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Popkultur

10 Songs, die jeder Kölner kennen muss

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Viva Colonia, was hast du zu bieten? Unsere musikalische Rundreise führt uns dieses Mal in die Domstadt am Rhein. Dass man bei Köln zwangsläufig an Karneval und Kölsche Stimmungsmucke denkt, hat natürlich seine guten Gründe. Doch die musikalische Tradition dieser Stadt ist eine der vielfältigsten des Landes: In den 1960er-Jahren wirkte hier die Avantgarde der elektronischen Musik um Karl-Heinz Stockhausen, im Laufe der Zeit entwickelten sich blühende Reggae-, Techno und Indie-Szenen. Und natürlich ist Köln auch eine Bastion für ehrliche, handgemachte Rockmusik. Wir haben zehn Highlights von damals bis heute zusammengetragen, die man auch als Nicht-Kölner kennen sollte.


Hier bekommst du einen Vorgeschmack unserer musikalischen Liebeserklärung an Köln. zur ganzen Playlist kommst du über den “Listen”-Button:


1. Klee – Lichtstrahl

Gute Popmusik auf Deutsch? Mit einer eigenen Schule wie Hamburg kann Köln in diesem Punkt zwar nicht aufwarten, aber es gibt viele großartige Beispiele wie Klee. Die Band um Sängerin Suzie Kerstgens setzte auf smarte, emotionale Texte zwischen elektronischen Beats und akustischen Gegengewichten. Als ihr Debütalbum Unverwundbar (2003) zusammen mit der Single Lichtstrahl erschien, fühlten sich viele an den Berliner Pop-Act 2raumwohnung erinnert, doch Klee machten im Laufe der Jahre ihr ganz eigenes Ding. Lichtstrahl ist ein wundervoller Flashback in die frühen 2000er-Jahre.


2. BAP – Forsetzung folgt…

Wir wollen hier zwar auf gar keinen Fall in Kölscher Folklore versinken, aber ohne Wolfgang Niedecken und seine Band BAP darf ja wohl kein Text über Kölner Musik auskommen. Keine Mundart-Band war je erfolgreicher in Deutschland, selbst im letzten Winkel von Bayern kriegt man bei Verdamp lang her noch feuchte Augen. Natürlich ist das auch der Überhit von BAP, doch kaum zu glauben: Ihre beste Chartplatzierung gelang Niedecken und seinen Jungs mit Fortsetzung folgt… aus dem Jahr 1988.


3. Gentleman – Dem Gone

Reggae im Rheinland? Das hat lange Tradition. Der unbestritten erfolgreichste Reggae-Künstler der Gegend ist Tilmann Otto alias Gentleman. Mit der Stuttgarter Hip-Hop-Crew Freundeskreis hatte Gentleman Ende der 1990er einen ersten kleinen Hit, bald startete er eine Solokarriere. Reggae-7-Inches hatte er zwar beständig veröffentlicht, doch nun brachte er in bester Bob-Marley-Manier ein bisschen Pop in seinen Sound. Dem Gone vom Album Journey To Jah (2002) war sein erster eigener großer Hit, zwei Jahre später schoss sein Album Confidence auf Platz Eins. Tut immer wieder gut, seine Tunes zu hören.


4. AnnenMayKantereit – Pocahontas

Was kann Köln heute eigentlich so? Diese Frage beantworteten vor kurzem ein paar Jungs ziemlich konkret und cool. AnnenMayKantereit gaben mit ihrem Debütalbum Alles nix Konkretes (2016) all denen wieder Hoffnung, die sich nach starker, authentischer und originellen Rockmusik aus Deutschland sehen. AnnenMayKantereit sind gerade mal Mitte 20, klingen aber schon absolut ausgereift, was vor allem an der erdigen Stimme und den altklugen Texten von Sänger Henning May liegt. Wollen wir hoffen, dass von den jungen Männern noch ein paar Überraschungen mehr kommen.


5. Whirlpool Productions – From: Disco To: Disco

Andere Zeit, anderer Sound: Dem Kölner House-Projekt Whirlpool Productions gelang 1997 mit ihrem Klassiker From: Disco To: Disco ein Nummer-Eins-Hit in Italien – das kommt wirklich nicht allzu oft vor. Doch es zeigt, wie stark Köln gerade im Bereich der Dance Music seit den 1990er-Jahren Trends setzt und Einfluss hat. Köln ist übrigens, viel mehr als Berlin, die deutsche Hauptstadt von Minimal Techno. Aber dazu später mehr.


