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Popkultur

Zeitsprung: Am 9.7.1959 kommt Jim Kerr von Simple Minds zur Welt.

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Michael Putland/Getty

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 9.7.1959.

von Timon Menge und Christof Leim

Mit Johnny And The Self Abusers ging er durch die Schule des Punk. Als Frontmann von Simple Minds hat er die Achtziger und Neunziger geprägt. Noch heute läuft seine markante Stimme regelmäßig im Radio. Am 9. Juli feiert Jim Kerr Geburtstag. Werfen wir einen Blick darauf, was dieser Mann schon alles gemacht hat.

Hier könnt ihr euch die besten Songs von Simple Minds anhören: 

Zur Welt kommt James „Jim“ Kerr am 9. Juli 1959 in Toryglen bei Glasgow. Er wächst behütet in einer irischstämmigen Familie auf und kämpft bis zu seinen Teenagerjahren mit einer Sprachstörung. Dass er später die Stimme einer weltweit erfolgreichen Band werden soll, kann zu diesem Zeitpunkt noch keiner ahnen. 

Seinen Weg als Musiker schlägt er mit 18 Jahren ein, als er die Punkband Johnny And The Self Abusers gründet. Zu jener Zeit bereits an Bord: der spätere Simple-Minds-Gitarrist Charlie Burchill sowie Schlagzeuger Brian McGee. Später steigt auch Bassist Tony Donald ein. Kerr verpasst sich selbst den Namen Pripton Weird und übernimmt die Rolle als Keyboarder. Ihren ersten Gig spielen er und seine Kollegen auf einer Kinderparty, ausgerichtet von McGees Vater. Auf dem Programm: Coversongs von Velvet Underground. „Wir legten an diesem Samstagnachmittag los — in Bomberjacken und mit Feodora-Hüten“, erinnert sich Kerr im Interview mit der Welt. „Wir machten einen Höllenlärm. Die armen Kinder. Ich kann im Nachhinein leider nicht behaupten, dass wir Punks gewesen wären und bewusst provozieren wollten. Wir klangen einfach nur furchtbar.“

Trotzdem entwickeln sich Johnny And The Self Abusers schnell zu einem festen Bestandteil der lokalen Punkszene, in Edinburgh spielen sie als Vorgruppe für Billy Idols Band Generation X. Die Fachpresse zeigt sich weniger begeistert und rechnet den Erfolg der Gruppe dem allgemeinen Punk-Boom zu. Auch hinter der Bühne beginnt es schnell zu kriseln. Im November 1988, direkt nach Veröffentlichung ihrer Debütsingle Saints And Sinners, trennen sich Johnny And The Self Abusers. Weiter geht es trotzdem.

Nach der Auflösung teilt sich die Truppe 1978 in zwei Lager: The Cuban Heels und Simple Minds. Den Bandnamen für letztere entleihen Kerr, McGee, Burchill und Donald dem Song The Jean Genie von David Bowie. Vom Keyboard verabschiedet sich Kerr jetzt und konzentriert sich stattdessen lieber auf den Gesang. 1979 veröffentlicht die Gruppe ihr Debüt Life In A Day und beginnt eine Karriere zwischen verschiedenen Genres, ob Post-Punk, Alternative oder Pop. 

Zu Beginn bleiben die großen Erfolge aus. So verkaufen sich die ersten drei Alben der Band nur mäßig, 1980 stehen Kerr und Co. kurz vor der Auflösung. Dann gibt sich Peter Gabriel höchstpersönlich als Fan der Gruppe zu erkennen: Er lädt Simple Minds als Opener für seine Empire And Dance-Tour durch Europa ein — doch der gewünschte Erfolg lässt nach wie vor auf sich warten. 

