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Popkultur

Der Geist des Punk: Vertonter Nonkonformismus – von den Sex Pistols bis zu Anti-Flag

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In dem Mockumentary-Klassiker The Great Rock’n’Roll Swindle über die Sex Pistols macht deren damaliger Manager Malcolm McLaren ein wichtiges Statement: „Traue keinem Hippie – konzentrier dich stattdessen einfach aufs Tagesgeschehen“, so sein Kommentar gegenüber Helen Wellington-Lloyd, um gleich danach zuzugeben, dass das Silberne Thronjubiläum von Elisabeth II. einfach die ideale Vorlage für die Sex Pistols war, die perfekte Situation, die sie einfach „ohne Ende ausschlachten“ mussten.

von Tim Peacock

So lustig diese und andere Episoden des Films auch sein mögen, behauptet natürlich niemand, dass sich damals (im Jahr 1977) alles tatsächlich genau so abgespielt hat. Eine Sache jedoch hat der 2010 verstorbene McLaren damals ganz richtig festgestellt: Dass Vertreter des Punk noch nie vor einem offenen Schlagabtausch mit den Regierenden, mit den Meinungen des Mainstream zurückgeschreckt sind. Eine Anti-Establishment-Haltung war von Anfang Sache des Punk, gepaart mit einer unmissverständlichen Anti-Haltung gegen die vorherrschenden politischen Ansichten.

Staatsfeinde

Von Anfang an ging es im Punk, dessen Vertreter ab Mitte der Siebziger auf beiden Seiten des Atlantiks aus dem Boden schossen, um politische Ansagen, um vertonten und gelebten Nonkonformismus, um eine laute, deutliche Absage an den Status quo. Kein Wunder, dass auch die britischen Behörden die Sex Pistols sofort auf dem Schirm hatten, wo Johnny Rotten & Co. doch vor laufenden Fernsehkameras mit Schimpfworten um sich geworfen hatten. Echte Staatsfeinde waren sie spätestens, nachdem die Polizei ihr berüchtigtes Bootskonzert im Sommer ’77 auf der Themse beendet hatte – immerhin feierte die Queen, wie bereits angedeutet, wenige Meter daneben gerade ihr Silbernes Thronjubiläum… ungeplanter Soundtrack dazu: God Save The Queen und Anarchy In The UK von den Sex Pistols! Perfekt „ausgeschlachtetes“ Timing, um es mit McLaren zu sagen!



Noch immer gelten diese beiden Songs als das ultimative Manifest der Punkbewegung, gewissermaßen als Fundament und Blaupause für alle relevanten Punksongs, die auf sie folgen sollten. Ähnlich legendär sind dabei Stücke wie London’s Burning oder Career Opportunities, die The Clash im selben Jahr auf ihrem gleichnamigen Debüt präsentierten – zusammen mit ihrer grandiosen Coverversion des Reggae-Songs Police & Thieves. Arbeitslosigkeit, soziale Unruhen, Polizeigewalt & Co. zählen seither zu den Kernthemen des Punk.

Dazu gab es schon früh Allianzen mit anderen gesellschaftlichen und politischen Bewegungen: The Clash, The Ruts, die Tom Robinson Band, Sham 69 und Stiff Little Fingers traten z.B. allesamt schon 1978 und 1979 für Rock Against Racism auf. Und während sich die Punkbewegung schließlich in verschiedene Lager ausdifferenzierte, blieb der Fokus aufs Politische auch danach zentral: The Slits, The Raincoats und Gang Of Four thematisierten u.a. die Konsumgesellschaft und Geschlechterfragen; Paul Weller von The Jam hingegen schrieb Songs wie Mr Clean, Down In The Tube Station At Midnight und Eton Rifles, die mit rechter Gewalt und dem britischen Klassensystem abrechnen.



Natürlich hatten jegliche Veränderungen in der politischen Landschaft der Achtziger direkte Auswirkungen auf die Weiterentwicklung des Punk: Dead Kennedys aus Kalifornien attackierten dabei nicht nur Politiker vor der eigenen Haustür (California Über Alles), sondern auch in Kambodscha – mit der Single Holiday In Cambodia. Danach knöpften sie sich auf Alben wie Plastic Surgery Disasters und Frankenchrist den US-Präsidenten Ronald Reagan vor, gegen den sie obendrein sogar eine Reihe von Rock Against Reagan-Konzerten organisierten.

