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Popkultur

Zum 25. Todestag von Rio Reiser: Seine 10 besten Songs

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Rio Reiser
Foto: Peter Bischoff/Getty Images

Eine raue Stimme und Texte, die ins Mark gehen: Rio Reisers Einfluss reicht noch heute vom Punk über Schlager bis zu erfolgreichen Pop-Bands. Ob solo oder mit Ton Steine Scherben, er gehört zu den ganz großen Poeten der deutschen Musik. Am 20. August 1996 verstirbt Reiser im Alter von 46 Jahren. Schauen wir uns seine besten Songs an.

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von Victoria Schaffrath

1. Macht kaputt, was euch kaputt macht (Ton Steine Scherben, 1970)

Die Anfänge von Reisers Werdegang sind untrennbar mit der linkspolitischen Szene Westdeutschlands der frühen Siebziger verbunden. Nach Anfängen in der Beatmusik wendet er sich mit den TSS-Bandkollegen R. P. S. Lanrue, Kai Sichtermann und Wolfgang Seidel dem von ihnen ersonnenen Agitrock zu, dessen Name dem kommunistischen Begriff „Agitprop“ und Acidrock entstammt. Ganz bewusst sollen die Texte provozieren und so zu mehr Engagement bewegen. Bestes Beispiel: Macht kaputt, was euch kaputt macht nutzt einen bekannten Slogan der autonomen Bewegung.

2. Rauch-Haus-Song (Ton Steine Scherben, 1972)

Dass Reiser nicht einfach nur über die Motive und Aktionen der linken Bewegung schreibt, sondern Teil davon ist, beweist der Rauch-Haus-Song: Das Lied entsteht, während die Scherben gemeinsam mit anderen Aktivist*innen ein Schwesternwohnheim in Berlin-Kreuzberg besetzen. Auch an anderen Aktionen beteiligt sich das Gespann, sodass die Gruppe bald als Sprachrohr der Hausbesetzerszene gilt.

3. Keine Macht für Niemand (Ton Steine Scherben, 1972)

Auch Keine Macht für Niemand vom zweiten Album Warum geht es mir so dreckig? nutzt einen Leitsatz der linken Szene. Im Text fordert Reiser: „Schreibt die Parole an jede Wand“. Getreu der antikapitalistischen Haltung der Bewegung veröffentlichen die Scherben ausschließlich im Selbstvertrieb und verlangen auf Konzerten höchstens kleine Unkostenbeiträge. Die Beliebtheit der Band steigt jedoch auch außerhalb ihrer Kreise, denn Reisers Texte, emotional und unkompliziert formuliert, können von einem breiten Publikum verstanden werden. Stücke wie Keine Macht bleiben trotz vermeintlich extremer Message zugänglich und melodiös.

4. Der Traum ist aus (Ton Steine Scherben, 1972)

Das langfristige Potenzial seiner Texte beweist Reiser bei Der Traum ist aus. Irgendwo zwischen Liebeslied und Polit-Verdruss besingt er ein verlorenes Paradies – bei Natur-Katastrophen und Klima-Krise kann man kaum aktueller klingen. Der gebürtige Berliner erlebt die Übertragbarkeit seiner Lyrik jedoch selbst: Als er 1988, ein Jahr vor dem Mauerfall, ein Konzert in Ost-Berlin spielt, gewinnen die Zeilen „Gibt es ein Land auf der Erde, wo der Traum Wirklichkeit ist? Ich weiß es wirklich nicht. Ich weiß nur eins und da bin ich sicher: Dieses Land ist es nicht“ eine völlig neue Bedeutung. Das Publikum schreit emotionsgeladen mit. Ein zeitloser Konzert-Moment.

5. Halt dich an deiner Liebe fest (Ton Steine Scherben, 1975)

Mittlerweile fühlt sich die Band als Jukebox der Linken missbraucht und löst sich zunächst auf. Für das wenig später beschlossene (Doppel-)Album Wenn die Nacht am tiefsten… zieht sich die Band dann aufs Land zurück und schlägt sanftere Töne an. Empathie und Liebe werden zu zentralen Themen der Musik und mit Halt dich an deiner Liebe fest entsteht einer der schönsten Songs aus Reisers Werk.

