------------

Popkultur

8 Anekdoten, die nur aus dem Leben von David Bowie stammen können

Published on

David Bowie
Foto: Michael Ochs Archives/Getty Images

Am 10.1.2022 jährt sich der Todestag von David Bowie zum sechsten Mal. In Erinnerung an einen der größten Pop- und Rockmusiker aller Zeiten blicken wir auf unvergessliche, witzige und oft auch obskure Anekdoten aus seinem bewegten Leben.

von Markus Brandstetter

David-Bowie-Fans werden das Jahr 2016 nie vergessen. Nur wenige Tage, nachdem er seinen 69. Geburtstag feierte und sein 25. und finales Album Blackstar veröffentlichte, starb Bowie. Die Musikwelt trauerte. Bowie war ein Pionier in vielerlei Hinsichten. Einer, der mit Identitäten, Charakteren, Sexualität, Geschlechterrollen spielte. Ein Pop-Gigant, der sich nie auf seinen Lorbeeren ausruhte – und sich irgendwann ins private Glück mit Ehefrau Iman und Tochter Lexi zurückzog. Einer, der bis zum Schluss nichts von seiner Krankheit wissen ließ – und ein grandioses letztes Werk hinterließ.

Hört und seht hier Bowies größte Hits:

Wir erinnern uns ans einige Anekdoten aus dem Leben des Musikers.

1. Er lehnte es ab, von der Queen zum Ritter geschlagen zu werden.

Sir David Bowie? Nichts da. Egal ob Elton John, Mick Jagger, Paul McCartney oder Rod Stewart: Für bekannt britische Rockstars ist es nichts ungewöhnliches, von der Queen in den Ritterstand erhoben zu werden. Eine Ehre, die Bowie im Jahr 2000 ablehnte. Gegenüber The Sun erklärte er damals: „Ich hätte nie im Leben die Absicht, irgendetwas derartiges anzunehmen. Ich weiß ernsthaft nicht, wofür das gut ist. Das ist es nicht, worauf ich in meinem Leben hingearbeitet habe. Es liegt nicht an mir, Jagger dafür zu verurteilen, es ist seine Entscheidung. Aber für mich ist das nichts.“

2. Er lebte in Berlin – gemeinsam mit Iggy Pop.

Natürlich, die Berlin Years. Bowie lebte von 1976 bis 1978 in der deutschen Hauptstadt – genauer gesagt in der Schöneberger Hauptstraße 155. Ebenfalls dort: Bowies Freund Iggy Pop. Das Zusammenwohnen ging aber nicht lange gut: Pop hätte ihm zu oft einfach sein Gourmetessen weggeschnappt, das er beim KaDeWe kaufte, erinnerte sich Bowie einmal. Und auch der Tagesablauf der beiden war anders. Schließlich zog Pop in eine Nachbarwohnung. Dass beide nach Berlin gezogen waren, hatte gute Gründe: Beide brauchten dringend Veränderung und mussten dringend von ihren Süchten weggekommen. In Bowies Fall war diese bekanntermaßen Kokain. Berlin war eine Frischzellenkur für Bowie. Er konnte sich frei bewegen, fuhr entweder mit dem Mercedes oder dem Fahrrad durch die Stadt und ging auch oft aus. Ach ja, und die legendäre Album-Trilogie, die hier entstand, wollen wir natürlich auch nicht vergessen.

3. Er hat die Sache mit dem Internet schon früh geahnt.

Bekannt ist auch, dass Bowie keine Angst vor Fortschritt und Veränderung hatte. Er hat das Potenzial des Internets früh erkannt – und mit 1993 mit BowieNet einen eigenen Provider ins Leben gerufen – den ersten „artist-created Internet service provider“, wie es hieß. Bowie kommunizierte sogar mit seinen Fans – unter dem Synonym „Sailor“ antwortete er gelegentlich auf Fanfragen, gab Empfehlungen oder teilte Updates. Wie richtig Bowie mit seiner Prognose lag, sieht man in diesem Internet

4. Er nahm seine letzten Alben unter strenger Geheimhaltung auf.

Nur der innerste Kreis wusste, dass Bowie gerade mit Blackstar im Studio war – und auch, wie es ihm eigentlich ging. Das war schon beim Vorgängeralbum The Next Day ähnlich.

