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Popkultur

Interview mit Ian Gillan: „Was damals passierte, kann man kaum in Worte fassen“

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Ian Gillan 2019 in Berlin. Foto: Frank Hoensch/Redferns/Getty Images

Und sie können es immer noch: Diesen Freitag veröffentlichen Deep Purple ihr tolles neues Album Whoosh!. Wenige Tage vor seinem 75. Geburtstag sprachen wir mit Sänger Ian Gillan über die Hard-Rock-Explosion 1970, das Älterwerden und die Aufnahmen in Nashville.

von Björn Springorum

Ian Gillan sieht aus wie Einstein. Sagt er zumindest. Seit Wochen war er nicht beim Friseur, jetzt gleich, nach diesem Interview soll es endlich so weit sein. Wirklich wichtig scheint ihm das nicht: Er ist abgetaucht in die Abgeschiedenheit seiner Zweitheimat Portugal. Eigentlich wäre er ja gerade mit Deep Purple auf Tour, warum er das nicht ist, müssen wir nicht dazusagen. Dafür erwartet er in stiller Freude die Veröffentlichung des 21. Studioalbums mit dem absonderlichen Titel Whoosh!.

Darauf präsentieren sich er, Ian Paice, Roger Glover, Steve Morse und Don Airey beneidenswert agil, experimentierfreudig und voller Tatendrang. Hard Rock in all seinen Facetten, druckvoll, melodisch, verspielt bis knackig, immer höchst lebendig. Also durchaus anders als der ruhige, entschleunigte und ereignisarme Alltag seines derzeitigen Lebens in Portugal. Für einen wie Gillan ist das aber natürlich kein Problem.

Fehlt dir das normale Musikerdasein nicht? Das Unterwegssein, die Auftritte, der ganze Rummel?

Als Musiker bist du es gewohnt, zu warten. Wie sagte Ian Paice doch mal so schön: “Wir werden nicht fürs Auftreten bezahlt, sondern fürs Warten.” Und darin sind wir ziemlich gut. Wir machen also wie immer das Beste daraus und freuen uns fürs Erste, noch am Leben zu sein. Mir fehlt vielleicht das Singen ein bisschen, aber ich schreibe immer noch jeden Tag an neuem Material. Und der Rest der Streber-Bande, der wird immer noch jeden Tag üben, wie ich ihn kenne. (lacht)

Spazieren wir ein wenig in die Vergangenheit: Kannst du dich noch an deinen Auftritt in einem Pub mit deiner früheren Band Episode Six erinnern, bei der dich Deep Purple wie Scouts bei einem Fußball-Match beobachteten?

Ich wusste, dass Deep Purple damals einen neuen Sänger suchten, also fielen mir diese Typen mit den sonderbaren Frisuren auch sofort auf, die da in der Ecke des Pubs standen. Das war traditionsgemäß die Ecke, in der jemand stand, der dich auschecken wollte. Kurz darauf riefen sie mich an und fragten, ob ich bei ihnen einsteigen wollte. Weil es mit Episode Six eh gerade zu Ende ging, nutzte ich das Momentum, verließ die Band und wurde der neue Sänger von Deep Purple. Deep Purple wollten auch meinen Episode-Six-Kollegen Roger Glover abwerben, aber er lehnte erst ab, weil er Angst hatte, dass Episode Six sonst auseinander fallen würden. Ich konnte ihn überzeugen – und somit stiegen bei Deep Purple nicht nur ein neuer Bassist und ein neuer Sänger, sondern auch ein neues Songwriting-Team ein. Schon bei der ersten gemeinsamen Session änderte sich alles: Wir änderten uns, der Stil änderte sich, Deep Purple änderten sich. Alles explodierte.

„Den Beatles und den Kinks verdanken wir, dass wir unsere eigenen Songs schreiben konnten“

Dann kam auch schon 1970 und euer Durchbruch mit In Rock. Es war generell das Jahr, in den Hard Rock salonfähig wurde, zusätzlich befeuert von Black Sabbath und Led Zeppelin. Fühlte es sich damals auch so magisch an wie es sich heute liest?