6. Jenseits von Eden (Ton Steine Scherben, 1981)

Zwei Jahre vor dem gleichnamigen Nino-de-Angelo-Schlager bringen die Scherben auf dem Album IV auch den Titel Jenseits von Eden heraus. Ohne den Anspruch, primär die linke Ideologie zu thematisieren, lassen TSS ihrer Kreativität freien Lauf: Sie schreiben Stücke mithilfe eines ausgeklügelten Tarotkarten-Systems und verteilen die Aufgaben innerhalb der Gruppe immer wieder neu. Reiser legt hier endgültig seinen Geburtsnamen Ralph Möbius ab. Als Opener führt Eden in die „neuen“ Scherben ein – und zeigt, dass mehr als Punk und Agitrock in der Kombo steckt.

7. König von Deutschland (Rio Reiser, 1986)

Heute dürfte König von Deutschland dank Verwendung in Werbespots und zahllosen Politik-Parodien und Coverversionen das bekannteste Rio-Reiser-Stück sein. Er selbst schafft es mit dem eigentlich für TSS geschriebenen Song jedoch nie in die Charts, Fans monieren gar, er verrate im Fahrwasser der Neuen Deutschen Welle seine antikommerziellen Wurzeln. Dabei kann man ihm den Wunsch nach Einkommen kaum übel nehmen; häufen er und seine Band doch einen ansehnlichen Schuldenberg an.

8. Junimond (Rio Reiser, 1986)

Außerdem für Ton Steine Scherben geschrieben und auf Rio I. veröffentlicht: Junimond. Das Liebeslied schreibt Reiser mit Keyboarder Martin Paul, der darin die Trennung von Freundin und TSS-Managerin Claudia Roth verarbeitet. Ein jüngeres Publikum lernt Junimond im Jahr 2000 kennen, als die Band Echt den Song erfolgreich covert und dem berührenden Text zu wohlverdienter Popularität verhilft.

9. Für immer und Dich (Rio Reiser, 1986)

Auch Für immer und Dich erlebt zu Beginn der Zweitausender, rund um Rio-Reiser-Tributalben, dank einer Version von Jan Delay ein Revival – wieder gelingt dem Mann mit der rauen Stimme ein zeit- und schnörkelloser Text, der berührt. „Ich habe noch nie jemanden in Deutschland singen gehört und gesehen, der wie Rio in der Lage war, innerhalb von Sekunden eine intime Beziehung, geradezu eine Liebesbeziehung, mit jedem einzelnen seiner Zuhörer aufzubauen“, erinnert sich Blixa Bargeld von den Einstürzenden Neubauten in einem Nachruf. „Selbst bei einem banalen Song konnte er irgendein bestimmtes Wort so singen, dass es einem kalt den Rücken runterlief.“

10. Irrenanstalt (Rio Reiser, 1993)

Vielleicht wirkt Irrenanstalt auf den ersten Blick nicht ganz so mitreißend wie Der Traum ist aus oder berührend wie Halt dich an deiner Liebe fest, ganz sicher jedoch gehört es zu den wichtigsten Stücken von Reiser. In den Siebzigern für die Theatertruppe Brühwarm entstanden und auch schon mit den Scherben gespielt, besingt der Musiker hier die gleichgeschlechtliche Liebe. Reiser lebt im privaten Kreis seit ca. 1970 als offen Homosexueller und leistet ab Mitte der Achtziger wertvolle Öffentlichkeitsarbeit für die LGBTQIA+-Bewegung. Sein politisches, privates und künstlerisches Ich vereint er bei Irrenanstalt auf unnachahmliche Weise.

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RIO REISER – EIN LEBEN ZWISCHEN POESIE UND AKTIVISMUS

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Popkultur

Zeitsprung: Am 25.5.1982 spielen Metallica in einer Schule.

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Metallica High School

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 25.5.1982."

von Christof Leim

Am Anfang einer Weltkarriere muss man die Gigs nehmen, die man kriegen kann. Alle Dorfmetaller, Rockstar-Azubis und hoffnungsvollen Nachwuchs-Headbanger unter uns kennen das. Den Thrash-Giganten Metallica ging das 1982 nicht anders…

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Hört hier das Metallica-Debüt Kill ‘Em All:


Eigentlich läuft es bei Metallica ziemlich schnell: Im Oktober 1981 geht’s los, Lars Ulrich und James Hetfield treffen sich. Am 14. März 1982 spielen sie schon ihre erste Show in einem Laden namens Radio City in Anaheim; da sind bereits 200 Leute am Start. Knapp zwei Wochen später dürfen sie als komplett unbekannte Krachkapelle sogar zwei Konzerte für die NWoBHM-Legenden Saxon im legendären Whisky-A-Go-Go in Hollywood eröffnen.