5. Er kann sich an die Aufnahme eines seiner beliebtesten Alben nicht erinnern.

Als David Bowie Station To Station aufnahm, war er in einem bedenklichen Zustand. Er war quasi durchgehend auf Kokain und Amphetaminen, blieb tage- und nächtelang munter. Seine Diät: Paprika, Milch – und eben genannte Drogen. Bowie erklärte einmal, dass er sich an nichts mehr bezüglich des Albums Station To Station erinnern könne. Dass es in Los Angeles aufgenommen wurde, wisse er nur, weil er davon gelesen habe. Kostprobe davon, wie Bowie damals drauf war? Er bewahrte Urin von sich im Kühlschrank auf – aus Angst vor Hexen. Glücklicherweise kehrte Bowie den Drogen (und dem Alkohol) später völlig den Rücken.

6. David Bowie war Tom Jones.

Leicht hatte Bowie es nicht in puncto Künstlernamen. Er trat zunächst unter dem Künstlernamen David Jones auf, das war aber zu nahe an Davy Jones von den Monkees. Die Konsequenz: Er nannte sich in Tom Jones um. Bis der heute bekannte, andere Tom Jones daher kam. Aus Tom Jones wurde David Cassidy – und später David Bowie.

7. Er sagte zu Dave Grohl „fuck off“.

Foo-Fighters-Chef Dave Grohl wollte 2013 Bowie für einen gemeinsamen Track für einen Soundtrack gewinnen. Der lehnte allerdings ab, mit der Aussicht, irgendwann mal für ein anderes Stück zusammenzuarbeiten. Grohl schrieb ihm darauf hin eine E-Mail, in der er sich bedankte, dass er sich das Lied zumindest angehört habe. Laut Grohl kam eine Minute später ein E-Mail von Bowie zurück. Der Inhalt: „Well, that’s settled. Now fuck off.“ Wie Grohl später realisiert, handelte es sich dabei um einen Scherz von Bowie.

8. Sein Beruf: „Rockgott“.

Man merkt es in seinen Interviews, man sieht es in seinen Gastauftritten (grandios: die Folge von Extras mit Ricky Gervais, in dem Bowie über den „Little fat man“ singt) und man hört es von Kolleg*innen: Bowie hatte einen extrem ausgeprägten, trockenen Sinn für Humor. Apropos Ricky Gervais erinnerte sich einmal an einen E-Mail-Austausch zu Bowies 57. Geburtstag. Gervais schrieb Bowie: „60, ist das nicht Zeit für einen echten Job? Ricky Gervais, Comedian“. Bowies Antwort: „Ich habe einen echten Job. David Bowie, Rockgott“.

10 Songs, die jeder David Bowie-Fan kennen muss

Popkultur

5 Wahrheiten über den Sound der Deutschen Einheit

Published on

Für alle Insider*innen, jahrzehntelangen Fans, Neugierigen und Einsteiger*innen: Hier nehmen wir uns mal ein paar Minuten Zeit und präsentieren euch fünf Geschichten, Anekdoten oder Fun Facts zu einem Genre, einer Band oder einem/r Künstler*in. Einfach, weil das Leben witzigere, unglaublichere und interessantere Geschichten schreibt, als jede*r Autor*in jemals könnte.

In dieser Woche dreht sich alles um den 3. Oktober 1990, jenen Tag, an dem aus West und Ost wieder ein gemeinsames Deutschland wurde. Knapp ein Jahr zuvor, am 9. November 1989, war die innerdeutsche Mauer gefallen. Ein Ereignis, das auch in der Musik stattfand. Wir liefern fünf Wahrheiten über den Sound der deutschen Einheit.

1. Pink Floyd und die wahrgewordene Utopie

Noch im Juli meinte Roger Waters von Pink Floyd, dass es nur einen einzigen Anlass geben würde, aus dem er das bandeigene Riesenspektakel The Wall noch einmal inszenieren würde – und zwar den Fall der Berliner Mauer. Waters sah dieses Ereignis in so weiter Ferne, dass er sogar in Erwägung zog, dafür seinen Ex-Bandkollegen David Gilmour mit auf die Bühne zu holen. Knapp vier Monate später fiel die Mauer tatsächlich und im Juli 1990 wurde Waters Gedankenspiel Realität: The Wall wurde am Potsdamer Platz noch einmal aufgeführt – zwar ohne David Gilmour, aber dafür mit vielen Auftritten anderer Stars.

