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Popkultur

Die 10 besten Titelsongs von 007 – James Bond

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Daniel Craig als James Bond. Foto: Greg Williams/Eon Productions via Getty Images

„Rotzfrech, sexy, gefährlich und unaufhaltsam“: Zwar gilt diese Beschreibung ursprünglich dem klassischen James Bond-Motiv, doch zu den Titelsongs passt sie ebenso. Und von Sinatra bis McCartney hatte 007 sie alle. Sehen wir uns zur Veröffentlichung der Best Of-Compilation die zehn nennenswertesten Lieder aus beinahe 60 Jahren Bond-Filmen an.

von Victoria Schaffrath

Stimmt euch hier mit einer Live-Version des klassischen James Bond-Motivs auf die Titelsongs ein:

10. You Know My Name – Chris Cornell

Leider müssen wir persönliche Rockgott-Präferenzen außen vor lassen und zugeben, dass You Know My Name 2006 eher für Kopfschütteln sorgt. Die solide, aber insgesamt etwas flache Post-Grunge-Nummer fällt nämlich mit dem Bond-Debüt eines gewissen Daniel Craig zusammen, und das kommt mit Casino Royale emotional komplex und eben sehr 007-untypisch daher. Eine traditionellere oder wesentlich zukunftsweisendere Titelmelodie hätte den Streifen besser unterstützt; hier aber kann Cornell nicht mit Soundgarden-ähnlicher Innovation überzeugen. Dass er den Namen  des Films nicht aufgreift, wirkt da beinahe wie ein schlechtes Omen.


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9. The World Is Not Enough – Garbage

Eigentlich kann man sich die Stimme von Sängerin Shirley Manson so richtig gut auf einem Bond-Track vorstellen, und lyrisch geht The World Is Not Enough mit Zeilen wie „The world is not enough / But it is such a perfect place to start, my love“ schon mal in die richtige Richtung. Auf den letzten Metern fehlt jedoch der nötige Wumms – vielleicht orientiert man sich hier ein wenig zu sehr am Film Die Welt ist nicht genug, der 1999 einiges zu Wünschen übrig lässt.

8. Another Way To Die – Jack White & Alicia Keys

Das Rock-Duett erfährt dank Jack White, Alicia Keys und ihrem Titelsong Another Way To Die 2008 ein orchestrales Update. White liefert fette Gitarren, während Keys der rauen Nummer ihre typische R&B-Attitüde verleiht – eine Kombination, die in einem etwas wundersamen Solo kulminiert. Insgesamt funktioniert die Kollaboration trotz ihrer teils konkurrierenden Hauptfiguren, was man von ihrem cinematischen Gegenstück Ein Quantum Trost leider nicht behaupten kann.

7. No Time To Die – Billie Eilish

Dass Billie Eilish sich mit ihrer launischen Stimmfarbe prima in ein 007-Theme einfügt, überrascht nicht. Gemeinsam mit Bruder Finneas O’Connell produziert sie für den noch ausstehenden No Time To Die ein Lied mit gleichem Titel, das sich laut Presse und Zuhörerschaft nicht hinter Titeln von Shirley Bassey oder Nancy Sinatra verstecken muss. Für die 18-Jährige ein voller Erfolg, der höchstens dadurch gedämpft wird, dass der dazugehörige Film Keine Zeit zu sterben dank Corona ziemlich verspätet in die Kinos rollt. Wer wie Billie ein solches Projekt mal eben im Tourbus schreibt, lässt sich davon wohl nicht die Laune verderben.

6. Skyfall – Adele

Kommerziell gesehen kommt man am Soundtrack zu Skyfall nicht vorbei. Die Zusammenarbeit mit Pop-Hitmaschine Paul Epworth beweist sich als gut kalkuliert, immerhin gilt das Video auf YouTube heute als der meistgehörte Bond-Titel. Auch gelingt es dem Duo, den Pathos und die volle Instrumentalisierung der Bassey-Ära ins Jahr 2012 zu übersetzen. Textlich gibt es da sicher noch etwas Raum nach oben („So overdue I owe them / Swept away, I’m stolen“ – wie meinen?), aber Adeles Röhre macht das locker wieder wett. Manchmal ein wenig zu sehr. Egal, denn als erste Geheimagenten-Melodie überhaupt fährt Skyfall einen Oscar ein und verhilft dem angestaubten „Genre“ zu neuer Relevanz.

