Still On The Run: The Jeff Beck Story – An Stillstand nicht zu denken

April 20, 2018
in Category: Popkultur



Still On The Run: The Jeff Beck Story – An Stillstand nicht zu denken

Still On The Run: The Jeff Beck Story – An Stillstand nicht zu denken

Wenn jemand von Leuten wie Jimmy Page und Ronnie Wood mit Lob überhäuft wird, oder sich mit seinen alten Freunden Eric Clapton, Slash oder David Gilmour nachmittags zum Tee trifft, dann kann man daraus mindestens zwei Schlüsse ziehen: Erstens, seine WhatsApp-Chats müssen brillant sein und zweitens, dieser Jemand ist musikalisch wahrscheinlich nicht ganz unwesentlich begabt. Um nicht zu sagen, eine wahre Legende an seinem Instrument: Jeff Beck – Genie, Pionier und freiberuflicher Gitarren-Gott ist fraglos mehr als ein durchschnittlicher Rockstar. Um es mit den Worten von Jennifer Batten, der Gitarristin von Michael Jackson zu sagen: Er macht nicht nur Musik, er ist Musik!

von Timo Diers

Eine wahrlich bemerkenswerte Persönlichkeit also, dessen Geschichte nun in einem tiefgreifenden Film festgehalten wurde: Still On The Run: The Jeff Beck Story erblickt am 18. Mai als DVD, Blu-ray und digitale Version das Licht der Welt und erzählt mit Liebe zum Detail die wahre Geschichte dieses schlicht und einfach herausragenden Gitarristen.

Kumpel Slash kommt im Film auch zu Wort

Wobei wir schon bei der ersten Besonderheit wären, denn Jeff Beck ist tatsächlich zu hundert Prozent Gitarrist – und kein Sänger. Und da nicht zu selten den Leuten am Mikrofon die Lorbeeren des Mainstream-Ruhms vorbehalten sind, ist es gerechtfertigt zu betonen, dass wir hier von jemanden sprechen, der seinen sechs Saiten mindestens genau so viel Ausdruck verleihen kann, wie ein Sänger seiner Stimme: „Wenn du nicht singst, musst du dich auf das konzentrieren, was die Leute hören. Klang ist alles!“ Pragmatische, aber nicht zuletzt wahre Worte, die Jeff Beck zur Grundlage seines musikalischen Schaffens genommen hat.

Und Jeff hat sich wahrlich nicht der Prokrastination hingegeben, wenn es ums Musikmachen ging: Von dem Tag an, als er als Sechsjähriger Les Paul im heimischen Radio hörte, war der junge Brite für jeden normalen Job verloren und sein Weg als Musiker vorgezeichnet. Als Teenager versuchte er sogar, sich seine eigene Gitarre zu bauen – wenn auch wohl nur mit mäßigen Erfolg. Aber egal, funktionierende Heimwerker-Gitarre hin oder her, Jeff perfektionierte seinen Stil innerhalb weniger Jahre so weit, dass er mit Anfang zwanzig bei dieser einen Londoner Band einstieg. Er solle doch einen gewissen Eric Clapton vertreten, der The Yardbirds nach nur zwei Jahren Engagement schon wieder verlassen hatte.

Auch Eric Clapton spricht über seinen Nachfolger bei den Yardbirds

Nun gut, ohne jetzt zu sehr in die Geschichte der Yardbirds abzudriften (was nicht schwer ist, bei der Parade an Legenden, die sich bei dieser Truppe die Klinke in die Hand gedrückt haben): Der Gig mit Jeff Beck verhalf der Band nicht nur zu ihrer erfolgreichsten Phase (während Becks Zeit mit den Yardbirds entstanden beispielsweise Heart Full Of Soul oder Shapes Of Things, sondern machten Jeff Beck weit über die britischen Grenzen hinaus als spektakulären und unkonventionellen Bluesgitarristen berühmt.

... ebenso Jimmy Page, Becks Nachfolger

Mitte der Sechziger sagt aber auch Beck Adieu zu den Yardbrids, gibt den Staffelstab an Jimmy Page weiter und verkündet einige Monate später sein Comeback als Solokünstler. Ruhm und Ehre bleiben in jener Zeit allerdings erstmal aus, bis er in einer Kneipe auf Rod Steward trifft. Es funkt zwischen den beiden (also zumindest musikalisch) und zusammen mit dem späteren Stones Gitarristen Ron Wood gründen sie die Jeff Beck Group. Und auch wenn der Name zunächst leicht banal daherkommt: Die Jeff Beck Group hat mit Alben wie Truth und Beck-Ola mal eben ein paar der wichtigsten Meilensteine der Rockmusik gelegt. Aber auch diese Combo sollte nur von kurzer Lebensdauer sein, denn eines hat Jeff Beck in seiner Karriere noch nie gemacht – sich einzig und allein einem starren Genre verschrieben.

Rod Stewart teilt in dem Film seine Erinnerungen an seinen Bandkollegen

Dementsprechend ist On The Run auch ein passender, sowie programmatischer Name für den neuen Film über Becks Leben. Immer auf der Suche nach dem nächsten Ding, dem neuen Sound und der immer besseren Idee hat sich Jeff Beck durch das Who is Who der Musikgeschichte gearbeitet, nie das Risiko gescheut und sich und seinen Gitarrensound dabei immer wieder neu erfunden. Daran, dass es in der Jeff Beck Story also einiges zu erzählen gibt, sollte jetzt kein Zweifel mehr bestehen.

Neben fünf zuvor unveröffentlichten Bonustracks von Becks Performance beim Montreux Jazz Festival, ist der Film gespickt mit persönlichen Anekdoten eben jener Leute, die die Ehre hatten mit Jeff zusammen zu arbeiten. Still On The Run: The Jeff Beck Story taucht tief in das Leben des legendären Musikers ein und zeigt wie aus dem Jungen aus dem englischen Surrey einer der am meisten gefeierten Gitarristen der Welt, ja der ganzen modernen Musikgeschichte wurde.



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