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Popkultur

Die musikalische DNA von Volbeat

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Gäbe es so etwas wie den Postillon für Rock und Metal, folgende Schlagzeile wäre am ehesten dort zu erwarten: „Dänische Band erlangt Weltruhm mit Mischung aus Rockabilly-Ästhetik und modernem Metal-Sound“. Denn seien wir doch ehrlich: Wer außer Metallicas giftzwergigem Drummer Lars Ulrich fällt Metalheads schon ein, wenn sie an das Land der Pølser und Bungalowsiedlungen denken? Na, Volbeat natürlich! Deren Geschichte klingt eigentlich zu schön, um wahr zu sein und ist doch genau das: Das ganz wirkliche und wahre Resultat von viel Schweiß und Herzblut.


Höre dir hier die musikalische DNA von Volbeat in einer Playlist an und lies weiter:

 


Es gibt viele Erklärungen für den unvergleichlichen Erfolg von Volbeat. Die einfachste aber ist: Sie machen geile Musik. Musik, die mit viel Groove die Tür eintritt und Whiskeygläser an die Wand schmeißt. Musik, die unter all der harten Schale auch einen weichen Kern hat. Musik, die Stories wie die der Ness Family über mehrere Alben hinweg weitererzählt und trotzdem für sich genommen begeistert. Volbeat machen eben mehr als nur „Elvis-Metal“, wie ihr Stil gerne scherzhaft bezeichnet wird. Stattdessen machen sie ihr eigenes Ding. Ein Blick auf die musikalische DNA der Band zeigt uns, woher ihre Einflüsse kommen und lässt uns verstehen, was diese Band so besonders macht. Fake News sehen anders aus!


1. Death Zombie Ritual

Fangen wir ganz am Anfang an: Was kam vor Volbeat? Sänger Michael Poulsen war bis zur Jahrtausendwende in der dänischen Death Metal-Szene aktiv und trug das Erbe von Death weiter, die das Genre mit ihrem Album Scream Bloody Gore maßgeblich mitgeprägt hatten. Mit 17 Jahren zog er aus der verschlafenen Kleinstadt Ringsted ins kosmopolitische Kopenhagen und gründete dort seine eigene Band, für die Death-Mastermind Chuck Schuldiner als größte Inspiration diente. Dominus veröffentlichten zwischen den Jahren 1994 bis 2000 vier Alben, die aber nur mäßigen Erfolg einfahren konnten. Im Jahr 2000 beendete Poulsen die Band und widmete sich einem neuen Stil, da ihm die Death Metal-Szene schon lange nicht mehr schmeckte. „Es wäre doch bescheuert, mit meiner neuen Band genauso wie Dominus zu klingen“, sagte er in einem Interview über die Gründung von Volbeat. „Nun war ich frei, das zu tun, was ich wollte: harte Rock’n‘ Roll-Musik unter einem neuen Namen.“ Den allerdings nahm er von der Vorgängerband mit: Seine neue Band benannte Poulsen nach dem dritten Dominus-Album Vol.Beat.


2. Elvis Presley – You’ve Lost That Loving Feeling (Live)

Obwohl es unfair ist, Volbeat in die Schublade des Elvis-Metals zu stecken: Dass es sich insbesondere bei Poulsen um einen glühenden Fan handelt, davon zeugt nicht nur sein Tattoo mit dem Namen des Kings. Selbst in den Linernotes von Volbeats erstem Album ist der Name Elvis Presleys zu lesen: Die Lyrics von Caroline #1 bestehen aus Songtiteln großer Elvis-Hits! Auf dessen Musik hatten Poulsens Eltern ihn gebracht, insbesondere der Vater des Frontmanns war ein glühender Verehrer des Rock-Stars. Während seiner Beerdigung kämmte der Sohn zärtlich den Bart des Vaters mit einem Kamm, den er bei einem Besuch auf dem ehemaligen Elvis-Anwesen Graceland auf dessen Grab legte. Nicht Poulsens einziger Besuch an der beliebten Pilgerstätte: 2010 heiratete er dort seine damalige Freundin Lina. Allein, es half nichts: Die beiden haben sich mittlerweile scheiden lassen. Wer wohl wem zuerst gesagt hat: You’ve Lost That Loving Feeling?