Simple Minds im Jahr 1982. Ganz rechts und gut gelaunt: Jim Kerr

Zu Beginn der Achtziger wechseln Simple Minds zusätzlich die Plattenfirma, ihr Sound entwickelt sich in Richtung New Wave und Pop. Mit Alben wie Sons And Fascination / Sister Feelings Call (1981) und New Gold Dream (1982) gelingen der Gruppe erstmals auch nennenswerte kommerzielle Erfolge, Sparkle In The Rain (1984) erreicht Platz eins der UK-Charts. Love Song (1981) schafft es in die kanadischen und die australischen Top 20 und öffnet den Schotten zahlreiche Türen, erfolgreiche Singles wie Promised You A Miracle (1982), Glittering Prize (1982) und Waterfront (1983) folgen. 

1985 gelingt ihnen gemeinsam mit Musikproduzent Keith Forsey der ganz große Wurf: Mit Don’t You (Forget About Me) landen Simple Minds einen Hit, der nicht nur eine, sondern gleich mehrere Generationen begeistern soll — nicht zuletzt dank seiner Präsenz im Film Der Frühstücksclub.

Ihre anschließende Berühmtheit nutzen Kerr und Simple Minds oft für wohltätige Zwecke. So spielen die Schotten 1985 bei Live Aid, wenige Monate später stellen sie mit ihrem siebten Album Once Upon A Time ihr Engagement für die Menschenrechtsorganisation Amnesty International in den Vordergrund. 1988 geben sie auf einem Konzert für Nelson Mandela den eigens dafür komponierten Song Mandela Day zum Besten. In den Jahren danach wird der politische Einschlag immer stärker. So thematisiert das Album Street Fighting Years (1989) den Nordirlandkonflikt, mit dem Song Belfast Child erreichen Simple Minds den ersten Platz der UK-Charts. (Seit vielen Jahren kann man einen Ausschnitt des Titels in der Krombacher-Werbung hören.) Als Basis für das Stück dient der irische Folksong She Moved Through The Fair. Bis heute wird Belfast Child mit dem Bekanntwerden des Konflikts in Verbindung gebracht. 

Nach den großen Meilensteinen der Achtziger und den Erfolgsalben Real Life (1991) und Good News From The Next World (1995) verschwinden Simple Minds ab Mitte der Neunziger Stück für Stück in der Versenkung, touren aber weiterhin.

Kerrs Stimme gilt nicht umsonst als Aushängeschild von Simple Minds, weshalb es kaum überrascht, dass er sich später auch als Solomusiker betätigt. 2010 veröffentlicht er als Lostboy! AKA Jim Kerr ein gleichnamiges Album. Große Erfolge erzielt er damit nicht, weitestgehend zieht er sich aus dem Musikgeschäft zurück. Anschließend erfüllt sich Kerr einen Traum und wandert vollständig nach Sizilien aus, wo er seit mehr als 15 Jahren lebt und gemeinsam mit seinem Neffen ein Hotel eröffnet hat. 

Musikalisch erfolgreich und politisch engagiert: Jim Kerr 1994 – Pic: Michael Putland/Getty

Kerrs Leidenschaft abseits der Musik: Fußball. So steckt der bekennende Celtic-Glasgow-Fan Unsummen in seinen Verein, was sich aber als schlechte Entscheidung entpuppt, wie er später in der Hamburger Morgenpost berichtet: „Das schlechteste Investment, das ich je gemacht habe. Ich habe nie auch nur ein Pfund wiedergesehen, aber das sind halt meine Jungs!“ In seiner neuen Heimat unterstützt er den AS Celtic Taormina.

Mit Simple Minds bleibt er aber weiterhin aktiv. „Die Hallen, in denen wir spielen, sind heute viel kleiner“, gibt er im Interview zu Protokoll. Trotzdem fühle ich mich besser und erfolgreicher als damals. Ich empfinde Dankbarkeit, weil ich ein Leben lang gut von der Musik leben konnte und nie etwas anderes machen musste.“ Schön, wenn man das sagen kann, finden wir — und gratulieren herzlich zum Geburtstag!