2. Der Boss in Ostberlin

Auftritte von westlichen Künstler*innen in der DDR waren rar gesät. 1988 etwa trat Bruce Springsteen in Ostberlin auf. Weil der SED-Zentralrat das Konzert als gute Möglichkeit der massenpolitischen Arbeit der FDJ ansah, wurde Bruce Springsteen eine Auftrittsgenehmigung für die DDR erteilt. Rund 200.000 Bewunder*innen des Bosses kamen zur Radrennbahn Weißensee, wo Springsteen seinem Wunsch Ausdruck verlieh, dass eines Tages alle Barrieren abgerissen werden sollen. Der Satz wurde aus der Übertragung des Konzertes geschnitten – änderte aber nichts daran, dass sein Wunsch gut anderthalb Jahre später Wirklichkeit wurde.

3. Das David-Hasselhoff-Gate

Auch gut 30 Jahre nach dem Mauerfall hält sich das Gerücht wacker, David Haselhoff sei mitverantwortlich für dieses geschichtliche Großereignis, da er wenige Wochen nach der Maueröffnung dort seinen Hit Looking for Freedom sang und sich Menschen aus West- und Ostdeutschland dazu in den Armen lagen. Aber: weit gefehlt. „Ich hatte nie etwas damit zu tun und habe das auch nie gesagt. Niemals“, äußerte sich der Baywatch-Star unlängst gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

4. Das Eigenleben von Freiheit

Wer an Musik und Mauerfall denkt, hat sicherlich auch Freiheit von Marius Müller-Westernhagen im Sinn. Aber: Nicht nur, dass MMW den Song schon drei Jahre vor dem Mauerfall schrieb, nein, er hatte den Fall der Mauer nicht Mal im Sinn. Die Live-Version von Freiheit entwickelte vor dem Hintergrund des Mauerfalls allerdings ein Eigenleben und wurde zur Hymne des Herbstes. „Freiheit zeigt, dass künstlerische Produkte ein Eigenleben annehmen können. Wenn es in diesem Fall dazu gedient hat, dass der Song Menschen Kraft und Hoffnung gegeben hat, ist das ein glücklicher Umstand, der mich natürlich sehr freut“, sagte Marius Müller-Westernhagen gegenüber der TZ.

5. Wind Of Change ist ein rechtlich geschützter Begriff

Klar, Wind Of Change gilt unangefochten als die Hyme der Wende schlechthin. „Mein Gedanke war: Die ganze Welt in einem Boot und alle sprechen eine Sprache – Musik. Im September entstand Wind Of Change in Deutschland und im November fiel die Berliner Mauer. Der Song drückte ein Gefühl der Hoffnung aus, dass wir alle in der Zukunft in einer friedlicheren Welt leben können“, erklärte Klaus Meine mal gegenüber dem Fernsehsender VOX. Der Song machte die Scorpions binnen kürzester Zeit zu Weltstars. Nur logisch, dass Klaus Meine und Rudolf Schenker seitdem Inhaber der Wortmarke Wind Of Change sind.

Du willst nichts mehr in der Rockwelt verpassen? Melde dich hier für unseren Newsletter an und werde regelmäßig von uns über die wichtigsten Neuigkeiten, die spannendsten Geschichten sowie die besten Veröffentlichungen und Aktionen informiert!

10 Songs zum Tag der Einheit: Deutschland, die Mauer und andere Problemchen

Continue Reading

Popkultur

10 Songs zum Tag der Einheit: Deutschland, die Mauer und andere Problemchen

Published on

Foto: Sean Gallup/Getty Images

Am 3. Oktober 1990 war es offiziell: West- und Ost-Deutschland gehören wieder zusammen, die Berliner Mauer fiel schon ein Jahr vorher, der Eiserne Vorhang begann sich nach und nach zu lüften. Wir schauen zurück auf dieses historische Ereignis mit Songs, die damals und in der folgenden Zeit zum Soundtrack des wiedervereinigten Deutschlands wurden.