3. Hank Williams – I’m So Lonesome I Could Cry

An tröstender Musik zumindest dürfte es nach der Scheidung nicht gefehlt haben, denn auch Country ist fest in die musikalische DNA von Volbeat eingewoben. Und was wäre ein besserer Begleiter durch schwere Tage als die Musik von Hank Williams, Johnny Cash und Co.? Eben. Ein Dauerspender des Mitgefühls ist ohne Frage I’m So Lonesome I Could Cry, den Volbeat auf Guitar Gangsters & Cadillac Blood coverten, ihrem dritten Album. Es ist eine Version von tausenden, dafür aber eine ganz besondere: Mit seinem brüchig klingenden Akustikkauftakt bereit die Volbeat-Interpretation auf eine faustdicke Überraschung vor. So haben wir das Stück zweifellos noch nie gehört! Ob es Hank Williams gefallen hätte? Der ist nämlich dessen eigentlicher Songwriter und veröffentlichte es erstmals im Jahr 1949 als Single. So oder so: Kein Wunder, dass Poulsen einen Song covern würde, den Elvis auf einem Konzert als den „traurigsten aller Zeiten“ ankündigte. Harte Schale, weicher Kern – wir erwähnten es bereits.


4. Dusty Springfield – Son Of A Preacher Man

Das erzählerische Universum von Volbeat ist voll von Schurken, abgehalfterten Halunken und grimmigen Gangstern. Eine reine Würstchenparty also? Keineswegs, denn was wäre so ein echtes Rockabilly-Kabinett ohne seine Frauen! Eine der liebsten Shady Ladies der Band ist ohne Zweifel Dusty Springfield. Deren zeitloser Klassiker I Only Want To Be With You aus dem Jahr 1963 erhielt ein ähnliches rigides Update wie I’m So Lonesome I Could Cry: Statt bittersüßer Streicher gab es harte Gitarrenriffs und fette Double-Bass-Einlagen zu hören! Aber so sehen zärtliche Huldigungen im Volbeat-Universum eben aus. Auf Konzerten widmete Poulsen den Song schließlich seiner (Ex-)Gattin. Springfields Einfluss auf die Band äußert sich vielleicht auch subtil in den Kollaborationen, die Volbeat im Laufe ihrer Karriere eingegangen sind: Den Harlem Gospel Chor für das Stück Goodbye Forever einzuladen, darauf wäre doch nur ein echter Son A Of A Preacher Man gekommen, oder?


5. Misfits – Angelfuck

Okay, okay, okay, Moment mal! Volbeat – Chorknaben? Auf keinen Fall. Zwar gibt Poulsen zu, sich für die spirituellen Aspekte des Lebens zu interessieren, ist jedoch in erster Linie von deren düsteren Seiten fasziniert. „Ich schätze, das ist einfach etwas, für das sich viele Leute aus der Metal- und Rock-Szene interessieren“, zuckte er in einem Interview mit den Schultern. „Ich erinnere mich nur daran, als Teenager viele Horror-Filme gesehen zu haben und tue das immer noch.“ Kein Wunder also, dass bei seiner Band die von der trashigen B-Movie-Ästhetik früher Horrorfilme geprägten Misfits hoch im Kurs stehen. Sogar der Gesang von Poulsen erinnert nicht allein an Elvis Presley, sondern in vielen Momenten an den der ehemaligen Misfits-Frontröhre Glenn Danzig oder an dessen Nachfolger, Jerry Only. Mit Only stand die Band sogar schon selbst auf der Bühne, um den Misfits-Klassiker Angelfuck zu performen! Wer aber nun der bessere Misfits-Sänger ist, Danzig oder Only, das ist eine Diskussion ganz für sich. Eins zumindest ist klar: Deren Texte hätten der braven Dusty Springfield vermutlich den Hut vom Scheitel gefegt!