Doch noch müssen die Stadien, Arenen und Enormodomes noch ein bisschen warten: Ihr fünftes Konzert passiert in der Cafeteria(!) der Back Bay High School im kalifornischen Costa Mesa, der Schule von Trommler Lars Ulrich. Man darf sich fragen, wie unsere Helden auf die Idee gekommen, denn gut läuft das nicht: Zum einen geschieht der Auftritt tagsüber, um 11:15 Uhr während der Mittagspause der Schüler. Zum anderen rocken Ulrich, Frontmann James Hetfield, Leadgitarrist Dave Mustaine und Bassist Ron McGovney in der Kulisse eines Schultheaterstücks, das im Inneren eines Hauses spielt: “Ich stand bei der Eingangstür”, twittert McGovney später, “James und Lars im Wohnzimmer, und Dave in der Küche!”



Lars notiert damals in seinem Metallica-Tagebuch, dass von anfänglich 200 Zuschauern nur 40 übrig bleiben. “Den Tag kann man komplett vergessen”, urteilt er weiter. “Scheiße gespielt, scheiße angekommen, scheiße geklungen. Wirklich fürchterlich.”




Das klingt alles nicht gut, zumal „Schulcafeteria“ mehr nach Diktat, Pausenbrot und Doppelstunde Mathe klingt als nach Sex, Drogen und Rock’n’Roll. Aber immerhin stehen schon fünf zukünftige Metalliklassiker auf der Setlist: Hit The Lights, Jump In The Fire, Metal Militia, The Mechanix (das zukünftige The Four Horsemen) und als Livepremiere Motorbreath. (Bei der ersten Show hatte es erst zwei eigene Stücke gegeben; die Jungs waren damals also echt schnell.)

Poster für das Schulkonzert, ausgestellt im Metalli-Museum während der Europatour 2017 – Pic: Christof Leim

Daneben spielen unsere junge Helden ausgesuchte NWoBHM-Cover, die 1982 in Kalifornien nur eingeweihte Headbanger kennen: Blitzkrieg von Blitzkrieg, Killing Time von Sweet Savage, Let It Loose von Savage und zwei Nummern von Lars’ Lieblingen Diamond Head: The Prince und Am I Evil?. (Nachlesen könnt ihr die Setlist hochoffiziell auf der Metallica-Homepage.)

Eine besondere Bedeutung kommt diesem Gig jedoch wegen eines anderen Details zu: Ihre ersten Gigs hatten Metallica mit nur einem Gitarristen (Mustaine) bestritten, während Hetfield lediglich gesungen hat. Bei vierten Gig am am 23. April in Costa Mesa übernimmt einmalig ein Herr namens Brad Parker die zweite Gitarre, doch das funktioniert so gar nicht. Auf der Back Bay High School an diesem 25. Mai 1982 spielt Hetfield dann zum ersten Mal auf der Bühne ebenfalls Gitarre – und einer der erfolgreichsten Metal-Frontmänner ist in seinem Element angekommen.

Danach geht es weiter Schlag auf Schlag: Ron McGovney wird durch Cliff Burton ersetzt, die Band zieht nach San Francisco, nimmt eine Reihe an Demos auf, die den weltweiten Tapetrading-Untergrund aufmischen, darunter das so genannte Megaforce Demo, das ihnen den Plattenvertrag beschert. Ein gutes Jahr nach dem Auftritt in der Schule erscheint schon Kill ‘Em All

Zeitsprung: Am 8.12.2013 spielen Metallica in der Antarktis.

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Popkultur

Zum Start der Open-Air-Saison: Die 10 ikonischsten Festivalauftritte aller Zeiten

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FREDDIE MERCURY
Titelfoto: Steve Rapport/Getty Images

David Bowie um fünf Uhr morgens, Kurt Cobain im Rollstuhl, Bob Dylan elektrisch: Diese zehn Festivalgigs haben Musikgeschichte geschrieben. Und stimmen ein auf die erste Freiluftsaison seit 2019.

von Björn Springorum

1. Bob Dylan – Newport Folk Festival, 1965

„Judas!“ Viel mehr muss man zu Dylans berüchtigtem Auftritt beim Newport Folk Festival 1965 nicht sagen. Er wagt es doch tatsächlich, eine elektrische Gitarre zu spielen. Skandal, Zeter und Mordio! Unnötig zu erwähnen, dass sein Auftritt brillant und seine Attitüde schon damals bewundernswert renitent ist.

