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Popkultur

Junge Künstler, die den Blues mit neuem Leben füllen

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Jeder kennt die Legenden, die den Blues mitbegründet haben: Howlin’ Wolf, Muddy Waters und John Lee Hooker, aber wer sind die Neuen, wer hält die Tradition jetzt am Leben? Das Bluesrock-Revival der letzten Jahre wird von Bands wie den Black Keys, Alabama Shakes und den White Stripes angeführt und die Frage, ob jemand überhaupt das Recht hat, den Blues zu singen, stellt sich kaum noch. Diese Künstler mögen jung an Jahren sein, aber sie haben alte Seelen.


Hört euch hier unsere Playlist Blues für Anfänger an und lest weiter:


1. The Marcus King Band

Wie viele andere der Blueskünstler auf dieser Liste wuchs auch Marcus King mit dem Blues auf und trat zunächst zusammen mit seinem Vater Marvin King in Greenville, South Carolina, auf. Als wichtigsten Einfluss nennt er den ebenfalls aus Carolina stammenden Frontmann von Gov’t Mule Warren Haynes. Der Gitarrenvirtuose arbeitete sogar mit seinem Idol, als Haynes sein selbstbetiteltes Album produzierte und auf einigen Tracks spielte. Und mit Derek Trucks von der Allman Brothers Band kann King seinen Referenzen eine weitere Bluesgröße hinzufügen: Er spielte auf dem Album seine unverkennbare Slide Guitar. Mit seinen 21 Jahren deutet alles darauf hin, dass King eines der prominentesten Gesichter der neuen Bluesszene wird – mit gefühlvollem Gesang, geschicktem Gitarrenspiel und bodenständigem Songwriting – einer Mischung, die er selbst als “Psychedelic Southern Rock mit Soul-Einfluss” beschreibt.


2. Kenny Wayne Shepherd

1995, im Alter von nur 18 Jahren, veröffentlichte Kenny Wayne Shepherd sein Debüt und sang darüber, dass “die Guten jung sterben”. Da ist es ein Glück, dass Shepherd nicht von einem tragischen Ende ereilt wurde und stattdessen bisher neun weitere, kraftvolle Bluesrock-Alben veröffentlicht hat. Der aus Louisiana stammende Autodidakt und fantastische Gitarrist war schon in jungen Jahren kommerziell sehr erfolgreich: Er hatte sieben Singles in den Billboard Top 10, gewann zwei Billboard Music Awards und war mittlerweile für fünf Grammys nominiert. Wie viele andere zollt auch er seinen Vorgängern Respekt und covert viele legendäre Künstler. Auf seinem neuen Album, Lay It On Down, befindet sich allerdings nur eigenes Material in Shepherds charakteristischen, leidenschaftlichem Rootsrock-Sound. Mittlerweile hat er sogar eine eigene Fender Stratocasters Serie. Irgendwas scheint er also richtig zu machen.


3. Chantel McGregor

Die Wiege des Blues mag im Mississippi Delta liegen, aber auch der Britische Blues hat eine lange Geschichte. Aus diesem reichen Erbe ist eine überraschende Bluespersönlichkeit hervorgegangen: die Singer-Songwriterin und britische Bluesrock-Gitarristin Chantel McGregor. Sie ist ein Wunderkind an der Gitarre und die jüngste Absolventin einer Rockschule in Großbritannien: Sie schloss ihr Studium beim renommierten Leeds College Of Music mit Topnoten ab. Seitdem hat sie zahlreiche British Blues Awards gewonnen und einen Track zu dem Bluessampler 100 Years Of The Blues beigesteuert. Mit ihrem kraftvollen Sopran und den im Kontrast dazu stehenden harten Gitarrenriffs bietet McGregor eine tolle Mischung.


4. Danny Bryant

Danny Bryant ist ebenfalls Brite und auch er fing sich den Blues-Virus schon früh ein. Als Teenager beeindruckte ihn die “Wildheit und Intensität” der Gitarrenlegende Walter Trout und der irische Gitarrenvirtuose Rory Gallagher. Später sollte Trout sein Mentor und Kollege werden. Wie Marcus King trat auch Bryant zunächst mit seinem Vater Ken Bryant und der Bluesrockband RedEyeBand auf, bevor er seinen eigenen Lizenzdeal mit Virgin/EMI Asia unterschrieb. Bryant ist eine feste Größe in der Bluesszene Europas. Mit Tausenden Club- und Festivalauftritten und gemeinsamen Performances mit Künstlern wie Joe Cocker und Carlos Santana hat er sich eine treue Fangemeinde erspielt. Auf seinem neuen Livealbum hören wir Bryant in seinem Element, wie er seine Fans mit seiner hervorragenden Technik und neuen, weißen Soulklassikern begeistert.