6. Social Distortion – Making Believe

Ob nun aber Glenn Danzig oder Jerry Only – beide Misfits-Sänger brachten eine gehörige Portion Rockabilly-Feeling in den rohen Sound der Band ein. Auch andere Punk-Bands, die Volbeat als Vorbild dienten, wagten sich über die engen Genregrenzen hinaus. Social Distortion etwa gründeten sich 1979 und damit drei Jahre nach den Misfits, erweiterten aber die damals schon verglühende Punk-Explosion um Einflüsse aus dem Blues, Rock’n’Roll oder sogar Country. Ihr Cover von Jimmy Works Country-Song Making Believe diente als Vorlage für die Volbeat-Version des Stücks, welche auf Guitar Gangsters & Cadillac Blood zu hören war. Aus seiner Verehrung für die Band um Mike Ness macht Poulsen ebenfalls keinen Hehl: In fetten Lettern prangt ihr Name auf seinem rechten Unterarm! „Eine Tour mit Social Distortion oder Motörhead wäre natürlich ein Traum!“, schwärmte noch 2007 in einem Interview. Zumindest mit Lemmy Kilmister durfte er noch vor dessen Ableben die Bühne teilen: Beide Bands waren gemeinsam mit Lacuna Coil 2012 im Vorprogramm von Megadeth unterwegs. Da wird das mit Social Distortion schon auch noch klappen!


7. Metallica – Master Of Puppets

À propos Megadeth: Der Sound der Big Four des Thrash Metal steckt natürlich auch in der DNA von Volbeat. Neben Anthrax waren vor allem immer Metallica ein wichtiger Fixpunkt im Universum der Band. Unter anderem deshalb, weil die dänische Herkunft von Drummer Lars Ulrich eine Verbindung zwischen beiden Bands herstellte. Ulrich war es auch, der die Band für ein Festival in Arhus ins Vorprogramm der Four Horsemen einlud. „Lars Ulrich fragte den Promoter: ‚Wer ist derzeit das heißeste Eisen in Dänemark?‘, und er schlug uns vor“, erinnerte sich Poulsen in einem Interview an den denkwürdigen Gig. Obwohl es bei weitem nicht der letzte sein sollte, den beide Bands gemeinsam bestritten, so war es doch ein ganz besonderer. Freudig schwelgt Poulsen in Erinnerungen daran, wie Hetfield bei diesem Konzert am Bühnenrand zum Beat mitnickte und nach der Show mit ihm über Gott und die Welt fachsimpelte. „Du musst wissen, dass er für mich schon immer das große Vorbild war“, verriet Poulsen. „Auch die Art zu singen habe ich mir verinnerlicht.” Wir hören’s!


8. Anthrax – In The End

Viererkonstallationen wie im Thrash Metal sind im Genre bei Weitem keine Seltenheit. Wer im Metal zu dritt ist, dem fehlt scheinbar etwas. So auch bei Volbeat, die zwischen 2011 bis 2013 nach dem Ausstieg ihres Gitarristen Thomas Bredahl nach Ersatz suchten. Nachdem kurzzeitig Hank Shermann von Mercyful Fate aushalf, fand die Band in Rob Caggiano ihr fehlendes Puzzlestück. „Im Grunde gingen wir als Trio ins Studio und kamen als ganze Band wieder heraus“, ließ sich Poulsen über die gemeinsame Arbeit am Album Outlaw Gentlemen & Shady Ladies mit dem ehemaligen Anthrax-Gitarristen zitieren. „Die Zusammenarbeit war so inspirierend und spaßig, dass wir ihn kurzerhand behielten!“ Obwohl Caggiano von einer der langlebigsten Metal-Bands überhaupt zu Volbeat herüberwechselte, ist der 1976 geborene US-Amerikaner das jüngste Mitglied der dänischen Kombo. Zu Anthrax stieß er nämlich erstmals im Jahr 2001. Ob aber bei seinem Ausstieg im Januar 2013 alles bei rechten Dingen zu ging? Nur einen Monat nach seiner „extrem schwierigen und emotionalen Entscheidung“ nämlich begrüßte ihn die Band offiziell als neues Mitglied. Böses Blut scheint es zumindest keins zu geben: 2015 gingen Volbeat gemeinsam mit Anthrax und Crobot auf Tour.


