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Popkultur

Interview: Kiss zum Abschied: „Es wird schmerzhaft und schön!“

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Simmons und Thayer

"Nach über 45 Jahren Bandgeschichte befinden sich die vier Schminkemonster von KISS gerade auf Abschiedsreise durch die ganze Welt. Vom Konzert in ihrer Heimatstadt New York City haben wir bereits berichtet, aktuell gastieren Gene Simmons (69), Paul Stanley (67), Tommy Thayer (58) und Eric Singer (60) mit ihrer End Of The Road-Tour auch in Deutschland. Wir haben Simmons und Thayer gesprochen – über Erinnerungen an Deutschland, Gründe für das Aus und Abschiedstränen.

von Andrea Hömke

Dreh hier die besten KISS-Songs auf:

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Mr. Simmons, Mr. Thayer, sie waren in den letzten Jahrzehnten häufig in Deutschland…

Gene Simmons: „Ja, wir lieben Deutschland!“ (wechselt ins Deutsche) „Ick sprecke ein bisken Deutsch. Ick habe es auf der Schule für sechs Monat gelernt. Ick sprecke auch ein bisken Ungarisch, Hebräisch und a bisken Englisch natürlich.“ (lacht und spricht wieder Englisch) „Wenn ich andere Länder bereise, geht es mir nicht ausschließlich darum, gute Konzerte zu spielen. Selbst wenn ich auf meine Linie achten muss: Ich liebe aber Dinge wie Apfelstrudel oder Palatschinken. Sie machen mich glücklich. Und besonders liebe ich den ‚Schlag’ oben drauf, die Sahne. Das gibt es in Amerika nicht.“

Kennen Sie denn auch Currywurst?

Gene Simmons: „Oh ja!“

Und mögen Sie sie?

Gene Simmons: „Ja, sehr. Aber es gibt nichts, was mir mehr schmeckt, als Desserts. Sie sind mein Liebstes. Beständen Menschen aus Dessert, wäre die Welt eine bessere.“

Liebt Desserts und wilde Tiere: Gene Simmons – Pic: Keith Leroux

Was macht Touren durch Deutschland besonders?

Tommy Thayer: „Jede Stadt, ob Hamburg, Berlin oder München, hat ihre eigene Geschichte. Mir scheint, als sei das Land in den letzen 20 Jahren weltoffener geworden. Insgesamt wird mir Europa sehr fehlen, deshalb bin ich ganz froh, dass wir diesen Sommer noch einiges davon sehen werden. Ich liebe den Kontinent, und Deutschland besonders. Dort spielen wir meist mehr Shows als in jedem anderen europäischen Land, denn die Fans sind phänomenal und total verrückt. Insofern freut es mich natürlich immer, das Land zu besuchen und dort auf der Bühne zu stehen.“

Tommy Thayer als „Spaceman“ – Pic: Keith Leroux

Haben Sie besondere Erinnerungen an Deutschland?

Tommy Thayer: „Ich bin zum ersten Mal in den Achtzigern mit meiner Band Black ‘N Blue nach Deutschland gekommen. Wir waren ziemlich jung, bis zu dem Zeitpunkt hat ich noch nie die Staaten verlassen. Als wir also im Studio von Produzent Dieter Dierks in der Nähe von Köln in einem kleinen Ort namens Stommeln ankamen, fand ich das anfangs schon komisch: Wir saßen am anderen Ende der Welt, es gab noch keine Handys, und wir mussten unseren Eltern Briefe schreiben, damit sie wussten, dass es uns gut geht. Aber es war eine tolle Erfahrung, mit Dieter aufzunehmen. Er hatte gerade erst mit den Scorpions gearbeitet und war ein so freundlicher Gastgeber. Wir haben in seinem Gästehaus gewohnt, und weil Stommeln ja auch nicht sehr groß ist, hat sich seine Mutter um uns gekümmert und uns jeden Abend bekocht. Es gab richtig leckere Hausmannskost mit Kartoffeln und Fleisch. Eine großartige Zeit!“

Werden Sie das Reisen vermissen?

