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Popkultur

Motown – The Great Voices

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Vor einem viertel Jahrhundert ehrten Smokey Robinson, Stevie Wonder, Marvin Gaye und Diana Ross (die vier Säulen von Motown Records) ihr großes Idol und Mentor auf ganz besondere Art und Weise.
Sie widmeten Berry Gordy, Sr. den Song ‘Pops, We Love You’. Er war der Vater von Berry Gordy, Jr., dem Mann, dessen Talent, Zielstrebigkeit und Glück ihnen die Tür zum weltweiten Ruhm geöffnet hatte. “Pops” starb 1978 im Alter von 90 Jahren und wie das noch im selben Jahr aufgenommene Tribute deutlich zeigt, hatte er bei Smokey, Stevie, Marvin und Diana einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen.
Aber das Unternehmen Motown war viel größer als die Vier. Denken wir nur an Mary Wells, die den Boss eines Nachtclubs in Detroit überreden wollte, einen ihrer selbst geschriebenen Songs bei dem Sänger Jackie Wilson unterzubringen. Berry Gordy bat Mary, ihm den Song direkt vorzusingen. Mit ihrem Mut (mal ganz abgesehen von der Qualität des Songs, ‘Bye Bye Baby’) sicherte sie sich einen Plattenvertrag und in der Folge eine ganz Reihe von Hits zwischen 1960 und 1964.

 

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Digging deeper…

Mary Wells wird noch aus einem anderen Grund in Erinnerung bleiben: Ihre Aufnahmen mit Marvin Gaye. Sie machten nur ein Album zusammen, aber es war verführerisch – und kommerziell. Insofern überrascht es nicht, dass Marvins Mentor Harvey Fuqua seinen Star daraufhin mit der naiv-mädchenhaften Tammi Terrell zusammenbrachte. Aus dieser Verbindung entstanden einige der wunderbarsten Duette der Popmusik. Marvin und Tammi mögen im echten Leben kein Paar gewesen sein, aber auf Platte war es eine Romanze, und die brachte einige bezaubernde Momentaufnahmen hervor wie ‘Ain’t No Mountain High Enough’ und ‘You’re All I Need To Get By’.

 

Tammi war nicht ohne – immerhin hatte sie für James Brown gearbeitet! Ihre Solostücke waren absolut treffsicher, so z. B. ‘Come On And See Me’ und ihre Version des Isley Brothers Songs ‘This Old Heart Of Mine’ von 1968. Berichten zufolge war sie nur in David Ruffin verliebt, den Mann, dessen eindrucksvolle Stimme ihm einen der wichtigsten Plätze bei den Temptations sicherte. Um ein Haar hätte sein Bruder Jimmy Ruffin den Job bekommen, aber er konnte nicht tanzen. Darum musste er sich mit einer Solokarriere begnügen – und, zugegebenermaßen, mit einem der bewegendsten Meilensteine des Motown: ‘What Becomes Of The Brokenhearted’.

 

Die erste Künstlerin von der Westküste für das Detroiter Label war die 17-jährige Brenda Holloway, eine Entdeckung des Produzenten Hal Davis. Selbst wenn sie nur ‘Every Little Bit Hurts’ zum Motown Katalog beigetragen hätte, wäre das ein Grund zum Feiern, aber Brenda erarbeitete sich ihren Platz in der Popgeschichte als Co-Autorin von ‘You’ve Made Me So Very Happy’, dessen Originalversion sie auch selbst aufnahm. Der Song wurde später das Markenzeichen der Rock-Jazz-Crossover Band Blood, Sweat & Tears.

 

Die in Watts geborene Brenda war aber auch mutig: Irgendwann bat sie Berry Gordy, sie aus ihrem Vertrag zu entlassen, da sie als in L.A. lebende Künstlerin das Gefühl hatte, in der Hackordnung weiter unten zu stehen, als ihre Detroiter Kollegen. Aber mit Tracks wie ‘When I’m Gone’ und ‘Just Look What You’ve Done’ wird sie für immer mit Motown verbunden sein.