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2. Jimi Hendrix – Monterey, 1967

Alles beginnt 1967 in Monterey. Es ist eines der ersten Rock-Festivals überhaupt (schlanke zwei Jahre vor Woodstock), es ist das erste große Konzert der Jimi Hendrix Experience in den USA und es ist das Epizentrum des Summer of Love. Am 18. Juni 1967 will das 24-jährige Wunderkind Hendrix, diese Mischung aus Feuerpriester, Sexgott und Jahrtausendkünstler, beweisen, ws in ihm steckt – und zündet während des Gigs einfach mal seine Gitarre an . Seine Anbetung der Flammen sieht nicht nur verdammt eindrucksvoll aus, sie hat auch einen PR-Zweck: Clever übertrumpft er damit The Who, die anschließend spielen und zum Finale natürlich wieder ihre Gitarre zerdeppern.

3. The Who – Woodstock, 1969

Müßig eigentlich, eine einzelne Performance aus diesem schlammigen, lysergischen, chaotischen Fieberwahn herauszulösen. Weil man aber so gut wie immer Hendrix und seinen verzerrten Abgesang auf die Nationalhymne heranzieht, entscheiden wir uns heute mal für The Who, die am Morgen des 17. August 1969 um halb sechs auf die Bühne gehen. Egal, Zeit und Raum waren da längst abgeschafft. Die wilde, sehr körperliche, laute und aggressive Show von The Who resultiert aus der schlechten Stimmung der Band. Die bekommt Aktivist Abbie Hoffman zu spüren, der sich erst Pete Townshends Mikro schnappt und dann von Townsheds Gitarre von der Bühne geprügelt wird. Randnotiz: Für ein Festival des Friedens gab es für die Nummer unpassend viel Applaus. Als The Who von der Bühne gehen, lassen sie eine zerstörte Gitarre und dröhnendes Bass-Feedback zurück. The Who – immer schon wilder und gefährlicher als alle anderen.

4. Led Zeppelin – Bath, 1970

Am Sonntag, den 28. Juni 1970, machen Led Zeppelin der Rock’n’Roll-Welt klar, dass es keine Grenzen für sie gibt. In nur zwölf Monaten wurden sie von einer moderat bekannten Rockband zu Göttern. 150.000 Menschen kamen in die englische Küstenstadt, überwiegend wegen Led Zep. Die nutzen ihre Headliner-Position für ein langes Set, mit dem sie ihrer Heimat ihren Superstar-Status mal gehörig unter die Nase reiben wollen. Und das mit Gusto, Bravado und Grandezza tun.

5. David Bowie – Glastonbury, 1971

Manchmal lohnt es sich, sehr lang wach zu bleiben. Oder sehr früh aufzustehen. Bei David Bowies Glastonbury-Stunt 1971 waren das gerade mal 12.000 Menschen. Die aber kommen am 23. Juni 1971 um fünf Uhr morgens in den Genuss eines einzigartigen Akustik-Sets, bei dem Bowie nach dem Erfolg von Space Oddity seine Wandlungsfähigkeit mal so richtig aufblitzen lässt und Songs wie Oh! You Pretty Things in Unplugged-Versionen spielt.

6. Queen – Live Aid, 1985

Man kann darüber streiten, ob U2s improvisierter Auftritt oder Queens straffes, ökonomisches Medley der eigentliche Höhepunkt des megalomanischen Benefiz-Spektakels Live Aid ist. Fakt ist: Queens 20 Minuten haben die größere Signalwirkung. Die Band hat sich wieder zusammengerauft, Mercurys Stimme überstrahlt alles und Bohemian Rhapsody ist einer dieser Musikmomente für die Ewigkeit.

7. Nirvana – Reading, 1992

1992 werden Nirvana von der Wirklichkeit eingeholt. Der Grunge-Traum wird zum Albtraum, eine aus Rebellion und Antithese gestartete Bewegung wird vom Mainstream ausgeschlachtet – Boulevardpresse inklusive, die Kurt Cobain 1992 als abgehalfterten Junkie darstellen. Cobain reagiert mit gewohnt zynischem Gespür für eine Situation und lässt sich in einem Rollstuhl auf die Bühne schieben. Die Show danach geht in die Annalen ein – anarchisch, kraftvoll, versengend.