9. Napalm Death – You Suffer

Nicht nur der klassische Metal aber gereichte Volbeat immer wieder zur Inspiration. Nein, auch eine Band wie die Grindcore-Pioniere von Napalm Death hatten ihren Einfluss auf den Sound des mittlerweile internationalen Quartetts. Auf Beyond Heaven / Above Hell ließ sich sogar Mark „Barney“ Greenway, Frontgrunzer der britischen Höchstgeschwindigkeitskombo, für den Song Evelyn für ein paar kehlige Death Grunts einladen. Die Band mit der bis dato kürzesten Single der Welt – You Suffer ist kaum mehr als eine Sekunde lang – faszinierte Poulsen bereits, als er sich damals seine allererste Gitarre kaufte. „Jemanden wie Barney von Napalm Death auf unserer Platte zu haben war eine echte Leistung“, berichtete er stolz vor Release von Beyond Heaven / Above Hell. „Es ist toll zu sehen, dass Träume in Erfüllung gehen können.“ Das Feature war aber auch als Statement zu verstehen: Poulsen ist es wichtig, dass seine Band nicht nur auf ihre Einflüsse aus den fünfziger Jahren reduziert wird. Wie falsch das wäre, daran dürfte spätestens seit Evelyn niemand mehr einen Zweifel haben!


10. Dubstar – Stars

Und falls noch jemand Nachhilfe braucht: Volbeat schaffen es selbst, mit einer Psychobilly-Sängerin gemeinsam einen Country-Song zu einem beswingten Stück Rock-Musik zu verwandeln. Der Song Lonesome Rider auf Guitar Gangsters & Blood Cadillac featuret Sarah Blackwood – und zwar nicht wie oft fälschlich angenommen die britische Trip-Hop-Sängerin von Dubstar, sondern die kanadische Künstlerin, die auch als Mitglied von Walk Off The Earth bekannt ist.  „I AM NOT THE GIRL FROM DUBSTAR“, heißt es wohl nicht ohne Grund auf ihrer offiziellen Facebook-Seite: Der Fehler findet sich sogar auf Wikipedia! Obwohl wir zumindest uns gut vorstellen könnten, wie Volbeat aus einem verträumten Dream-Pop-Stück wie Stars eine kantige Rock-Nummer zaubern könnten. Und vielleicht laden sie dazu gleich beide Sarahs ins Studio ein…?


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Brennende Betten, brennender Tommy und ein verhedderter Fallschirm: 5 Anekdoten, die nur aus dem Leben von Tommy Lee stammen können

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Tommy Lee
Foto: Emma McIntyre/Getty Images for SiriusXM

Nur fünf Anekdoten aus dem Leben von Tommy Lee? Es gäbe wahrscheinlich mindestens 5.000 zu erzählen. Diese finden wir besonders unterhaltsam, tragisch oder schockierend.

Hier könnt ihr euch Andro von Tommy Lee anhören:

1. Als er auf der Girls, Girls, Girls-Tour einen Drogendealer hinter sich herfahren ließ.

Über die Drogeneskapaden von Mötley Crüe wurde schon so viel geschrieben, dass es nahezu unmöglich ist, noch eine neue Geschichte aufzustöbern. Wir haben uns deshalb für eine der unterhaltsamsten entschieden. „Die Girls, Girls, Girls-Tour von 1987 gehört zu den geilsten Erlebnissen meines Lebens“, erzählt Schlagzeuger Tommy Lee im Interview mit dem britischen Guardian. „Zumindest glaube ich das, denn ich erinnere mich an nichts, außer an jede Menge verschwommenen Wahnsinn. Wir hatten einen mächtig großen Jet, endlos viel Kohle und konnten machen, was immer wir wollten.“