6. Xul Zolar – Vacuum

Der heißeste Kölner Act der Stunde sind Xul Zolar. Die vierköpfige Indie-Band stand schon seit vielen Jahren in den Startlöchern, nun hat sie endlich ihr Debütalbum Fear Talk veröffentlicht. Und das ist wirklich großartig geworden. Harte Rockgitarren gibt es hier keine, die Power entsteht aus einem atmosphärischen Mix aus Funk, Synth-Pop und verhuschten Lyrics. Xul Zolar sind sozusagen die Antithese zu AnnenMayKantereit, und auch das macht vielen Leuten hierzulande wieder Mut: Ja, die guten jungen Bands gibt es noch, die Zukunft ist rosig.


7. Can – Halleluwah

Ein Glück, dass die jungen Kölner Künstler nicht verzagen, denn sie haben eigentlich ein unglaublich schweres Erbe im Nacken. Die neben Kraftwerk wichtigste Band aus dem Krautrock-Kosmos war Can, gegründet 1968 in Köln. Can werden seit 40 Jahren von Musikern auf der ganzen Welt als maßgeblicher Einfluss zitiert, ihr avantgardistischer Psychedelic-Rock sprengte damals Grenzen, von denen manche gar nicht wussten, dass sie existieren, soweit draußen lagen diese. Wenn einem aktuelle Musik mal wieder viel zu eintönig und blutleer erscheint, hilft eines garantiert: Tago Mago oder Ege Bamyasi auflegen.


8. Superpitcher – Even Angels

Zurück auf den Dancefloor: Das Label Kompakt Records machte Köln um die Jahrtausendwende zur Minimal Techno-Hochburg. Der sogenannte „Kompakt-Sound“ ist noch heute sprichwörtlich in der internationalen Dance-Szene, obwohl Kompakt immer die verschiedensten Arten von Musik veröffentlichte, nicht nur minimalistische Beats: Rock, Pop, Ambient, all das hat bis heute seinen Platz bei Kompakt. Das Hauptaugenmerk liegt natürlich auf Clubmusik, und einer der berühmtesten und wichtigsten Kompakt-Künstler macht genau das: Superpitcher kredenzt romantische House-Gedichte so wie Even Angels. Zum Träumen und Tanzen.


9. Roosevelt – Fever

Superpitcher hat Köln mittlerweile verlassen und ist nach Paris ausgewandert, doch für Nachwuchs ist definitiv gesorgt: Hinter dem Pseudonym Roosevelt verbirgt sich Marius Lauber, Kölsche Jung mit internationalem Sound. Der Musiker und Produzent veröffentlichte 2016 sein selbstbetiteltes Debütalbum und ist seither auf der ganzen Welt mit seinen DJ- und Live-Sets gefragt. Warum, das hört man in Fever: Der Junge hat ein Händchen für Melodien und einen knackigen Beat.


10. PeterLicht – Sonnendeck

Wie könnte man diese Nummer vergessen: Dem schlauen und scheuen Kölner Künstler PeterLicht gelang schon mit seiner ersten Single sein größter Hit. Der nachdenkliche Gute-Laune-Pop passte nicht nur perfekt ins Jahr 2001, sondern auch bestens zur mysteriösen Aura von PeterLicht, von dem man in den ersten Jahren seiner Karriere kaum ein persönliches Detail kannte. Man ist eben gerne zurückhaltend in Köln und hat gute Manieren. Wenn nicht gerade Karneval ist, versteht sich. Aber darüber reden wir dann vielleicht ein anderes Mal.


In 50 Liedern ein mal quer durch Deutschland:

10 Songs, die jeder Berliner kennen muss – Teil 1

10 Songs, die jeder Berliner kennen muss – Teil 2

10 Songs, die jeder Hamburger kennen muss

10 Songs, die jeder Münchener kennen muss

Popkultur

Olivia Newton John: 10 ihrer wichtigsten Stücke

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Oliva Newton John
Foto: Radio Times/Getty Images

Zu Ehren der kürzlich verstorbenen Olivia Newton-John hören wir uns durch zehn ihrer besten Stücke.

 von Markus Brandstetter

Am 8. August 2022 verstarb Olivia Newton John. Die Britin wurde nicht nur mit der Verfilmung des Musicals Grease weltbekannt, sondern hatte auch eine extrem erfolgreiche und langlebige Solokarriere als Musikerin. Vier Grammys, etliche Top-5-Hits und 24 Studioalben — und eine Menge verschiedener Stile von Pop über Folk bis Disco: Wir hören uns an dieser Stelle mal quer durch ihr Schaffen und sprechen über zehn ihrer bemerkenswertesten und/oder bekanntesten Stücke.