Gene Simmons: „Reisen an sich macht müde. Nach Australien zu fliegen, dauert 20 Stunden, nach Japan oder China sind es auch 15. Reist man in die eine Richtung, verliert man einen ganzen Tag, und die Zeitunterschiede bescheren einem immer einen heftigen Jetlag. Zu touren ist eben wirklich nicht leicht. Aber wir stehen voll dahinter, und ich muss sagen, das die Band nie glücklicher war als heute. Wir sind gerne zusammen und auch privat gemeinsam unterwegs, gehen zum Beispiel essen – wir haben einfach eine großartige Zeit.“

Wann haben Sie entschieden, das Ende von Kiss einzuläuten?

Gene Simmons: „Zum ersten Mal haben Paul und ich schon im Jahr 2000 darüber nachgedacht. Damals waren Mitglieder der Urbesetzung drei Mal nacheinander erst aus-, dann wieder eingestiegen. Es gab so viel Ärger, Drogen und Alkohol, dass wir darauf nicht mehr wirklich stolz sein konnten. Also sind auf Abschiedstour gegangen. Das war wirklich eine schwere Zeit, denn obwohl wir Peter Criss und Ace Frehley lieben, konnten beiden einfach nicht mehr Teil von Kiss sein. Je näher allerdings das Ende kam, um so mehr haben sich die Fans zu Wort gemeldet und gefragt, warum Paul und ich nicht einfach ohne die beiden weitermachen können. Wir hatten bis zu dem Moment nicht einmal daran gedacht, haben uns dann aber zu genau diesem Schritt entschieden. Tommy übernahm die Position von Ace und Eric die von Peter. Das war nicht nur erfolgreich, sondern wurde letztlich immer größer.“

Kiss 2019: Tommy Thayer, Gene Simmons, Paul Stanley, Eric Singer (v.l.) – Pic: Jen Rosenstein

Warum ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt für den Abschied gekommen?

Gene Simmons: Ich werde im August 70 Jahre alt, und keiner von uns will zu lange auf der Bühne stehen. Wir sind nicht die Stones oder U2, die in T-Shirts und Turnschuhen auftreten. Ich trage 20 cm hohe High Heels, mein Outfit wiegt 18 Kilo, wir spucken Feuer und Blut und fliegen durch die Luft. Keine Band im Business arbeitet härter. Die Shows, die wir hinlegen, können wir einfach nicht bis ins hohe Alter machen. Und wir sind sehr stolz auf alles, was wir bisher erreicht haben.“

Tommy Thayer: „Ich kann versprechen, dass das unsere letzte Tour sein wird. Ich weiß, wie Gene and Paul darüber denken, für sie sind diese Konzerte die Ehrenrunde. Es ist eben Zeit, denn wir werden alle älter. Jetzt schaffen wir es noch, die Erwartungen der Fans zu erfüllen, doch in ein paar Jahren vielleicht nicht mehr. Wer Kiss also noch nicht gesehen hat, muss es jetzt tun. Es wird keine weitere Chance geben.“



Mr. Simmons, werden Sie nach dem Ende der Abschiedstour noch als Solokünstler um die Welt touren?

Gene Simmons: „Ich besitze ja einige Firmen, darunter ein Cannabis-Unternehmen und eine Restaurantkette. Gerade starte ich meine eigene Musikfestival-Tour, die „Titans of Rock“ heißen wird. Die geht schon bald los. Über eine Solotour habe ich deshalb noch nicht nachgedacht. Im Leben geht es doch auch darum, die Dinge Schritt für Schritt, Woche für Woche oder Monat für Monat zu erledigen. Ich lasse das alles auf mich zukommen. Aktuell stehe ich morgens auf, esse, atme, denke und träume nur noch Kiss. Jeden Tag.“

Die große Show ist Pflicht: Kiss 2019 – Pic: Jay Gilbert

Macht es mehr Spaß, als großer Rockstar zu touren oder wie ganz früher, als kleinere Nummer?