How does it feel, Frau Thatcher?

Danach wurde der Sound härter, aggressiver, schneller – Hardcore war geboren. An der US-Westküste traten z.B. Black Flag auf den Plan, im Osten der USA wurde Washington DC zu einem neuen Epizentrum – mit Bands wie den Bad Brains und Minor Threat. Letztere brachten auch das Thema „straight edge“ ins Spiel: kein Alkohol, keine Drogen, Vegetarismus waren essentielle Grundpfeiler für sie und andere Straight-Edge-Hardcore-Acts. In Großbritannien waren Crass zwar eher dem Anarcho-Punk zuzuordnen, aber auch sie machten sich u.a. für Tierrechte stark, wie auch für Feminismus und Umweltschutz. Dazu erteilten sie der Arbeitsweise der Musikindustrie eine klare Absage.



Die Agenda von Crass und ihren Anarcho-Zeitgenossen wie Poison Girls und Conflict stand vor allem im krassen Gegensatz zur damaligen britischen Regierung: Margaret Thatcher & Co. waren ein rotes Tuch für sie, stand das konservative Lager doch für alles, was diese Bands verurteilten. Für ihren Pazifismus bekannte Punk-Combos wie Discharge und Charged GBH schraubten das Tempo derweil noch ein bisschen höher und setzten auf Gitarrensounds, die von Motörhead inspiriert waren – ein Sound, der als Streetpunk oder auch UK82 bekannt werden sollte.

Der kurze aber heftige Falklandkrieg, den England gegen Argentinien führen sollte, war eines der nächsten großen Themen, die von den Bands verurteilt wurden: Plötzlich meldete sich sogar ein New-Wave-Künstler wie Elvis Costello zu Wort (Shipbuilding, das auch Robert Wyatt einsingen sollte), und Crass brachten die Frage, die alle sich stellten, auf den Punkt: How Does It Feel (To Be The Mother Of A Thousand Dead)? Kollegen wie Paul Weller, Billy Bragg und Tom Robinson schlossen sich ab Mitte der Achtziger sogar zu einem richtigen Anti-Thatcher-Bündnis zusammen: Ihr Kollektiv Red Wedge wollte die Labour-Partei unterstützen und alles dafür tun, dass Thatcher 1987 nicht wiedergewählt wurde (wurde sie doch).

Obwohl US-Präsident Bush in den Staaten weniger Hass auf sich zog als sein Vorgänger Reagan, sollte die Protestwelle gegen den Golfkrieg im Januar 1991 auch das Weiße Haus erreichen – wo direkt vor der Tür von Mr. Bush aus diesem Grund ein großes Punkkonzert stattfand. Mit dabei: u.a. Fugazi, die zweite legendäre Band von Ian MacKaye (zuvor Minor Threat). Neben dem Irak-Krieg adressierten die Demonstranten und Bands u.a. auch das Problem der Obdachlosigkeit in den USA.

Von Green Day bis Pussy Riot

In den Neunzigern, die als Jahrzehnt des Alternative-Rock (Grunge & Co.) in die Geschichte eingehen sollten, traten in den USA dann Bands wie Green Day, Rancid und The Offspring auf den Plan – womit auch der alte Punkspirit plötzlich ein sehr angesagtes zeitgenössisches Update hatte. Besonders nach dem 11. September war es Präsident George W. Bush, der viele Bands richtig, richtig wütend machte und sie so zu immer neuen Protestsongs inspirierte.



Anknüpfend an die bereits erwähnten Anti-Reagan-Konzerte der Dead Kennedys, veranstalteten NOFX z.B. einige Rock Against Bush-Shows, zu denen auch Compilation-Alben erschienen. Wie viele Menschen sich mit ihren Haltungen identifizieren konnten, bewiesen wiederum Green Day: Ihr American Idiot-Album aus dem Jahr 2004, das wie eine Punkrock-Oper angelegt ist und gleichermaßen gegen Bush und die Medien austeilt, verkaufte sich allein sechs Millionen Mal in den USA. Einen Grammy gab’s obendrein.