1. Long Live Love (1974)

1974 trat Newton-John beim Eurovision Songcontest in London an. Long Live Love ist rückblickend definitiv nicht ihr bestes Stück (sondern eher ein harmloser Schunkelschlager), aber wir wollen es alleine aus historischen Gründen an dieser Stelle keinesfalls unerwähnt lassen. Für einen Spitzenplatz reichte der Song damals nicht: Newton-John schaffte es immerhin auf Platz 4. Die Konkurrenz war an diesem Abend historisch: Den Sieg mit nach Hause brachten ABBA mit ihrem legendären Stück Waterloo.

2. Xanadu (1980)

Anfang der 1980er-Jahre machte die Künstlerin mit Jeff Lynne und ELO gemeinsame Sache — und veröffentlichte das Stück Xanadu aus dem gleichnamigen Musicalfilm. Der Film entpuppte sich zwar als Flop, den Song ereilte ein besseres Schicksal. Er kletterte in den UK-Charts auf den ersten Platz.

3. Twist Of Fate (1983)

1983 kam es nochmal zur Film-Reunion von Travolta und Newton-John für den Film Two of a Kind. Das sorgte für nostalgische Gefühle, so ganz konnte es aber den globalen Erfolg von Grease nicht mehr anknüpfen. Das Stück Twist of Fate aus dem Film ist aber dennoch erinnerungswürdig.

4. Magic (1989)

Nochmal Xanadu: Aus dem Soundtrack zum Film stammt auch der Disco-Kracher Magic. Das war nicht nur in den Charts extrem beliebt — 1980 bezeichnete John Lennon das Stück als einen jener damals aktuellen Songs, die er mochte. Eine große Ehre — und ein erster Platz in den US-Charts.

5. A Little More Love (1978)

A Little More Love war die erste Single, die Newton-John nach ihrem Mega-Erfolg mit Grease veröffentlichte. Sie erschien auf ihrem 10. Album Totally Hot.

6. I Honestly Love You (1984)

Mit I Honestly Love You landete Olivia Newton-John 1974 einen weltweiten Pop-Hit. Bis sie 1981 Physical veröffentlichte, war I Honestly Love You jenes Stück, mit dem sie meist in Verbindung gebracht wurde, wenn man ihren Namen nannte.

7. You’re The One That I Want (1978)

Natürlich darf auch ein bestimmter Song aus Grease nicht fehlen. Das Duett mit John Travolta  You’re The One That I Want ist eines der bekanntesten Duette der Popgeschichte — und zählt zu Newton-Johns besten Stücken.

8. Hopelessly Devoted To You (1978)

Wer  You’re The One That I Want sagt, muss aber auch Hopelessly Devoted To You sagen — denn der Song aus Grease ist ebenfalls unvergesslich. Die Country-Ballade war für Songschreiber John Ferrer eine große Herausforderung: „Ich habe die längste Zeit damit verbracht, den Text eines Songs zu schreiben, den ich je geschrieben habe. Ich habe jeden Thesaurus und jedes Reimwörterbuch, das ich hatte, benutzt, um ihn richtig zum Laufen zu bringen“, erklärte er  einmal. Die Arbeit zahlte sich aus: Das Stück wurde für einen Oscar als Beste Filmmusik nominiert, verlor aber leider gegen den Beitrag Last Dance aus Thank God It’s Friday.

9. Have You Never Been Mellow (1975)

Auf der Country-Pop-Ballade Have You Never Been Mellow, drei Jahre vor ihrem Mega-Erfolg mit Grease erschienen, klingt Newton-Johns Stimme beinahe schon sirenenhaft. Der Song erschien als Single des gleichnamigen Albums und schaffte es in den USA auf die Spitze der Billboard Charts — völlig zurecht, Have You Never Been Mellow ist ein absolutes Highlight im Backkatalog der Sängerin.

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Popkultur

Zeitsprung: Am 11.8.64 bekommt Roger Daltrey von seinem Schwiegervater auf die Mütze

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 11.8.64.

von Victoria Schaffrath und Christof Leim

Die Fäuste und das Mundwerk sitzen bei Roger Daltrey von The Who Zeit seines Lebens eher locker. Kaum vorzustellen, dass er am 11. August 1964 vom Schwiegerpapa selbst eins hinter die Löffel bekommt. Hier kommt die Geschichte dieser Ausnahme-Ohrfeige.