Tommy Thayer: „Es hat natürlich beides seine Reize.“ (lacht) „Ich habe großartige Erinnerungen an die Achtziger und die Zeit mit meiner Band Black ‘N Blue unterwegs war. Wir waren nicht groß genug, um nach Europa zu kommen, aber wir waren jung und haben natürlich viel gefeiert. Die Partys, die Mädchen – alles großartig natürlich. Heute genieße ich es eher, andere Kulturen kennenzulernen. Wir waren in den letzen zehn Jahren zum Beispiel mehrfach in Berlin. Mir hat gut gefallen, etwas von der Geschichte der Stadt mitzubekommen. Ich habe dort tatsächlich auch schon richtige Touristenausflüge gemacht und mir die bekannten Attraktionen wie das Brandenburger Tor und Checkpoint Charlie angesehen. Das hat mir auch deshalb so gut gefallen, weil es auch Teil der Geschichte meines Landes ist.“

Bei dieser Tour gibt es keine zweiten Chancen, Sie können die Fehler nicht auf der nächsten Konzertreise verbessern. Es darf also nichts schief gehen. Macht man sich als Künstler da besonders viele Sorgen?

Tommy Thayer: „Eigentlich nicht. Es ist egal, ob beim ersten oder letzten Gig – Sachen passieren. Wird man krank, spielt man trotzdem. Reißt eine Gitarrensaite, kümmert man sich. Wir marschieren da jetzt durch, uns wird nichts aufhalten. Sich vorher nervös zu machen, bringt einfach nichts, denn es werden Dinge schief gehen. So läuft das Tourleben nun mal. Das ist Rock’n’Roll.“

Letzte Frage an Gene Simmons. Sie sind der „Demon“, der Dämon und Donnergott, Sie spucken Blut und sind auf der Bühne riesig groß. Werden Sie zum Abschied trotzdem weinen?

Gene Simmons: (macht eine lange Pause) „Ja, ich bin sicher, dass das passieren wird. Das wird sehr emotional werden. Wenn man etwas liebt und sich davon verabschieden muss, dann tut das weh. Es wird schmerzhaft werden, schmerzhaft und schön.“


Titelfoto: Jen Rosenstein


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Zeitsprung: Am 21.1.1984 erscheint das Debüt von Bon Jovi.

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 21.1.1984.

von Timon Menge und Christof Leim

Als Jon Bon Jovi 1980 in einem Aufnahmestudio in Manhattan arbeitet, kennt ihn noch kein Mensch. Zwar verschickt der damals 17-jährige bereits fleißig Demobänder, doch Amerikas Plattenfirmen möchten nichts von ihm wissen. Erst als Runaway im Radio gespielt wird, erlangt der junge Rockmusiker lokale Berühmtheit und veröffentlicht wenig später sein erstes Album.

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Hört hier in Bon Jovi rein:

Klickt auf „Listen“ für das ganze Album.

Einige von uns werden das kennen: Während seiner Jugend findet John Bongiovi deutlich mehr Gefallen an der Musik als an der Schule. So schwänzt er regelmäßig den Unterricht, um in lokalen Bands spielen zu können, zum Beispiel mit seinem Cousin Tony Bongiovi. Der betreibt zu jener Zeit das Aufnahmestudio The Power Station in Manhattan, wo er mit Künstlern wie Aerosmith, den Ramones, Gloria Gaynor, den Talking Heads und früher sogar mit Jimi Hendrix arbeitet.

Im Alter von 16 Jahren beginnt John in den Clubs seiner Heimatstadt New Jersey aufzutreten. Weil er keine zusätzlichen Finanzspritzen aufgrund herausragender schulischer Leistungen zu erwarten hat, heuert er ein Jahr später in der Power Station an. Zunächst wischt er dort die Böden, doch als Produzent Meco 1980 an seinem Star Wars Christmas Album arbeitet, schlägt Tony seinen kleinen Cousin als Sänger für den Song R2-D2 We Wish You A Merry Christmas vor — Bon Jovis erste Aufnahme unter eigenem Namen.