 

Fast zwanzig Jahre später verhalfen Gordy und sein Team einem weiteren Mädchen aus Kalifornien zum Durchbruch: Teena Marie. Rick James war natürlich eine große Hilfe, aber es war der Ehrgeiz und das Talent von Mary Christine Brockert (wie sie mit bürgerlichem Namen hieß), die ihr einen Platz in den Charts garantierten. In seiner Autobiografie nennt Gordy Teena stolz “eine Entdeckung von mir”, und das mit Recht. Teenas erster Hit, ‘I’m A Sucker For Your Love’, war eine unverwechselbare Mischung aus schwarzem und weißen Rhythm&Blues der mittlerweile dritten Generation von Motown Solokünstlern, und es war nur der Anfang einer langen Reihe von Erfolgen.

 

 

Auch Thelma Houston war eine der Solosängerinnen aus Kalifornien. Sie schrieb gemeinsam mit dem zuvor schon erwähnten Hal Davis den Disco-Smashhit ‘Don’t Leave Me This Way’, der auf ewig mit ihrem Namen assoziiert werden wird. Als Hal in der Produktion war, beschwerte sich ein Vertreter der örtlichen Musikergewerkschaft über die Länge des Stücks. “Wir waren gerade bei der siebten Minute”, erinnert sich Davis, “und dieser Typ von der Gewerkschaft marschierte herein und sagte: ‘Hey, wir haben gehört, dass ihr so lange Versionen macht. Das muss aufhören, sonst müssen wir mehr in Rechnung stellen.'”
Hals Reaktion kann man sich vorstellen, und auch die von Thelma. Sie hatte bis dahin noch keinen Hit und würde sich nicht mit Bürokraten herumschlagen.

 

Auch Rick James hatte Probleme mit Bürokraten – in seinem Fall war es die U.S. Navy –, aber sein Aufstieg war dadurch nicht aufzuhalten. Mit einigen der sensationellsten Funknummern der 1980er, u. a. ‘Super Freak’ und ‘Give It To Me Baby’, katapultierte er sich nach oben. Rick war der größte Solostar des Jahrzehnts für Motown. Das war bevor Lionel Richie die Commodores verließ und die ganze Welt eroberte.

 

 

Natürlich ist es immer ein Risiko, eine weltweit bekannte Band zu verlassen, und viele verlieren dabei. Aber als Smokey Robinson sich von den Miracles verabschiedete und Diana Ross von den Supremes, bestand diese Gefahr nicht. Ihr Talent ließ sich nicht aufhalten. Davon abgesehen investierte Motown viel Geld und Energie, um ihren Aufstieg an die Spitze der Entertainmentindustrie voranzutreiben.

 

 

Nichtsdestotrotz räumte Berry Gordy ein, dass es ihn traurig machte, wenn seine “Kinder” sich ohne ihn in der Welt beweisen wollten; solo gewissermaßen. 1985 erzählte er einem Hörsaal voller Yale Studenten: “Eines Tages dämmerte es mir, nachdem ich mit diesen Menschen gearbeitet und ihnen alles beigebracht hatte – von Songwriting bis zur Produktion und alles, was dazu gehörte –, da traf es mich wie ein Blitz, dass sie mehr Talent hatten als ich. Ein Mensch mit meinem Ego kann mit dieser Erkenntnis nicht besonders gut umgehen, also sagte ich es ihnen vorerst nicht. Aber früher oder später fanden sie heraus, dass sie es selbst in sich trugen, und wenn man das einmal realisiert und verstanden hat, dann ist der Erfolg unausweichlich.”

 

An dieser Stelle erheben wir unser Glas auf die Nestflüchter und die einzigartigen Stars des Motown-Universums.
Jetzt seid Ihr Motown-Experten, also testet Euer Wissen und verdient Euch Euer Diplom an der Classic Motown University!

Motown-50

 

 

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„Der Triumph des Jazz“: Die musikalischen Einflüsse des Martin Luther King, Jr.

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Martin Luther King Jr.
Foto: Donald Uhrbrock/Getty Images

Am 15. Januar 2022 hätte die US-amerikanische Bürgerrechtsikone Martin Luther King ihren 93. Geburtstag gefeiert. Zu Ehren Kings möchten wir an dieser Stelle seine Verbindung zur Musikkultur ein wenig näher beleuchten.

von Markus Brandstetter

Die Bilder und Worte sind fest im kollektiven Bewusstsein verankert, selbst wenn man zu jener Zeit noch nicht auf der Welt war: Im August 1963 fanden sich über 200.000 Menschen in Washington, DC zum „Marsch auf Washington für Arbeit und Freiheit“ (englischer Titel: March on Washington for Jobs and Freedom) zusammen.