1. Scorpions – Wind Of Change

Los geht’s mit offensichtlichsten Song: Die sogenannte „Hymne der Wende“ ist auf jeden Fall der kitschigste, aber auch emotionalste und bekannteste Klassiker, den Mauerfall und Wiedervereinigung im Nachhinein hervorgebracht haben. Ein Jahr nach der Maueröffnung und kurz nach dem Zusammenschluss von BRD und DDR war Wind Of Change mit seinem Plädoyer für das Ende der Ost-West-Trennung die perfekte musikalische Untermalung für das, was gerade vor sich ging. So schreibt man Geschichte mit.

2. Westernhagen – Freiheit

Auch wenn dieser Song schon ein paar Jahre vorher veröffentlicht wurde, ist er ganz fest mit der deutschen Einheit verknüpft. Natürlich wegen des programmatischen Titels. Aber auch weil Westernhagen einer der vielen Künstler*innen war, die beim „Konzert für Berlin“ in der Deutschlandhalle auftraten, ein paar Tage nach dem Fall der Mauer. Dass Freiheit in diesem Setting eine extrem emotionale Rolle zukam, versteht sich von selbst.

3. Udo Lindenberg – Horizont

Allerallerspätestens mit dem Musical Hinterm Horizont ist Udo Lindenberg zu einer Galionsfigur für das geteilte Berlin und die Menschen geworden, die trotz aller gemauerten Widerstände zusammen sein wollten. Horizont ist die Liebesballade, die im Zentrum des Musicals steht. Und obwohl Sonderzug nach Pankow die politisch stärkere Hymne ist, berührt einen Horizont doch ein wenig mehr.

4. Die Prinzen – Millionär

Mauer weg, Invasion der Ossis. Für viele Westdeutsche (und natürlich auch ehemalige DDR-Bürger*innen) war die Wiedervereinigung eine mindestens zweischneidige Sache. Auch musikalisch war das Land jetzt vereint, und Die Prinzen wurden zu den ersten neuen gesamtdeutschen Popstars. Millionär war ihr erster putziger Hit.

5. WestBam / Dr. Motte – Sunshine

Techno und House gelten als inoffizieller Soundtrack der Wende – zumindest in Berlin. Mauerfall und Wiedervereinigung fielen eher zufällig mit dem Aufkommen der neuen Jugendkultur zusammen, aber es hätte nicht besser passen können: Auf großen Raves, in neuen Clubs und Events wie der Loveparade feierte Berlin seine neue Zusammengehörigkeit, mit einer Musik, die sich nicht um Ost oder West schert. Dr. Motte und Westbam waren zwei der damaligen Protagonisten, die regelmäßig neue Hymnen für die „ravende Gesellschaft“ produzierte.

6. Tocotronic – Aber hier leben, nein danke

Das neue Deutschland, genau so wie die zwei alten, war für viele nicht unbedingt etwas, mit dem man sich identifizieren konnte oder wollte. Egal, welche politische Meinung man hier hat – besonders die Deutschland-Kritiker*innen aus dem linken Spektrum haben ihre Vorbehalte immer in tolle Musik verpackt. So wie Tocotronic hier. Zwar ist der Titel ziemlich eindeutig, der Text allerdings sehr kryptisch und der Song unglaublich gut.

7. Slime – Deutschland

Andere waren da schon deutlicher: Dieser deutsche Punk-Klassiker stammt zwar aus den 80ern, ist aber bis heute ein Dauerbrenner. Vor allem wenn es darum geht, unserem Land auch mal die Meinung zu geigen. Das muss es schließlich aushalten.

8. Rocko Schamoni – Mauern

Und auch hier muss man ein bisschen ironische Skills mitbringen: Denn unser liebster Hamburger Lebenskünstler Rocko Schamoni empfiehlt bei zu viel sozialen Spannungen, einfach eine Mauer zu bauen. Kennt man ja. Aber ist natürlich auch nicht ganz so ernst gemeint. Die Satire-Partei Die Partei tut allerdings sehr überzeugend so, als würde sie ihre radikalen Forderungen ernst meinen – zum Beispiel, tatsächlich wieder eine Mauer in Deutschland zu errichten. Natürlich wurde Schamonis Song zur ihrer Wahlkampf-Hymne.