Zeitgleich verschickt der junge Rocker unermüdlich Demoaufnahmen an Plattenfirmen, stößt allerdings überall auf Ablehnung. Für Aufwind sorgt erst sein Stück Runaway, den er gemeinsam mit Songschreiber George Karak verfasst und mit professionellen Studiomusikern aufnimmt. Dazu gehören der heutige Bon Jovi-Bassist Hugh McDonald, Sessiongitarrist Tim Pierce (später unterwegs mit Rick Springfield), Keyboarder Roy Bittan aus Springsteens E Street Band und Drummer Frankie LaRocka. Diesen ersten Erfolge mit Runaway verdankt Jon nicht zuletzt seiner eigenen Initiative. So marschiert der junge Musiker 1982 ohne Ankündigung in die Zentrale des Radiosenders WAPP und überreicht DJ Chip Hobart ein Demo mit dem Stück. Der Titel landet in der Heavy Rotation und öffnet einige Türen.

Das erste Line-up von Bon Jovi: 1983, Baby!

1983 ergattert Bon Jovi so einen Plattenvertrag mit Mercury Records und stellt eine Band zusammen. Zu der gehört anfangs auch Gitarrist Dave „The Snake“ Sabo, der später als Gründer der Hardrocker Skid Row in Erscheinung tritt. Er bleibt nur kurz an Bord, an seine Stelle tritt Richie Sambora, der für die nächsten 30 Jahre ein geniales Songwriting-Duo mit dem Sänger bildet. Keyboarder David Bryan und Schlagzeuger Tico Torres komplettieren das Line-Up und gehören bis heute zur Mannschaft, Bassist Alec John Such bleibt bis 1994. Auf den Bandnamen kommt eine Mitarbeiterin von Manager Doc McGhee, womit der ursprüngliche Plan – Johnny Electric – zu den Akten gelegt wird. Ist vielleicht besser so. Aus John Bongiovi wird spätestens hier dann auch Jon Bon Jovi.



Am 21. Januar 1984 schließlich erscheint das langersehnte Debüt Bon Jovi. Aus der Veröffentlichung gehen mit Runaway, Burning For Love und She Don’t Know Me drei Singles hervor. Bei letzterem handelt es sich um den einzigen Bon Jovi-Studiotrack auf allen offiziellen Alben, der kein Coversong ist und den Jon nicht selbst geschrieben oder mitgeschrieben hat. Die Nummer stammt vom US-amerikanischen Songwriter Mark Avsec und wurde auf Betreiben des Labels aufgenommen.



Runaway schafft es jetzt bis in die Top 40 der Single-Charts, das Album selbst erreicht Rang 43 – kein schlechtes Ergebnis für einen Einstand. Es folgen weltweite Tourneen, zum Beispiel als Vorgruppe für die Scorpions in Nordamerika und für Kiss Europa. Die Verkaufszahlen können sich sehen lassen, doch der ganz große Durchbruch mit dem dritten Album Slippery When Wet lässt noch zwei Jahre auf sich warten. „Wir waren damals nicht gut“, räumt Frontmann Bon Jovi mehr als 20 Jahre später in einem Interview ein. „Das waren wir bis zu unserem dritten Album nicht, aber wir hatten einen Schlagzeuger, der den Takt halten kann. Das sollte man nie als selbstverständlich ansehen. Für einen 22-Jährigen habe ich mich ganz gut geschlagen.“

Die drei Singles: nur eine davon läuft noch im Radio

Den Takt halten Bon Jovi bis heute. Millionen verkaufter Platten, ausverkaufte Stadionkonzerte und Airplay bis zum Abwinken stehen für sich. Zwar hat das Debüt einer der größten Rockgruppen der Welt ein wenig an Reiz verloren, zumindest im Schatten der späteren Megaseller wie New Jersey. Doch mit Bon Jovi haben Bon Jovi den Weg Richtung Rockolymp angetreten.

