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Popkultur

Zeitsprung: Am 8.7.1989 nehmen Stars für Rock Aid Armenia „Smoke On The Water“ neu auf.

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 8.7.1989.

von Timon Menge und Christof Leim

Rock’n’Roll hilft — nicht nur seelisch, sondern manchmal auch ganz tatkräftig. Als die armenische Stadt Spitak Ende 1988 von einem starken Erdbeben erschüttert wird, leisten zahlreiche britische Rockstars Hilfestellung. Der Name des Projektes: Rock Aid Armenia. Daraus geht unter anderem eine neue Version des Deep-Purple-Klassikers Smoke On The Water hervor.

Hier könnt ihr euch die neue Rock-Aid-Armenia-EP Smoke On The Water von 2017 anhören: 

Als am 7. Dezember 1988 um 11:41 Uhr Ortszeit die Erde um die nordarmenische Stadt Spitak zu beben beginnt, kann noch kein Mensch ahnen, dass sich dort innerhalb der folgenden vier Minuten eines der stärksten Erdbeben der vergangenen Jahrzehnte abspielen wird. 25.000 Tote sind zu beklagen, mehr als eine Million Menschen verlieren ihre Heimat. Weltweit nimmt man Anteil, Spendenaktionen werden ins Leben gerufen.

Auch die britische Musikindustrie hilft dabei, Gelder für die Opfer der Katastrophe zu sammeln. Unter der Schirmherrschaft des Charity-Experten Jon Dee entsteht das Projekt Rock Aid Armenia (zu Beginn: Live Aid Armenia), an dem kreative Köpfe wie Filmproduzent Paul Lovell und Ian-Gillan-Manager Phil Banfield mitwirken. Aus der Aktion gehen mehrere Singles, Compilations sowie eine Dokumentation hervor. Um alles abwickeln zu können, entsteht das Label Life-Aid Armenia Records.

Das erste Projekt ist die Single What’s Going On, ein Cover des Songs von Marvin Gaye. Um die Verkaufszahlen anzukurbeln, können Dee und seine Mitstreiter Künstler wie Boy George, Pink-Floyd-Gitarrist David Gilmour, die britische Reggae-Gruppe Aswad, Hot-Chocolate-Frontmann Errol Brown und Sängerin Ruby Turner gewinnen. Auf der B-Seite landet A Cool Wind Is Blowing, ein armenisches Duduk-Stück, eingespielt von Djivan Gasparyan. (Bei einer Duduk handelt es sich um eine armenische Flöte.)

Die wohl bekannteste Coverversion der Charity-Aktion folgt als zweites. Am 8. Juli 1989 beginnt die Aufnahme des größten Hits von Deep Purple: Smoke On The Water. Zu diesem Zweck kommt eine ganze Reihe musikalischer Superstars zusammen: Bryan Adams, Ritchie Blackmore, Bruce Dickinson, Keith Emerson, Ian Gillan, David Gilmour, Tony Iommi, Brian May, Paul Rodgers und Roger Taylor. 

Die hochdekorierten Veteranen finden sich in den legendären Metropolis Studios im Londoner Stadtteil Chiswick ein, als „helfende Hände“ hinter den Kulissen werden John Paul Jones und Jon Lord genannt. Während der Aufnahmen entsteht auch der Dokumentarfilm Rock Aid Armenia: The Making Of Smoke On The Water.

Im Jahr 1990 erscheint mit The Earthquake Album eine Compilation, auf der einerseits eine weitere Version von Smoke On The Water landet, andererseits spenden Bands wie Rush, Black Sabbath, Genesis, Yes, Whitesnake und Iron Maiden ein paar ihrer größten Hits, damit der Sampler zahlreich über die Ladentheke geht. Analog dazu erscheint das Earthquake Video, dessen Erlös ebenfalls den Opfern des Erdbebens zugute kommt.

Mit „Rock And Roll“ By The Full Metal Rackets landet ein Jahr später die letzte Veröffentlichung in den Regalen, die aus der Wohltätigkeitsaktion hervorgeht. Gemeinsam mit Steve Harris und Nicko McBrain von Iron Maiden sowie einigen weiteren Musikern nimmt The-Who-Frontmann Roger Daltrey eine neue Version des Led-Zeppelin-Klassikers Rock And Roll auf. 

2010 erscheint noch eine EP mit verschiedenen Versionen von Smoke On The Water. Bis heute werden die Veröffentlichungen im Rahmen von Rock Aid Armenia als wichtige Hilfestellung für die Betroffenen der Katastrophe genannt.

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