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Popkultur

Die musikalische DNA von Madonna

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Madonna: Queen of Pop

Madonna ist ein Gesamtkunstwerk. Und zwar eins, das sich ständig wandelt. Von ihren bescheidenen Anfängen Ende der siebziger Jahre in der Punk- und Dance-Szene New Yorks über ihre Blütezeit während der MTV-Ära bis heute prägt die Queen of Pop das Musikgeschehen. Nicht alle lieben sie dafür, aber Neid und Ablehnung gehört eben zum Business dazu. Ihr unvergleichlicher kommerzieller Erfolg allein scheint ihr Recht zu geben. Vor allem ist es ihr beständiger Einfluss auf die Pop-Welt, der Madonna zu einer der größten Künstlerinnen des letzten und diesen Jahrhunderts macht.

Madonnas explizites Spiel mit Sex und Körperlichkeiten, ihre popularisierende Koketterie mit ethnischen wie religiösen Fragen gehören genauso zum unüberschaubaren Erbe der Madonna Louise Ciccone wie ihre ikonischen Videos, die rekordverdächtigen Live-Shows und nicht zuletzt ihre Musik. Anders als viele andere im Business verließ sich die US-Amerikanerin nie allein auf die Hilfe ihrer Entourage, sondern legte beim Songwriting und der Produktion stets selbst Hand an. Heißt: Wo Madonna drauf steht, da ist auch Madonna drin.

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Dennoch muss sich selbst eine Queen of Pop regelmäßig böse Worte anhören. Die meisten ihrer regelmäßigen Auftritte als Schauspielerin fielen bei der Kritik durch, so manche Neuerfindung wurde im Laufe ihrer Karriere vorschnell als gescheitert verurteilt. Hartnäckig hält sich auch der Vorwurf, Madonna würde sich bedenkenlos bei Subkulturen bedienen und ihren Profit aus der Arbeit des Undergrounds schlagen. Fest steht zumindest, dass sie immer ein Ohr am Puls der Zeit hat und Trends entweder vorhersieht oder sie gar selbst ins Leben ruft. Ein Blick auf ihre musikalische DNA verrät uns also einiges über ihr unübertroffenes Erfolgsrezept. Live out your fantasy here with her, just let the music set you free!


Hört euch hier die musikalische DNA von Madonna in einer Playlist an und lest weiter:


1. Marvin Gaye – I Want You


Wenn wir an die junge Madonna denken, dann kommt uns sofort New York in den Sinn. Kaum jemand verkörperte den freigeistigen Spirit des Big Apple besser als die Tänzerin, die mit ein paar Dollars in der Tasche und ohne Plan B in der Hinterhand dort ankam und es zum Weltstar schaffte. Aufgewachsen ist Madonna aber in der Nähe einer nicht weniger inspirierenden Stadt, Detroit.

Obwohl er selbst nicht in der City of Champignons aufwuchs, wurde Marvin Gaye eine der prägendsten Stimmen des hiesigen Motown-Sounds. Gemeinsam mit Massive Attack nahm Madonna wiederum 1995 eine Version von Gayes I Want You auf, die den bittersüßen Soul-Song eng am Puls des Trip Hop-Zeitalters in eine nachtschattige Ballade verwandelte. Das war jedoch nicht das erste und bestimmt nicht das letzte Mal, dass sie ihrer Heimat Tribut zollte. Als Madonna 2008 in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen wurde, bat sie die ebenfalls aus dem Bundesstaat Michigan stammenden Stooges, Coverversionen ihrer Songs Burning Up und Ray Of Light zu spielen. Weder der Detroiter Soul noch ihren Heimatstolz hat die Künstlerin hinter sich gelassen.