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Vor dem Lincoln Memorial hielt Martin Luther King seine berühmte Rede, deren Worte „I have a dream“ in die Geschichte eingingen. Musik war (nicht nur) an diesem Tag ein wesentlicher Bestandteil der Proteste. Bob Dylan und Joan Baez traten auf, Peter, Paul & Mary, Odetta Holmes, Mahalia Jackson und der Eva Jessye Choir, auch Harry Belafonte war anwesend. Für King war Musik aber weit mehr als eine akustische Untermalung — er sah sie als Mittel zur Veränderung an — und, im Falle von Jazz, Triumph der Schwarzen — dazu später mehr.

Kings musikalischer Background

Für Martin Luther King, das schreibt der US-amerikanische Autor Alfonso Pollard in seinem Artikel The Extraordinary Influences of Dr. Martin Luther King, Jr., habe Musik seit seiner Kindheit eine bedeutende Rolle gespielt. Kings Mutter Alberta King spielte hier wohl die Schlüsselrolle: Sie war Chorleiterin und Organistin in der Ebenezer Baptist Church. Auch Kings spätere Ehefrau Coretta Scott, die er an der Universität kennenlernte, war Kirchenchorleiterin, außerdem Sopranistin und Multiinstrumentalistin.

Geht es nach Pollard, gab es in Kings musikalischer Sozialisation zwei große Säulen: die Gospelmusik zum einen, zeitgenössische Sängerinnen wie Mahalia Jackson, Sister Rosetta Tharpe, Nina Simone, Miriam Makeba zum anderen. Später wurde auch Jazz für ihn immer wichtiger — eine Musik, die er als „triumphal“ bezeichnete. Damit meinte er den Triumph der Afroamerikaner*innen über die Unterdrückung, über Ungerechtigkeit, Kummer, Tragödien.

Der Triumph des Jazz

1964 wurde King gebeten, die Eröffnungsrede auf dem JazzFest Berlin (damals „Berliner Jazztage“ genannt) zu halten. In seiner Rede sprach er über eben dieses Triumphale im Jazz: „Gott hat viele Dinge aus der Unterdrückung heraus geschaffen. Er hat seine Geschöpfe mit der Fähigkeit ausgestattet, zu erschaffen, und aus dieser Fähigkeit sind die süßen Lieder der Trauer und der Freude hervorgegangen, die es dem Menschen ermöglicht haben, mit seiner Umwelt und vielen verschiedenen Situationen zurechtzukommen. Der Jazz spricht für das Leben. Der Blues erzählt von den Schwierigkeiten des Lebens, und wenn man einen Moment nachdenkt, wird man feststellen, dass er die härtesten Realitäten des Lebens in Musik umsetzt, um dann mit neuer Hoffnung oder einem Gefühl des Triumphs wieder herauszukommen.“

„Die letzte Bastion des Elitismus“

Wie die Verbindung Kings zur klassischen Musik ist, ist indes nicht hinreichend beleuchtet. Der US-Dirigent Paul Freeman (1936-2015) berichtete einst in einem Interview von ein Zusammentreffen mit dem Bürgerrechtler. Als dieser ihn fragte, was er in Atlanta mache, erklärte ihm Freeman, er habe ein Engagement als Gastdirigent des Atlanta Symphony Orchestra. Die Antwort von King darauf kann als sozialkritisch bis sarkastisch gelesen werden: „Ah, die letzte Bastion des Elitismus! Glory, Halleluja!“ Freeman, dessen erklärte Mission es war, die Klassik (sowohl als Musiker*in als auch als Hörer*in) für alle zugänglich zu machen, sah dies aber nicht als Seitenhieb, sondern als Inspiration, sein Ziel zu verfolgen.

Nachzusehen ist dies in diesem Interview:

Wie wichtig King war, zeigen zahlreiche Tribute. Soul-Legende Stevie Wonder war ausschlaggebend dafür, dass Martin Luther Kings Geburtstag zum Feiertag erklärt wurde — und widmete ihm das Stück Happy Birthday. U2 schrieben Pride (In The Name Of Love) über ihn, James Taylor zollte ihm mit Shed A Little Light Tribut — und natürlich darf man Nina Simones Stück Why (The King Of Love Is Dead) nicht vergessen, dass sie drei Tage nach seinem Tod vorstellte.

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Zeitsprung: Am 15.1.1969 kehrt George Harrison zu den Beatles zurück.

