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Popkultur

Zeitsprung: Am 30.4.1976 sperrt Keith Moon (The Who) eine Straße – zum Randalieren.

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Keith Moon

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 30.4.1976.

von Christof Leim

Keith Moon hat in seiner Zeit als Trommeltier von The Who eine Menge angestellt. Was Rock’n’Roll-Wahnsinn angeht, hat der Mann quasi das Lehrbuch geschrieben – und dafür 1978 mit seinem Leben bezahlt. Der Spitzname „Moon The Loon“, also: „Moon, der Durchgeknallte“, fiel jedenfalls nicht vom Himmel. Eine Geschichte von 1976 finden wir besonders hübsch, und sie zeigt sogar eine gewisse Reife…


Hört hier in die besten Songs von The Who rein:

Klickt auf „Listen“ für das volle Programm.

Alice Cooper hat einmal gesagt: „Alles was ihr über Keith Moon gehört habt, ist wahr. Und ihr kennt nur ein Zehntel.“ Cooper muss es wissen, denn der er hatte mit dem Drummer mal einen Säuferstammtisch in Hollywood. Da erzählt man sich solche Sachen, nehmen wir mal an. Uns macht das fast ein bisschen Angst. In unserer Zeitsprung-Kolumne taucht Moon jedenfalls als Dauergast auf, und meistens geht es leider nicht um seine Musik: Einmal schläft er während einer Show am Drumkit ein, so dass ein Fan weiterspielen muss, ein andermal überfährt er versehentlich seinen Chauffeur. Seine Bandkollegen stehen dem kaum nach: Es fliegen die Fäuste, und Hotelzimmer werden demoliert.

((FOTO KEITH MOON ODER THE WHO))

Letzteres gehört zu den Lieblingsbeschäftigungen des einflussreichen Schlagzeugers. Immer wieder fliegen Fernseher durch die Luft, immer wieder geht die Inneneinrichtung zu Bruch. Je teurer, desto besser. Völlig bescheuert natürlich, aber daraus besteht ein Teil seiner Legende.



Am 30. April 1976 aber zeigt er eine gewisse Reife: Der Sage nach zahlt er neun New Yorker Taxifahrern jeweils 100 Dollar, damit sie die beiden Ende der Straße blockieren, in der sich sein Hotel befindet. Und warum? Damit er in Ruhe die Möbel seines Zimmers aus dem Fenster werfen kann. Klar, man braucht ja Platz, und bei allem Unfug soll auch niemand verletzt werden. Zumindest nicht zu sehr.

So lustig wir die Anekdote finden, soll der journalistischen Sorgfalt doch Genüge getan werden: Es finden sich keine Belege für dieses Ereignis, das immer wieder als Kurzmeldung durch die Welt geistert, auch zum Beispiel von British Music Experience, dem Museum für populäre Musik in Großbritannien. Ansonsten gibt es keine Zeitungsausschnitte, keine Zeugenaussagen, keine Hotelbeschwerden. Die Geschichte könnte also durchaus ein Mythos in der ansonsten an Wahnsinn nicht armen Geschichte des Musikers sein. Aber wir müssen da doch an den Spruch von Alice Cooper denken…


Titelbild: Jim Summaria/Wiki Commons

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