5. Tyler Bryant & The Shakedown

Tyler Bryant & The Shakedown ist einer der spannendsten Namen der Bluesrockszene. Sie versuchen nicht, die Meister nachzuahmen, sondern erschaffen einen neuen Sound, der die Seele des Blues mit der Energie des Hardrock verbindet. Auch Bryant wurde der Blues in die Wiege gelegt und mit 15 trat er bereits bei Eric Claptons Crossroads Festival auf und spielte als Support für Dwight Yoakam in seiner Heimat Texas. Auch von der Delta und Chicago Blues Szene, war der Singer-Songwriter begeistert. In der Gitarrenszene ist er schon allgemein bekannt und hat mit den ebenfalls aus Texas kommenden Legenden Stevie Ray Vaughn, ZZ Top und Gary Clark Jr. gespielt. Der 26-Jährige hat eine alte Seele und ist nicht zimperlich mit seiner Gitarre. Mit ihrem rauen Bluesrock hat die Band sich international eine Fangemeinde erarbeitet und ist zum Beispiel beim Ramblin’ Man Fair in Südengland aufgetreten.


Schaut euch das Interview unserer Kollegen mit Tyler an:


6. Colin James

Colin James ist so etwas wie der Dorfälteste in der zeitgenössischen Bluesszene. In seiner Heimat Kanada ist er eine lebende Legende und die Vereinigten Staaten eroberte er 1990 mit seinem Album Sudden Stop, welches ein internationaler Hit war. Außerdem war er der zweite Künstler, der einen Vertrag bei Virgin Records America unterschrieb (der erste war Iggy Pop). Nicht weniger als 18 Alben hat Colin James mittlerweile veröffentlicht und so ist er einer der wichtigsten Botschafter des Genres und auch eines seiner außergewöhnlichsten Talente. Er meidet den kantigen Bluessound der letzten Jahre und überzeugt stattdessen mit seinem feinen Gitarrenstil und sanften Gesang. Er ist vielfach ausgezeichnet und erhielt unter Anderem sechs Juno Awards und wurde 2013 in die Canadian Music Industry Hall Of Fame eingeführt.


7. Joe Bonamassa

Einer der etablierteren Blueskünstler auf dieser Liste ist der 40-jährige “Smoking Joe” Bonamassa. In der Blueswelt ist er damit natürlich immer noch ziemlich jung, aber sein Werdegang gehört mittlerweile trotzdem zur Geschichtsschreibung des Blues: Als er zwölf Jahre alt war, hatte BB King ihn während eines Konzerts auf die Bühne gezogen und mit 13 hatte er einen kurzen Auftritt mit John Lee Hooker. Er gilt als einer der besten lebenden Gitarristen und spielt im Stil von britischen Bluesrockstars der 1960er wie Eric Clapton, Jimmy Page und der amerikanischen Legende Stevie Ray Vaughan. Bonamassa ist der amtierende “Entertainer Of The Year” der Blues Music Awards. Er ist nicht nur ein virtuoser Gitarrist, sondern komponiert auch großartige Riffs und fühlt sich in jedem Genre wohl. Mit dem Blues hat er sich eingehend und hingebungsvoll beschäftigt. Sein Talent liegt in der Improvisation genauso wie in der Technik und sein Sound ist unverwechselbar.


8. Christone “Kingfish” Ingram

Das Wort “Wunderkind” wird oft und manchmal viel zu leichtfertig benutzt, aber im Fall des 18-jährigen Christone “Kingfish” Ingram ist es absolut gerechtfertigt. Geboren im Delta war Ingram vom ersten Tag an vom Blues umgeben. Mit sechs Jahren begann er, Schlagzeug zu spielen und mit 11 Bass. Danach wandte er sich der 6-String Gitarre zu. Ingram wuchs mit der Kirche auf und kombiniert in seiner Musik Gospel und Blues. Er verfeinerte seine Technik mit Hilfe von Daddy Rich und Bill Howl im Delta Blues Museum. Sein Aufstieg war wie geschaffen für das Internet. In viralen Videos faszinierte er das Publikum und die First Lady Michelle Obama mit seinem außergewöhnlichen Talent und beeindruckender Technik.


