik zu Travolta-Dauerbrenner bis heute rund 38 Millionen Mal über die Ladentische. Die Single You‘re The One That I Want ging vielerorts auf die Eins, Barry Gibb von den Bee Gees greift dem Soundtrack kompositorisch unter die Arme, die Filmband Sha Na Na stand schon in Woodstock auf der Bühne.

9. Bee Gees – Saturday Night Fever (1977)

Verkäufe: 40 Millionen

Soundtrack, die zweite. Und John Travolta, die zweite. Der Disco-Kracher der Bee Gees wird 40 Millionen Mal verkauft und hat bis heute allein in den USA. 16 Mal Platin eingeheimst. Damit bekommt man eine ganze Wand dekoriert. Ganze 24 Wochen stand der Soundtrack ohne Unterbrechung an der Spitze der US-amerikanischen Charts und löste 1977 einem schweren Disco-Boom aus, der sich in Schockwellen über die ganze Welt ausbreitete. Stayin‘ Alive und Night Fever stellen den Grammy sicher – und machen Saturday Night Fever zum einzigen Disco-Album, das diesen Preis gewinnen konnte.

8. Fleetwood Mac – Rumours (1977)

Verkäufe: 40 Millionen

1977 ist ein gutes Jahr für Albenverkäufe. Neben den 40 Millionen Platten von Saturday Night Fever gehen gleich noch mal so viel von Fleetwood Macs Beziehungsdrama Rumours weg. Hitzige Streitereien, kiloweise Koks, Hits am Fließband und alle 20 Minuten neue Saiten für die Gitarre: Ein megalomagisches Werk, eine gigantische Soap Opera – und eine der besten Rock-Platten aller Zeiten.

7 . Shania Twain – Come On Over (1997)

Verkäufe: 40 Millionen

Das jüngste Album in der Top Ten der Bestseller ist auch schon wieder 25 Jahre alt. Und wird wahrscheinlich auf ewig das jüngste bleiben: Irgendwie schafft es Shania Twain 1997 mit ihrem dritten Album Come On Over, rund 40 Millionen Exemplare loszuwerden. Es ist das meistverkaufte Country-Album aller Zeiten, das meistverkaufte Album aus Kanada und das in den USA meistverkaufte Album einer Frau. Wow.

6. Eagles – Hotel California (1976)

Verkäufe: 42 Millionen

Die Eagles toppt niemand. Sie ist die einzige Band, die gleich mit zwei Platten in der Top Ten der meistverkauften Alben vertreten ist. Ihr Meisterwerk Hotel California von 1976 gilt unbestritten als eine der besten Rock-Platten aller Zeiten und wurde bislang rund 42 Millionen Mal verkauft. Das Ende der Unschuld, thematisiert im weltverändernden Titeltrack, dazu mit New Kid In Town oder Life In The Fast Lane gleich zwei weitere Klassiker – 1976 läuft es für die Eagles mehr als rund, zwei Grammys sind der Lohn. Gut, neben den vielen Millionen an Tantiemen, versteht sich.

5. Pink Floyd – The Dark Side Of The Moon (1973)

Verkäufe: 44 Millionen

Ach, die Siebziger. Da konnte man selbst mit einem progerssiven, visionären, fordernden Meisterwerk zum Rockstar werden. Genau so ging es mit Pink Floyd, die 1973 mit The Dark Side Of The Moon von vielbeachteten Rock-Tüftlern zu Superstars werden und in die Stratosphäre geschossen werden. Oder noch weiter. 44 Millionen Alben können sie von ihrem Meisterwerk unters Volk bringen – und jedes einzelne davon verdient.

4. Eagles – Their Greatest Hits (1971-1975) (1976)

Verkäufe: 45 Millionen

Die USA lieben die Eagles. In den Vereinigten Staaten ist keine Platte erfolgreicher als Their Greatest Hits (1971-1975). Auch weltweit sieht es ganz okay aus: Rund 44 Millionen Exemplare ihrer Best-Of wurden bis heute verkauft, bis heute gehen hunderttausende Einheiten davon über den Scanner. Das Geheimnis: Zehn Songs, zehn absolute Hits. Und das sogar ohne Hotel California, das erst einige Monate später erscheint und die Kassen gleich noch mal ordentlich füllt.

3. Whitney Houston – The Bodyguard (1992)

Verkäufe: 45 Millionen

Da haben wir es, das erfolgreichste Soundtrack-Album aller Zeiten: Ebenso wie der Film 1992 ein Millionenpublikum rührt, sorgt auch die offizielle Musik für einen absoluten Hype: Zeitweise verkauft sich der Soundtrack eine Million Mal pro Woche, mittlerweile sind es 45 Millionen verkaufte Alben. Das liegt natürlich an Hauptdarstellerin Whitney Houston und ihrem unglaublichen Cover von Dolly Partons I Will Always Love You. Diesen Song kennt wirklich jeder.

2. AC/DC – Back In Black (1980)

Verkäufe: 50 Millionen

Die Welt ist nicht ganz verloren, wenn sich ein Album wie Back In Black satte 50 Millionen Mal verkauft. Das Comeback mit Brian Johnson nach dem Tod von Bon Scott klingt zunächst nach Zerreißprobe und Feuertaufe, wird dann aber zum glorreichen Triumphzug direkt hinein in die Rock-Ruhmeshalle. Kein Rock-Album hat sich öfter verkauft, kein Rock-Album wird sich jemals wieder so oft verkaufen. Hells Bells!

1. Michael Jackson – Thriller (1982)

Verkäufe: 70 Millionen

Das bestverkaufte Album aller Zeiten ist unbestritten Michael Jacksons Thriller. Irgendwie weiß nur niemand so ganz genau, wie oft das Album jetzt genau verkloppt wurde. Die Zahlen reichen von 50 bis 150 Millionen, die geschätzte Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwie dazwischen. So oder so: Es wurden eine Menge Einheiten von Thriller gepresst. Die Produktionskosten liegen bei 750.000 US-Dollar (heute ungefähr das Dreifache), nach seinem Moonwalk-Debüt im Fernsehen verkauft sich Thriller eine Million Mal pro Woche: Schon Ende 1983 waren 32 Millionen Platten verkauft.

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