Zeitsprung: Am 19.9.1988 erscheint „New Jersey“ von Bon Jovi

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Die 10 größten Meat-Loaf-Hymnen

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Meat Loaf
Foto: Sony Music Archive via Getty Images/Terry Lott

Er war ein gewaltiger Rockstar im Wortsinn: Die Musikwelt trauert um den großen Meat Loaf. Wir erinnern uns an den legendären Koloss des Hard Rock und blicken auf seine unvergesslichsten Songs zurück.

 von Björn Springorum

Auch wenn er natürlich viel mehr gemacht hat: Am ehesten bringt man Meat Loaf mit seiner Bat-Out-Of-Hell-Trilogie in Verbindung. Mehr als 65 Millionen Mal haben sich diese drei Alben verkauft, das erste und erfolgreichste geht bis heute rund 200.000 Mal jährlich über den Ladentisch. Kein Wunder: Das Meisterwerk von 1977 ist ein stellarer Moment des theatralischen Hard Rock, eine Art Broadway-Musical mit harten Gitarren.

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Seine Stimme und das kompositorische Genie seines langjährigen Partners Jim Steinman nehmen eine Ausnahmestellung im Kanon des Rock‘n‘Roll ein. Hier kommen zehn seiner mächtigsten, emotionalsten, größten Songs.

1. I’d Lie For You (And That’s the Truth) (1995)

Meat Loaf hat sich nicht immer auf die Kompositionen von Jim Steinman verlassen. Schon zwei Jahre nach dem Erfolg von Bat Out of Hell II: Back Into Hell kommt Meat Loaf mit Welcome To The Neighborhood um die Ecke, einem Album, das auch ohne Steinman so klingt, als hätte er es geschrieben. Der erfolgreichste Song daraus wurde von Diane Warren komponiert, die zur damaligen Zeit eine unaufhaltsame Hitmaschine war. Die Power-Ballade wird dann auch zu seinem letzten großen Hit.

2. Rock And Roll Dreams Come Through (1993)

So ziemlich jeder Song auf der Fortsetzung von Bat Out Of Hell zeigt, dass weder Meat Loaf noch Jim Steinman die Pause von 16 Jahren geschadet hat. Ursprünglich für Steinmans 1981er Soloalbum aufgenommen, wird es durch Meat Loaf zu einem weiteren großen Epos aus Herzschmerz und einem Refrain, der so heute einfach nicht mehr gemacht wird. Ganz großes Kitschkino.

3. You Took The Words Right Out Of My Mouth (On A Hot Summer Night) (1977)

Als erster Beitrag seines legendären Gamechangers Bat Out Of Hell steht hier You Took The Words Right Out Of My Mouth, ein wahrgewordener Hard-Rock-Traum mit gotischem Video, grandioser Hook und allem, was den Rock‘n‘Roll der Siebziger so größenwahnsinnig machte. Besser wird‘s auch auf der größten Bühne nicht.

4. Two Out Of Three Ain’t Bad (1977)

Eigentlich könnte hier ja einfach das gesamte Bat Out Of Hell stehen, fertig. Es gibt einfach keinen Filler auf diesem Album. Auch Two Out Of Three Ain’t Bad ist ein echter Killer: Eine große, große Ballade, die Meat Loaf auf einem absoluten Höhepunkt zeigt und zugleich eins der besten Beispiele für Steinmans kompositorisches Genie ist. So was nennt man dann wohl perfekte Chemie.

5. Bat Out Of Hell (1977)

Allen Ernstes, wer sein Debüt mit einem Paukenschlag wie diesem eröffnen kann, der hat schon alles geschafft, ehe er überhaupt so richtig angefangen hat. Fast zehn Minuten nimmt sich der ausladende Opener Zeit und zieht auf dieser Langstrecke gleich mal alle Register: die Ouvertüre zu diesem unfassbaren Musiktheater, ein Start mit Feuerwerk, Kanonen und massiver Produktion. Übrigens: Als musikalische Gäste mischen hier Todd Rundgren sowie Roy Bittan und Max Weinberg von der E Street Band mit. Es heißt schon was, wenn man sagt, dass es die echt nicht gebraucht hätte.