9. Pink Floyd – Another Brick In The Wall, Pt. 2

Auch dieser Rock-Klassiker handelt von einer Mauer, aber nur im übertragenen Sinne von der Berliner. Seit Pink Floyd 1988 aber ein Konzert direkt an der Mauer gespielt haben, ist der Song wie der gleich folgende untrennbar mit der Wiedervereinigung verknüpft.

10. David Hasselhoff – Looking For Freedom

Ein bisschen Spaß muss sein, ne? Denn in Expertenkreisen weiß man, dass es vor allem The Hoff war, die die Mauer zu Fall brachte. Looking For Freedom muss man heute schon mit sehr viel Augenzwinkern hören, doch damals war es ein Mega-Hit. Und wenn man sich die Begeisterung bei Hasselhoffs Mauer-Auftritt im Jahr 1989 ansieht, dann kann man schon verstehen, wieso The Hoff so von seiner historischen Leistung überzeugt ist.

Du willst nichts mehr in der Rockwelt verpassen? Melde dich hier für unseren Newsletter an und werde regelmäßig von uns über die wichtigsten Neuigkeiten, die spannendsten Geschichten sowie die besten Veröffentlichungen und Aktionen informiert!

5 Wahrheiten über den Sound der Deutschen Einheit

Continue Reading

Popkultur

10 Songs von Tom Petty, die man kennen sollte

Published on

Tom Petty
Foto: Michael Putland/Getty Images

Während seiner jahrzehntelange Karriere hat Tom Petty mehr großartige Songs komponiert, als man in einem einzigen Text würdigen kann. Diese zehn gefallen uns besonders gut.

von Timon Menge

Hier könnt ihr euch einige der besten Songs von Tom Petty anhören:

1. Tom Petty And The Heartbreakers – American Girl (1977)

Als Tom Petty und seine Heartbreakers den Song American Girl auf ihrem Debütalbum veröffentlichen, landen sie damit zunächst nicht den riesigen Erfolg. Doch über die Jahre entwickelt sich das Stück zu einem Klassiker — nicht nur in Pettys Diskografie, sondern auch in der Geschichte der Rockmusik. „She could hear the cars roll by / Out on 441 like waves crashin’ on the beach“, singt Petty in der Nummer. In Conversations With Tom Petty verrät er, wie er auf diesen Text gekommen ist: „Ich habe damals in einem Apartment direkt am Freeway gewohnt. Da sind Autos gefahren. Das war in Encino, in der Nähe von Leon Russells Haus. Ich erinnere mich daran, dass ich dachte, dass die Autos wie der Ozean klingen. Das war mein Ozean. Mein Malibu. Ich habe die Wellen brechen gehört, aber es waren nur die Autos, die vorbeifuhren. Ich denke, dass das die Inspiration für den Text war.“

2. Tom Petty And The Heartbreakers – Refugee (1980)

Bei Refugee handelt es sich um die zweite Single vom dritten Album von Tom Petty And The Heartbreakers. Damn The Torpedoes heißt die Platte und den Durchbruch hat Petty zu jener Zeit längst hinter sich. Mit der Auskopplung Refugee knüpft er nahtlos an seine Erfolge an. Komponiert hat Petty das Stück mit seinem langjährigen Heartbreakers-Weggefährten Mike Campbell, der die Aufnahmesessions in einem Interview von 2003 als ziemlich anstrengend beschreibt: „Das war eine 4-Spur-Aufnahme, die ich bei mir zuhause gemacht habe. Er [Tom Petty] hat den Text über die Musik geschrieben, so wie sie war, ohne Änderungen, aber es hat ewig gedauert, bis wir den Track tatsächlich aufgenommen hatten. Wir hatten einfach Schwierigkeiten, das richtige Feeling hinzubekommen. Wir haben das Ganze bestimmt 100 Mal aufgenommen. Eines Tages war ich so frustriert – ich glaube, das ist das einzige Mal, das sowas getan habe – dass ich einfach das Studio verlassen habe und für zwei Tage aus der Stadt gefahren bin. Ich konnte den Druck einfach nicht mehr aushalten. Aber dann bin ich zurückgekommen, und nachdem wir uns wieder zusammengerauft hatten, haben wir den Song fertiggestellt.“

