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Popkultur

Zeitsprung: Am 30.4.2003 filmen Metallica den „St. Anger“-Clip im Hochsicherheitsgefängnis.

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 30.4.2003.

von Christof Leim

Am 30. April 2003 drehen Metallica das Video zum Song St. Anger. Dabei fällt der Ort weit aus dem Rahmen des Üblichen: Die Band hat sich entschieden, den Clip in San Quentin zu drehen, dem berüchtigten kalifornischen Gefängnis, wo scho  Charles Manson und Richard Ramirez einsaßen, bei dessen Verfolgung sogar AC/DC ins Fadenkreuz gerieten. Hier befindet sich der größte Todestrakt der gesamten USA (und in dem Land gibt es einige). Mit dieser Wahl drücken Metallica ihre persönlich schwierigen Zeiten nicht nur in der Musik und den Text ihre neuen Platte St. Anger aus, sondern zusätzlich in den Bildern.



Das erste, was Metallica morgens um 7 Uhr beim Betreten der Mauern zu hören bekommen, ist der schöne Satz: „Wenn Geiseln genommen werden, wird der Staat Kalifornien nicht verhandeln“. Krass. Gefilmt wird an verschiedenen Stellen der Anlage, etwa im Hof und in einem Zellentrakt. Die Abteilung mit den zum Tod Verurteilten wird ausgelassen. Alle Personen, die auftauchen, sind echte Wärter und echte Gefangene, und hier sitzen tatsächlich die schlimmsten Verbrecher der USA. Das ergibt ein intensives Video zu einem intensiven Song.



Einer der leitenden Justizbeamter berichtet später, die Reaktion der Insassen sei überwältigend gewesen. Auf Metallica macht die Aktion ebenfalls großen Eindruck. Am Ende des Clip erscheint sogar ein Text: „For all the souls impacted by San Quentin, your spirit will forever be a part of Metallica.“ Man darf sich fragen, ob sie da nicht ein bisschen übertrieben haben.

Am darauffolgenden Tag kehrt die Band sogar noch einmal zurück und spielt ein Gratiskonzert für die Gefangenen. Dies ist die erste Show von Bassist Robert Trujillo in seiner neuen Position. Auf der Setlist stehen (in Metalli-Sprech): Creep, Bells, Seek, Fade, Fuel, Sad, Master, One, Sand, Battery. Eine Audioaufnahme findet sich hier.



Der Clip erscheint am 27. Mai 2003 als erste Auskopplung des umstrittenen Albums St. Anger. Er wird im gleichen Jahr bei den „MTV Video Music Awards“ als „Bestes Rock Video“ nominiert, die Leser des Magazins Metal Edge wählen es zum „Video des Jahres“.


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