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Popkultur

Zeitsprung: Am 24.10.2000 erscheint „Hybrid Theory“ von Linkin Park.

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Foto: Cover

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 24.10.2000.

von Timon Menge und Christof Leim

Wer um 1990 herum geboren wurde, kann sich eine Jugend ohne Linkin Park wohl kaum vorstellen. Auf dem Höhepunkt der Nu-Metal-Welle veröffentlichen die US-Amerikaner am 24. Oktober 2000 ihr Debüt Hybrid Theory — und schaffen damit über Nacht den ganz großen Durchbruch.

Hier könnt ihr euch Hybrid Theory anhören:

Als Linkin Park am 24. Oktober 2000 ihr Erstlingswerk veröffentlichen, ändert sich für sie einfach alles. Klar, die Kombination aus Rock und Hip-Hop ist zu jener Zeit schon längst nichts Neues mehr, schließlich haben Aerosmith damit schon 1986 losgelegt, Gruppen wie Body Count legen ab 1990 nach. Doch Linkin Park verbinden die Mischung auf dem Höhepunkt der Nu-Metal-Welle mit einer Mainstream-Tauglichkeit, die der Gruppe quasi über Nacht zu weltweiter Berühmtheit verhilft. Doch fangen wir vorne an…

Starten schon mit ihrem Debüt kometenhaft durch: Linkin Park – Foto: Warner/Promo

Die Gründung von Linkin Park passiert 1996, damals noch unter dem Namen Xero. 1999 steigt Sänger Chester Bennington ein und vervollständigt das klassische Line-up. Noch im selben Jahr veröffentlicht die Truppe unter ihrem neuen Banner Hybrid Theory eine EP mit dem gleichen Titel, die sie mithilfe eines Street Teams in Internet-Chatrooms in Umlauf bringt. Ab da lässt der dicke Plattenvertrag nicht mehr lange auf sich warten. Das Label rät zu einem neuen Namen. Der lautet: Linkin Park. Doch die Gruppe stößt auf noch mehr Gegenwind…

„Alle steckten ihre Nase in unsere Band.“

Der Plattenfirma gefällt der Stil nicht so recht; man rät Frontmann Bennington dazu, seinen Kollegen Mike Shinoda zu feuern, der bei Linkin Park vor allem für die Hip-Hop-Vocals zuständig ist. Bennington solle sich stattdessen lieber darauf konzentrieren, eine Rockplatte aufzunehmen. Der denkt natürlich nicht daran und hält Shinoda die Treue. Auch Turntable-Zauberer Joe Hahn erinnert sich in unserem Interview an diese Zeit: „Alle steckten ihre Nasen in unsere Band, wollten uns verändern, Dinge aufdrängen, die wir nicht wollten. Wir mussten früh um unsere Identität kämpfen und haben beschlossen, das auch durchzuziehen. Hätten wir es nicht so machen können wie wir das vorhatten, hätten wir es auch nicht gemacht.“

Heute wissen wir: Sie haben es gemacht. Gleich auf ihrer ersten Veröffentlichung bilden Linkin Park die Ängste einer Generation ab und schreiben mit Songs wie One Step Closer, In The End, Crawling und Papercut nieder, was Jugendliche mitunter so beschäftigt: Drogen- und Alkoholsucht, Scheidung der Eltern, Einsamkeit, Enttäuschungen und das Gefühl nach einer gescheiterten Beziehung. 

Einflüsse: Pink Floyd, Led Zeppelin, Nine Inch Nails, Metallica

Musikalisch zitieren sie unter anderem ihre großen Vorbilder, wie Shinoda erklärt: „Wir ließen all diese zeitlosen Alben in unseren Sound einfließen, die auch uns geprägt hatten. Pink Floyd, Led Zeppelin, Nine Inch Nails, Metallica. Diese Platten wurden schon bei ihrer Veröffentlichung verehrt und hallen auch noch Jahrzehnte später nach. Diese Langlebigkeit hat uns zutiefst beeindruckt.“ Abgesehen von ihren Rock-Einflüssen spicken Linkin Park ihren Sound aber natürlich auch mit einer gehörigen Portion Hip-Hop. Für das Artwork von Hybrid Theory legt Shinoda selbst Hand an. Das kann er auch, denn vor seiner Karriere als Musiker verdient er seine Brötchen als Grafikdesigner. 

Als die Platte am 24. Oktober 2000 erscheint, gibt es kein Zurück mehr: Fast fünf Millionen Exemplare gehen bereits im ersten Jahr nach der Veröffentlichung über die Ladentheke, kein Album verkauft sich 2001 öfter. Linkin Park schießen also schon mit ihrem Debüt auf den Rockolymp — und bleiben dort für viele Jahre. 

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