Was damals passierte, kann man kaum in Worte fassen. Schicksal war das, Magie – aber keineswegs nur das Wirken von Sabbath, Zeppelin und Purple! Sicher, wir mögen unsere Rolle gespielt haben. Aber was ist denn mit den Bands, die uns beeinflusst haben? Was ist mit Chopin, mit Dusty Springfield? Mit Cliff Bennett And The Rebel Rousers? Wichtig zu wissen ist, dass dies die Zeit der Piratensender waren, die es uns endlich erlaubten, uns von der BBC loszusagen. Endlich konnten wir Musik spielen und hören, die sich nicht dem Drei-Minuten-Diktat beugte. Den Beatles und den Kinks verdanken wir, dass wir unsere eigenen Songs schreiben konnten. Und dann kam auch noch Jim Marshall und stattete uns mit Verstärkern aus, die lauter und härter und verzerrter klangen als alles zuvor. Stellen Sie sich mal Sabbath oder Purple mit den kleinen Vox-Verstärkern der Beatles vor. Unmöglich! All das sind Faktoren, die man miteinbeziehen muss, wenn man über diese Zeit redet. Wir waren ein Teil dieser Bewegung, ja, aber es gab so viel mehr Bands als uns drei.

Ein halbes Jahrhundert ist seither vergangen und noch immer füllt ihr die Hallen und Arenen. Erstaunt euch das manchmal?

Ja! Wir sagen das sehr oft, aber wir sind den Fans sehr dankbar für ihre Loyalität. Wir können es nicht fassen, dass sie uns immer noch die Treue halten – zumal wir ja nie an sie denken, wenn wir Musik schreiben. Wenn wir Musik schreiben, dann gibt es nur die Musik, keine Fans, Radiosender, Plattenfirmen oder Musikmagazine.

Dennoch sträubt ihr euch nicht gegen Neues: Mit Bob Ezrin habt ihr seit drei Platten denselben Produzenten.

Bob ist ein bisschen mit dem Auftauchen von Jim Marshall zu vergleichen. Plötzlich gibt es da dieses neue Element, das die Dinge aufwirbelt und neu zusammensetzt. Schon bei einem unserer allerersten Treffen vor den Aufnahmen zu Now What?! sagte er einen für mich sehr bedeutsamen Satz: Ich will keine Songs, ich will Musik! Er wollte uns, wie wir auf der Bühne waren: Frei, improvisierend, ein einziger Jam. Bob brachte eine ganz neue Energie in die Band, die mit dafür verantwortlich ist, dass wir jetzt zum dritten Mal mit ihm zusammenarbeiten. Und dass es uns überhaupt noch gibt.

Ist es also auch ihm zu verdanken, dass Whoosh! so unverkrampft, so lässig klingt?

In einer Band wie Deep Purple füllt er eine wichtige Rolle aus: Wir sind eine Demokratie ohne Anführer, und er trifft die Entscheidungen. Das beschleunigt alles ungemein, weil wir früher eher ewig an der schlechten Idee eines Mitglieds getüftelt haben, weil wir dessen Gefühle nicht verletzten wollten und es aussaßen, bis die Idee eines natürlichen Todes gestorben war. (lacht) Bei Bob gibt es so etwas nicht. Wenn er etwas nicht mag, sagt er das, wir verwerfen es und machen weiter. Der helle Wahnsinn, wir alle lieben das!

Die Aufnahmen in Nashville liefen also gut? Die Songs zumindest lassen das mit ihren langen Intros und vielen Jams vermuten.

Nach acht Wochen hatten wir die Platte weitgehend im Kasten. Und das ist wirklich kein Vergleich zu früher. Im Grunde war es wie ein Bürojob: Wir kamen mittags ins Studio, nahmen sechs Stunden auf, gingen noch einen trinken oder etwas essen und dann wieder in unsere Apartments. Es gab nichts anderes als die Musik. Keine Regeln, keine Grenzen. Wenn wir diese Energie freisetzen, fühlen wir uns immer noch wie damals, als wir alle Regeln der Musikindustrie brachen. (lacht)

Whoosh! erscheint am 07. August 2020.

