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Popkultur

Zeitsprung: Am 3.9.1934 kommt Blues-Legende Freddie King zur Welt.

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Echoes/Redferns

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 3.9.1934.

von Timon Menge und Christof Leim

Freddie Kings Karriere fällt unter die Kategorie „kurz, aber heftig“. Innerhalb von nur 42 Lebensjahren leistet er einen großen Beitrag zur Entwicklung des Blues, indem er seine texanischen Wurzeln mit den Einflüssen seiner neuen Heimat Chicago vermischt. Werfen wir zu seinem Geburtstag am 3. September einen Blick auf sein Leben.

Hier könnt ihr die besten Songs von Freddie King anhören: 

Zur Welt kommt Fred King am 3. September 1934 in Gilmer in Texas. Bereits im Alter von sechs Jahren bringen seine Mutter Ella Mae und sein Onkel ihm das Gitarrenspiel bei. Im Herbst 1949 siedelt die Familie nach Chicago um, Freddie beginnt, in einem Stahlwerk zu arbeiten. Außerdem macht er sich direkt nach dem Umzug mit den Blues-Clubs der South Side vertraut, wo er Genregrößen wie Muddy Waters, Howlin’ Wolf und Sonny Boy Williamson live erlebt. 

Frischer Wind in der „Windy City“

Seine erste eigene Band Every Hour Blues Boys gründet er mit Gitarrist Jimmie Lee Robinson und Schlagzeuger Frank „Sonny“ Scott. Außerdem arbeitet er als Live- und Studiomusiker mit Künstlern wie Willie Dixon, Memphis Slim sowie Little Walter. Seine erste Platte als Bandleader nimmt er 1956 auf. Von der legendären Schmiede Chess Records wird er mehrfach abgelehnt, weil er B.B. King zu ähnlich klinge. 

Zeitgleich entsteht in Chicago eine zweite Blues-Szene und zwar in der West Side. Schnell erspielt sich King einen Namen als deren Anführer und veröffentlicht erfolgreiche Instrumentalsingles wie Hide Away (1961), San-Ho Zay (1961) und The Stumble (1962). Sein Debüt Freddy King Sings erscheint 1961, gefolgt von 13 weiteren Studioalben und zahlreichen Tourneen. 

Künstler auf Kosten des eigenen Lebens

Am 28. Dezember 1976 fordert das Leben als Vollblutmusiker seinen Tribut. King tourt beinahe 300 Tage pro Jahr um die Welt, als Konsequenz leidet er an Magengeschwüren. Darüber hinaus sagen Zeitgenossen ihrem Kollegen wilde Ausschweifungen sowie eine schreckliche Ernährung nach. So habe er oft nur Bloody Marys getrunken statt etwas Richtiges zu essen, um Zeit zu sparen. Nachdem auch noch eine akute Entzündung der Bauchspeicheldrüse dazukommt, erliegt er seinen gesundheitlichen Problemen im Alter von nur 42 Jahren.

Bis heute bleibt Kings Einfluss auf den Blues spürbar. Aufgrund seiner texanischen Herkunft und seiner Zeit in Chicago vermischt er die Spielarten der beiden Gegenden miteinander und erschafft auf diese Weise sein Markenzeichen. Dazu gehört unter anderem, dass er seine Gitarre mit einem starken gesanglichen Einfluss spielt, außerdem sein souliger, durchdringender Gesang. Auch politisch bezieht er Stellung und beschäftigt als erster schwarzer Musiker eine Liveband, in der auch weiße Künstler mitspielen. 2012 wird er wohlverdient in die Rock And Roll Hall Of Fame aufgenommen. Rest in peace, Freddie!

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