Spätestens seit der Mötley-Crüe-Bandbiografie The Dirt wissen wir alle: Egal, welche Ausschweifungen man sich so ausmalt … Tommy Lee und Co. setzen immer noch einen drauf. „Eine Zeit lang hatten wir sogar unseren eigenen Drogendealer, der in einem Luxus-Oldtimer hinter unserem Tourbus hergefahren ist“, berichtet Lee weiter. „Auf seinem Kennzeichen stand: DEALER. Wann immer wir aus dem Bus ausgestiegen sind, ist er mit seiner diamantbesetzten Rolex, seinen Goldketten und ein paar Bitches in jedem Arm aufgetaucht und hat der Band und der Crew ganze Bündel voller Koks zugeworfen. Er war der pimphafteste Dealer aller Zeiten und hatte immer seinen Partyhut auf.“ Doch die Plattenfirma von Mötley Crüe bekommt kalte Füße. Schließlich könnte die Polizei bei einem auffällig gekleideten Drogendealer in einem Luxusauto mit dem Kennzeichen „DEALER“ stutzig werden. Die Band muss sich von ihrem hauseigenen Rauschmittelhändler verabschieden. In Versorgungsnot geraten die Musiker während der Tour aber wohl trotzdem nicht.

2. Als er mit einer Leuchtfackel in einem Hotelzimmer herumspielte und das Bett in Brand steckte.

In den Siebzigern und Achtzigern gehört das Zerstören von Hotelzimmern für viele Rockstars schlicht und ergreifend dazu. Das gilt (natürlich) auch für Mötley Crüe. Als die Band 1986 durch die Schweiz tourt, nimmt sie ihren Auftrag durchaus ernst. Nicht nur, dass Schlagzeuger Tommy Lee und Frontmann Vince Neil in ihrem Hotelzimmer ein paar Leuchtfackeln anzünden. Nein, das Duo Infernale steckt damit auch gleich das Bett in Brand. Als wäre das nicht genug, zerstört die Band im gleichen Hotel auch noch die Glasfenster der Aufzüge.

3. Als sich sein Fallschirm beinahe nicht geöffnet hätte.

Sein Leben hat Tommy Lee im Lauf der Jahrzehnte immer wieder aufs Spiel gesetzt. Doch mit einem Vorkommnis hat er wohl selbst nicht gerechnet. So verrät er im Interview mit dem britischen Classic Rock Magazine die gefährlichste Situation, in der er sich je befand: „Das ist etwas, was du nicht hören willst, wenn du gerade einen Fallschirmsprung machst“, steigt er in die Erzählung ein. „Ich mache gerade einen Tandemsprung, bin an einen Lehrer geschnallt, er ist mit dem Fallschirm auf meinem Rücken und höre: ‚Oh, fuck!‘ Ich schaue nach oben und der Fallschirm hat sich verheddert. Er zerrt daran und kämpft mit den Seilen und ich denke: ‚Das war’s, ich bin am Arsch, es ist vorbei.‘ Aber dann hatte ich eine spirituelle Erfahrung und dachte: ‚Ich kann nichts tun. Ich werde den freien Fall einfach genießen, bis ich auf dem Boden aufschlage.’ Als ich gerade losgelassen hatte, ging der Fallschirm auf einmal auf. Nicht cool.“

4. Als er sich in Wyoming an der Pyrotechnik verbrannte.

Am 12. Oktober 2005 spielen Mötley Crüe im Casper Events Center (heute: Ford Wyoming Center) — und dabei geht einiges schief. Laut Ultimate Classic Rock habe sich Tommy Lee an jenem Abend an einem Seil zwischen verschiedenen Drumsets hin und her geschwungen, wobei er in einen Funkenregen geraten sei. Dabei habe er „oberflächliche Verbrennungen and seinen Armen und im Gesicht erlitten“ und versucht, die Show noch zu Ende zu bringen. Doch man habe auf Nummer sicher gehen wollen, wie Mötley-Crüe-Frontmann Vince Neil im Interview mit People verrät: „Er sah nicht gut aus, als die Sanitäter ihn hinter der Bühne behandelt haben, also haben wir uns dazu entschieden, ihn ins Krankenhaus zu schicken.“ Zum Glück sehen die Verbrennungen schlimmer aus als sie sind: Schon zwei Tage später sitzt Lee in Bismarck (North Dakota) wieder am Schlagzeug.

