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Popkultur

David Bowie: Seine 12 außergewöhnlichsten Kollaborationen

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David Bowie & John Lennon
Foto: Ron Galella/WireImage/Getty Images

Wir wissen alle, dass Dancing In The Streets nicht unbedingt der Zenit von David Bowie war. Viele andere Kollaborationen, Projekte oder Duette des Starman sind da schon viel eher zu empfehlen. Ein Streifzug durch die grenzenlose Welt des Pop-Chamäleons.

von Björn Springorum

Bowie, die Haute Couture des Pop

Wenn eine Karriere fast ein halbes Jahrhundert umspannt, dann passiert in dieser Zeit natürlich eine ganze Menge. Vorhergesehenes, Unvorhergesehenes, Magisches und Fragwürdiges. Wenn der Protagonist in dieser Karriere dann aber noch David Bowie heißt, dann strandet man in einem endlos changierenden, niemals innehaltendem, ewig einer inhärenten Evolution unterworfenen Kosmos, in dem kein Tag, kein Lied, kein Album dem anderen gleicht. Gemeinsam ist jede einzelne Phase im Schaffen des David Bowie originär. Prêt-à-porter überließ er schon immer am liebsten den anderen. Bowie, die Haute Couture des Pop.

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Das gilt nicht nur für seine eigenen Werke, sondern in ganz besonderem Maße auch für seine zahlreichen Duette und Kollaborationen, die er über die Dekaden jenseits aller Norm und Erwartungshaltung anhäufte. Wie in seinem schizophrenen künstlerischen Schaffen liest sich auch die Liste seiner Projektpartner*innen wie der lysergische Traum eines parallelen Pop-Universums: Punks und Rapper*innen, Pop-Stars und Glam-Rocker*innen, zeitgeistige Indie-Darlings und Elektro-Tüftler*innen. Annäherungen an einen der größten Künstler aller Zeiten gibt es zur Genüge. Versuche, sein Wesen zu ergründen, auch. Als überraschend probate Methode, um zum Kern von Bowies Schaffen vorzudringen, erweist sich aber tatsächlich der Zugang über all die Menschen, die mit dem Starman arbeiten durften.

1. Lou Reed

So wie Lou Reed zum Beispiel. Den kannte und verehrte Bowie von dessen Zeit bei The Velvet Underground und ihren Forschungsreisen in die Abgründe der Sechziger. Als Reed solo loslegte, war es Bowie, der gemeinsam mit Mick Ronson Transformer produzierte und die Platte 1973 zum ersten Reed-Erfolg der Post-Velvet-Ära machte. Auf Satellite Of Love ist er sogar als Sänger zu hören. „So ein Gesangspart würde mir niemals einfallen“, sagte Reed später dazu.

2. John Lennon

Zu den bekanntesten Kollaborationen der Ära Bowie zählt natürlich seine Zeit mit John Lennon. Liegt auch am Erfolg der Single Fame, die Bowie 1975 gemeinsam mit Lennon schrieb und seine erste Nummer eins in den USA wurde. Die beiden lernten sich während Lennons Lost Weekend kennen und blieben auch danach enge Freunde. „Er war Familie“, sagte Yoko Ono nach Bowies Tod.

3. Cher

Wenige Künstler*innen kollaborieren im selben Jahr mit einem*einer Künstler*in wie John Lennon und einer Entertainerin wie Cher. David Bowie schon. Weil er es konnte. Und sich einen Dreck um Konventionen scherte. Gut, vielleicht lag es auch daran, dass er 1975 gerade zu gleichen Teilen dem Okkultismus und dem Kokain verfallen war. Hinderte ihn aber nicht daran, gemeinsam mit Cher im Fernsehen aufzutreten und neben Can You Hear Me? auch ein Medley verschiedener Songs darbot. Man fragt sich nur, ob er sich daran erinnern kann.

4. Iggy Pop

Bowie, Iggy und Berlin, das passte 1977 einfach! Erst produzierte er The Idiot, das erste Iggy-Pop-Album ohne die Stooges, dann legte er noch im selben Jahr den Klassiker Lust For Life nach. Insbesondere The Idiot diente Bowie selbst als Inspiration für seine Berlin-Ära: 1983 coverte er China Girl und landete damit einen gewaltigen Hit. „Davids Freundschaft war das Licht meines Lebens“ twitterte Pop nach Bowies Tod.