Zufrieden & weiter aktiv: Jim Kerr 2018 – Pic: C. Brandon/Redferns/Getty

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Apple Boutique: Vor 55 Jahren versuchen sich die Beatles erfolglos als Einzelhändler

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Apple Boutique
Foto: Evening Standard/Hulton Archive/Getty Images

Selbst in Sachen Einzelhandel waren die Beatles ihrer Zeit voraus: Ihre Apple Boutique in London kann als Vorläufer des modernen Concept Stores gelten. 1967 ging diese Rechnung aber noch nicht auf – und die Beatles verloren Millionen.

von Björn Springorum

Das wilde Jahr 1967 neigt sich dem Ende zu. Die psychedelische Rockmusik ist diesseits und jenseits des Atlantik explodiert, The Doors, Jimi Hendrix, Jefferson Airplane, The Byrds und Cream haben wegweisende Alben veröffentlicht. Getoppt wird das Ganze – natürlich – von den Beatles, die mit Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band eines der besten Alben aller Zeiten veröffentlicht haben.

Ein psychedelischer Garten Eden

Im Sommer läuft in ganz London gefühlt kein anderes Album, 23 Wochen lang behauptet es sich an der Spitze der britischen Charts. Den Summer of Love verbringen die Beatles mit Filmprojekten und ihrer Reise ins indische Bangor, bis der Tod von Brian Epstein am 27. August 1967 alle rosaroten Wolken platzen lässt. Hinter den Kulissen sind aber längst Dinge im Gange, die die Band auch ohne ihren Manager und Mentor weiterlaufen lässt – der Flop-Film Magical Mystery Tour und ihr eigener Store, die Apple Boutique.

Die soll laut Harrison ein „psychedelischer Garten Eden“ sein und erstreckt sich auf drei Stockwerke. Hinter dem grandiosen Street-Art-Bild auf der Fassade steckt das niederländische Designkollektiv The Fool, die George Harrisons Frau Pattie Boyd der Band vorgestellt hat. Schon in den Monaten vor der Eröffnung der Boutique gestalten The Fool Artworks, Outfits, Sets und Instrumente für die Beatles, für aus heutiger Rechnung über 1,5 Millionen Euro verwandeln sie die Fassade des historischen Townhouses in der Baker Street 94 an zwei Novembertagen in ein psychedelisches Kunstwerk.

Bowie und Clapton kommen zur Eröffnung

Mit dem Store dahinter versuchen die Beatles, den Einzelhandel ebenso zu revolutionieren wie die Musik. Ihr sehr visionäres Konzept: Alles, was es in diesem Laden gibt, steht zum Verkauf. „Ein hübscher Ort, an dem hübsche Menschen hübsche Dinge kaufen können“, so beschreibt Paul McCartney das Konzept, das man von zeitgeistigen Concept Stores kennt. An der Baker Street im Jahr 1967 ist das neu.

Der Laden öffnet am 7. Dezember 1967 erstmals seine Tore. Schon zwei Tage zuvor laden John Lennon und George Harrison zu einer Launch Party, bei der zwar Paul McCartney und Ringo Starr fehlen (sie weilen in Liverpool respektive Rom), aber dafür jede Menge Berühmtheiten und Bohemiens in das psychedelische Wunderland strömen, um Kleidung, Accessoires, Bücher und Schmuck zu bestaunen – darunter David Bowie, Eric Clapton und Harrisons Frau Pattie Boyd.

Getrunken wird Apfelsaft

Auf den Einladungen steht geschrieben: „Kommt um 7:46. Modenschau um 8:16.“ Und zumindest zur Eröffnungsparty kommen sie. The Fool, die auch viele Designs für die Beatles, die Hollies oder Procol Harum realisiert haben, ziehen wie ein psychedelischer Wanderzirkus mit Instrumenten durch die Boutique, alle schlürfen Apfelsaft, weil der Store keine Schanklizenz hat. Vielleicht gibt es andere Dinge zum Konsumieren… Es ist ja immerhin 1967.