2. Blondie – One Way Or Another


Madonna wollte aber weiter hinaus als es ihr das beschauliche Vorstadtleben im Speckgürtel der Motor City je erlaubt hätte. New York hingegen bot ihr Ende der siebziger Jahre alles, was sie sich nur wünschen konnte. Von klassischer Musik – Mozart, Chopin und die Kompositionen des Barockzeitalters waren für die junge Ciccone wichtig – über Tanz bis Punkrock konnte sie dort alles erleben und ausprobieren. Ganz klar: Madonna wäre nie zu dem schillernden, sich ständig verwandelnden Star geworden, hätte sie nicht in New York die volle kreative Freiheit und ein paar Vorbilder vorgefunden.

Eines ihrer role models war in frühen Zeiten Debbie Harry, die Frontfrau von Blondie. „Ganz am Anfang, als ich gerade erst begann, mich für Musik zu interessieren, war ich total von Debbie Harry beeindruckt“, gab sie in einem Fernsehinterview zu. „Sie hatte die totale Kontrolle über alles, was sie machte. Sie hatte Witz. Sie war clever. Ich mochte das.“ Neben Chrissie Hynde ist Harry damit eine von Madonnas frühen Idolen. Unter anderem von Blondie beeinflusst waren auch die Bands Breakfast Club und Emmy, in der Madonna dem Vorbild auch in musikalischer Hinsicht nacheiferte und mit Wave- und Punk-Klängen experimentierte.


3. ABBA – Gimme! Gimme! Gimme! (A Man After Midnight)


Ob nun Marvin Gaye oder Blondie: Madonna konnte Beides miteinander vereinen und vor allem auf Beides tanzen. Nicht nur auf ihren frühen Platten, auch im späteren Verlauf ihrer Karriere war Dance Music im weitesten Sinne einer der Eckpfeiler von Madonnas Sound. Kein Wunder, denn neben Wave, Punk und Hip Hop war Disco eine der wichtigsten Zutaten im musikalischen Schmelztiegel der Stadt New York. Noch heute wird Madonna allerdings vorgeworfen, sich allzu großzügig bei der Disco-Community bedient zu haben. Ihre Tanzperformances beinhalteten Elemente der sogenannten Ballroom-Szene, in der die LGBTQ-Szene mit dem Voguing ihre eigene Ausdrucksform entwickelte.

Ganz ähnliche Kritik bekam das schwedische Quartett ABBA Zeit seiner Karriere zu hören, als es mit Dancing Queen seine Version der schwarzen Tanzmusik auf die Bühnen der Welt brachte. Einige mögen deshalb mit der Nase gerümpft haben, als Madonna als zweite Künstlerin der Musikgeschichte überhaupt die Erlaubnis bekam, einen ABBA-Song für eine eigene Komposition zu samplen. Die markante Streicherfigur aus Gimme! Gimme! Gimme! (A Man After Midnight) tauchte 2005 im Stück Hung Up auf. Doppelt schlimm für manche, immerhin aber lobte ABBA-Mitglied Björn Ulvaeus die Kollegin mit den Worten: „Es ist ein wundervoller Track – 100%ig solide Pop-Musik!“


4. David Bowie – Rebel Rebel

Zur Ehrenrettung Madonnas wird gerne drauf hingewiesen, dass sie ohne die eine oder andere Leihgabe aus den verschiedensten Subkulturen wohl kaum jemals zu einer dermaßen wandelbaren Persönlichkeit geworden. Auch dafür allerdings hatte sie ein Vorbild! David Bowie zeigte der jungen Madonna noch vor ihrer Reifezeit in New York, dass Popstars sich über erstarrte Geschlechterrollen hinwegsetzen und sich allenthalben neu erfinden können.

„David Bowie hat mein Leben für immer verändert“, schrieb Madonna kurz nach seinem Tod im Januar 2016 in einem aufgewühlten Facebook-Post. „Ich fand ihn so inspirierend und innovativ. Einzigartig und provokativ. Ein echtes Genie.“ Und weil ihr erstes Konzert ein Auftritt Bowies in Detroit war, scheint es nur eben sinnig, dass sie diesen zarten Worten im Rahmen ihrer zeitgleich laufenden Rebel Heart-Tour eine deftige Live-Interpretation von Bowies Klassiker Rebel, Rebel hinterher schickte.