5. Robert Fripp

Auch der King-Crimson-Gitarrist Robert Fripp war fasziniert und wie benommen von Bowies modus operandi – zumindest bevor er in letzter Zeit eher dadurch auffiel, mehr Anerkennung für seine Kontributionen einzufordern. Nachdem er bereits auf Heroes in die Saiten gegriffen hatte, kehrte er 1982 zurück, um die ziemlich funkige Nummer ordentlich aufzumischen. Auf so eine Idee konnte auch nur ein Bowie kommen.

6. Queen

Erst sollte David Bowie 1982 auf der Queen-Nummer Cool Cat gesanglich Akzente setzen. Doch ihm passte das Resultat nicht, es wurde gelöscht. Aus purem Zufall stand dann plötzlich im Queen-Studio in Montreux dieser repetitive Rhythmus im Raum – und wenig später singen auch schon Freddie Mercury und David Bowie vom Druck des Lebens und wie man sich davon lossagen kann. Ungeplant und legendär.

7. Tina Turner

Hände hoch: Wer wusste, dass es David Bowie war, der Tina Turner in den frühen Achtzigern zu ihrem Deal mit Capitol Records verhalf? Turner zeigte sich dankbar, coverte auf Private Dancer gleich mal seinen Song 1984. Und nicht nur das: Sie sang 1984 mit ihm in Tonight – ein Duett, das auf ihrer Tour auch als Duett aufgeführt wurde.

8. Queen Latifah

15 Jahre nach seinem US-Triumph mit der Lennon-Nummer Fame stattete er dieser Glanzstunde mit Fame ’90 einen generalüberholten Besuch ab. Und weil wir nun mal das Jahr 1990 schreiben, ist es natürlich auch für David Bowie höchste Zeit, ins Rap-Game einzusteigen. Kurzerhand kontaktierte er Queen Latifah, die dem Stück einen Hip-Hop-Remix spendierte.

9. Lenny Kravitz

The Buddha Of Suburbia von 1993 ist ein Bowie-Album, das immer noch eher unter dem Radar läuft. Er selbst konnte das nie verstehen und sagte mehr als einmal, dass diese Platte seine liebste überhaupt ist. Im Outro des Titeltracks ist (in der Albumversion) ein jubilierendes Solo von Lenny Kravitz zu hören. Aber auch das schien irgendwie nicht allzu viele zu interessieren.

10. Trent Reznor

Mitte der Neunziger war Bowie tief in seiner Industrial-Phase angekommen. So tief, dass er sogar die Nine Inch Nails mit auf Tour nahm. Deren Frontmann Trent Reznor erkor Bowie 1997 aus, um die Nummer I‘m Afraid Of Americans von seinem Earthling-Album zu remixen. Und veröffentlichte das nervös flirrende Ergebnis sogar als Single.

11. Placebo

Es muss für Brian Molko eine unfassbare Ehre gewesen sein, als ausgerechnet sein Idol David Bowie Guest Vocals für die beschwörende, melancholische Nummer Without You I‘m Nothing von 1999 beisteuerte. Die Stimmen passen, der Look passt, die Attitüde passt – auch wenn hier zwei verschiedene Superstar-Generationen zusammenkommen, ist das Resultat stimmig.

12. Arcade Fire

Eine seiner letzten Kollaborationen war zugleich eine seiner spannendsten: 2013 singt Bowie auf dem Titeltrack von Arcade Fires hypnotischem viertem Album Reflektor. Einfach nur, weil Win Butler, ein riesiger Bowie-Fan, all seinen Mut aufbrachte und den Starman einfach fragte. Das Besondere: Der Song wurde am selben Ort aufgenommen, an dem Bowie und Lennon damals Fame einsangen.

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5 Wahrheiten über David Bowie

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Popkultur

Der „Star Wars“-Soundtrack von John Williams: Die vielleicht beste Filmmusik aller Zeiten

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John Williams
Foto: Janet Knott/The Boston Globe via Getty Images

Pew, pew! Bei dieser Lautmalerei haben Star-Wars-Fans sofort den Weltraum-Cowboy Han Solo vor Augen, wie er mit einem Blaster fiese Sturmtruppler erledigt. Die Krieg-der-Sterne-Reihe lebt aber nicht nur von ihren großartigen Sound-Effekten. Auch die legendäre Filmmusik von John Williams verhalf der Sci-Fi-Seifenoper zu weltweiter Berühmtheit. Was viele nicht wissen: Um den Komponisten für sein Filmprojekt zu gewinnen, rief Regisseur George Lucas sogar seinen Erzrivalen Steven Spielberg an.

