Join us

Popkultur

Zeitsprung: Am 24.3.1984 erscheint „Burning The Witches“ von Warlock.

Published on

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 24.3.1984.

von Christof Leim

Auch eine „Queen of Metal“ fängt irgendwo an: Am 24. März 1984 erscheint „Burning The Witches“, die erste Platte von Warlock – mit Doro Pesch am Gesang. Machen wir einen kleinen Ausflug in die Frühgeschichte des deutschen Heavy Metal.


Hört hier in die Scheibe rein:

Klickt auf „Listen“ für das ganze Programm.

Los geht es Anfang der Achtziger in Düsseldorf: Die junge Sängerin Doro Pesch startet eine neue Band namens Warlock mit ein paar Kumpels, von denen einige schon mit ihr bei Snakebite gespielt hatten. Zur Gründungsmannschaft 1983 gehören die Gitarristen Rudy Graf, Peter Szigeti, Basser Frank Rittel und Schlagzeuger Michael Eurich. Metal steht auf dem Programm, undergroundiger Headbanger-Stoff, und das kommt an: Mausoleum Records, ein Szenelabel aus Belgien, findet Gefallen an den ersten Aufnahmen. Schon 1984 kann das Quintett das erste „richtige“ Album veröffentlichen.



Burning The Witches heißt das Debüt und bietet ungeschliffenen, aber nicht uncharmanten Heavy Metal in Frühachtziger-Tradition – kein Poserkram, kein Thrash, sondern traditionelle Ware mit Nietenarmband und Kutte. Die Stücke heißen Signs Of Satan oder Metal Racer und stellen Abstrichen im Songwriting hörbare Leidenschaft gegenüber. Vor allem das Titelstück erweist sich instantan als Treffer, auch die obligatorische Ballade – Without You – fehlt nicht.

Die Ballade wird natürlich die Single: „Without You“ der frühen Warlock

Weil Warlock damals noch im Underground unterwegs sind und Mausoleum trotz kultiger Veröffentlichungen keine große, durchprofessionalisierte Firma ist, lässt sich Dekaden später ein genaues Erscheinungsdatum der Platte gar nicht so einfach herausfinden. Die meisten Quellen nennen den 24. März, was für unseren Zeitsprung ausreichen muss.



Das Cover zeigt eine Art Druiden oder Magier, der lächelnd vor einer Kerze steht, an die eine blonde, elfenhafte Frau gefesselt ist. Solcherlei Fantasy-Atmosphäre passt bestens in den ästhetischen Zeitgeist dieser Metal-Ära. Allerdings hatte die Band ursprünglich einen viel cooler aussehenden Kollegen im Sinn, wie sie im Interview mit dem Webzine Sleazerock erzählt: „Ein Freund von uns namens Nico hat Comic gezeichnet. Ich habe ihn mal zu Hause besucht, und damals haben wir alle noch bei unseren Eltern gewohnt, und er hatte das Cover-Artwork für Burning The Witches. Der ‚Warlock‘ darauf, ein männlicher Hexenmeister, sah genauso aus, wie wir ihn uns vorgestellt hatten – mit langen grauen Haaren. Das fanden wir großartig. Also haben wir das Bild an die Plattenfirma geschickt. Als die Scheibe dann aber rauskam, mussten wir feststellen, dass sie jemand anderes mit dem Gemälde beauftragt hatten. Und plötzlich hatte der der Warlock keine Haare mehr, einen Ziegenbart, und er war fett! Das hatte mit der ursprünglichen Idee nichts zu tun, aber wir konnten nichts mehr machen. Das Originalbild gab es auch nicht mehr, das hatten wir an das Label geschickt. Und damals hat man nicht so einfach Kopien oder Fotos machen können. So geht es manchmal im Musikgeschäft.“



Glücklicherweise dämpft das die Nachfrage nach dem Debütalbum nicht, Presse und Fans spenden Applaus, so dass die Band sogar für die nächste Scheibe zum Majorlabel Phonogram wechseln kann. Der Rest ist mal wieder Geschichte, auch heute gehört das Titelstück Burning The Witches zu den meisten Setlisten von Doro, die seit langem als Solokünstlerin in aller Welt unterwegs ist.

Frauen gibt es in der Welt der harten Musik damals übrigens selten bis gar nicht, doch Doro zieht durch und tritt ein paar Türen ein auf dem Weg zur metallischen Gleichberechtigung – weswegen sie bis heute die Hochachtung der Fangemeinde genießt und zu Recht „Queen Of Metal“ genannt werden darf.



Das könnte euch gefallen:

Metallica & die Akustikgitarren: Ein Unplugged-Überblick

„…And Justice For All“ von Metallica: Die Sache mit dem Bass

10 Songs, die Heavy Metal definiert haben

Latest Music News

Don't Miss