10 Songs, die jeder Deep Purple-Fan kennen muss

Popkultur

Zum Geburtstag der Metal-Diva: Tarja Turunen wird 45!

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Tarja Turunen
Foto: Giuseppe Maffia/NurPhoto via Getty Images

Mit Nightwish hat sie den Metal-Olymp erklommen, seit 2005 verfolgt sie eine überaus erfolgreiche Solokarriere: Tarja Turunen zählt ohne Weiteres zu den erfolgreichsten Sängerinnen der Rockmusik. Doch wie hat eigentlich alles angefangen und was macht die finnische Grande Dame des Metal heute?

von Timon Menge

Hier könnt ihr euch In The Raw von Tarja anhören:

Ob wohlklingend oder nicht: Der erste Schrei von Tarja Turunen ertönt am 17. August 1977 in einem kleinen finnischen Dorf namens Puhos nahe der russischen Grenze. Sie wächst mit einem jüngeren und einem älteren Bruder auf; ihre Eltern arbeiten in der Stadtverwaltung und als Zimmermann. Schon im Alter von drei Jahren fällt Tarja als herausragende Sängerin auf, als sie bei einer Kirchenveranstaltung eine finnische Version des Stücks Vom Himmel hoch da komm’ ich her von Martin Luther zum Besten gibt. Anschließend tritt sie in den Kirchenchor ein, mit sechs nimmt sie die ersten Klavierstunden. Noch weiß das Wunderkind nicht, dass ihm eine große Karriere bevorsteht.

Auch in der Schule bemerkt man Tarjas musikalisches Können. „Man musste ihr nur eine Note geben und sie hat sofort alles verstanden“, erzählt ihr früherer Musiklehrer Plamen Dimov in einem Interview für die offizielle Nightwish-Biografie. „Mit anderen musste ich drei-, vier-, fünfmal proben.“ Tarjas Talent bringt allerdings auch Probleme mit sich. Weil einige Mitschülerinnen neidisch auf ihre Singstimme sind, mobben sie die junge Musikerin. Lehrer Dimov reagiert darauf und verlagert die musikalischen Aktivitäten von der Schule in die Freizeit. Ihren ersten großen Auftritt hat Tarja mit 15, als sie im Rahmen eines Kirchenkonzerts als Solistin vor rund Tausend Menschen auftritt. Doch noch immer steht die Sängerin bloß am Anfang dessen, was noch kommen soll.

Tarja Turunen: Mit Nightwish an die Spitze des Metal-Olymp

Mitten im finnischen Winter 1996 meldet sich Tarjas alter Schulkamerad Tuomas Holopainen bei der damals 19-jährigen Musikerin. Er habe ein neues akustisches Musikprojekt gegründet. Ob Tarja nicht als Sängerin einsteigen wolle. Sie schlägt ein, doch dann kommt alles anders. Gleich bei den ersten Proben merken alle Beteiligten, dass Tarjas Stimme seit der Schulzeit reichlich an Kraft gewonnen hat und gar nicht mehr zu ruhigen Akustik-Songs passt. Gitarrist Emppu Vuorinen steigt auf eine E-Gitarre um, Holopainen beschließt, dass die Band viel massiver klingen muss, um Tarjas Stimme gerecht zu werden. Das Grundgerüst steht. Nur ein Name für das Projekt fehlt noch. Kurze Zeit später ist klar: Die neue Band heißt Nightwish.