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von Timon Menge

Hier könnt ihr euch den Soundtrack von Star Wars IV: Eine neue Hoffnung anhören:

„Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis …“ Wenn diese Worte in Blau auf der Kinoleinwand erscheinen, wissen wir: Gleich geht es los. In nur wenigen Sekunden wird die vielleicht berühmteste Fanfare der Welt ertönen. Das Star-Wars-Logo wird das gesamte Bild einnehmen und anschließend immer kleiner und kleiner werden. Ein kurzer Lauftext wird uns erklären, wie die Voraussetzungen für die folgende Geschichte lauten. Und wir dürfen uns auf mindestens 120 Minuten voller Weltraumschlachten, Fantasiewesen und Kindheitserinnerungen freuen. Mit seinem Star-Wars-Universum hat Regisseur George Lucas eine Hollywood-Welt erschaffen, die bereits die fünfte Generation in Folge begeistert. Seinen Anfang nahm der galaktische Erfolg am 25. Mai 1977. Doch beginnen wir noch ein wenig weiter vorne.

Der StarWars-Soundtrack: Klassik-Pomp statt Jazz-Minimalismus

Sein Filmdebüt gibt Star-Wars-Erfinder George Lucas im Jahr 1971 mit der Science-Fiction-Dystopie THX 1138. Schon als er den Streifen fertigstellt, denkt er über eine weniger ernstgemeinte Weltraumgeschichte im Stil des Comic-Helden Flash Gordon nach. Gedacht, getan: Nach seiner zweiten Produktion American Graffiti (1973) widmet sich Lucas dem neuen Projekt mit dem Titel „Star Wars“. Schon im März 1976 hat er den ersten Teil der Weltraum-Saga im Kasten. Was noch fehlt, ist die passende Musik dazu. Zeitgenössische Komponisten wie Henry Mancini orientieren sich für Lucas’ Geschmack zu sehr am Jazz, er wünscht sich den Pomp der klassischen Musik. Steven-Spielberg-Komponist John Williams scheint genau der Richtige für den Job zu sein — also bittet Lucas seinen Erzrivalen Spielberg um ein wenig Schützenhilfe bei der Kontaktaufnahme.

Kurze Zeit später schaut Williams in Lucas’ kleinem Büro in Hollywood vorbei und bespricht mit dem jungen Filmemacher, was zu tun ist. Williams schaut sich den ersten Star-Wars-Film allein in einem Vorführraum an und geht anschließend mit Lucas jede Szene einzeln durch. Lucas wünscht sich die Grundstimmung des austro-amerikanischen Komponisten Erich Wolfgang Korngold und den Bombast von Gustav Holsts Die Planeten. Damit widersetzt er sich dem allgemeinen Trend, denn gegen Ende der Siebziger gibt es in Science-Fiction-Filmen vor allem minimalistische Elektro-Sounds zu hören. Etwa 90 Minuten Filmmusik schreibt Williams für den gut zweistündigen Streifen. Wenige Monate später nimmt er den Soundtrack mit dem London Symphony Orchestra auf — und hat dabei eine Menge Spaß.

Steven Spielberg fürchtet, dass er zu kurz kommt

„So etwas wie der Star-Wars-Soundtrack macht Musikern große Freude“, erzählt Williams später in einem Interview. „Da hat man die Gelegenheit zu Fanfaren und Tuschen. Das ist mir sehr willkommen. Wir konnten das London Symphony Orchestra dafür gewinnen. Sie ließen all die ernste Musik hinter sich und kamen in die Denham Studios. Sie holten die Blasinstrumente raus und wir hatten eine Menge Spaß mit Trommelwirbeln und Tuschen.“ George Lucas, der für die Aufnahmen mit dem London Symphony Orchestra extra nach Europa reist, schwärmt ebenfalls: „Die Musik war einer der Teile des Films, die noch viel besser geworden sind, als ich es erwartet habe.“ Voller Begeisterung ruft Lucas seinen Konkurrenten Steven Spielberg an und spielt ihm per Telefon eine halbe Stunde des Soundtracks vor. Als Spielberg die Star-Wars-Musik hört, bekommt er Muffensausen.