Seit dem Beginn des digitalen Zeitalters ist es deutlich einfacher geworden für Bands (und andere Aktivisten), auf Do-It-Yourself-Methoden zu setzen und im Alleingang politische Grassroots-Bewegungen loszutreten. So wurden die drei Russinnen von Pussy Riot z.B. sehr schnell international berühmt, nachdem sie für ihr spontanes „Punk-Gebet“ in der Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau sogar ins Gefängnis mussten. In Island stellte sich derweil Ex-Punk Jón Gnarr nach dem Börsencrash zur Wahl auf und wurde tatsächlich mit seiner „besten Partei“ Bürgermeister von Reykjavík: Ab sofort hatten vier Jahre lang in seinem Kabinett etliche Künstler und Ex-Punks das Sagen, und es wurden Dinge auf den Weg gebracht, die wahrscheinlich sogar Vorreiter wie die Band Crass abgesegnet hätten.



Auch in Zeiten von Fake News gibt es unmissverständliche Songs aus den Staaten zu hören: Anti-Flag aus Pittsburgh und die Rap/Punk-Supergroup Prophets Of Rage machen ihren Namen alle Ehre und nehmen kein Blatt vor den Mund.

Natürlich klingen diese neuesten Inkarnationen ganz anders als der Punk von 1977. Natürlich ist die Szenerie heute eine ganz andere. Doch die Stoßrichtung, der Geist und die Energie sind immer noch dieselben – was Punk nicht nur zu einem wichtigen Ventil macht, sondern auch zu einem notwendigen Sprachrohr und einer Gegenkraft, die tatsächlich Veränderungen auslösen kann.


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Im Auftrag des Herrn: Als Bob Dylan vor Papst Johannes Paul II. auftrat

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Bob Dylan
Foto: POOL/AFP/Getty Images

Gläubig war Bob Dylan irgendwie schon immer — mal in der einen, mal in der anderen Religion. Doch darum geht es nicht, als er am 27. September 1997 vor Papst Johannes Paul II. auftritt

von Timon Menge

Hier könnt ihr euch Echoes, Silence, Patience & Grace von den Foo Fighters anhören:

Mit seinem Gig vor Papst Johannes Paul II. löst Bob Dylan im September 1997 einen ganz schönen Trubel aus. „Darf der das?“, lautet die allgegenwärtige Frage. „Nein“, finden zahlreiche Mitglieder der katholischen Kirche. Kardinal Joseph Ratzinger (später: Papst Benedikt XVI.) möchte den Auftritt sogar verhindern. Doch Dylan bahnt sich seinen Weg zum Häuptling und gibt in Anwesenheit von mehr als 300.000 jungen Katholiken Songs wie Knockin’ On Heaven’s Door, A Hard Rain’s A-Gonna Fall und Forever Young zum Besten. Der Papst hält anschließend ein flammendes Plädoyer für die katholische Kirche — und zitiert darin auch Dylans Songtexte.

„Du sagst, dass ‚blowin‘ in the wind’ die Antwort ist, mein Freund“, proklamiert das Kirchenoberhaupt in Dylans Richtung. „So ist es. Es ist aber nicht der Wind, der Dinge davonträgt, sondern der Atem und das Leben des Heiligen Geistes. Die Stimme die ruft und sagt: ‚Komm!‘. Du fragst, wie viele Wege ein Mann gehen muss, bevor er zum Mann wird. Ich antworte: Es gibt für einen Mann nur einen Weg und das ist der Weg von Jesus Christus, der gesagt hat: ‚Ich bin der Weg und das Leben.‘“ Ob der Papst Dylans Fragen damit beantworten konnte, wissen wir auch nicht. Was wir allerdings wissen, ist, dass Dylans Auftritt beinahe nicht stattgefunden hätte.

Johannes’ Nachfolger Benedikt XVI. hat Einwände

„Es gab Gründe, skeptisch zu sein und das war ich“, schreibt Papst Benedikt XVI. in seinem Buch Johannes Paul II: Mein geliebter Vorgänger. 1997 heißt Benedikt noch Joseph Ratzinger und ist Kardinal. „In gewisser Weise bin ich auch heute [2007] noch skeptisch.“ So äußert der Rockmusikhasser in dem Buch seine Zweifel darüber, ob es richtig gewesen sei, den „sogenannten Propheten“ Dylan auf die Bühne zu lassen. 1997 möchte Kardinal Ratzinger das Konzert sogar aktiv verhindern und spricht sich gegen Dylans Auftritt aus. Zum Glück hat er damals noch nicht allzu viel zu sagen — und zum Glück sieht der amtierende Papst das Ganze ein wenig anders.

