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Popkultur

Zeitsprung: Am 20.7.1969 spielen Pink Floyd live zur Mondlandung.

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Foto: Nicolas Economou/NurPhoto/Getty Images

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 20.7.1969.

von Timon Menge und Christof Leim

Als im Sommer 1969 die ersten Menschen den Mond betreten, kommt dieses Ereignis natürlich nicht ohne umfassende Berichterstattung aus. Auch die BBC strahlt am Abend der Abende eine ausführliche Sondersendung aus. Dafür braucht man natürlich die passende musikalische Untermalung — und wer könnte die besser liefern als Pink Floyd?

Hier könnt ihr euch Moonhead anhören:

Am 20. Juli 1969 erlebt die Menschheit eines der größten Ereignisse ihrer Geschichte: die erste bemannte Mondlandung. Weltweit wird das Spektakel im Fernsehen übertragen. In England überlegt sich die BBC etwas ganz Besonderes und sendet über zehn Tage hinweg mehr als 27 Stunden passendes Material. Ob Reportagen, Kindersendungen oder Unterhaltungsprogramm: Jeder soll auf seine Kosten kommen und die Mondlandung angemessen feiern können. Schließlich kommen sogar Pink Floyd ins Spiel.

Ein Fernseh-Special der besonderen Art

Im TV hatte man die Briten zu jener Zeit bereits öfter gesehen, zum Beispiel in der Dokuserie Omnibus. Die beschäftigt sich während der Sechziger mit der englischen Rockmusikszene, und da dürfen Pink Floyd natürlich nicht fehlen. Das gilt auch für den 20. Juli 1969, denn als die BBC bei den Omnibus-Machern nach einem Special zur Mondlandung fragt, laden die Roger Waters, David Gilmour und Co. für einen ganz besonderen Auftritt ein. 

Pink Floyd Ende der Sechziger – Foto: Promo

Als die Sendung über die Mattscheiben flimmert, erwartet die Zuschauerschaft ein abwechslungsreiches Programm. So gibt es Zitate und Gedichte von Schauspieler Ian McKellen sowie Schauspielerin Judi Dench; das Dudley Moore Trio und Sängerin Marion Montgomery geben Jazz zum Besten. Den wohl populärsten Part der Ausstrahlung verdanken wir allerdings Pink Floyd, die während der Mondlandung vor laufender Kamera jammen.

„Es war fantastisch.“

„Wir saßen in einem BBC-Studio und spielten zur Landung“, erinnert sich David Gilmour 2009 in einem Interview mit dem Guardian. „Es war eine Liveübertragung. In der einen Hälfte des Studios standen einige Wissenschaftler, in der anderen Hälfte waren wir. Ich war 23 Jahre alt.“ Der Gitarrist fährt begeistert fort: „Es war fantastisch, dass wir unten Musik gemacht haben, während oben die Astronauten über den Mond liefen. Heute würde sowas in der BBC wohl nicht mehr stattfinden.“

Das Ergebnis der Jamsession trägt den Titel Moonhead und wurde zwar nie veröffentlicht, dafür umso zahlreicher auf Bootlegs unter die Leute gebracht. Erst 2016 erscheint das Stück in der Box The Early Years 1965-1972. Gilmour zeigt sich auch im Anschluss an die Sendung beeindruckt: „Ich war in meiner Wohnung in London, habe den Mond angeguckt und dachte: ‚Da oben stehen gerade Leute.‘ Das hat mir eindrucksvoll gezeigt, dass es nun sein kann, dass man dort hochschaut und da jemand ist.“

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