9. Jack White

Wenn man eine bestimmte Person für das neue Bluesrock-Revival verantwortlich machen will, dann wäre das Jack White, der frühere Frontmann der White Stripes und von Supergroups wie The Raconteurs und The Dead Weather. White trägt als Musiker und mit seinem Label und Presswerk Third Man seinen Teil dazu bei, den Blues gesund und munter zu halten. Dass er in dem Genre sehr bewandert ist, zeigt sich in seinem Stil als Komponist und Performer und auch in seiner Künstlerpersönlichkeit, um die er selbst einen Mythos gestrickt hat. Seine Platten hat er den Großen des Blues gewidmet und auf dem zweiten White Stripes Album De Stijl Künstler wie Son House und Blind Willie McTell gecovert. Wenn er nicht gerade Klassiker von Chess Records und andere alte Bluesplatten neu auflegt, arbeitet er an Dokumentationen wie zum Beispiel American Epic, um dem Blues zu mehr Öffentlichkeit zu verhelfen.


10. Shemekia Copeland

Die Bluessängerin Shemekia Copeland wuchs während der Blütezeit des Hip-Hop in Harlem auf. Sie sagt, dass ihr Vater, der aus Texas stammende Bluesmusiker Johnny Clyde Copeland, sie mit der Blueswelt in Kontakt brachte. Auf ihren ersten Alben hält sie sich an einen zeitgenössischen Bluessound, aber ihre aktuellen Veröffentlichungen offenbaren einen neuen Souleinfluss, was besonders an ihrer kraftvollen Stimme liegt. Noch vor ihrem 30. Geburtstag hatte die gefeierte Sängerin mehrere Blues Awards erhalten, war für einen Grammy nominiert und war im Vorprogramm der Rolling Stones, BB King und Taj Mahal aufgetreten. Auf ihrem Album Outskirts Of Love von 2015 geht Copeland noch weiter über die Genregrenzen hinaus und covert Künstler wie ZZ Top, Creedence Clearwater Revival und Solomon Burke. Das britische The Blues Magazine kürte es dafür zum Besten Album des Jahres.


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Popkultur

Zeitsprung: Am 8.8.2004 ist bei der Dave Matthews Band die K**ke am Dampfen.

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WMG

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 8.8.2004.

von Timon Menge und Christof Leim

Im Sommer 2004 tourt die Dave Matthews Band durch die USA. Als die Gruppe in Chicago gastiert, schicken die Musiker ihren Fahrer Stefan Wohl alleine Richtung Hotel. Der kommt auf die Idee, das Busklo über dem Chicago River zu entleeren. Nur fährt unter der Brücke gerade ein Ausflugsschiff…

Hier könnt ihr euch Busted Stuff von der Dave Matthews Band anhören: 

Die Polizei von Chicago staunt nicht schlecht, als sie es am 8. August 2004 mit dem Tourbus der Dave Matthews Band zu tun bekommt. Schlagen sich die Gesetzeshüter im Bezug auf Rockbands üblicherweise mit den typischen „Berufskrankheiten“ wie Drogendelikten oder leichter Körperverletzung herum, hat sich der Fahrer der amerikanischen Jam-Rocker an jenem Tag einen ganz besonderen Fauxpas geleistet, der mehr als 100 Leuten einen echt beschissenen Tag beschert. Leider im Wortsinn… 

Zur Tatzeit befinden sich Dave Matthews und seine Musiker nicht im Bus, Fahrer Stefan Wohl ist alleine unterwegs. Als er sich dazu entscheidet, das Busklo über dem Fluss zu leeren, hat er nicht im Blick, dass gerade das Ausflugsschiff Chicago’s Little Lady unter der Kinzie Street Bridge entlangfährt. Mit voller Wucht erwischt die Ladung die über 100 Touristen.

Für die Betroffenen gibt es auf dem engen Gefährt keine Möglichkeit, dem Sturzbach aus 400 Kilo Fäkalien auszuweichen. Später beschreiben die Passagiere die Masse als „Regen aus faulig riechendem, braungelbem Schlamm“. Als Folge erkranken einige von ihnen, andere müssen mindestens ihre Kleidung entsorgen. „Keiner der Touristen leidet an irgendwelchen Folgeschäden“, stellt Staatsanwalt Robert Egan 2005 im Tribune klar.