John Williams und Star Wars: eine Erfolgsgeschichte mit Bestand

Der Hintergrund von Spielbergs Bedenken: Gleich nach Lucas möchte auch er selbst wieder mit Williams zusammenarbeiten, und zwar für seinen nächsten Film Unheimliche Begegnung der dritten Art. Doch nun fürchtet er, dass der Komponist sein ganzes Pulver verschossen hat. Unrecht hat er damit nicht. Ob die Titelmusik, die rührenden Klänge zu Obi-Wan Kenobis Tod, die jazzigen (und brüllend komischen) Sounds der Cantina Band oder das große Finale am Ende des ersten Star-Wars-Films: Williams findet stets den richtigen Ton, um die Weltraum-Saga standesgemäß zu untermalen. So sehr, dass er heute gar nicht mehr aus der Star-Wars-Welt wegzudenken ist und auch die Musik für die Episoden 5, 6, 1, 2, 3, 7, 8 und 9 beisteuert. Dabei entstehen viele weitere legendäre Werke, von denen eins besonders herausragt: der Imperiale Marsch.

Ob der Einzug Darth Vaders, der lustige Auftritt zuhause im Bademantel oder der Anruf der unliebsamen Schwiegermutter: Noch heute erfreut sich der Imperiale Marsch aus dem zweiten Star-Wars-Film größter Beliebtheit. Auch die Ewok-Partymusik am Ende des dritten Films, die Liebeshymne Across The Stars aus Episode 2 oder Rey’s Theme aus Episode 7 haben ihren festen Platz in den Geschichtsbüchern der Filmmusik. Gelegentlich gibt Williams in der Musik sogar Hinweise auf den weiteren Verlauf der Handlung, zum Beispiel wenn er in Anakin’s Theme aus Episode 1 auch den Imperialen Marsch zitiert und damit auf Anakin Skywalkers anstehende Verwandlung vom lieben kleinen Jungen zum dunklen Lord Darth Vader anspielt. Solche Momente zeigen, wie eng die Star-Wars-Filme mit Williams’ Musik verbunden sind.

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Rockin’ Movies: Die 15 besten Filmsoundtracks

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Zeitsprung: Am 26.5.1975 kommt die ehemalige Fugees-Sängerin Lauryn Hill zur Welt.

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Lauryn Hill
Foto: Sony BMG/Promo

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 26.5.1974.

von Sina Buchwitz und Christof Leim

Einmal Weltstar und zurück: Kaum eine Frau prägt den Hip-Hop in den Neunzigern so wie Lauryn Hill. Zunächst mit den Fugees, später als Solokünstlerin lässt sie die Grenzen zwischen Hip-Hop, R&B und Soul verschwimmen und wird zur Schlüsselfigur im Neo-Soul. Zwanzig Jahre später kennt man sie aber auch für Starallüren und Steuerhinterziehung. 

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Hört euch hier das Erfolgsalbum The Score von Fugees an:

Am 26. Mai 1975 erblickt Lauryn Noelle Hill in New Jersey das Licht der Welt. Die Musikalität wird ihr in die Wiege gelegt: Ihre Mutter spielt Klavier, der Vater singt in Nachtclubs und auf Hochzeiten. Ständig tönt Musik durchs Haus, allen voran Stevie Wonder, Aretha Franklin und Gladys Knight. Zu Schulzeiten wagt Hill vor einem Basketballspiel den ersten Schritt auf die Bühne und singt die US-Nationalhymne. Ihre Version von The Star-Spangled Banner kommt so gut an, dass eine Aufnahme davon auch bei darauffolgenden Spielen zum Einsatz kommt. 

Ready Or Not: Die Fugees sind geboren

Anfang der Neunziger trifft Lauryn Hill in der High School erst auf Prakazrel „Pras“ Michel, dann auf Wyclef Jean. Gemeinsam gründen sie mit Fugees eine Band, die die Musikwelt gehörig auf den Kopf stellt: Hills soulige Stimme vervollständigt Wyclef Jeans Raps mühelos, während Pras mit lyrischem Genie für die richtigen Lines sorgt. Ihr frischer Sound verleiht dem bis dahin meist düsteren Hip-Hop geschmeidige R&B- und Soul-Akzente und begeistert Fans unterschiedlicher Musikgenres gleichermaßen. 