5. John Lennon – Imagine


Ihre rebellische Haltung vereinte Bowie und Madonna weit über die Musik hinaus. Und obwohl sich die Sängerin zuletzt mit deutlich scharfen Worten in Richtung des Weißen Hauses unter Donald Trump richtete, so bleibt die eifrige Kabbala-Schülerin und Kinderbuchautorin doch eine friedfertige Seele. Derweil sie neben Bowie oft Led Zeppelin als eine für die prägende Band zitiert, so war ein britisches Quartett für ihre Sozialisation keinesfalls weniger wichtig. Ist ja auch klar, die hatten schließlich einen Song, der ihr wie auf den Leib geschrieben schien: Lady Madonna. Obwohl, wenn wir uns die Lyrics der McCartney-Komposition mal genau anschauen… Naja, lassen wir das und wenden wir uns hoffnungsvolleren und ausgesprochen friedfertigen Tönen zu.

2005 stimmte Madonna im Rahmen des Tsunami Aid-Benefizkonzerts für die Opfer der Flutkatastrophe im indischen Ozean John Lennons Imagine an und unterstrich dabei zugleich ihre karikative Ader wie sie ihre sanfte Seite zeigte. Sie kann eben nicht nur pumpende Pop-Songs aus dem Ärmel schütteln, sondern auch feinfühlige Balladen mit sozialpolitischem Anspruch auf ihre ganz eigene Weise interpretieren.


6. Don McLean – American Pie


Ihre größten Karriere-Highlights hat Madonna aber unzweifelhaft immer dann gehabt, wenn sie die emotionalen Aspekte ihrer Musik auf mitreißende Art und Weise verpackte. Als Schauspielerin hat sie wieder und wieder dasselbe versucht, aber ach – naja, sagen wir so: Es glückte ihr nur manchmal. Ihre Ambitionen auf der Leinwand allerdings brachten des Öfteren tolle Musik mit sich. So auch ihr einerseits neckisches wie andererseits bewegendes Cover von Don McLeans Klassiker American Pie für den Soundtrack des Films The Next Best Thing, in dem sie selbst mitspielte.

In American Pie erzählte McLean gleichermaßen melancholisch wie jubilierend die Geschichte des Rock and Rolls von 1959 bis 1969 nach. Wie das Original schwankt Madonnas Interpretation zwischen tragischen Tönen und Euphorie, die in ganz neuem Gewand präsentiert werden. Madonna ist eben selbst dann noch eine visionäre und einzigartige Künstlerin, wenn sie von der Filmkritik in der Luft zerrissen wird. Wie es ihr just widerfuhr, als The Next Best Thing im Jahr 2000 in den Kinos anlief. Zumindest der Soundtrack passte.


7. Public Enemy – Security Of The First World

Nein, Madonna war nicht immer erfolgreich, wenn sie andere darzustellen versuchte. In Sachen Selbstdarstellung aber hat sie sich das Prädikat „Queen of Pop“ redlich verdient. Eine gehörige Portion Selbstbewusstsein und ein bisschen Ellbogenfett gehört wohl ebenso dazu wie absolute Aufgeschlossenheit gegenüber neuen Strömungen. Wie Blondie und deren Sängerin Debbie Harry zuvor liebäugelte Madonna schon früh mit der Hip Hop-Szene, wo Selbstdarstellung und ein manchmal etwas rüder Umgangston an der Tagesordnung liegen. Keine Berührungsängste!

Zumindest zeigte sie keine, als sie 1985 die damals noch recht unbekannten Beastie Boys mit auf Tour nahm oder 1990 den Song Justify My Love veröffentlichte, der von Lenny Kravitz produziert wurde und dessen Lyrics auf einem Gedicht Ingrid Chavez’ basierten. Der von unterkühlten Synthesizer-Akkorden umspielte Beat aber stammte nicht aus Madonnas Feder, obwohl sie gewöhnlich als Songwriterin immer ihre Finger im Spiel hat. Tatsächlich handelt es sich um einen Track von Public Enemys ikonischer LP It Takes A Nation Of Millions To Hold Us Back. Dass Chavez Kravitz vor Gericht zog, weil ihr kein Credit zugesprochen wurde, war dabei noch der geringte Skandal. Vor allem war es das Video zum Song, das wegen seiner BDSM-Anleihen Kontroversen auslöste. Wie effektive Provokation geht, hatte Madonna schließlich unter anderem im Hip Hop gelernt – auch wenn sie ihr auf ganz eigene Art und Weise gelang, zum „Public Enemy“ des prüden Amerikas zu werden.