Dave Matthews selbst zeigt sich umgehend engagiert und spendet jeweils 50.000 US-Dollar an die Friends Of The Chicago River und den Chicago Park District. „Wir arbeiten eng mit der Stadt zusammen, um all unsere Fragen bezüglich des Zwischenfalls zu beantworten“, erklärt die Band in einem Statement. „Wir möchten jetzt nur, dass der Heilungsprozess beginnen kann.“

Fahrer Stefan Wohl streitet seine Tat zunächst ab. Erst als er mit den Aufnahme einer Überwachungskamera konfrontiert wird, räumt er ein, die Ladung von der Brücke abgeworfen zu haben. Anschließend wird er zu 18 Monaten Bewährung verurteilt, muss 150 Sozialstunden leisten und eine Strafe von 10.000 US-Dollar zahlen. Die Stadt behält den Vorfall als „Poopgate“ in Erinnerung. 

Zeitsprung: Am 4.6.1997 treibt der Leichnam von Jeff Buckley im Mississippi.

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Popkultur

Zeitsprung: Am 7.8.1954 heiraten Johnny Cash und Vivian Liberto.

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Michael Ochs Archives/Getty Images

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 7.8.1954.

von Timon Menge und Christof Leim

Üblicherweise denkt man in Bezug auf das Liebesleben von Johnny Cash an seine Ehefrau June Carter Cash. Doch der „Man in black“ war bereits vorher einmal verheiratet – mit Vivian Liberto. Zunächst tauschen die beiden mehrere hundert Seiten Liebesbriefe aus. Cash leistet zu jener Zeit seinen Wehrdienst in Deutschland. Am 7. August 1954, also direkt nach seiner Entlassung, heiratet das Paar. Die Ehe hält zwölf Jahre, doch 1966 reicht Liberto die Scheidung ein.

Hier könnt ihr euch die wichtigsten Songs von Johnny Cash anhören: 

Der Startschuss für die Liebesbeziehung zwischen Vivian und Johnny fällt am 18. Juli 1951, als Cash sich gerade in einem Trainingsprogramm der Air Force befindet. Auf einer Rollschuhbahn in San Antonio lernt er die 17-jährige Vivian Liberto kennen. Drei Wochen lang treffen sich die beiden — doch dann wird Cash von der Armee für drei Jahre nach Deutschland geschickt, um sowjetische Botschaften zu entschlüsseln. Damals soll er sogar die Geheimnachricht von Tod Stalins aufgespürt haben.

Während seiner Abwesenheit schickt sich das Paar mehrere hundert Seiten Liebesbriefe. Im Juli 1954 feiert Cash seine Entlassung, nur einen Monat später heiratet er seine Vivian, ebenfalls in San Antonio. In den Jahren danach bekommen die beiden vier Kinder: Rosanne, Kathy, Cindy und Tara. Später zieht das frisch verheiratete Paar nach Memphis, wo Cash seine zukünftigen Kollegen Luther Perkins (Gitarre) und Marshall Grant (Bass) kennenlernt. Gemeinsam spielen die Musiker erste Aufnahmen für Sun Records ein, das Label, das auch Elvis Presley zu Bekanntheit verhalf. So ergeht es auch Cash, seine Karriere geht durch die Decke. Leider macht ihm der zunehmende Ruhm auch zu schaffen, er greift zu Alkohol und Pillen. Vivian sorgt sich um ihren Mann. Der schreibt zu ihrer Beruhigung den Song I Walk The Line.

1961 siedelt die Familie nach Kalifornien um, wo Cash den Johnny Cash Trailer Park betreibt. Aber: Sein Alkoholismus bringt ihn wiederholt mit dem Gesetz in Konflikt. Am 4. Oktober 1965 erreichen die Eskapaden einen ihrer traurigen Höhepunkte, als der Musiker an der Grenze von New Mexico verhaftet wird — mit unglaublichen Mengen an Aufputsch- und Beruhigungsmitteln in einem Gitarrenkoffer. Noch in der selben Nacht landet er im Gefängnis und wird zwei Monate später schuldig gesprochen. Er kommt allerdings mit einem verzögerten Urteil und einer Strafe von 1.000 US-Dollar davon.

Startet zuerst bei Sun Records durch, genau wie Elvis Presley: Johnny Cash

Doch die Verhaftung zieht noch ganz andere Probleme nach sich. Einen Tag nach der Gerichtsverhandlung landet ein Foto von Cash und seiner Vivian in sämtlichen Zeitungen — und viele Leser denken, dass die italienischstämmige Frau an Cashs Seite schwarz ist. In den Monaten danach erhält der Musiker nicht nur Hassbriefe, sondern auch Morddrohungen, vor allem aus dem Süden der USA. Die Auswüchse dieses Alltagsrassismus sind erschreckend.