1993 unterschreibt das Trio einen Plattenvertrag bei Columbia Records. Obwohl das erste gemeinsame Album kein kommerzieller Erfolg wird, bekommen sie eine zweite Chance: 135.000 Dollar investiert die Gruppe in das Booga Basement; ein Studio, das sie eigens im Keller von Wyclef Jeans Onkel aufbauen. Jean beschreibt die Stimmung als entspannt: „Es gab keinen Druck. Wir haben einfach Musik gemacht, und dann wurde etwas Erstaunliches daraus.“

Vom Studiokeller in den Hip-Hop-Olymp

Tatsächlich wird The Score zum Riesenerfolg. Neben politischen Texten und einzigartigen Beats beeindruckt auch der Aufbau des Albums: Wie der Soundtrack eines Musicals erzählen die Songs eine Geschichte. Vor allem die Singles Fu-Gee-La, Killing Me Softly und Ready Or Not verhelfen den Dreien zum Welterfolg. Das Nummer-eins-Album verkauft sich über 18 Millionen Mal, erhält zahlreiche Auszeichnungen und gilt bis heute als eines der erfolgreichsten Hip-Hop-Alben aller Zeiten.

Doch auf dem Höhepunkt ihrer gemeinsamen Karriere beschließt das Trio, getrennte Wege zu gehen. Als Grund für den Split nennt Wyclef Jean später die turbulente Beziehung zu Lauryn Hill, die für ihn weit mehr als nur Bandkollegin gewesen sein soll. Die Trennung tut Hills Karriere keinen Abbruch: Nur ein Jahr nach der Geburt ihres ersten Kindes veröffentlicht sie im August 1998 das Soloalbum The Miseducation Of Lauryn Hill und manifestiert sich damit endgültig als anerkannte Neo-Soul-Größe. Auf dem Album verarbeitet sie das Erlebte: Während I Used To Love Him von Hills Beziehung zu Wyclef Jean handelt, spricht sie in To Zion über die Liebe zu ihrem Sohn und die Entscheidung, das Kind zu behalten, nachdem ihr zur Abtreibung geraten wurde, um ihre Karriere nicht zu gefährden. Der Erfolg gibt ihr Recht – The Miseducation Of Lauryn Hill schießt auf Platz eins der US-Charts. 1999 gewinnt Lauryn Hill als erste weibliche Künstlerin fünf Grammys, darunter auch Auszeichnungen in den Kategorien „Album des Jahres“ und „Beste neue Künstlerin“.

Der tiefe Fall

Trotz dieses kometenhaften Karrierebeginns folgt schnell die Ernüchterung. Vier Musiker, die an der Entstehung von Hills Album beteiligt waren, behaupten, für ihre Arbeit nicht angemessen entlohnt worden zu sein und ziehen vor Gericht. Eine Reunion der Fugees scheitert ebenfalls, nach Abbruch einer gemeinsamen Tour im Jahr 2007 sagt Pras: „Eher treffen sich Osama Bin Laden und Bush auf einen Kaffee, bevor ich noch einmal mit Lauryn Hill arbeite.“ 2013 wird die Künstlerin wegen Steuerhinterziehung zu einer dreimonatigen Gefängnisstrafe verurteilt.

Während Hill früher für ihr Talent bekannt war, macht die mittlerweile fünffache Mutter heute vor allem durch divenhaftes Verhalten von sich reden. Konzertbesucher der vergangenen Jahre berichten von brüchigen Vocals, verkürzten Konzerten und stundenlangen Verspätungen. In der Szene bleibt ihr Werk dennoch unangetastet: Künstlerinnen und Künstler wie Cardi B, Nicki Minaj und Drake nennen Hill als Inspiration und samplen ihre Songs bis heute.

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Zeitsprung: Am 11.12.1964 wird Soulsänger Sam Cooke erschossen.

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Zeitsprung: Am 25.5.1982 spielen Metallica in einer Schule.