„Mehr Bombast, mehr Drama“ lautet das Motto der neu gegründeten Gruppe. Holopainen kann einen Plattenvertrag für Nightwish an Land ziehen und ab da geht es für die Newcomer nur noch in eine Richtung: nach oben. Schon das Debüt Angels Fall First (1997) schlägt ein, sehr zur Überraschung der Plattenfirma. Ab da wird es richtig ernst. Nightwish gehen auf Tour, Tarja bricht ihr Studium ab. Mit den folgenden Alben Oceanborn (1998), Wishmaster (2000) und Century Child (2002) klettern Nightwish immer weiter an die Spitze, 2004 gelingt den Finnen mit Once zum ersten Mal der Sprung auf Platz eins der deutschen Albumcharts. Gleich danach kommt es zum Bruch — und die Finnen setzen ihre Sängerin vor die Tür.

„Es ist an der Zeit, sich zu entscheiden, ob die Geschichte von Nightwish hier endet, oder ob sie weitergehen wird“, schreibt die Band in einem offenen Brief an Tarja. Man wolle die Band fortführen. „Genauso sicher ist aber, dass wir mit dir und Marcelo [Tarjas Ehemann — Anm. d. Aut.] nicht mehr weitermachen können.“ Ihren Rauswurf trägt Tarja mit der maximal möglichen Fassung, doch an einer Sache stört sie sich: „Ich kann die Art und Weise, wie meine Band mir das Ganze mitgeteilt hat, immer noch nicht nachvollziehen“, erklärt sie nach dem offenen Brief von Nightwish. „Es hätte so viele Möglichkeiten gegeben, mir das auf anderem Wege zu sagen.“ Nach einer schweren Phase der Trauer rappelt sich die Sängerin wieder auf — und macht solo weiter.

„Heute ist alles anders.“

Nach wie vor zählt Tarja Turunen zu den berühmtesten und versiertesten Sänger*innen des Metal. Mit ihrer dreieinhalb Oktaven starken Stimme zieht sie weiterhin Fans auf der ganzen Welt in ihren Bann und hat seit 2006 stolze acht Soloalben veröffentlicht. „Heute ist alles anders“, verrät sie 2016 in einem Interview mit dem britischen Metal Hammer. „Ich habe eine Karriere, ich habe mein Publikum und mein Leben als Künstlerin. Ich bin frei. Es ist unglaublich, wenn man sich die Dinge selbst aussuchen kann, entscheiden kann, wie man was macht, und mit wem man zusammenarbeitet. Das möchte ich nicht mehr missen.“ Die aktuelle Nightwish-Sängerin Floor Jansen bezeichnet Tarja im selben Interview als „längjährige Freundin“ und ergänzt: „Wir haben vor ein paar Tagen noch gemailt.“

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Zeitsprung: Am 1.11.1997 debütieren Nightwish mit „Angels Fall First“.

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Popkultur

Zeitsprung: Am 17.8.1959 erscheint „Kind Of Blue“ von Miles Davis.

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Michael Ochs Archives/Getty Images

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 17.8.1959.


von Timon Menge und Christof Leim

Kind Of Blue gehört zu den schlichtesten Aufnahmen der Musikgeschichte, aber auch zu den wichtigsten und schönsten. Am 2. März und am 22. April 1959 spielen Miles Davis und seine sechs Mitmusiker die Platte ein, am 17. August 1959 erscheint sie. Werfen wir zum Geburtstag einen Blick auf das Jahrhundertwerk des Jazz.

Hier könnt ihr euch Kind Of Blue anhören:

Ende des Jahres 1958 gehören Miles Davis und seine Bandmitglieder zu den gefragtesten Jazzmusikern New Yorks. Die Gruppe spielt einerseits Klassiker des Bebop, andererseits ein Repertoire von Popsongs. Wie im Jazz üblich, reichern die Künstler ihre Nummern mit Improvisationen an, die zu den Akkordfolgen der Stücke passen. Wie viele andere Musiker stört sich allerdings auch Davis zunehmend an den engen Grenzen der Richtung — und schlägt einen anderen Weg ein.