8. Manic Street Preachers – Reading, 1994

1994 treten die Manic Street Preachers ohne ihren Gitarristen Richey Edwards auf. Der befindet sich nach einem Selbstmordversuch damals im Krankenhaus, die Band zieht eine der größten Shows ihrer Karriere als Trio durch und legt sich mächtig ins Zeug. Es ist nur der Anfang der Tragödie rund um Edwards: Am 1. Februar 1995, einen Tag vor ihrer USA-Tournee, verschwindet er spurlos. Mehrfach wollen ihn Menschen gesehen haben – auf Goa, Fuerteventura. Doch er taucht nie wieder auf und wird 2008 offiziell für tot erklärt. Wenige Monate zuvor stehen die Manic Street Preachers wieder in Reading auf der Bühne – und widmen ihm ihr Set.

9. Oasis – Glastonbury, 1994

Ihr Triumph von 1994 zeigt, wie schön es gewesen wäre, wenn Oasis ihre Egos im Griff gehabt hätten. Ihre bis dato größte Show ist das Ereignis, das sie zu überlebensgroßen Rockstars macht – mit allen Konsequenzen. Es ist aber auch die Show, die zeigt, wie es dazu kommen konnte: Die Band ist nicht gut, sondern genial, alles passt, hier wird spürbar Geschichte geschrieben.

10. Amy Winehouse – Glastonbury, 2004

Im verregneten Sommer 2004 ist Amy Winehouse noch einen Quantensprung von dem zerstörerischen Ruhm entfernt, der sich ab Back To Black aus der Spur bringen und letztendlich vernichten wird Ein halbes Jahr zuvor war ihr Debüt Frank erschienen, ein vielbeachtetes Werk zwischen Soul, Pop und Jazz, das bei ihrem Glastonbury-Debüt 2004 schon viele Freunde hatte. Die standen im Matsch und sahen eine junge, fröhliche, zufriedene Amy Winehouse, die sang als gäbe es nichts natürlicheres auf der Welt. Das tat sie drei Jahre später auch noch. Nur die Fröhlichkeit, die war dann schon verschwunden.

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Zeitsprung: Am 18.8.1969 beendet Jimi Hendrix das legendäre Woodstock Festival.

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Popkultur

Der Boss kommt: Bruce Springsteen spielt drei Deutschlandkonzerte!

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Bruce Springsteen
Foto: Jamie Squire/Getty Images

2023 wird ein guter Sommer: Bruce Springsteen & The E Street Band kommen nächstes Jahr im Juni und Juli für drei Open-Air-Shows nach Deutschland. Freuen können sich Düsseldorf, Hamburg und München.

von Björn Springorum

Es sind die ersten Live-Dates von Bruce Springsteen und seiner E Street Band seit Abschluss der „The River“-Tour von 2016, mit der er in München und Berlin Halt machte: Für den Sommer 2023 haben der Boss und seine Kollegen jetzt eine endlich mal wieder eine ordentliche Europatour angekündigt. Und zu feiern gibt es viel: Seit ihrer letzte Reise durch die Alte Welt sind mit Western Stars und Letter To You bereits zwei neue, ganz hervorragende Springsteen-Platten erschienen.

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„Ich kann es kaum erwarten, die Bühne mit der legendären E Street Band zu teilen“

Hier die genauen Daten für Deutschland:

21.06.2023 Düsseldorf, Merkur Spiel Arena

15.07.2023 Hamburg, Volksparkstadion

23.07.2023 München, Olympiastadion

Im deutschsprachigen Ausland kommen zudem Zürich (13. Juni) und wien (18. Juli) in den Genuss einer Audienz beim Boss. Der Vorverkauf für alle Shows startet am 3. Juni 2022, um zehn Uhr morgens. Springsteen selbst kommentiert diese frohe Kunde wie folgt: „Nach sechs Jahren freue ich mich, endlich wieder unseren großartigen und loyalen Fans zu begegnen. Ich kann es kaum erwarten, die Bühne mit der legendären E Street Band zu teilen. Wir sehen euch da draußen im nächsten Sommer und darüber hinaus!“

Die aktuell E-Street-Band-Besetzung liest sich derzeit wie folgt: Roy Bittan (Piano, Synthesizer) Nils Lofgren (Gitarre), Patti Scialfa (Gitarre, Gesang), Garry Tallent (Bass), Stevie Van Zandt (Gítarre, Gesang), Max Weinberg (Drums), Soozie Tyrell (Violine, Gitarre, Gesang), Jake Clemons (Saxophon) und Charlie Giordano (Keyboards).

Allgemeiner Vorverkaufsstart:

Fr., 03.06.2022, 10:00 Uhr

www.livenation.de/artist-bruce-springsteen-and-the-e-street-band-1975

www.ticketmaster.de

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Zeitsprung: Am 3.5.1984 erscheint „Dancing In The Dark“ von Bruce Springsteen.

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