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 15.1.1969.

von Timon Menge und Christof Leim

Getrennte Wege gehen die Beatles erst zu Beginn der Siebziger, doch dicke Luft herrscht schon vorher. Die Musiker fühlen sich ausgelaugt, gemeinsamer Tatendrang bleibt die Ausnahme. Am 10. Januar 1969 verlässt George Harrison sogar die Band. Fünf Tage später kehrt er zurück — allerdings mit Forderungen…

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Hört hier in Let It Be rein:

Klickt auf „Listen“ für das ganze Album.

Im Januar 1969 befinden sich die Beatles im Twickenham Studio in London und arbeiten an ihrer Platte Let It Be. Das White Album (1968) hallt noch nach, das Erscheinen von Yellow Submarine (1969) steht kurz bevor. Als die Band am Morgen des 10. Januar mit wenig Erfolg an den Songs Get Back und Two Of Us arbeitet, hat George Harrison die Nase voll. Er verlässt das Studio und lässt die anderen drei Musiker im Regen stehen. Nachdem sich McCartney, Lennon und Starr die erste Wut von der Seele gespielt haben, sagt Lennon trocken: “Ist er am Dienstag nicht zurück, holen wir Clapton.” Am 12. Januar treffen sich die Beatles bei Harrison zuhause, doch die Zusammenkunft verläuft alles andere als gut und endet von Harrisons Seite mit einem: “Man sieht sich.”

Einer der Gründe für Harrisons Abgang: Immer wieder geraten er und Paul McCartney aneinander. Harrison emanzipiert sich zu jener Zeit als Songschreiber und empfindet McCartney als zu dominant. In einem Interview mit dem Rolling Stone erzählt er: „Es ist mir immer sehr schwergefallen, beim Songwriting mitzumischen, weil Paul diesbezüglich sehr aufdringlich war. Wenn er meine Songs gespielt hat, lief das immer gut. Ich musste allerdings 59 seiner Ideen ausprobieren, bevor er sich meine überhaupt anhören wollte.“



Auch John Lennon und Harrison sind sich zu jener Zeit nicht grün. So stellt der britische Musikjournalist David Stubbs in einem Artikel für das Magazin Uncut die These auf, Harrison sei sogar noch genervter von Lennon als von McCartney, weil Lennon Probleme mit Harrisons wachsendem Einfluss auf das Songwriting gehabt habe. Nicht nur das: Lennons Beziehung zu Yoko Ono treibt einen Keil zwischen die beiden Beatles, die sich gerade erst richtig angefreundet hatten — vermutlich auch über ihre gemeinsame Vorliebe für LSD.

Außerdem stört Harrison sich daran, dass im Studio ein Film gedreht werden soll, obwohl die Beatles nur streiten. „Es kam vor der Kamera nie zum Eklat“, räumt er später ein. „Aber ich habe mich die ganze Zeit gefragt, was das eigentlich soll.“ Er beschließt, die Band zu verlassen — ein Prozess, den auch Schlagzeuger Ringo Starr durchläuft, und zwar nur wenige Monate zuvor während der Sessions zum White Album.



Einige Tage nach Harrisons Abgang merken McCartney, Lennon und Starr endgültig, dass die Band nicht ohne den Gitarristen funktioniert. Die Musiker setzen ein Treffen für den 15. Januar an, und der verlorene Sohn taucht wieder auf — allerdings mit Forderungen. Harrison möchte im Gegensatz zu McCartney nach unfassbar vielen Konzerten nicht mehr live auftreten. Außerdem bittet er darum, das Studio zu wechseln. Die übrigen Bandmitglieder schlagen ein, die Beatles ziehen in die Apple Studios um und setzen den Aufnahmeprozess fort.


Die Symptome lassen sich durch die Veränderungen kurzzeitig bekämpfen, doch die Ursachen liegen tiefer. Trotz vorübergehender Wiedervereinigung kommt es langfristig zur Auflösung der Band. Vorher schließen die Briten die Aufnahmen des Albums Abbey Road ab, das durch diverse Umstände sogar noch vor Let It Be erscheint. Zur endgültigen Trennung kommt es im Frühjahr 1970, etwa einen Monat vor der Veröffentlichung der letzten Platte.

Zeitsprung: Am 21.1.1966 heiratet George Harrison. Eric Clapton grätscht rein.