Dylan selbst erklärt in einem Newsweek-Interview, wie es um seine Religiosität bestellt ist: „Die Sache mit mir und der Religion ist die … Das ist die reine Wahrheit: Ich finde die Religiosität und Philosophie in der Musik. Ich finde sie nirgendwo anders.“ Immer wieder war es zu Verwirrung um Dylans Glauben gekommen, der zwar jüdisch aufwuchs, Ende der Siebziger aber unter großem Tamtam zum Christentum konvertierte. Später wendete er sich wieder davon ab. „Ich halte mich nicht an Rabbiner, Prediger, Evangelisten und all sowas“, versichert er. „Ich habe mehr durch die Lieder gelernt, als durch irgendeine Einrichtung. Die Lieder sind mein Lexikon und ich glaube ihnen.“

Dylan beim Papst: „Das war eine der besten Shows, die ich je gespielt habe.“

Warum Dylan 1997 dennoch seine Chance ergreift und vor dem Papst auftritt, können wir nur erahnen. Die mediale Aufmerksamkeit wird sicher dazu beigetragen haben, denn nur wenige Tage später erscheint sein 30. Album Time Out Of My Mind. Doch auch der Spaß kommt nicht zu kurz: „Das war eine der besten Shows, die ich je gespielt habe“, verrät er später in einem Interview mit dem Irish Sunday Mirror. Außerdem erklärt er: „Es gab Zeiten in meinem Leben, da konnte ich nur auf der Bühne glücklich sein.“ Touren falle ihm nicht schwer. „Viele Leute halten das Touren nicht aus, aber für mich ist das wie Atmen.“ Hoffentlich kommt er dabei nicht dem Atem des Heiligen Geistes in die Quere.

Aufnahmefehler und schlechte Verkaufszahlen: Die holprige Geschichte von Bob Dylans Debütalbum

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Popkultur

Pinke Stromgitarren für den Weltfrieden: Barbie And The Rockers

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Barbie And The Rockers

„"Blonde Haare, ein pinkes Traumhaus und ein noch pinkeres Cabrio: Seit mehr als sechs Jahrzehnten gehört Barbie zu den beliebtesten Spielzeugfiguren der Welt. Der erste Film mit der populären Puppe erschien am 27. September 1987 auf Videokassette. Der Name des Streifens: Barbie And The Rockers: Out Of This World. Ja, wirklich.

von Timon Menge

Hier könnt ihr euch einen Ausschnitt aus Barbie And The Rockers anschauen:

Ihr habt richtig gelesen: Mitte der Achtziger gründet Barbie ihre eigene Band. Der Hintergrund: Spielzeughersteller Mattel möchte dem Konkurrenzprodukt Jem And The Holograms aus dem Hause Hasbro etwas entgegensetzen und schickt Barbie in die Welt der Krachmusik. „Barbie And The Rockers“ heißt die neue Reihe; in Europa erscheint sie unter dem Namen „Barbie And The Rock Stars“. E-Gitarren, ein Drumkit, sogar eine Bühne: Kinder, die mit der blonden Puppe Rock’n’Roll spielen möchten, haben ab 1985 die freie Wahl. Und nicht nur das: Die lautstarke Spielzeugreihe läutet auch Barbies Filmdebüt ein. Am 27. September 1987 erscheint die allererste Fernsehsendung der Puppe auf Videokassette.

Zugegeben, die Handlung von Barbie And The Rockers: Out Of This World klingt ein wenig albern. In dem Film wird Barbie aufgrund ihrer weltweiten Berühmtheit zur Botschafterin für den Weltfrieden ernannt. Als die Gruppe ihre Welttournee beendet hat, sagt Barbie, sie habe etwas ganz Besonderes geplant, das „nicht von dieser Welt“ sei. Selbst ihre Band weiß noch nicht, worum es geht. Eines Tages bekommt Barbie eine Einladung von der Weltfriedensorganisation. Zu ihren Ehren soll ein Ball veranstaltet werden. Sie bittet Ken darum, sie zu begleiten, und geht mit ihren Freundinnen shoppen. Auf dem Ball verkündet Barbie dann die große Neuigkeit: Sie möchte mit ihrer Band ein Konzert im Weltall geben.