In der Ehe läuft es davon abgesehen leider auch nicht gut: 1966 reicht Liberto die Scheidung ein und gibt als Grund den Drogen- und Alkoholmissbrauch ihres Mannes an. Außerdem sei er immer unterwegs gewesen, habe sie mehrfach betrogen und bereits während der Ehe eine enge Beziehung zu June Carter gepflegt. 

Einer von Vivian Libertos Gründen, sich von Johnny Cash scheiden zu lassen: seine Beziehung zu June Carter

June Carter lernt Johnny Cash auf Tour kennen, sie zieht gemeinsam mit der Carter Family durch die Lande. 1968 macht der Musiker seiner späteren Frau auf der Bühne einen Heiratsantrag. Sie sagt „Ja“ und hilft Cash dabei, seine Dämonen zu besiegen. Doch das ist wieder einmal eine andere Geschichte.

Zeitsprung: Am 12.9.2003 stirbt Country-Legende Johnny Cash im Alter von 71 Jahren.

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Popkultur

Zeitsprung: Am 6.8.1996 spielen die Ramones ihre letzte Show

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Ramones
Foto: Michael Ochs Archives/Getty Images

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 6.8.1996.

von Christof Leim

Nach über 20 Jahren und 2263 Shows ist Schluss: Die Ramones spielen am 6. August 1996 ihr letztes Konzert im Palace in Hollywood, Kalifornien.

Hört hier das letzte Studioalbum ¡Adios Amigos! der Ramones:

Über die Wichtigkeit der Band für den Rock’n’Roll müssen wir vermutlich nicht viele Worte verlieren. Es gibt kaum einen Akteur der wilden Spielarten der Musik, der nicht irgendwann mal einen der einfachen, aber damit umso effektiveren Punk-Rock-Songs der vier Lederjackenhelden aus New York geschmettert hat. Ramones-Cover gibt es von Metallica, Rob Zombie, Kiss, den Chili Peppers und unzähligen anderen. Motörhead haben der Kapelle sogar einen eigenen Song gewidmet.

Berühmt und erfolglos

Zum Zeitpunkt der letzten Show zeichnet sich das Ende schon ab: Die Band darf sich 1996 zwar berühmt und einflussreich nennen, aber entsprechend erfolgreich ist sie nicht. Auch die letzte Tour passiert noch im Van. Das geht irgendwann an die Substanz, und nicht um jedermanns Gesundheit steht gut. Vor allem sprechen Joey und Johnny Ramone schon seit Jahren kein Wort mehr miteinander, trotz Abertausenden an gemeinsam abgesessenen Kilometern, seit sie sich wegen einer Dame (die später Johnnys Ehefrau wurde) gestritten haben.

Am 6. August 1996 kommt dann das Ende, das finale Konzert von insgesamt 2263. Es findet statt im Palace in Hollywood in Kalifornien, wo Bandboss/-diktator Johnny Ramone mittlerweile wohnt – und damit fern von der Heimat in New York. Beim Abschied stehen einige Gäste mit auf der Bühne, darunter Chris Cornell, Eddie Vedder und Lemmy. Der sagt später: „Wenn das die letzte Show der Ramones war, dann ist das eine Beleidigung für die Intelligenz der Welt und eine Schande für den Rock’n’Roll. Sie sind eine der besten Bands, die es gibt.“

An diesem Abend spielen die Ramones 32 Songs, die finale Nummer ist das Dave-Clark-Cover Anyway You Want It. Ein Mitschnitt erscheint am 18. November unter dem Titel We’re Ramones Were Outta Here CoverOutta Here!. Zum letzten Aufgebot gehören neben Joey und Johnny noch Bassist C.J. und Drummer Marky. Ihre Wege trennen sich nach dem Konzert, die Musiker verabschieden sich nicht mal voneinander.

Fünf Jahre später, 2001, stirbt Sänger Joey an Krebs, ohne dass der Streit mit Johnny jemals beigelegt worden wäre. Der erliegt 2004 ebenfalls einem Krebsleiden. 2002 fällt Ur-Bassist Dee Dee einer Heroin-Überdosis zum Opfer. Der erste Schlagzeuger Tommy stirbt 2014, auch an Krebs. Damit weilen die originalen Vier nicht mehr unter uns, die Ramones sind endgültig Geschichte.

 

Zeitsprung: Am 24.8.1979 läuft der Ramones-Film „Rock’n’Roll High School“ an.

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