5. Als er ein Dickpic in den sozialen Medien postete.

Als hätte nicht sowieso schon ein ungleich großer Teil der Weltbevölkerung Tommy Lees Penis gesehen, musste der Schlagzeuger am 11. August 2022 noch einen draufsetzen — und postete in den Social Media ein Foto von seinem Gemächt. „Vor einigen Wochen hatten wir eine etwa zweiwöchige Tourpause“, erklärt der Trommler das Dickpic später im Rahmen eines Konzerts. „Und ich habe mich abgeschossen, Alter. Mich volllaufen lassen. Ich war so voll, dass ich mich ausgezogen und Bilder von meinem Schwanz gepostet habe. Dabei bin ich eigentlich ein Mann der Brüste. Ich sehe gerne Brüste. Aber ich dachte: Das ist die Nacht der gleichen Möglichkeiten. Ich wollte in dieser Nacht jedermanns Ding sehen. Komm schon, hol deinen Schwengel raus!“ Ah ja … Bei Facebook und Instagram wurde das Foto schon längst wieder gelöscht. Bei Twitter kann man sich Lees gesamte Herrlichkeit noch immer anschauen. Haben wir gehört.

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Tommy Lee: Mötley-Crüe-Drummer zieht jetzt auf Only Fans blank

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Popkultur

5 Wahrheiten über den Sound der Deutschen Einheit

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Für alle Insider*innen, jahrzehntelangen Fans, Neugierigen und Einsteiger*innen: Hier nehmen wir uns mal ein paar Minuten Zeit und präsentieren euch fünf Geschichten, Anekdoten oder Fun Facts zu einem Genre, einer Band oder einem/r Künstler*in. Einfach, weil das Leben witzigere, unglaublichere und interessantere Geschichten schreibt, als jede*r Autor*in jemals könnte.

In dieser Woche dreht sich alles um den 3. Oktober 1990, jenen Tag, an dem aus West und Ost wieder ein gemeinsames Deutschland wurde. Knapp ein Jahr zuvor, am 9. November 1989, war die innerdeutsche Mauer gefallen. Ein Ereignis, das auch in der Musik stattfand. Wir liefern fünf Wahrheiten über den Sound der deutschen Einheit.

1. Pink Floyd und die wahrgewordene Utopie

Noch im Juli meinte Roger Waters von Pink Floyd, dass es nur einen einzigen Anlass geben würde, aus dem er das bandeigene Riesenspektakel The Wall noch einmal inszenieren würde – und zwar den Fall der Berliner Mauer. Waters sah dieses Ereignis in so weiter Ferne, dass er sogar in Erwägung zog, dafür seinen Ex-Bandkollegen David Gilmour mit auf die Bühne zu holen. Knapp vier Monate später fiel die Mauer tatsächlich und im Juli 1990 wurde Waters Gedankenspiel Realität: The Wall wurde am Potsdamer Platz noch einmal aufgeführt – zwar ohne David Gilmour, aber dafür mit vielen Auftritten anderer Stars.

2. Der Boss in Ostberlin

Auftritte von westlichen Künstler*innen in der DDR waren rar gesät. 1988 etwa trat Bruce Springsteen in Ostberlin auf. Weil der SED-Zentralrat das Konzert als gute Möglichkeit der massenpolitischen Arbeit der FDJ ansah, wurde Bruce Springsteen eine Auftrittsgenehmigung für die DDR erteilt. Rund 200.000 Bewunder*innen des Bosses kamen zur Radrennbahn Weißensee, wo Springsteen seinem Wunsch Ausdruck verlieh, dass eines Tages alle Barrieren abgerissen werden sollen. Der Satz wurde aus der Übertragung des Konzertes geschnitten – änderte aber nichts daran, dass sein Wunsch gut anderthalb Jahre später Wirklichkeit wurde.