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The Ronettes: 6 wegweisende Songs der legendären Girlgroup

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The Ronettes
Foto: Michael Ochs Archives/Getty Images

Am 12. Januar 2022 starb Ronnie Spector, die Leadsängerin der geschichtsträchtigen The Ronettes. Die Girlgroup aus New York war in den 1960er-Jahren eine wegweisende Popgruppe, die sich in Sachen Sound und Image deutlich vom Durchschnitt abhob.

von Markus Brandstetter

Ab 1963 arbeitete die Gruppe mit der Produzentenlegende (und dem späteren verurteilten Mörder) Phil Spector zusammen, den die Sängerin auch heiratete. Unseren Nachruf auf Ronnie Spector findet ihr hier. Zu Ehren der Sängerin wollen wir uns heute durch die größten Hits und wichtigsten und wegweisenden Songs von The Ronettes hören und ein wenig ihre Historie und den Hintergrund der Stücke beleuchten.

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1. Good Girls

Good Girls war die letzte Single von The Ronettes, die die Band über ihr altes Label Colpix Records veröffentlichte. Die Single schaffte keinen Platz in den Charts, die Band  war deswegen schwer enttäuscht und trennte sich von ihrem alten Label. Neue Geschäftsmöglichkeiten taten sich auf, die Gruppe unterschrieb bei Phil Spectors Label Philles Records. Der kommerzielle Erfolg konnte damit beginnen. Good Girls, die Single vor dem Erfolg, war vielleicht nicht so wegweisend, wie das, was unter Spectors Produktion folgen sollte — ist aber dennoch ein eingängiger, erinnerungswürdiger  Song.

2. Be My Baby

Be My Baby stammt aus der Feder von Phil Spector, Jeff Barry und Ellie Greenwich und ist der größte Hit der Band. Wobei: Spector hat im Grunde nur deswegen einen Songwriting-Credit, weil seine Produktion eben Kernstück des Songs ist. Be My Baby wurde am 15. August 1963 als Single veröffentlicht und schaffte es auf Platz zwei der US-Popcharts. Darauf zu hören ist die Creme de la Creme der damaligen Studiomusiker*innen-Szene — unter anderem spielt die großartige Carol Kaye (gemeinsam mit Ray Pohlmann) Bass, dazu sind mit Tommy Tedesco, Billy Strange, Barney Kessel und Bill Pitman gleich vier Gitarristen zu hören. Und weil ein Keyboard für eine Wall of Sound nicht reicht, sind auch vier Keyboarder mit dabei.

 3. Baby I Love You

Nachdem Be My Baby ein Erfolg wurde, war in Phil Spector der Ehrgeiz geweckt, nachzulegen. Allerdings gab es da ein Problem: The Ronettes sollten eigentlich touren. Ronnie blieb bei Phil im Studio, Estelle und Nedra gingen auf Tour, mit Verstärkung der Cousine Elaine. Weil man aber weitere Stimmen beim Aufnehmen brauchte, halfen Bekannte aus: So übernahmen Cher, Sonny Bono und Darlene Love die Backing Vocals auf dem Stück. Am Piano: der große Leon Russell.

 4. (The Best Part Of) Breakin’ Up

„Wenn Phil einen Song so sehr liebte wie (The Best Part of) Breakin’ Up, konnte er tagelang daran arbeiten, ohne jemals müde zu werden. Er verbrachte Stunden damit, die Harmonien mit Nedra und Estelle auszuarbeiten, und sprang jedes Mal auf und ab, wenn er etwas hörte, das ihm gefiel“, erinnerte sich Ronnie Spector in ihrer Autobiografie an die Aufnahmen zu  (The Best Part Of) Breakin’ Up.

 5. Do I Love You?

Junge Liebe – davon handelt Do I Love You?, das die Ronettes 1964 mit dem Song Bebe And Susu als B-Seite veröffentlichten. Geschrieben wurde der Song von Phil Spector, Pete Andreoli and Vini Poncia.

6. Walkin’ In The Rain (1964)

Walkin’ In The Rain — geschrieben von Barry Mann, Phil Spector und Cynthia Weil, wurde im Laufe der Jahre oft gecovert — unter anderem von The Walker Brothers und Jay & The Americans. The Ronettes, für die der Song geschrieben wurde, landeten 1964 damit auf Platz 23 der Billboard Top 100 Song, in den Billboard R&B Charts war sogar Platz 8 drin.

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Riot Girls: Die Musikerinnen, die die Welt veränderten

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