Apple Boutique

Foto: E. Milsom/Evening Standard/Hulton Archive/Getty Images

Zwei Tage später eröffnet die Boutique offiziell, gemanaged von Lennons Freund Peter Shotton und Pattie Boyds Schwester Jenny Boyd. Doch die Sache wird zum legendären finanziellen Desaster. Taschendiebstähle geraten außer Kontrolle, selbst Angestellte stecken sich reihenweise Sachen ein, so wirklich weiß niemand, womit die Kunden den Laden betreten oder wieder verlassen haben. Zur Anzeige gebracht wird kein Diebstahl: Das passt einfach nicht in den Freigeist des Konzepts.

Antikapitalistische Einzelhändler

Auch sonst läuft es schleppend: Baker Street ist einfach zu weit vom Londoner Mode-Epizentrum entfernt, die Apple Boutique fährt hohe Verluste ein. Mitte 1968 sind das schon mehr als 200.000 Britische Pfund (heute mehr als vier Millionen Euro) und die Beatles entscheiden, den Laden am 31. Juli 1968 – kein Jahr nach der Eröffnung – zu schließen. Für McCartney ist der Shop dennoch ein Erfolg. „Den größten Verlust machten wir damit, alles zu verschenken“, sagt er in einem Statement zur Schließung. „Aber das war unsere freie Entscheidung. Wir wollten verschenken, nicht verkaufen.“

Die wahren Gründe liegen natürlich auch darin, dass die Beatles keine Geschäftsleute sein wollen. Sondern Musiker, Filmemacher, Entertainer. Am Tag der Schließung öffnen die Beatles die Boutique ein letztes Mal für die Menschen, die zu Hunderten gierig in den Laden strömen, sich alles unter den Nagel reißen und Randale machen. Die Polizei muss eingreifen und beendet dieses abstruse Kapitel der Beatles-Geschichte relativ unrühmlich.

Schon im Mai 1968 hatte man die Fassade weiß übermalt und das Wort Apple kursiv darauf geschrieben – ein ähnlich drastischer Übergang wie bei den Artworks von Sgt. Pepper’s und The Beatles. 1974 wird das Gebäude abgerissen. Aber da gibt es die Beatles schon lange nicht mehr.

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Zeitsprung: Am 7.12.1949 kommt Sänger und Songwriter Tom Waits zur Welt.

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Foto: Michael Ochs Archives/Getty Images

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 7.12.1949.


von Frank Thießies und Christof Leim

Am 7. Dezember 1949 erblickt der Sänger und Songwriter Tom Waits das Licht der Welt. Mit seiner knurrenden Charakterstimme und ebenso knarzigen Songs begeistert der kauzige Kalifornier seit den frühen Siebzigern. Wir gratulieren dem amerikanischen Unikat und Genre-Grenzgänger zum Geburtstag!

Hier könnt ihr euch Tom Waits’ Debütalbum Closing Time (1973) anhören:

1949 in Pomona, Kalifornien als Thomas Alan Waits und Sohn eines Lehrerehepaars geboren, verschlägt es den jungen Mann nach kurzem Liebäugeln mit einem Studio der Fotografie im Alter von zwanzig Jahren nach San Diego. Fasziniert von der dortigen Folk-Szene nimmt er in einem Kaffeehaus-Club namens Heritage einen Aushilfsjob als Türsteher an, beginnt dort aber auch an seinem eigenen Bühnenrepertoire zu feilen, welches anfänglich noch hauptsächlich aus Covermaterial und kruder Comedy besteht. Sein beachtliches Talent als Songschreiber führt ihn in Folge jedoch schnell über die limitierend kleine San-Diego-Szene hinaus und dorthin, wo es alle verlorenen Künstlerseelen hinzieht: nach Los Angeles.

Bukowski am Bar-Piano

Bei einer Open-Stage-Nacht in Doug Westons renommierten Schuppen Troubadour in West Hollywood wird Waits 1972 entdeckt und ergattert zunächst einen Job als Songwriter bei Frank Zappas Plattenfirma Bizarre Records. Nur kurze Zeit später hat er einen eigenen Plattenvertrag bei David Geffens Asylum Records in der Tasche. Waits Debüt Closing Time erregt 1973 jedoch nur wenig Aufsehen in der breiten Öffentlichkeit. Dafür erkennen (nicht nur) die Eagles die Qualität von Komposition wie Ol’ 55. Ihr Cover der Waits-Nummer auf dem Album On The Border ein Jahr darauf sichert dem jungen Künstler zumindest die finanzielle Annehmlichkeit in Form von Tantiemen-Zahlungen. In seiner späteren Karriere werden Waits’ Lieder noch oft von anderen Leuten neu aufgelegt werden; Rod Stewarts Fassung von Downtown Train etwa ist legendär.