5. Diamonds Are Forever – Shirley Bassey

Auf Platz fünf landet Diamonds Are Forever eigentlich nur wegen der großartigen Konkurrenz, denn die düstere Schwester von Diamonds Are A Girls Best Friend gehört definitiv zu den einprägsameren 007-Melodien. Komponist John Barry will der Sängerin geraten haben, beim Singen an Kronjuwelen der etwas anderen Art zu denken. Ungeachtet angeblicher Doppeldeutigkeiten wird der Diamantenfieber-Titel zum moderaten Hit, und 2005 sorgt Kanye West durch ein Sample in Diamonds From Sierra Leone sogar für ein Revival.

4. You Only Live Twice – Nancy Sinatra

Die Sean Connery-Epoche der Bond-Verfilmungen mag heute teils überholt wirken, doch ihre Titelmelodien bleiben unantastbar. Besondere Nostalgie weckt dabei Nancy Sinatra, die mit You Only Live Twice eine der beliebtesten Hymnen der Geheimagenten-Erzählungen schafft. Sie fängt die leicht psychedelische Note der späten Sechziger perfekt ein, sodass sich Pop-Gigant Robbie Williams noch 30 Jahre später für seinen Hit Millennium am Intro bedient. Dass man eigentlich Aretha Franklin für den Gesang gewinnen wollte, kann man sich kaum vorstellen – auch, wenn Frau Sinatras Gesang ob der üppigen und mitreißenden Instrumentalisierung, die die in Japan spielende Handlung von Man lebt nur zweimal wunderbar aufgreift, beinahe in den Hintergrund rückt.

3. GoldenEye – Tina Turner

Für Pierce Brosnans Einstieg in die 007-Filmreihe will man 1995 so richtig in die Vollen gehen. Das gelingt, indem man sich mit Tina Turner eine Stimme biblischen Ausmaßes sichert, Björks Produzent einkauft und dann Bono und The Edge von U2 dafür engagiert, eine Rache-Fantasie aufs Notenblatt zu bannen. Das Ergebnis: GoldenEye, den Entertainment Weekly seinerzeit als „Dreifaltigkeit von Sex, Gefahr und Eleganz an der Grenze zum Melodrama“ beschreibt. Der Film markiert für die Reihe über den MI6-Agenten einen Wendepunkt zurück zum Erfolg, wozu auch Turners samtige Performance beigetragen haben dürfte.

2. Live And Let Die – Paul McCartney & Wings

Bedenkt man, dass er Unterstützung von Ehefrau Linda und Produzenten-Genie George Martin bekommt, dann wundert man sich nicht, dass Paul McCartney mit seinen Wings und Live And Let Die beinahe Genialität auf Beatles-Niveau liefert. Die Einordnung in ein Genre (Rock-Oper? Reggae-Funk?) sparen wir uns, schließlich bemüht sich das Stück gar nicht erst, dem typischen Bond-Song zu entsprechen. Beweisstück A: Der Titelsong zu Leben und sterben lassen funktioniert auch als Cover von Guns n’ Roses.

1. Goldfinger – Shirley Bassey

Gleich neben dem Begriff „Filmmusik“ stehen in jeder Enzyklopädie fett gedruckt die Worte „Shirley Bassey“ und „Goldfinger“. Kein Song aus der Geschichte des Geheimagenten hat mehr Wiedererkennungswert oder schafft es besser, uns in die bevorstehende Handlung einzuführen. Vor dem Hintergrund anspruchsvoller Harmonien warnt die walisische Sängerin vor dem Bösewicht des dritten 007-Streifens und bringt die Sache dermaßen auf den Punkt, dass sie nicht einmal eine Schicht Goldlack aufhalten könnte. Wer wie sie gleich drei Bond-Songs aufnehmen darf, macht seine Sache irgendwie richtig und gehört ganz klar mehr als einmal auf diese Liste – und vor allem auf ihren ersten Platz.

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