Diese fünf Musiker wurden erst etwas später berühmt

Die Aufnahmen zu Kind Of Blue finden an zwei Tagen in den 30th Street Studios in New York City statt. Am 2. März 1959 spielen Davis und seine Band, zu der auch Jazzlegende John Coltrane gehört, die Songs So What, Freddie Freeloader und Blue In Green ein. All Blues und Flamenco Sketches folgen am 22. April. Entgegen der landläufigen Meinung, das Album sei während nur eines einzigen Versuchs entstanden, befindet sich wahrheitsgemäß kein einziger sogenannter „First Take“ auf der Platte.

Vor den Sessions haben Davis’ Mitmusiker beinahe keine Gelegenheit zum Üben. Sie wissen noch nicht einmal so genau, was sie überhaupt einspielen sollen. In den Liner Notes kann man nachlesen, dass der Bandleader im Vorfeld gerade einmal grobe Skizzen mit einigen Tonleitern und Melodieabläufen verteilt. Als sich die Instrumentalisten im Studio einfinden, gibt Davis ihnen eine kurze Einweisung zu den einzelnen Songs, und die Aufnahme eines der wohl wichtigsten Jazzalben aller Zeiten beginnt. 

An dieser Stelle in das weite Feld der Kirchentonarten, Halbtonschritte und Modi einzusteigen, würde den Rahmen sprengen. Halten wir daher Folgendes fest: Mit Kind Of Blue entfernen sich Davis und seine Mitmusiker von den seinerzeit üblichen Dur-/Moll-Tonleitern und greifen auf eine wesentlich umfangreichere Trickkiste zurück. Dadurch schaffen sie nicht nur deutlich mehr Abwechslung, was die grundlegenden Songstrukturen betrifft, sondern vor allem jede Menge Raum für vielfältige Improvisation.

Bis heute behält Kind Of Blue seinen Legendenstatus. Ob im Jazz, in der Klassik oder im Pop: Die meisten Experten teilen die Meinung, dass Miles Davis mit seinem größten Erfolg die Musikwelt umgekrempelt hat. Mehr als sechs Millionen Mal geht das Werk über die Ladentheke, in den USA genießt das Album vierfachen Platinstatus, ein sagenhafter, fast pop-esquer Maßstab.

Miles Davis 1984 – Foto: David Gahr /Getty Images

Zeitsprung: Am 8.11.1985 spielt Miles Davis den Bösen bei „Miami Vice“.

 

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Popkultur

Eine ahnungslose Gospelband, ein Blitzlogo und ein Besuch von Bruce Springsteen: 3 Anekdoten, die nur aus dem Leben von Elvis stammen können

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Elvis Presley
Foto: Michael Ochs Archives/Getty Images

Seit inzwischen 45 Jahren müssen wir ohne Elvis Presley auskommen. Am 16. August 1977 verstarb der „King“ im Alter von nur 42 Jahren. Doch bis heute ranken sich zahlreiche Legenden und Geschichten um den ersten aller Rockstars. Drei davon haben wir für euch aufgeschrieben — darunter auch ein ungebetener Besuch vom „Boss“.

von Timon Menge

Hier könnt ihr euch den Soundtrack zum Biopic Elvis von Regisseur Baz Luhrmann anhören:

1. Mit 19 wurde Elvis von einer Gospelgruppe abgelehnt.

Genau wie die Beatles einmal legendär abgelehnt wurden, musste auch der „King Of Rock’n’Roll“ zu Beginn seiner Laufbahn mit allerhand Zurückweisung zurechtkommen. So attestierte ihm sein Musiklehrer in der Schule zum Beispiel, dass Elvis nicht besonders gesangsbegabt sei. So kann man sich täuschen. Im Alter von 19 Jahren bewarb sich Elvis Presley außerdem bei den Songfellows, einem Ableger der deutlich berühmteren Gospelgruppe The Blackwood Brothers. Doch die Band lehnte ihn ab. Als wenig später ein Platz bei den Songfellows frei wurde, weil eines der Mitglieder zu den Blackwood Brothers wechselte, sollte der „King“ noch eine Chance bekommen. Zu jener Zeit hatte Elvis allerdings schon einen Plattenvertrag mit Sun Records unterschrieben. Der Rest ist Geschichte.