Hört euch hier die größten The Who-Hits an: 

Blick zurück ins Jahr 1964: Roger Daltrey, selbst erst 20 Lenze jung, hat wenige Monate zuvor die sechzehn Jahre alte Jacqueline „Jackie“ Rickman geheiratet, da das Paar ein Kind erwartet. Der Frontmann merkt jedoch schnell, welches Leben ihn als Familienvater erwartet: Aus Angst vor einer bürgerlichen Existenz als Blechschlosser verlegt er seinen Schlafplatz noch vor der Geburt des Sohnes in den Van der Band. Das Ehegelübde nimmt Daltrey ohnehin nicht ganz ernst und geht offen damit um, dass die Karriere seiner Gruppe mit Pete Townshend, John Entwistle und Keith Moon für ihn oberste Priorität hat. Als Schwiegersohn des Jahres qualifiziert er sich damit nicht.

Ratespiel: Das Cover zur Doppelsingle „I’m The Face“/„Zoot Suit“.

In Rahmen der Gruppe übernimmt Daltrey aber durchaus Verantwortung und positioniert sich als Gründer und Frontmann. Bereits zu Schulzeiten pflegte er den Umgang mit Gangs und Kleinkriminellen, also verwundert es kaum, dass er innerhalb der Band gern mal die Fäuste sprechen lässt, wenn es um seine Meinung geht. Er fällt letztendlich auch die Entscheidung für den Namen The Who, nachdem die Band zunächst als The Detours beginnt. Im August 1964 spielt die Kombo auf Geheiß des damaligen Managers Peter Meaden kurzzeitig unter dem Namen The High Numbers. Im Juli erscheint als erste Single I’m The Face/Zoot Suit, deren Chartplatzierung lässt jedoch zu wünschen übrig lässt.

Am Abend des 11. August stehen The High Numbers dann zum wiederholten Male auf dem Programm des Railway Hotel in Nord-London. Während sich Daltrey und Co. bereithalten, um jeden Moment die Bühne zu betreten, schlägt laut Augenzeugen Jackie Rickmans Vater im Backstage-Bereich auf, zerrt Daltrey ohne viel Federlesens vor die Tür – und haut ihm schlicht eine rein. Zack.

Ein konkreter Anlass für den Zorn des Schwiegervaters ist nicht bekannt; ob der Sänger sich wehrt, lässt sich ebenfalls nicht ausmachen. So oder so stellt Daltrey das Wohl und die Professionalität der Band vor seine persönlichen Querelen, betritt wenige Augenblicke nach dem Zwischenfall die Bühne und legt eine Show hin, die es 2007 sogar in die Dokumentation Amazing Journey: The Story of The Who schafft.

Der Stoff von Dokumentationen: Das Cover zu „Amazing Journey: The Story of The Who“.

Auf dem Papier bleibt die Ehe Daltrey/Rickman noch einige Zeit bestehen, Sohn Simon kommt wenig später am 22. August auf die Welt. Als der Who-Gründer jedoch um 1968 ein Kind mit einer anderen Frau zeugt, zieht Jackie Rickman die Reißleine und reicht die Scheidung ein. Kurze Zeit später lernt der Rockstar dann auch schon das Model Heather Taylor kennen, die er 1971 heiratet und mit der er drei weitere Kinder bekommt. Diese Partnerschaft dauert bis heute an.

Zahm wird Daltrey jedoch keinesfalls, erzählt der britischen Presse vor einigen Jahren noch, die Ehe mit Taylor sei vielleicht keine offene, aber Vorschriften habe seine Frau ihm auch keine gemacht. Da kratzt man sich kaum am Kopf, weil sich über die Jahre diverse uneheliche Kinder beim Rockstar melden. Zu ihnen pflegt er jedoch ein gutes Verhältnis und integriert sie in seine Familie mit Taylor. Auch Jackie Rickman und der gemeinsame Sohn Simon nehmen an Gruppenurlauben teil.

Fliegende Hände hin oder her, Daltrey macht nie einen Hehl daraus, dass The Who bei ihm an erster Stelle stehen. So liest man auch auf der Website der Band, sie bliebe stets seine „erste Liebe“

Zeitsprung: Am 2.12.1973 landen The Who im Gefängnis.