6. Hot Patootie – Bless My Soul (1975)

Natürlich darf die Rocky Horror Picture Show hier nicht fehlen. Meat Loaf gibt in diesem schrägen Stück Rock‘n‘Roll den dusseligen Biker Eddie, der den Laden gehörig aufmischt. Sicherlich nicht seine Sternstunde. Aber allein aus popkultureller Sicht erwähnenswert.

7. Read ’Em And Weep (1981)

Kurioserweise wird nicht alles, was Meat Loaf und Jim Steinman gemeinsam angingen, zu Gold. Dead Ringer, der schwierige Nachfolger zu Bat Out Of Hell, leidet unter dem enormen Erfolg des Vorgängers, hat aber einige Perlen zu bieten. Read ’Em And Weep zum Beispiel, eine stimmungsvolle Ballade, die aber erst zwei Jahre später durch Barry Manilow zu einem gewaltigen Erfolg wird. Muss man manchmal nicht verstehen.

8. Objects In The Rear View Mirror May Appear Closer Than They Are (1993)

Am besten waren Meat Loaf und Jim Steinman immer zusammen. Das zeigt auch Bat Out Of Hell II: Back Into Hell, das Album, das 1993 eine zwölfjährige Funkstille beendet. Da ist sie wieder, diese theatralische, dramatische Magie und diese unfassbare Energie. Wir wiederholen uns, aber: Niemand schreibt solche Refrains!

9. I’d Do Anything For Love (But I Won’t Do That) (1993)

Sein wahrscheinlich größter Hit stammt ebenfalls vom zweiten Teil seiner definierenden Trilogie: I’d Do Anything For Love (But I Won’t Do That) ist eine der größten Rock-Balladen aller Zeiten – obwohl bis heute eigentlich niemand so recht weiß, worum es in der Nummer eigentlich geht. Egal, die Musik ist so unfassbar spektakulär, dass Meat Loaf auch nur summen könnte und die Nummer wäre immer noch unsterblich.

10. Paradise By The Dashboard Light (1977)

Wenn wir uns festlegen müssten, würden wir diesen Song als absolutes Karrierehoch von Meat Loaf wählen. Unterteilt in drei Kapitel und über acht Minuten lang, dennoch als Single veröffentlicht: Für Meat Loaf und Jim Steinman gelten damals andere Regeln. Der Song ist ein Überbleibsel aus Steinmans Neverland-Musical und bringt Meat Loaf mit der Hauptrolle Ellen Foley zusammen. Ziemlich irre ist er auch: Inhaltlich dem Thema Sex im Auto verschrieben, gibt es im Video eine wilde Rummachszene, geschnitten in ein Baseballspiel.

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Stadionhymnen vom Strand: 20 Jahre „Auswärtsspiel“ von den Toten Hosen

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Die Toten Hosen
Foto: Danny Gohlke/Bongarts/Getty Images

Als Die Toten Hosen 2002 ihr neuntes Album Auswärtsspiel veröffentlichen, hat die Band bereits 20 Jahre auf dem Buckel. Diese Erfahrung hört man den Düsseldorfern an: Mindestens vier Songs von der Platte zählen heute zu den „Greatest Hits“.

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von Timon Menge

2001 haben sich Die Toten Hosen längst an der Spitze der deutschsprachigen Musikbundesliga etabliert. Stadionkonzerte in ganz Deutschland, Europa und sogar auf Kuba begeistern das Publikum; im Sommer steht die Band hierzulande als Vorgruppe von den mächtigen AC/DC auf den größten Bühnen. Vier Nummer-eins-Alben haben die Hosen zu der Zeit bereits im Rücken, 2002 soll das fünfte folgen: Auswärtsspiel.