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Metallica High School

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 25.5.1982."

von Christof Leim

Am Anfang einer Weltkarriere muss man die Gigs nehmen, die man kriegen kann. Alle Dorfmetaller, Rockstar-Azubis und hoffnungsvollen Nachwuchs-Headbanger unter uns kennen das. Den Thrash-Giganten Metallica ging das 1982 nicht anders…

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Hört hier das Metallica-Debüt Kill ‘Em All:

Eigentlich läuft es bei Metallica ziemlich schnell: Im Oktober 1981 geht’s los, Lars Ulrich und James Hetfield treffen sich. Am 14. März 1982 spielen sie schon ihre erste Show in einem Laden namens Radio City in Anaheim; da sind bereits 200 Leute am Start. Knapp zwei Wochen später dürfen sie als komplett unbekannte Krachkapelle sogar zwei Konzerte für die NWoBHM-Legenden Saxon im legendären Whisky-A-Go-Go in Hollywood eröffnen.

Doch noch müssen die Stadien, Arenen und Enormodomes noch ein bisschen warten: Ihr fünftes Konzert passiert in der Cafeteria(!) der Back Bay High School im kalifornischen Costa Mesa, der Schule von Trommler Lars Ulrich. Man darf sich fragen, wie unsere Helden auf die Idee gekommen, denn gut läuft das nicht: Zum einen geschieht der Auftritt tagsüber, um 11:15 Uhr während der Mittagspause der Schüler. Zum anderen rocken Ulrich, Frontmann James Hetfield, Leadgitarrist Dave Mustaine und Bassist Ron McGovney in der Kulisse eines Schultheaterstücks, das im Inneren eines Hauses spielt: “Ich stand bei der Eingangstür”, twittert McGovney später, “James und Lars im Wohnzimmer, und Dave in der Küche!”

Lars notiert damals in seinem Metallica-Tagebuch, dass von anfänglich 200 Zuschauern nur 40 übrig bleiben. “Den Tag kann man komplett vergessen”, urteilt er weiter. “Scheiße gespielt, scheiße angekommen, scheiße geklungen. Wirklich fürchterlich.”

Das klingt alles nicht gut, zumal „Schulcafeteria“ mehr nach Diktat, Pausenbrot und Doppelstunde Mathe klingt als nach Sex, Drogen und Rock’n’Roll. Aber immerhin stehen schon fünf zukünftige Metalliklassiker auf der Setlist: Hit The Lights, Jump In The Fire, Metal Militia, The Mechanix (das zukünftige The Four Horsemen) und als Livepremiere Motorbreath. (Bei der ersten Show hatte es erst zwei eigene Stücke gegeben; die Jungs waren damals also echt schnell.)

Historische Premiere

Daneben spielen unsere junge Helden ausgesuchte NWoBHM-Cover, die 1982 in Kalifornien nur eingeweihte Headbanger kennen: Blitzkrieg von Blitzkrieg, Killing Time von Sweet Savage, Let It Loose von Savage und zwei Nummern von Lars’ Lieblingen Diamond Head: The Prince und Am I Evil?. (Nachlesen könnt ihr die Setlist hochoffiziell auf der Metallica-Homepage.)

Eine besondere Bedeutung kommt diesem Gig jedoch wegen eines anderen Details zu: Ihre ersten Gigs hatten Metallica mit nur einem Gitarristen (Mustaine) bestritten, während Hetfield lediglich gesungen hat. Bei vierten Gig am am 23. April in Costa Mesa übernimmt einmalig ein Herr namens Brad Parker die zweite Gitarre, doch das funktioniert so gar nicht. Auf der Back Bay High School an diesem 25. Mai 1982 spielt Hetfield dann zum ersten Mal auf der Bühne ebenfalls Gitarre – und einer der erfolgreichsten Metal-Frontmänner ist in seinem Element angekommen.

Danach geht es weiter Schlag auf Schlag: Ron McGovney wird durch Cliff Burton ersetzt, die Band zieht nach San Francisco, nimmt eine Reihe an Demos auf, die den weltweiten Tapetrading-Untergrund aufmischen, darunter das so genannte Megaforce Demo, das ihnen den Plattenvertrag beschert. Ein gutes Jahr nach dem Auftritt in der Schule erscheint schon Kill ‘Em All

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Zeitsprung: Am 8.12.2013 spielen Metallica in der Antarktis.

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