Barbie And The Rockers: Soundtrack von den Beatles und Lovin’ Spoonful

Anfangs sind ihre Bandmitglieder wenig begeistert von der Idee, stimmen aber schließlich zu. Später fliegt die Rockgruppe mit einem pinken Space Shuttle zum „Interstar Amphitheater“, wo sie von einem Herrn namens Dr. Leonard begrüßt wird. Ein kleines Publikum wartet auch schon auf die Rockerinnen. Der anschließende Auftritt von Barbie und Co. wird weltweit im Fernsehen übertragen und die Band stellt sogar einen neuen Song vor, den sie extra für die Show geschrieben hat. Zum Schluss der Show erklärt Barbie, dass dies der erste Tag des Weltfriedens sei, und dass es nicht der letzte sein wird, wenn alle das genug wollen. Leichte Kost, also. Für den Soundtrack des Streifens covert Barbie unter anderem die Beatles und Lovin’ Spoonful.

Heute gibt es unzählige Barbie-Filme; ein weiterer soll nächstes Jahr anlaufen. Falls wir euch mit unserem Artikel angefixt haben, müssen wir euch allerdings enttäuschen: Barbie And The Rockers: Out Of This World ist ausschließlich auf gebrauchten Videokassetten und einigen wenigen DVDs erhältlich. Einer Neuauflage scheinen vor allem die Coversongs im Weg zu stehen, die für eine erneute Veröffentlichung noch einmal lizensiert werden müssten. Vielleicht klappt das ja eines Tages. Es wäre sogar ein Box-Set möglich. Mit Barbie And The Sensations: Rockin’ Back To Earth gibt es nämlich noch eine Fortsetzung von Barbies Rockstar-Abenteuern. Im Sequel kehrt die Puppe mit ihrer Band auf die Erde zurück — und steckt auf einmal im Jahr 1959 fest. Doch das ist eine andere Geschichte.

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Popkultur

Die 10 größten Meat-Loaf-Hymnen

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Meat Loaf
Foto: Sony Music Archive via Getty Images/Terry Lott

Er war ein gewaltiger Rockstar im Wortsinn: Die Musikwelt trauert um den großen Meat Loaf. Wir erinnern uns an den legendären Koloss des Hard Rock und blicken auf seine unvergesslichsten Songs zurück.

 von Björn Springorum

Auch wenn er natürlich viel mehr gemacht hat: Am ehesten bringt man Meat Loaf mit seiner Bat-Out-Of-Hell-Trilogie in Verbindung. Mehr als 65 Millionen Mal haben sich diese drei Alben verkauft, das erste und erfolgreichste geht bis heute rund 200.000 Mal jährlich über den Ladentisch. Kein Wunder: Das Meisterwerk von 1977 ist ein stellarer Moment des theatralischen Hard Rock, eine Art Broadway-Musical mit harten Gitarren.

Seine Stimme und das kompositorische Genie seines langjährigen Partners Jim Steinman nehmen eine Ausnahmestellung im Kanon des Rock‘n‘Roll ein. Hier kommen zehn seiner mächtigsten, emotionalsten, größten Songs.

1. I’d Lie For You (And That’s the Truth) (1995)

Meat Loaf hat sich nicht immer auf die Kompositionen von Jim Steinman verlassen. Schon zwei Jahre nach dem Erfolg von Bat Out of Hell II: Back Into Hell kommt Meat Loaf mit Welcome To The Neighborhood um die Ecke, einem Album, das auch ohne Steinman so klingt, als hätte er es geschrieben. Der erfolgreichste Song daraus wurde von Diane Warren komponiert, die zur damaligen Zeit eine unaufhaltsame Hitmaschine war. Die Power-Ballade wird dann auch zu seinem letzten großen Hit.

2. Rock And Roll Dreams Come Through (1993)

So ziemlich jeder Song auf der Fortsetzung von Bat Out Of Hell zeigt, dass weder Meat Loaf noch Jim Steinman die Pause von 16 Jahren geschadet hat. Ursprünglich für Steinmans 1981er Soloalbum aufgenommen, wird es durch Meat Loaf zu einem weiteren großen Epos aus Herzschmerz und einem Refrain, der so heute einfach nicht mehr gemacht wird. Ganz großes Kitschkino.

