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Zeitsprung: Am 16.10.1968 erscheint Hendrix’ „Electric Ladyland“

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 16.10.1968.

von Christof Leim und Tom Küppers

Auch wenn er nur 27 Jahre alt wurde, hat Jimi Hendrix Großes geleistet. Denn abseits von beeindruckenden spielerischen Fähigkeiten ging es dem Ausnahmegitarrist stets darum, seine musikalischen Visionen aus dem Kopf möglichst originalgetreu auf Tonträger zu bannen. Mit dem dritten, am 16. Oktober 1968 veröffentlichten Studioalbum Electric Ladyland kommt er diesem Ziel schon ziemlich nahe.

Zum Electric Ladyland geht es hier lang:

Klickt auf „Listen“ für das ganze Album.

Mit ihren ersten beiden Alben und unzähligen mitreißenden Liveauftritten wird die Jimi Hendrix Experience Ende der Sechziger zu einer der größten Rockattraktionen der Welt. Der Startschuss für die Aufnahmen zu Electric Ladyland fällt offiziell im Juni 1967, erneut in den Londoner Olympic Studios mit Eddie Kramer an den Reglern.

Credit: Reprise Records: Jimi Hendrix, Mitch Mitchell und Noel Redding bei einer ihrer letzten gemeinsamen Fotosessions.

Schnell entstehen die Basictracks für eine von Jimis bekanntesten Coverversionen: Bob Dylan hat sein All Along The Watchtower zwar erst frisch veröffentlicht, Hendrix will den Song trotzdem unbedingt aufnehmen. London gilt seinerzeit als Partymetropole, weshalb sich niemand wundert, als kurz vor dem zwanzigsten Take plötzlich Rolling Stones-Gitarrist Brian Jones auftaucht. „Ich möchte korrigieren: Er torkelte rein“, erinnert sich Kramer später. Freunden kann Hendrix keinen Wunsch abschlagen, weswegen Jones kurzfristig auf dem Piano mitklimpern darf, bevor er nach zwei Versuchen umfällt. Andere behaupten hingegen, ein deutlich zu hörendes Vibraslap ginge auf Brians Kappe.

Auch Crosstown Traffic entsteht im Zuge der Londoner Sessions. Den superfuzzigen Sound erzielt Hendrix angeblich mit einem aus Kamm und Taschentuch selbst zusammengedengelten Kazoo. Glaubt man nicht? Dann bitte in der unten verlinkten Doku mal genau zuhören. Crosstown Traffic ist einer der wenigen Songs auf Electric Ladyland, bei denen wir die Originalbesetzung der Jimi Hendrix Experience mit Drummer Mitch Mitchell und Basser Noel Redding hören. Denn mittlerweile setzt Jimi im Geiste der gegenseitigen Inspiration gerne auf wechselnde Musiker, auch wenn der Auswahlprozess nicht für jedermann auf Anhieb nachvollziehbar scheint.

Eines Abends bringt Hendrix beispielsweise eine knapp 20 Personen starke Entourage mit ins Studio, darunter den legendären Organist Steve Winwood. „Es gab keine Noten, gar nichts“ erinnert sich der. Jimi erklärt kurz sein Vorhaben, Winwood legt auf den Tasten vor, Hendrix kontert, und fertig ist das fünfzehnminütige Voodoo Chile. Es habe jede Menge Methode dahinter gesteckt, meint Produzent Kramer. Der Gitarrist habe immer genau die Musiker eingeladen, mit denen er einen bestimmten Sound umsetzen wollte.

Irgendwann lernt Hendrix mit Gary Kellgren und Chris Stone zwei Herren kennen, die just in New York ein neues Studio mit sagenhaften zwölf Aufnahmespuren aufbauen – deutlich mehr als der damalige Standard. Dass die Bauarbeiten noch nicht abgeschlossen sind, interessiert Hendrix recht wenig: Er bucht kurzerhand den frühestmöglichen Termin. Einmal angekommen spielt er nicht nur die vorhandenen Tracks voll (zwischendurch wird auf 16 aufgerüstet), sondern erfindet zusammen mit Kramer revolutionäre Tricks und Effekte, die heute zum Handwerkszeug eines Musikers gehören. Auch beim Abmischen lassen beide ihrer Kreativität freie Bahn. Da werden Finger auf Bandspulen gedrückt oder Tape-Loops geschnitten – lauter Dinge, die vor ihnen noch niemand gewagt hat.