3. Das David-Hasselhoff-Gate

Auch gut 30 Jahre nach dem Mauerfall hält sich das Gerücht wacker, David Haselhoff sei mitverantwortlich für dieses geschichtliche Großereignis, da er wenige Wochen nach der Maueröffnung dort seinen Hit Looking for Freedom sang und sich Menschen aus West- und Ostdeutschland dazu in den Armen lagen. Aber: weit gefehlt. „Ich hatte nie etwas damit zu tun und habe das auch nie gesagt. Niemals“, äußerte sich der Baywatch-Star unlängst gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

4. Das Eigenleben von Freiheit

Wer an Musik und Mauerfall denkt, hat sicherlich auch Freiheit von Marius Müller-Westernhagen im Sinn. Aber: Nicht nur, dass MMW den Song schon drei Jahre vor dem Mauerfall schrieb, nein, er hatte den Fall der Mauer nicht Mal im Sinn. Die Live-Version von Freiheit entwickelte vor dem Hintergrund des Mauerfalls allerdings ein Eigenleben und wurde zur Hymne des Herbstes. „Freiheit zeigt, dass künstlerische Produkte ein Eigenleben annehmen können. Wenn es in diesem Fall dazu gedient hat, dass der Song Menschen Kraft und Hoffnung gegeben hat, ist das ein glücklicher Umstand, der mich natürlich sehr freut“, sagte Marius Müller-Westernhagen gegenüber der TZ.

5. Wind Of Change ist ein rechtlich geschützter Begriff

Klar, Wind Of Change gilt unangefochten als die Hyme der Wende schlechthin. „Mein Gedanke war: Die ganze Welt in einem Boot und alle sprechen eine Sprache – Musik. Im September entstand Wind Of Change in Deutschland und im November fiel die Berliner Mauer. Der Song drückte ein Gefühl der Hoffnung aus, dass wir alle in der Zukunft in einer friedlicheren Welt leben können“, erklärte Klaus Meine mal gegenüber dem Fernsehsender VOX. Der Song machte die Scorpions binnen kürzester Zeit zu Weltstars. Nur logisch, dass Klaus Meine und Rudolf Schenker seitdem Inhaber der Wortmarke Wind Of Change sind.

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10 Songs zum Tag der Einheit: Deutschland, die Mauer und andere Problemchen

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Popkultur

10 Songs zum Tag der Einheit: Deutschland, die Mauer und andere Problemchen

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Foto: Sean Gallup/Getty Images

Am 3. Oktober 1990 war es offiziell: West- und Ost-Deutschland gehören wieder zusammen, die Berliner Mauer fiel schon ein Jahr vorher, der Eiserne Vorhang begann sich nach und nach zu lüften. Wir schauen zurück auf dieses historische Ereignis mit Songs, die damals und in der folgenden Zeit zum Soundtrack des wiedervereinigten Deutschlands wurden.

1. Scorpions – Wind Of Change

Los geht’s mit offensichtlichsten Song: Die sogenannte „Hymne der Wende“ ist auf jeden Fall der kitschigste, aber auch emotionalste und bekannteste Klassiker, den Mauerfall und Wiedervereinigung im Nachhinein hervorgebracht haben. Ein Jahr nach der Maueröffnung und kurz nach dem Zusammenschluss von BRD und DDR war Wind Of Change mit seinem Plädoyer für das Ende der Ost-West-Trennung die perfekte musikalische Untermalung für das, was gerade vor sich ging. So schreibt man Geschichte mit.

2. Westernhagen – Freiheit

Auch wenn dieser Song schon ein paar Jahre vorher veröffentlicht wurde, ist er ganz fest mit der deutschen Einheit verknüpft. Natürlich wegen des programmatischen Titels. Aber auch weil Westernhagen einer der vielen Künstler*innen war, die beim „Konzert für Berlin“ in der Deutschlandhalle auftraten, ein paar Tage nach dem Fall der Mauer. Dass Freiheit in diesem Setting eine extrem emotionale Rolle zukam, versteht sich von selbst.

