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Popkultur

5 Wahrheiten über Jeff Hanneman von Slayer

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Für alle Insider, jahrzehntelangen Fans, Neugierigen und Einsteiger: Hier nehmen wir uns mal ein paar Minuten Zeit und präsentieren euch 5 Geschichten, Anekdoten oder Fun Facts zu einem Genre, einer Band oder einem/r Künstler/in. Einfach, weil das Leben witzigere, unglaublichere und interessantere Geschichten schreibt, als jeder Autor jemals könnte.

Als Jeff Hanneman am 2. Mai 2013 verstirbt, steht die Metal-Welt einen Moment lang still. Doch wir feiern lieber das Leben und Schaffen des Slayer-Gitarristen, graben uns durch die Geschichten und fördern fünf wenig erzählte Wahrheiten zu Tage.

von Tom Küppers

Hört zur Lektüre hier in den Klassiker Reign In Blood rein:

Klickt auf „Listen“ für das ganze Album.

1. Im Herzen war er Punk

Natürlich verbindet man Hannemans Schaffen bei Slayer in erster Line mit gnadenlosem Heavy Metal. Als Jeff das erste Mal auf seinen kongenialen Saitenpartner Kerry King trifft, werden standesgemäß Riffs von Judas Priest und Iron Maiden gezockt. Allerdings schlägt Hannemans Herz ebenfalls für den frühen Ami-Hardcore-Punk der Marke Black Flag oder Dead Kennedys. Deren Hochgeschwindigkeits-Geprügel ist genau die Komponente, die Slayer von ihren Zeitgenossen unterscheiden wird. Hanneman verewigt beide Bands als Aufkleber auf einer seiner Gitarren.


2. Am allerliebsten hatte er seine Ruhe

Privat führte Hanneman von diversen kleinen Episoden abgesehen ein vergleichsweise ruhiges Leben. Wenn die Band damals von einer Tour heimkehrt, zieht er sich mit seiner Frau Kathryn (verheiratet seit 1989) zurück und widmet sich seinen Hobbys wie Biertrinken, Büchern und Eishockey (im Fernsehen). Kerry King vergleicht das Verhältnis zu seinem Kollegen posthum eher mit Geschäftspartnern als mit Freunden. Das klinge allerdings schlimmer, als es war, ergänzt er: „Ich habe mich jahrelang gefragt, warum der Typ nie zurück ruft. Aber so war er eben.“ Sänger Tom Araya bringt das Ganze auf den Punkt: „Wenn Jeff dich nicht mochte, hat er nicht mit dir abgehangen.“ Araya selbst gehörte zumindest zeitweise zu diesem ausgesuchten Kreis.

Ozzy Delaney [CC BY 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons


3. Irgendwann reicht es mit den Drogen

Musiker und der berühmt-berüchtigte Rock’n’Roll-Lifestyle: Ein Thema, an dem auch Slayer nicht ganz vorbei kommen. Jeff hat schon früh seinen Spaß mit diversen Pillen und Pülverchen, nach dem Erfolg der ersten Alben kann er es sich dann leisten, auf Kokain umzusteigen. Auch Araya hat inzwischen Gefallen an der Droge gefunden und zieht immer wieder mit Hanneman um die Häuser. „Aber eines Tages haben wir einfach so aufgehört“, erklärt Jeff später. „Tom und ich sind zum Haus meiner Freundin gefahren, und ich habe ihm während der Fahrt das Zeug in die Nase geschaufelt. Da haben wir beide einen Schlussstrich gezogen.“

Waren früher ungesunden „Erfrischungen“ nicht abgeneigt: Slayer 1986


4. Er kommt aus einer Militärfamilie

Hannemans Vater hat während des zweiten Weltkrieges in der Normandie gedient, seine Brüder Jahre später in Vietnam. Geschichten über Taktik und Strategien des Militärs gehören im Hause Hanneman deshalb zum Tischgespräch. Speziell die deutsche Wehrmacht wird zu Jeffs Spezialgebiet, das er auch immer wieder in seinen Songs thematisiert. Texte wie Angel Of Death über den Kriegsverbrecher Josef Mengele sorgen für Nazi-Vorwürfe, die die Band mehr oder weniger entschieden zurückweist. Hannemans Kommentar: „Natürlich steht im Text nicht, dass Mengele ein böser Mensch ist. Für mich ist das völlig klar, das muss man doch nicht extra erwähnen.“


5. Für immer Slayer

1984 wäre Hanneman der Band beinahe untreu geworden. Gemeinsam mit Slayer-Trommler Dave Lombardo und dem Suicidal Tendencies-Gitarristen Rocky George hebt er die Band Pap Smear aus der Taufe, in der die drei ihrem Faible für Hardcore und Punk nachgehen. Es entsteht sogar ein Demo, doch Produzent Rick Rubin nimmt Jeff zur Seite, und rät ihm, das Ganze lieber sein zu lassen: „Ey Mann, mach das nicht. Wegen sowas lösen sich Bands auf!“ Hanneman nimmt diesen Rat an und trägt das Projekt wieder zu Grabe. Die beiden Songs Ddamm und Can’t Stand You allerdings werden für Slayers Undisputed Attitude-Album 1996 wieder verwertet.


Titelfoto: Victoria Morse/Wikimedia Commons

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