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Popkultur

Zeitsprung: Ab 15.6.1999 räumt Santana mit „Supernatural“ richtig ab.

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 15.6.1999."

von Christof Leim

Carlos Santana hat ja schon einiges gesehen: Der Mann war 1969 in Woodstock dabei, hat danach eine Rutsche an Hitplatten hingelegt (zum Beispiel Abraxas von 1970) und grundsätzlich dafür gesorgt, dass lateinamerikanische Sounds und Rocksongs sich gut vertragen. Was 1999 aber mit seinem 17. Album abgehen würde, konnte der damals 51-Jährige vermutlich nicht mal ahnen…

Hier könnt ihr in Supernatural reinhören:

Sieben Jahre lassen sich Carlos Santana und seine Band für Supernatural Zeit. Nach den großen Erfolgen der Siebziger, darunter das Nummer-Eins-Album Santana III von 1971 und Gassenhauer wie Black Magic Woman und Evil Ways, lief es in der folgenden Dekade nicht mehr so rund. Die Hitsingles wurden seltener, die Verkaufszahlen gingen in den Keller, nach dem 1992er-Werk Milagro stand der mexikanisch-amerikanische Musiker sogar ohne Plattenvertrag da. Statt eine neue Studioscheibe aufzunehmen, tourte der Mann mit dem sahnigen Ton deshalb ausführlich.

Carlos Santana, Pionier des Latin Rock

Die nächste Generation

Doch der legendäre Plattenfirmenmogul Clive Davis, Chef von Arista Records und erfolgreicher A&R-Strippenzieher, hat eine Idee: Er überzeugt den Künstler, neue Musik mit hochkarätigen Gästen der jüngeren Generation aufzunehmen. So entsteht 1999 in Kalifornien ein gutes Dutzend Songs, auf denen der Gitarrist mit Künstlern wie Everlast, Lauryn Hill, Wyclef Jean, Eagle-Eye Cherry, Dave Matthews und Eric Clapton kollaboriert. Das Ergebnis besitzt immer noch den besonderen Santana-Geschmack, der eine Rock/Blues-Grundlage mit lateinamerikanischen Rhythmen und leicht angejazzten Melodien zusammenbringt. Gleichzeitig steuern die Gäste ihre eigenen Nuancen bei.

 

Schrieb mit Carlos Santana den Welthit „Smooth“: Rob Thomas von Matchbox 20. Foto von David Shankbone (Shankbone) [CC BY 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons

Supernatural erscheint am 15. Juni 1999, aber es ist die zwei Wochen später ausgekoppelte Single Smooth, bei der die Welt aufhorcht. Text und Melodie dazu schreibt Rob Thomas von der Band Matchbox 20. Smooth schießt auf die erste Position der Charts in den USA und Kanada. Die Nummer wird weltweit zum Sommerhit, in Deutschland schafft sie es auf Platz 21. Wer 1999 mal ein Radio eingeschaltet hat, kann den Song gar nicht überhört haben. Und mal ehrlich: Das Ding ist großartig. Smooth alleine gewinnt drei Grammys für „Record of the Year“, „Song of the Year“ und „Best Pop Collaboration with Vocals“. Es sollten nicht die einzigen bleiben…

 

 

Eine Grammy nach dem anderen

Der Nachfolger Maria Maria, eine Zusammenarbeit mit dem R&B-Duo The Product G&B, klettert ebenfalls an die Spitze und gewinnt einen weiteren Grammy, diesmal für „Best Pop Performance by a Duo or Group with Vocal“. Das ist der vierte, aber es kommt noch mehr. Die dritte Auskopplung Put Your Lights On mit Everlast mischt zwar nicht die Charts auf, sorgt aber als „Best Rock Performance by a Duo or Group with Vocal“ für den fünften Grammy. Das Stück Corazón Espinado wird zu einem Hit in spanischsprachigen Regionen, und schon muss Mr. Santana noch mehr Platz auf dem Kaminsims schaffen für zwei neue Trophäen, diesmal von den Latin Grammy Awards: “Record of the Year” und “Best Rock Performance by a Duo or Group“. Läuft beim Carlos.

Supernatural verkauft sich damit wie von selbst: Kurz nach Release täuscht die Scheibe noch mit einem Rang 19 in den US-Charts an, macht aber drei Monate später ernst und erobert den Thron, wo sie es sich insgesamt zwölf Wochen gemütlich macht. Santanas letztes Nummer-Eins-Album liegt da 28 Jahre zurück. In manchen dieser Wochen der Jahre 1999 und 2000 geht die Platte über eine halbe Millionen Mal über die Ladentische. Das sind über 70.000 Exemplare pro Tag. Insgesamt belegt Supernatural in zehn Ländern den ersten Platz. Läuft echt beim Carlos.

Beeindruckend, musikalisch und in Zahlen

Natürlich gibt’s noch mehr Goldfigürchen: Supernatural fährt „Album of the Year“ und „Best Rock Album“ ein (Grammys Nr. 6 und 7), das Stück El Farol gewinnt „Best Pop Instrumental Performance“ (Nr. 8) und The Calling mit Clapton wird „Best Rock Instrumental Performance“ (Nr. 9). Einen dritten Latin Grammy gibt es noch für „Record Of The Year“. Wir hören gleich auf mit mit Statistiken, nur eine Zahl wollen wir noch raushauen: 30 Millionen. So oft wird Supernatural bis heute verkauft. Als Comeback nach sieben Jahren Pause kann sich das doch sehen lassen…

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Zeitsprung: Am 30.8.1969 veröffentlichen Santana ihr Debüt „Santana“.

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