3. Traveling Wilburys – End Of The Line (1988)

Im Oktober 1988 veröffentlicht Tom Petty sein erstes Album mit den Traveling Wilburys, zu denen außer ihm noch George Harrison, Jeff Lynne, Roy Orbison und Bob Dylan gehören. Auf der Platte befindet sich unter anderem der Song End Of The Line, dessen Strophen Tom Petty im Alleingang singt. Wodurch sich die Traveling Wilburys von vielen anderen Supergroups unterscheiden: Sie sind wirklich super. Das äußert sich auch in dieser Nummer, die zweifellos zu den besten Songs gehört, an denen Petty mitgearbeitet hat.

4. Tom Petty – Free Fallin’ (1989)

Für sein Debüt-Soloalbum Full Moon Fever (1989) verzichtete Tom Petty zum ersten Mal auf seine Heartbreakers. Zumindest fast. So erscheint das Album zwar offiziell nur unter seinem Namen — doch im Hintergrund spannt Petty dann doch wieder fast all seine Bandkollegen ein. Bei der Veröffentlichung kommt es zu einer Verzögerung, weil die Plattenfirma gerade erst das erste Album der Traveling Wilburys rausgebracht hat und noch warten möchte. „Also habe ich weitere Songs geschrieben und mir vorgenommen, alles fertigzustellen und zu veröffentlichen, wenn die Wilburys durch sind“, erinnert sich Petty später in einem Interview. „Ich glaube, dass mein Album durch die zusätzliche Zeit besser geworden ist.“ Besonders sticht der Hit Free Fallin’ hervor, eine Art Ode an Kalifornien und seine Bewohner*innen. „Ich habe jeden Tag diese Autofahrt gehabt“, erzählt Petty in einem Interview mit Billboard von den Aufnahmesessions. „Das Studio lag im Valley und bin jeden Tag von Beverly Hills ins Valley und wieder zurückgefahren. Dabei bin ich immer am Ventura Boulevard vorbeigefahren und habe das Leben dort beobachtet. Und dann habe ich versucht, ein paar dieser Charaktere einzufangen.“

5. Tom Petty And The Heartbreakers – I Won’t Back Down (1989)

Das Stück I Won’t Back Down (ebenfalls von Full Moon Fever) nimmt Petty mit Ex-Beatle und Co-Traveling-Wilbury George Harrison auf. „Ich hatte an dem Tag eine schreckliche Erkältung“, erinnert sich Petty in einem Gespräch mit Mojo. „George ging in einen Laden, kaufte eine Ingwerwurzel, kochte sie und ließ mich meinen Kopf in den Topf stecken, damit der Ingwerdampf meine Nebenhöhlen freimachte. Dann bin ich ins Studio gerannt und wir haben die Aufnahme gemacht.“ Inhaltlich ist das Stück recht unverblümt und handelt davon, sich fremden Kräften zu widersetzen und „keinen Schritt zurück zu machen“. Nicht zuletzt deshalb kam dem Song nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 eine besondere Bedeutung zu.

6. Tom Petty And The Heartbreakers – Runnin’ Down A Dream (1989)

Auch der Song Runnin’ Down A Dream ist auf Full Moon Fever zu finden und nimmt Bezug auf Tom Pettys musikalische Herkunft. So singt er gleich zu Beginn: „It was a beautiful day, the sun beat down / I had the radio on, I was drivin’ / Trees flew by, me and Del were singin’ little Runaway / I was flyin’“. Mit „Del“ meint Petty den US-amerikanischen Liedermacher Del Shannon und mit „Runaway“ dessen gleichnamigen Song. Wegen der Botschaft in Runnin’ Down A Dream hört man das Stück immer wieder bei Sportveranstaltungen und -übertragungen, zum Beispiel bei den NBA Finals 2006 und 2008. Im Februar 2008 dürfen Tom Petty und seine Heartbreakers den Song im Rahmen der Super Bowl Halftime Show zum Besten geben.