 

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Popkultur

Zeitsprung: Am 10.8.1984 veröffentlichen die Red Hot Chili Peppers ihr Debüt.

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 10.8.1984.

von Timon Menge und Christof Leim

Seit weit mehr als drei Dekaden stehen die Red Hot Chili Peppers für Funk Rock, wie kaum eine andere Band. Los geht die Karriere der Kalifornier am 10. August 1984 mit ihrem gleichnamigen Debüt — obwohl das erste Album anders ausfällt, als die Musiker möchten…

Hier könnt ihr euch die Platte anhören: 

Als die Red Hot Chili Peppers im Jahr 1983 zusammenfinden, haben die jungen Kerle eigentlich nichts anderes im Sinn als ein gemeinsames Spaßprojekt. Sänger Anthony Kiedis, Gitarrist Hillel Slovak, Bassist Flea und Schlagzeuger Jack Irons kennen sich aus der High School und nennen ihre Band zunächst Tony Flow And The Majestic Masters Of Mayhem.

Zunächst nur Spaß

Die Chemie stimmt, gemeinsam möchten sie durchstarten. Aus diesem Grund engagieren sie Manager Lindy Goetz. Für ihre ersten Shows in der Umgebung von Los Angeles untermalen Slovak, Flea und Irons den Sprechgesang ihres Frontmannes Kiedis mit spontanen Jams, später nehmen sie die Sache ernster und nehmen Stücke für ein Demo auf. Zu jener Zeit entscheiden sie sich auch für den Namen Red Hot Chili Peppers. Irons und Slovak spielen zeitgleich in einer Gruppe namens What Is This?.

Als die Gruppe Fahrt aufnimmt, entstehen Probleme. Nur zwei Wochen, bevor die Chili Peppers einen Plattenvertrag über sieben Alben unterschreiben sollen, besiegeln Irons und Slovak ebenfalls einen Deal — allerdings für What Is This?. Kiedis und Flea sehen ihren größten Traum in Gefahr, lassen sich aber nicht unterkriegen. Für Slovak übernimmt Jack Sherman die Gitarre, an Irons Stelle trommelt Fleas alter Kumpel Cliff Martinez. Das Line-Up für das Debüt steht.

Im Studio gibt es Ärger

In den Eldorado Studios in Hollywood wird es anschließend gleich noch einmal schwierig. Das Problem: Produzent Andy Gill hat ein paar Ideen für den Stil der Band, die den Musikern so gar nicht gefallen. „Während der ersten Tage schien alles in Ordnung zu sein“, erinnert sich Frontmann Kiedis. „Aber wir haben schnell gemerkt, dass Andy einen Sound im Sinn hatte, der nicht zu uns passte. Am Ende der Sessions sind Flea und ich in den Kontrollraum des Studios gerauscht, haben uns an der Konsole zu schaffen gemacht und gebrüllt: ‘Fick dich, wir hassen dich!’”

Die Wut der Gruppe artet so sehr aus, dass Flea laut Gill sogar einen Pizzakarton als Klo benutzt und ihn nachher auf dem Mischpult deponiert. „Der Toningenieur rannte schreiend aus dem Studio“, erinnert sich der Produzent. „Als wir ihn das letzte Mal sahen, lief er gerade den Sunset Boulevard herunter.“

Unzufrieden

Trotz aller Strapazen gelingt den Red Hot Chili Peppers mit ihrem gleichnamigen Debüt eine Platte, die ihren viele Türen öffnen soll — auch wenn sie selbst gar nicht zufrieden damit sind. „Ich habe mich gefühlt, als wären wir zwischen zwei Spitzen im Tal des Kompromisses gelandet“, gibt Kiedis später zu Protokoll. „Ich habe mich nicht dafür geschämt, aber das Album klingt überhaupt nicht so wie unser Demo. Wir haben trotzdem das Beste daraus gemacht und nach vorne geschaut.“

Nach der Veröffentlichung und ersten Touraktivitäten kehrt Gitarrist Hillel Slovak zurück, es entsteht Freaky Styley, das 1985 erscheint. Für Platte Nummer drei, The Uplift Mojo Party Plan (1987) heuert sogar Jack Irons wieder als Drummer an. Damit findet die Chaotentruppe zusehends ihren ureigenen Sound, aber das sind mal wieder andere Geschichten…

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Zeitsprung: Am 24.9.1991 zelebrieren die Red Hot Chili Peppers „Blood Sugar Sex Magik“.

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