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Popkultur

Mike Ness’ Soloalben erscheinen als großes Vinyl Re-Issue

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Wer sich heute nicht in sozialen Netzwerken bewegt und vom Bett und der Couch aus seine Follower auf Instagram, Facebook und Twitter bespaßt, der geht durchaus unter im Dauersummen der Glasfaserkabel-verbundenen Welt. Das gilt für bekannte Künstler nicht weniger als für Michi und Anja von nebenan.

Einer, der bekennend fremdelt mit Social Media, mit Digitalisierung und ja, sogar mit Handys, kurz, mit vielem, was die Welt heute angenehm und anstrengend zugleich macht, ist Social Distortion-Frontmann Mike Ness.



Mike Ness, Internetmuffel und Punkveteran aus California

Klar, wer schon einen Pager in den 90ern für einen unnötigen Störenfried hält, ist für konstante Updates in sozialen Medien nicht empfänglich. Und so ist es nicht verwunderlich, dass die von Ness und einem Schulfreund 1978 gegründete Kultband Social Distortion für viele ein wenig vom Radar verschwunden ist. Dabei sind die fünf Punkveteranen alles andere als in den Ruhestand gegangen. Im Gegenteil: Die Band tourt noch immer, nur haben Ness und Co. offenbar nicht das Bedürfnis, darüber ausgiebig zu twittern.

Seine Neugier und sein Ideenreichtum machten Social D, wie Ness selbst seine Band gerne nennt, über die 1980er Jahre hinaus zu einem der wichtigsten Punkacts überhaupt.

Ness, der heute 56 Jahre alt ist, hatte keinerlei Berührungsängste mit dem amerikanischen Folk, Blues und Rockabilly und verwob diese uramerikanischen und teilweise eher bürgerlichen Stile mit dem systemkritischen In-your-Face-Punk, der Social Distortion zu der US-Variante von The Clash oder den Sex Pistols machen sollte.



Back to the roots

Ness war jedoch auch in der Solo-Variante erfolgreich und brachte zwei von Musikpresse und Distortion-Fans gleichermaßen geliebte Alben heraus. Under The Influences erscheint am 29. Juni 2018 als Vinyl Re-Issue, in akustisch und optisch neuer Aufmachung, Cheating At Solitair am 7. September.

Das erste seiner Soloalben heißt dann passend und doppeldeutig Cheating At Solitair und erschien 1999. Hier widmete sich Ness ganz ungehemmt seinen musikalischen Wurzeln, es war ihm ein offensichtliches Bedürfnis, der Musik, mit der er groß geworden war – Country, Blues und Rock’n’Roll – zu huldigen. Unter anderem sind Ness’ gute Freunde Bruce Springsteen, Brian Setzer und Josh Freese auf der Platte zu hören. Neben eigenem mischt Ness Cover von Bob Dylan oder Hank Williams unter.



Mit Under The Influences, das Ness im gleichen Jahr hinterherschob, führte er seine Rückbesinnung fort und nahm eine Reihe von geliebten Country-Songs auf, die seinen Weg als Künstler beeinflussten. Mit dabei finden sich Bluegrass- und Folk-Klassiker wie Gamblin’ Man von Marvin Rainwater, Let The Jukebox Keep On Playing von Carl Lee Perkins oder Big Iron von Marty Robbins.

Es sind diese frühen, für damalige Verhältnisse radikalen Musiker des Rock’nRoll, Country und Blues, die Ness so verehrte.

Die Wiederveröffentlichungen dieser beiden Alben sind nun in doppelter Hinsicht eine wundervolle Gelegenheit: Einerseits bringt sich damit der musikalische Alleskönner Mike Ness und damit auch er seine Band wieder ins Gespräch – ganz ohne viel Brimborium im Netz, sondern über das, was wirklich wichtig ist: die Musik. Und andererseits setzt Ness den von ihm verehrten Musikern aus Kindheitstagen ein Denkmal und sorgt dafür, dass wir auch das wieder hören. Und von Hank, Bob und Co. kann man doch eh nie genug bekommen.



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