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Blind vor Schnee: Black Sabbath erinnern sich an die Entstehung von „Vol. IV“

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Black Sabbath
Foto: Chris Walter/WireImage/Getty Images

Ein Meisterstück, befeuert von Drogen, Exzessen und Größenwahn: Black Sabbath blicken zurück auf die berauschten Aufnahmen zu Vol. IV. Eigentlich erstaunlich, an was sie sich noch alles erinnern können!

von Björn Springorum

Hier könnt ihr den Rausch von Vol. IV nacherleben:

Im Frühjahr 1972 wälzen sich Sabbath nasentief in dem, was Falco so poetisch als „Schnee, auf dem wir alle talwärts fahren“ bezeichnete. Los Angeles heißt sie im Juni mit Palmen und Sonnenschein willkommen, im örtlichen Record-Plant-Studios-Ableger wollen die relativ frischgebackenen Superstars ihr viertes Album aufnehmen. Oder sagen wir: Sie wollen eine Menge anderes tun und ganz nebenbei ein paar Songs einspielen.

Hauptrolle ihrer Westküsteneskapaden spielt ein weißes Pulver namens Kokain, das der Band in ausgehöhlten Lautsprechern ins Studio geliefert und nasenweise weggeputzt wurde. Soweit, so bekannt. Im Rahmen der Promotion rund um das pralle Vol.-IV-Boxset spricht die Band nun mit dem Rolling Stone ungewohnt ausführlich und detailreich über die Aufnahmen, die allen Pülverchen zum Trotz zu einem ihrer stärksten Momente werden sollen.

Könige des Planeten

„Man darf nicht vergessen: Wir kamen aus den Hintergassen von Birmingham und wohnten auf einmal in einem Haus in Bel-Air, hatten ein Hit-Album draußen, man kannte unsere Musik und wir waren die Könige des Planeten“, reflektiert Ozzy Osbourne und kommt zu einem logischen Schluss: „Also nahmen wir alles mit, was wir konnten.“ Mit anderen Worten: Man schnupft, zieht und rotzt, was die Nasenschleimhäute hergeben. „Glaubt es oder nicht, aber ich glaube, die Platte kostete 65.000 Dollar und das Kokain 75.000“, resümiert Basser Geezer Butler. 75.000 Dollar, das sind heute ungefähr 470.000 US-Dollar.

Auch Tony Iommi hat die eine oder andere Anekdote beizutragen. „Damals war das Kokain wirklich gut und es wurde uns mit einem Privatflugzeug eingeflogen. Deswegen gingen all diese Musiker bei uns ein und aus und taten so, als würde sie uns besuchen. Wenn man es genau nimmt, waren wir verdammte Schmuggler.“ Unter den Besuchern war auch Pete Townshend.

„Es war Pandämonium!“

Mit Snowblind ehren Sabbath die Droge ihrer Wahl mit einer eigenen Hymne. Aus heutiger Sicht natürlich ein kindischer Akt, damals der ultimative Ausdruck ihrer Egozentrik. „Wir schrieben diesen Song, weil Kokain für uns die unglaublichste Entdeckung unseres Lebens war. Wir dachten, so fühlt sich Erfolg an, doch letztlich wurde die Droge zu unserem größten Feind“, so Ozzy. „Wir steckten bis über beide Ohren in diesem Scheiß.“ Merkte man lange nicht: Wie Iommi sich erinnert, drückte Ozzy gelangweilt auf einem Knopf herum, dessen Funktionsweise sich ihm nicht erschloss. Ohne es zu wissen, hatte er den Alarmkopf betätigt und die Polizei gerufen. „Als die kam, mussten wir erst mal den riesigen Berg Koks vom Tisch wischen. Es war Pandämonium!“

Dass die Band trotz aller Drogen ein Monument wie Vol. IV aus massivem Stein herausmeißeln kann, verdeutlicht die überlegene Stärke der Akteure. Nicht mal Lawinen von Koks können Black Sabbath davon abhalten, ein Meisterwerk einzuspielen. Supernaut, Cornucopia oder Changes… die Songs schreiben die Erfolgsgeschichte der Briten fort. Und wer’s ganz genau wissen will, der kann in die Deluxe-Variante des neuen Boxsets abtauchen: Alternative Versionen, Studio-Gespräche, ein unveröffentlichtes Live-Album von 1973, ein Hardcover-Buch und der Print eines seltenen Ankündigungsposters, als das Album noch Snowblind hieß erzählen die endgültige Geschichte dieses frühen Heavy-Metal-Referenzwerks.

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