Bezüglich des Covers hat Hendrix ebenfalls klare Vorstellungen, die er der Plattenfirma detailliert mitteilt. Seine Vorschläge werden jedoch ignoriert. Die US-Version mit einem psychedelischen Porträt des Gitarristen mag noch akzeptabel sein, doch die britischen Kollegen wählen ein Motiv mit 19 nackten Frauen. Hendrix dazu fassungslos: „Das war nicht meine Entscheidung.“25 Jahre lassen sich die Toten Hosen für ihr Reich & sexy von diesem Cover beeinflussen.  

BU: Mit dem britischen Cover, fotografiert von David Montgomery, war Hendrix nicht so recht einverstanden.

Zeitsprung: Am 28.1.1970 fällt Jimi Hendrix’ Band Of Gypsys krachend auseinander.

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10 Songs, die jeder Bob-Marley-Fan kennen muss

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Bob Marley

Kaum ein Musiker bündelte ein ganzes Genre, eine ganze Bewegung und ein Lebensgefühl so sehr in seiner eigenen Person wie Bob Marley. Nicht nur auf Jamaika oder in der Reggae-Szene wird er wie ein Gott verehrt. Bob Marleys Songs sind Symbole der Freiheit. Gerade die Klassiker auf der posthum erschienen Compilation Legend kennt jeder. Aber No Woman, No Cry oder Buffalo Soldier sind nur die Spitze des Eisbergs. Hier sind zehn andere Songs, mit denen Bob Marley Reggae-Geschichte geschrieben hat.


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01. The Wailers – Simmer Down (1963)

Echte Fans wissen natürlich, das Bob Marley schon lange vor der weltweiten Popularität von Reggae in Jamaikas Musikszene aktiv war. Simmer Down war eine der ersten Singles, die er zusammen mit Bunny Wailer, Peter Tosh und anderen als The Wailers veröffentlichte. Der Song wurde ein Nummer-Eins-Hit in Jamaika und legte den Grundstein für Marleys Karriere. Neben Tosh, Wailer und Marley waren noch andere jamaikanische Musiklegenden an dieser reinrassigen Ska-Nummer beteiligt: Begleitet wurden die Wailers von The Skatalites, Coxsone Dodd war der Produzent.

02. The Wailers – Duppy Conqueror (1970)

Duppy Conqueror ist einer der frühen Klassiker, die Bob Marley und die Wailers zusammen mit Dub-Legende Lee „Scratch“ Perry und seiner Band The Upsetters aufgenommen haben. Aufnahme und Sound sind absolut visionär, typisch für Perry, aber durch Marleys jauchzenden Gesang eigentlich schon auf dem großartig poppigen Niveau seiner späteren Welthits.

03. The Wailers – Mr. Brown (1970)

Noch ein legendärer Tune aus der Zusammenarbeit mit Lee Perry. Hier ist der Sound schon um einiges abenteuerlicher als bei Duppy Conqueror, Perry fährt ein irres Arsenal an Soundeffekten und Dub-Tricks auf. Der Song wurde nicht von Bob Marley geschrieben, sondern von Upsetters-Mitglied Glen Adams. Perry bestand darauf, dass die Wailers ihn singen sollten. Die gespenstischen Soundscapes haben mit dem Thema zu tun: Es geht um eine Art Gespenstergeschichte aus der jamaikanischen Folklore.

04. Bob Marley & The Upsetters – Rainbow Country (1971)

Und noch einer aus Lee Perrys Black Ark Studio, weil diese Songs einfach zu den schönsten und besten Dub-Reggae-Nummern aller Zeiten gehören. Den Rhythmus macht in Rainbow Country übrigens – wie auch bei Mr. Brown – eine Rhythm King Drum Machine, was damals eine absolute Neuheit im Reggae war.