Die Toten Hosen Auswärtsspiel Album Cover

Für das Cover lassen sich Die Toten Hosen während ihres Kuba-Aufenthalts in einem Meerwasserfreibad in Havanna ablichten. Das Schwarz-Weiß-Foto zeigt die Musiker, wie sie in der südamerikanischen Abenddämmerung einen Steg auf dem Meer entlanglaufen. Nicht die schlechteste Kulisse. Im Booklet gibt es viele weitere Fotos aus der Zeit der Hosen in Kuba.

Songwriting im Sonnenschein

Anschließend mieten die Hosen ein Haus auf Ibiza, um sich ganz auf ihre neue Platte konzentrieren zu können. Die Sonne Spaniens scheint die Kreativität zu beflügeln, denn während der Auswärtsspiel-Entstehungsphase schreiben Campino und Co. mehr als 75 Songs. Das ist Stoff für gut fünf Alben, doch die Band wählt die 15 besten Stücke aus und begibt sich für die Aufnahmen nach Avinyonet de Puigventós in Katalonien.

20 Jahre Tote Hosen

Als das Album am 21. Januar 2002 erscheint, haben Die Toten Hosen gleich zwei Dinge zu feiern: Zum einen die Veröffentlichung der Platte, zum anderen ihr 20-jähriges Jubiläum, denn der Startschuss für die Gruppe fiel 1982. Auf die Frage, wie es ihm damit geht, antwortet Sänger Campino 2002 in der Viva-Sendung Interaktiv: „Ich hab kaum was gemerkt in der Zeit. Die Hälfte habe ich vergessen, weil ich früher sowieso immer benebelt war. Dann waren es nur noch zehn Jahre.“

Nicht schlimm, zehn Jahre kann man auch gut feiern, und die Fans feiern mit: Auswärtsspiel steigt auf Platz eins der deutschen Albumcharts ein, später kassieren die Hosen drei goldene Schallplatten und einmal Platin.

Auch die Hit-Dichte dürfte zum Erfolg des Albums beigetragen haben: Mit Was zählt, Kein Alkohol (ist auch keine Lösung)!, Nur zu Besuch und Steh auf, wenn du am Boden bist enthält Auswärtsspiel mindestens vier Songs, die es bei vielen Hosen-Konzerten zu hören gibt, auch wenn keine der Singles die Top Ten erreicht.

Generell überraschend: Den Hosen gelingen im Verlauf ihrer Karriere bloß zwei deutsche Nummer-eins-Hits: Zehn kleine Jägermeister (1996) und Tage wie diese (2012).

Fußball als Martyrium?

Im Titeltrack von Auswärtsspiel geht es um das nicht immer einfache Dasein als Fußball-Fan, wie Campino zu jener Zeit in einem Interview mit dem Münchner FHM Magazin berichtet: „Du entscheidest dich einmal in deinem Leben für ein Team, und das ist es dann in der Regel auch. Wenn du erst einmal Fan von einem Team geworden bist, dann kannst du, egal wie schlecht es spielt, nicht einfach mit einer Mannschaft Schluss machen, wie du es vielleicht mit deiner Freundin tun würdest, nur weil sie dir auf die Nerven geht.“ Soso.

Wieder auf Tour

Ihre eigenen Auswärtsspiele bewältigen die Hosen nach der Albumveröffentlichung: Mehr als siebzig Konzerte geben die Musiker, die meisten davon in ausverkauften Hallen. Auch bei Festivals in ganz Europa und in Buenos Aires legen die Düsseldorfer einen Halt ein. Mehr als eine halbe Millionen Zuschauer*innen sehen die Band im Laufe des Jahres. Genug haben die Hosen natürlich noch lange nicht: Mit ihrer anschließenden Platte Zurück zum Glück legen Punkrocker nochmal eine kräftige Schippe drauf.

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Die Toten Hosen verkünden Tourdaten für 2022!

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