7. Tom Petty And The Heartbreakers – Learning To Fly (1991)

Mit Learning To Fly veröffentlichen Tom Petty And The Heartbreakers am 17. Juni 1991 einen Vorgeschmack auf ihr achtes Album Into The Great Wide Open, das am 2. Juli erscheint. Wir lehnen uns wohl nicht zu weit aus dem Fenster, wenn wir behaupten, dass es sich bei dieser Nummer um einen von Pettys größten Erfolgen handelt. Kein Wunder: Nicht nur, dass der Song in musikalischer Hinsicht ein echter Radio-Hit ist. Nein, auch der Text bietet viele Anknüpfungspunkte und es lässt sich beinahe jede Lebenssituation in die Lyrics hineininterpretieren.

8. Tom Petty And The Heartbreakers – Mary Jane’s Last Dance (1993)

In dieser Nummer zeigt sich Tom Petty mindestens zweideutig. So handelt es sich bei Mary Jane zwar einerseits um einen gewöhnlichen Namen. Andererseits steht die Kombination auch für die Droge Marihuana. Heartbreakers-Gitarrist Mike Campbell erklärt dazu im Interview mit songfacts.com: „In den Strophen geht es um ein Mädchen aus Indiana in einer Indiana-Nacht, aber beim Refrain hatte er [Tom Petty] die Geistesgegenwart, dem Ganzen eine tiefere Bedeutung zu geben. Meiner Meinung nach kann man den Song so interpretieren, wie man möchte. Viele Leute denken, dass es sich um eine Anspielung auf Drogen handelt, und wenn man das so möchte, kann das sein, aber es könnte auch einfach ein Liebeslied zum Abschied sein.“ Petty selbst gab im Gespräch mit performingsongwriter.com Folgendes zu Protokoll: „Ich glaube nicht, dass ich den Song über Gras geschrieben habe. Ich glaube, das war einfach der Name von einem Mädchen.“

9. Tom Petty – Wildflowers (1994)

Mit Wildflowers eröffnete Tom Petty im Jahr 1994 sein zweites, gleichnamiges Album ohne die Heartbreakers. Das Songwriting gestaltete sich wohl recht einfach, wie er 2014 in einem Interview mit performingsongwriter.com verrät: „Ich habe einfach tief durchgeatmet und der Song kam heraus. Der ganze Song. Das war ein Bewusstseinsstrom: Worte, Musik, Akkorde. Ich habe es zu Ende gebracht. Ich meine, ich habe ihn einfach in meinen Kassettenrekorder gespielt. Ich habe den ganzen Song durchgespielt und ihn dann nicht mehr wiederholt. Ich habe dreieinhalb Minuten für dieses ganze Lied gebraucht. Danach habe ich das Band tagelang immer wieder abgespielt, weil ich dachte, dass damit etwas nicht stimmen muss, weil es mir einfach zu leicht gefallen ist. Und dann ist mir klar geworden, dass daran wahrscheinlich überhaupt nichts falsch ist.“

1o. Tom Petty – You Don’t Know How It Feels (1994)

Auch You Don’t Know How It Feels ist auf Tom Pettys zweitem Soloalbum Wildflowers zu finden. „You don’t know how it feels to be me“, singt Petty darin. Worum es in der Nummer genau geht, lässt er offen, doch im Allgemeinen scheint der Song davon zu handeln, ein negatives Erlebnis hinter sich zu lassen und zu neuen Ufern aufzubrechen. Auf Gegenwind stößt die Textzeile „So let’s get to the point, let’s roll another joint“, die große Sendestationen wie MTV dazu veranlasst, den Song nur in einer zensierten Version zu spielen.

Du willst nichts mehr in der Rockwelt verpassen? Melde dich hier für unseren Newsletter an und werde regelmäßig von uns über die wichtigsten Neuigkeiten, die spannendsten Geschichten sowie die besten Veröffentlichungen und Aktionen informiert!

„Into The Great Wide Open“: Als Tom Petty zu den Heartbreakers zurückkehrte

Continue Reading

Latest Music News

Top Stories

Don't Miss

[class^="wpforms-"]
[class^="wpforms-"]