2. Ein Gewitter während eines Flugs nach Memphis lieferte die Inspiration für das legendäre TCB-Logo — oder doch nicht?

Wie genau das ikonische TCB-Logo [kurz für: „Taking Care of Business“] entstand, das sich Elvis als Halskette für seine Band wünschte, daran scheiden sich bis heute die Geister. Eine weit verbreitete Theorie lautet, dass Elvis ein so großer Fan von Captain Marvel Jr. war, dass er nicht nur dessen Optik imitierte, sondern auch den Blitz vom Cape des Comic-Superhelden übernahm. Eine andere Meinung vertritt Elvis’ Cousin Billy Smith, der sich sicher ist, dass Elvis den Blitz aufgrund seiner Zeit bei der US Army verwendete. „Es war das Abzeichen seines Bataillons“, gibt Smith in einem Interview zu Protokoll. Das stimmt, wie ihr hier sehen könnt. Wiederum anderer Meinung ist Elvis’ Ex-Frau Priscilla, die kürzlich in einem Interview mit der Vogue erzählte: „Die TCB-Halskette habe ich entworfen. Wir saßen in einem Flugzeug nach Memphis und er [Elvis] sagte zu mir, dass er sich ein Schmuckstück wünscht, das nur für seine Jungs entworfen wurde, also für TCB. Während des Flugs fing es an zu regnen und am Himmel war ein Blitz zu sehen. Ich habe mir den Blitz angeschaut, ihn aufgemalt und die Buchstaben TCB darüber gesetzt. Dann habe ich ihn gefragt, ob es das ist, was er meint. Und er sagte: ‚Oh Gott, das ist es.‘ Wer hätte ahnen können, dass dieses Symbol einmal so bekannt werden würde? Ich werde mich ewig darüber ärgern, dass ich kein Patent darauf habe.“ Wie genau das Logo entstanden ist, wird also wohl immer ein Geheimnis bleiben. Wir Fans dürfen uns immerhin über gleich drei unterschiedliche Geschichten dazu freuen.

3. Am 29. April 1976 bekam der „King“ Besuch vom „Boss“. Zumindest fast.

Fans tun manchmal die verrücktesten Dinge, um ihren Stars ein wenig näher zu kommen. Besonders unterhaltsam wird es, wenn die Fans selbst Superstars sind. Im April 1976 war Bruce Springsteen schon längst in der Rock’n’Roll-Champions-League angekommen, allerspätestens mit seinem dritten Album Born To Run (1975) und der dazugehörigen Tour. Dennoch ist der „Boss“ auch selbst noch Fan und geht in der Nacht vom 29. April 1976 einen kliiitzekleinen Schritt zu weit, um seinen großen Helden Elvis Presley kennenzulernen. Statt einen Termin mit dem „King“ auszumachen, entscheidet sich Springsteen nämlich für einen anderen Weg: Gegen drei Uhr morgens erklimmt er die Mauer von Elvis’ Anwesen Graceland, nimmt die Beine in die Hand und rennt mit Vollgas auf das Haus seines Idols zu. Dort brennt sogar noch Licht, doch bis zur Tür kommt der „Boss“ gar nicht. Einer von Elvis’ Wachmännern ringt den jungen Musiker nieder und geleitet ihn vom Gelände. „Ich bin auch berühmt!“, lässt Springsteen den Wachhabenden wissen. Der wiederum erklärt dem begeisterten Fan, dass Elvis gar nicht zu Hause sei, sondern am Lake Tahoe verweile. Dumm gelaufen. Gut ein Jahr später stirbt Elvis; Springsteen lernt er vorher nicht mehr kennen. Doch wer ganz genau hinschaut, kann erkennen, dass der „Boss“ dem „King“ schon vor seiner Einbruchsaktion auf dem Cover von Born To Run die Ehre erwies:

the king cover

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„Moody Blue“: Elvis Presleys allerletztes Studioalbum wird 45

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