Ist Waits‘ Debüt noch von einem Folk-Vibe beseelt, bewegen sich die Folgewerke in den Siebzigern noch stärker zwischen verrauchtem Bar-Jazz, Charles Bukowski und Beat-Poeten wie Jack Kerouac, die Waits schon länger bewundert. Sich selbst mit Schiebermütze oder Trilby, ewigem Glimmstängel und Spitzbärtchen zu einem glamourösen, versoffenem Gossen-Troubadour stilisierend, klingen Waits‘ Alben, als könnten sie die Jukebox in Edward Hoppers berühmten Gemälde Nighthawks bestücken. 

Gekappte Wurzeln

Die künstlerische und private Kehrtwende erfolgt schließlich mit dem Dekadenwechsel: Im August 1980 heiratet der Sänger Kathleen Brennan, die künftig auch in kreativer Hinsicht seine Stütze und Partnerin wird. Das 1983 veröffentliche Album Swordfishtrombones, welches er mit Brennan schreibt und produziert, stößt die Tür zu einer zuweilen herrlich unkonventionellen, so experimentellen wie kaputten Klangwelt auf, die fortan zu Waits‘ musikalischem Markenzeichen werden soll. Mit der Trennung von seinem Management und der alten Plattenfirma stehen alle Zeichen auf Neuerfindung.

Zum erweiterten Repertoire des Sängers und Geschichtenerzählers zählt bald auch die Schauspielerei. So spielt er zu Beginn der Achtziger gleich in drei Filmen von Francis Ford Coppola (Rumble Fish, Die Outsider, Cotton Club) kleine, aber höchst überzeugende (Neben-)Rollen und brilliert in Jim Jarmuschs Down By Law 1986 an der Seite Roberto Benignis. Die Nebentätigkeit als Schauspieler hält er sich bis heute warm. Unlängst war Waits in dem Anthologie-Western der Coen Brüder The Ballad Of Buster Scruggs noch in einer Paraderolle als verschrobener ergrauter Goldgräber zu bewundern. Darüber hinaus wirkt Waits seit Ende der Achtziger auch auf der Theaterbühne: Mit Regisseur Robert Wilson realisiert er Stücke wie The Black Rider oder das auf Alice im Wunderland basierende Alice.

Waits, der Eremit 

Mit Beginn der Neunziger werden die klassischen Albumveröffentlichungen von Waits  sporadischer. Mule Variations (1999), das Doppelwerk Blood Money und Alice (2002) oder Real Gone (2004) lassen jedoch nichts vom musikalischen Pioniergeist vermissen, der Waits zwischen Americana- und Roots-Musik, gehusteter Folklore und Vaudeville sowie avantgardistischer Klangkunst heimisch geworden zeigt. Seine letzte Plattenveröffentlichung (Stand 2019) namens Bad As Me datiert auf das Jahr 2011 zurück. Womit so langsam eigentlich mal wieder Nachschub fällig wäre aus dem Hause Waits/Brennan. Doch das soll von Waits‘ Ehrentag nicht abhalten. Und so darf man heute gern ein bisschen tiefer in die Sakko-Tasche greifen und eine extra große Portion Konfetti herausfischen, während man auf dem rostigen Eisenbahnschienen für Tom Waits ein staubiges „Happy Birthday“ steppt. Herzlichen Glückwunsch.

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Protected: „White Christmas“, „All I Want For Christmas Is You“ und mehr: Verrückte Fakten zu den größten Weihnachtssongs

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Mariah Carey
Foto: Gilbert Carrasquillo /Getty Images

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