05. Bob Marley & The Wailers – She’s Gone (1978)

Bob Marley schrieb eine ganze Reihe wunderschöner Lovesongs. She’s Gone gehört für uns zu den besten. Hier trauert er einer Verflossenen hinterher, wahrscheinlich dem jamaikanischen Model Cindy Breakspeare, der Mutter von Damian Marley.

06. Bob Marley & The Wailers – Pass It On (1973)

Pass It On war einer der ersten Songs, die Bunny Wailer für seine Gruppe geschrieben hatte. Nachdem die Wailers zu Island Records gewechselt waren, blieb er nicht mehr lange in der Band, aber dieser Song schaffte es dennoch auf das Album Burnin’. Mit seinem Gospel-Vibe hebt sich Pass It On absolut vom klassischen Reggae-Schema ab, man hört hier stattdessen einen großen Soul-Einfluss von Curtis Mayfield und den Impressions. Und natürlich das fantastische Talent von Bob.

07. Bob Marley & The Wailers – Trench Town Rock Live (1975)

„One good thing about music, when it hits you, you feel no pain.“ Legendäre Zeilen eines absoluten Reggae-Klassikers, mehr gibt es da fast nicht zu sagen. Wir haben uns für die Version vom Live!-Album aus dem Jahr 1975 entschieden, das Aufnahmen eines Konzerts in London enthält. Man hört erstens die Begeisterung, die Marley und die Wailers damals schon ausgelöst haben, und zweitens, was sie für eine mitreißende Live-Band waren. Ganz großes Kino.

08. Bob Marley & The Wailers – Caution (1971)

Besser wird’s nicht – jeder Marley-Fan, jeder Reggae-Fan sollte diesen Song kennen. Caution ist einer von einer Handvoll Songs, die die Wailers mit dem Produzenten Leslie Kong aufgenommen haben. Hier stimmt einfach alles: Marley dominiert natürlich den Song, aber Gesang und Band sind so fest und groovend ineinander verwoben, dass der Song als Ganzes hier der Star ist. Rewind, bitte!

09. Bob Marley & The Wailers – High Tide, Low Tide (1973)

Noch ein Beispiel für Marleys perfekte Lovesongs. Für uns gehört dieser Song zu den besten Wailers-Songs aller Zeiten. Eigentlich sollte er wohl auf dem Island-Debüt Catch A Fire erscheinen, erblickte aber erst mit dem Box-Set Songs Of Freedom (1992) das Licht der Welt. Man weiß nicht viel über den Song. Manche mutmaßen, es könnte sich um eine Kollaboration der Songwriter Marley-Wailer handeln, die ausschweifende Melodie deutet zumindest auf die Handschrift von Bunny hin. Ein absoluter Geheimtipp!

10. Bob Marley & The Wailers – War (1976)

Einer der stärksten Protestsongs aller Zeiten und eines der beeindruckendsten Zeugnisse von Marleys Dichtkunst. Es geht um die ewige Tragödie Afrikas, um die Unmöglichkeit von Frieden, solange Rassismus, Unterdrückung und Bürgerkrieg herrschen. Den Text entlehnte Marley einer Rede von Haile Selassie I., dem von den Rastafaris als Messias verehrten ehemaligen Herrscher Äthiopiens. Jah bless!

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Ziggy Marley im Interview über seinen Vater Bob Marley: „Die Leute denken, er wäre perfekt gewesen“

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Bob Marley: 12 Alben erscheinen als streng limitierte Jamaican Vinyl Edition

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Bob Marley
Foto: Tom Hill/WireImage/Getty Images

Zwölf Alben von Bob Marley erscheinen exklusiv als limitierte und nummerierte jamaikanische Neupressungen.

Wie kann man die Musik von Bob Marley noch authentischer und stilgerechter hören als auf Vinyl? Na, auf jamaikanischem Vinyl, natürlich! Genau das kann man jetzt mit einer limitierten LP-Neuauflage von Marleys Werk erleben.


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Marleys Original-Label Tuff Gong (ansässig in der jamaikanischen Stadt Kingston) feierte im Sommer 2020 die Wiedereröffnung seines Vinyl-Presswerks. Genau dort fand Marleys Diskografie ihren Weg auf frisches Vinyl. Am 24.3.2023 erscheint also eine ganze Reihe von Marley-LPs als streng limitierte und nummerierte jamaikanische Neupressungen.