3. Udo Lindenberg – Horizont

Allerallerspätestens mit dem Musical Hinterm Horizont ist Udo Lindenberg zu einer Galionsfigur für das geteilte Berlin und die Menschen geworden, die trotz aller gemauerten Widerstände zusammen sein wollten. Horizont ist die Liebesballade, die im Zentrum des Musicals steht. Und obwohl Sonderzug nach Pankow die politisch stärkere Hymne ist, berührt einen Horizont doch ein wenig mehr.

4. Die Prinzen – Millionär

Mauer weg, Invasion der Ossis. Für viele Westdeutsche (und natürlich auch ehemalige DDR-Bürger*innen) war die Wiedervereinigung eine mindestens zweischneidige Sache. Auch musikalisch war das Land jetzt vereint, und Die Prinzen wurden zu den ersten neuen gesamtdeutschen Popstars. Millionär war ihr erster putziger Hit.

5. WestBam / Dr. Motte – Sunshine

Techno und House gelten als inoffizieller Soundtrack der Wende – zumindest in Berlin. Mauerfall und Wiedervereinigung fielen eher zufällig mit dem Aufkommen der neuen Jugendkultur zusammen, aber es hätte nicht besser passen können: Auf großen Raves, in neuen Clubs und Events wie der Loveparade feierte Berlin seine neue Zusammengehörigkeit, mit einer Musik, die sich nicht um Ost oder West schert. Dr. Motte und Westbam waren zwei der damaligen Protagonisten, die regelmäßig neue Hymnen für die „ravende Gesellschaft“ produzierte.

6. Tocotronic – Aber hier leben, nein danke

Das neue Deutschland, genau so wie die zwei alten, war für viele nicht unbedingt etwas, mit dem man sich identifizieren konnte oder wollte. Egal, welche politische Meinung man hier hat – besonders die Deutschland-Kritiker*innen aus dem linken Spektrum haben ihre Vorbehalte immer in tolle Musik verpackt. So wie Tocotronic hier. Zwar ist der Titel ziemlich eindeutig, der Text allerdings sehr kryptisch und der Song unglaublich gut.

7. Slime – Deutschland

Andere waren da schon deutlicher: Dieser deutsche Punk-Klassiker stammt zwar aus den 80ern, ist aber bis heute ein Dauerbrenner. Vor allem wenn es darum geht, unserem Land auch mal die Meinung zu geigen. Das muss es schließlich aushalten.

8. Rocko Schamoni – Mauern

Und auch hier muss man ein bisschen ironische Skills mitbringen: Denn unser liebster Hamburger Lebenskünstler Rocko Schamoni empfiehlt bei zu viel sozialen Spannungen, einfach eine Mauer zu bauen. Kennt man ja. Aber ist natürlich auch nicht ganz so ernst gemeint. Die Satire-Partei Die Partei tut allerdings sehr überzeugend so, als würde sie ihre radikalen Forderungen ernst meinen – zum Beispiel, tatsächlich wieder eine Mauer in Deutschland zu errichten. Natürlich wurde Schamonis Song zur ihrer Wahlkampf-Hymne.

9. Pink Floyd – Another Brick In The Wall, Pt. 2

Auch dieser Rock-Klassiker handelt von einer Mauer, aber nur im übertragenen Sinne von der Berliner. Seit Pink Floyd 1988 aber ein Konzert direkt an der Mauer gespielt haben, ist der Song wie der gleich folgende untrennbar mit der Wiedervereinigung verknüpft.

10. David Hasselhoff – Looking For Freedom

Ein bisschen Spaß muss sein, ne? Denn in Expertenkreisen weiß man, dass es vor allem The Hoff war, die die Mauer zu Fall brachte. Looking For Freedom muss man heute schon mit sehr viel Augenzwinkern hören, doch damals war es ein Mega-Hit. Und wenn man sich die Begeisterung bei Hasselhoffs Mauer-Auftritt im Jahr 1989 ansieht, dann kann man schon verstehen, wieso The Hoff so von seiner historischen Leistung überzeugt ist.

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5 Wahrheiten über den Sound der Deutschen Einheit

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