3. You Took The Words Right Out Of My Mouth (On A Hot Summer Night) (1977)

Als erster Beitrag seines legendären Gamechangers Bat Out Of Hell steht hier You Took The Words Right Out Of My Mouth, ein wahrgewordener Hard-Rock-Traum mit gotischem Video, grandioser Hook und allem, was den Rock‘n‘Roll der Siebziger so größenwahnsinnig machte. Besser wird‘s auch auf der größten Bühne nicht.

4. Two Out Of Three Ain’t Bad (1977)

Eigentlich könnte hier ja einfach das gesamte Bat Out Of Hell stehen, fertig. Es gibt einfach keinen Filler auf diesem Album. Auch Two Out Of Three Ain’t Bad ist ein echter Killer: Eine große, große Ballade, die Meat Loaf auf einem absoluten Höhepunkt zeigt und zugleich eins der besten Beispiele für Steinmans kompositorisches Genie ist. So was nennt man dann wohl perfekte Chemie.

5. Bat Out Of Hell (1977)

Allen Ernstes, wer sein Debüt mit einem Paukenschlag wie diesem eröffnen kann, der hat schon alles geschafft, ehe er überhaupt so richtig angefangen hat. Fast zehn Minuten nimmt sich der ausladende Opener Zeit und zieht auf dieser Langstrecke gleich mal alle Register: die Ouvertüre zu diesem unfassbaren Musiktheater, ein Start mit Feuerwerk, Kanonen und massiver Produktion. Übrigens: Als musikalische Gäste mischen hier Todd Rundgren sowie Roy Bittan und Max Weinberg von der E Street Band mit. Es heißt schon was, wenn man sagt, dass es die echt nicht gebraucht hätte.

6. Hot Patootie – Bless My Soul (1975)

Natürlich darf die Rocky Horror Picture Show hier nicht fehlen. Meat Loaf gibt in diesem schrägen Stück Rock‘n‘Roll den dusseligen Biker Eddie, der den Laden gehörig aufmischt. Sicherlich nicht seine Sternstunde. Aber allein aus popkultureller Sicht erwähnenswert.

7. Read ’Em And Weep (1981)

Kurioserweise wird nicht alles, was Meat Loaf und Jim Steinman gemeinsam angingen, zu Gold. Dead Ringer, der schwierige Nachfolger zu Bat Out Of Hell, leidet unter dem enormen Erfolg des Vorgängers, hat aber einige Perlen zu bieten. Read ’Em And Weep zum Beispiel, eine stimmungsvolle Ballade, die aber erst zwei Jahre später durch Barry Manilow zu einem gewaltigen Erfolg wird. Muss man manchmal nicht verstehen.

8. Objects In The Rear View Mirror May Appear Closer Than They Are (1993)

Am besten waren Meat Loaf und Jim Steinman immer zusammen. Das zeigt auch Bat Out Of Hell II: Back Into Hell, das Album, das 1993 eine zwölfjährige Funkstille beendet. Da ist sie wieder, diese theatralische, dramatische Magie und diese unfassbare Energie. Wir wiederholen uns, aber: Niemand schreibt solche Refrains!

9. I’d Do Anything For Love (But I Won’t Do That) (1993)

Sein wahrscheinlich größter Hit stammt ebenfalls vom zweiten Teil seiner definierenden Trilogie: I’d Do Anything For Love (But I Won’t Do That) ist eine der größten Rock-Balladen aller Zeiten – obwohl bis heute eigentlich niemand so recht weiß, worum es in der Nummer eigentlich geht. Egal, die Musik ist so unfassbar spektakulär, dass Meat Loaf auch nur summen könnte und die Nummer wäre immer noch unsterblich.

10. Paradise By The Dashboard Light (1977)

Wenn wir uns festlegen müssten, würden wir diesen Song als absolutes Karrierehoch von Meat Loaf wählen. Unterteilt in drei Kapitel und über acht Minuten lang, dennoch als Single veröffentlicht: Für Meat Loaf und Jim Steinman gelten damals andere Regeln. Der Song ist ein Überbleibsel aus Steinmans Neverland-Musical und bringt Meat Loaf mit der Hauptrolle Ellen Foley zusammen. Ziemlich irre ist er auch: Inhaltlich dem Thema Sex im Auto verschrieben, gibt es im Video eine wilde Rummachszene, geschnitten in ein Baseballspiel.

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