Für das Mastering zeichnet Dave Cooley verantwortlich, der sich im Elysian Masters im kalifornischen Los Angeles der Aufnahmen annahm.

Folgende Alben der Reggae-Ikone wird es in dieser speziellen Edition geben:

  • Legend
  • Confrontation
  • Uprising
  • Survival
  • Babylon By Bus
  • Kaya
  • Exodus
  • Rastaman Vibration
  • Live!
    Natty Dread
  • Burnin
  • Catch A Fire

Vom Major-Debüt bis zum posthumen Album

Vom ersten Major-Album des Künstlers — dem Klassiker Catch A Fire — über die bekannte Best-Of Legend bis hin zu dem posthum erschienenen Confrontation ist also alles mit dabei, was das Fanherz begehrt.

Natürlich ist auch der Longplayer Survival in der Edition enthalten — die Lieblingsplatte seines Sohnes Ziggy Marley, wie er uns im Interview verriet: „Diese Platte kam raus, als ich in der Highschool war und sie gab mir eine Vorstellung von afrikanischer Identität, von Revolution, von einer ganz bestimmten Art zu denken“, so der Grammy-Preisträger über das Album.

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Zeitsprung: Am 23.9.1980 gibt Bob Marley das letzte Konzert seines Lebens.

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Live aus Wien: Reinhard Mey veröffentlicht im Mai eine besondere Live-Platte

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Reinhard Meyer
Foto: United Archives/Getty Images

80 Jahre ist er kürzlich alt geworden, der große Liedermacher Reinhard Mey. Als nachträgliches Geburtstagsgeschenk erscheint im Mai das besondere Konzertalbum In Wien – The Song Maker auf Doppel-CD und Triple-Vinyl.

Vergangenen Herbst geht im Wiener Konzerthaus die Arenatournee von Reinhard Mey zu Ende – an jenem Ort also, an dem vor weit über 50 Jahren seine große Bühnenkarriere begann. Die 16 Konzerte der Tour wurden zwar allesamt aufgenommen, waren auf ihre Weise einzigartig und unvergesslich, doch der Auftritt in Wien, der blieb bei Deutschlands größtem Liedermacher dann eben doch besonders hängen. Deswegen erscheint am 5. Mai 2023 mit In Wien – The Song Maker ein ganz besonderes Album, das den kompletten Wien-Auftritt enthält. Es erscheint als Doppel-CD und Triple-Vinyl und kann ab sofort vorbestellt werden.


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Reinhard Mey - IN WIEN - The song maker
Reinhard Mey
IN WIEN – The song maker
3LP, 2CD

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Stille und brandender Applaus

Reinhard Meys Konzerte sind immer schon durch die stillen Gesten und unaufgeregten Darbietungen aufgefallen. Seine Rückkehr nach Wien machte da keine Ausnahme: Eine leere Bühne vor einem schwarzen Vorhang, keine Videowände, kein Teleprompter, nur ein Mikrofon, eine Konzertgitarre im Lichtkegel. Auch auf dieser Aufnahme fällt die andächtige, bewegende Stille während der Lieder auf – und im krassen Kontrast der tosende Applaus, der sich danach entlädt wie ein Gewitter. Reinhard Mey singt wie immer ohne In-Ear-Monitoring. Weil er jedes Lachen, jedes Seufzen, jedes Räuspern, jede kleinste Regung des Publikums spüren will.

Er beginnt sein Konzert mit Ich wollte wie Orpheus singen, sein erstes Lied, über sechzig Jahre ist es alt. Dazu gibt es frühe Preziosen wie Die erste Stunde, Dieter Malinek, Ulla und ich oder Ich liebe dich, aber auch neue Stücke vom Haus an der Ampel. Ein besonderes Schmankerl ist der Bonustrack The Song Maker, ein Lied, das ihm sein Schwiegersohn, der kanadische Singer-Songwriter Matthew Pearn, zum Tourneeabschied geschenkt hat, und in dem es so passend heißt: „We will be right there singing along to those lonely songs.“

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10 Songs von Reinhard Mey, die man kennen sollte

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