8. Aaliyah – Try Again


Die Hip Hop-Elemente zogen sich auch weit über die neunziger Jahre hinweg durch Madonnas Musik. Für ihr elftes Studioalbum Hard Candy kollaborierte sie mit dem Hit-Produzenten Timbaland, der um die Jahrtausendwende mit seinen Bhangra-inspirierten Beats einen ganz neuen Sound berühmt gemacht hatte. Das Video zum Song 4 Minutes war vielen ein erneuter Aufreger wert. Obwohl es in dem Text zum Lied eigentlich eher um sozialpolitische Fragen ging, nutzten sie und ihr Kollaborationspartner Justin Timberlake die Gelegenheit, um sich auf dem TV-Bildschirm nahe zu kommen. Und sich dabei gegenseitig der einen oder andere Klamotte zu entledigen, versteht sich. Neues Futter für die ständig überköchelnde Gerüchteküche um Madonnas Liebesleben!

Vielleicht hätte doch vielmehr über den Text oder aber die Musik diskutiert werden können. Schließlich handelt es sich bei 4 Minutes um einen von Timbalands aufwändigsten, um nicht zu sagen ausgefeiltesten Beats. Eine direkte Verbindung zwischen dem Produzenten und Madonna findet sich übrigens in Aaliyah, die Madonna bereits 1994 auf ihrem Album Bedtime Stories sampelte und die mit Timbaland hinter den Reglern im Jahr 2000 ihren Überhit Try Again landete. Verbindungslinien, wie sie zuhauf in Madonnas Werk zu finden sind.


9. Britney – Toxic

Nicht wenige empfangen Madonnas Zusammenarbeit mit Timbaland und Timberlake jedoch als anbiedernd. Dabei hat es im Hause Ciccone doch Tradition, die Nähe von spannenden Artists zu suchen. Nicht nur Timbaland, auch Missy Elliott gehörte dem Aaliyah-Umkreis an und fand sich schon 2003 gemeinsam mit ihr auf der Bühne wieder. Die beiden waren aber nicht allein, sondern hatten mit Christina Aguilera und Britney Spears zwei Sängerinnen dabei, die unter der Hand schon seit langer Zeit als Madonna-Erbinnen gehandelt wurden. Mit ihrer gemeinsamen Performance von Like A Virgin und Hollywood aber zeigte das Quartett, wer die Hosen an hat – und zwar buchstäblich.

Während Aguilera und Spears im Hochzeitskleid auftraten, feierte Madonna einen pompösen Einzug mit Zylinder, langen Stiefeln und Reithosen. Und was hätte die so als Bräutigam verkleidete Diva denn auch anderes tun sollen, als ihren beiden Bräuten einen Kuss zu verpassen? Die kurzen Knutscher wurden schnell von Elliotts wirbelnder Performance von Work It abgelöst, natürlich aber war der nächste Skandal damit perfekt. Die Beziehung insbesondere zwischen Madonna und Spears sollte aber noch weitere Früchte tragen: Im selben Jahr holte Sears das Idol für den Song Me Against The Music ins Studio. Ein noch größerer Hit gelang Spears aber mit der ebenfalls 2003 veröffentlichten Single Toxic. Fand wohl auch Madonna, die den Song 2016 als bizarre Kabarettnummer live aufführte, um gegen Donald Trump zu protestieren.


10. Lady Gaga – Poker Face


Keine Frage, Madonna hat Erfolgsgeschichten wie die von Britney Spears und Christina Aguilera erst ermöglicht. Obwohl häufig darüber diskutiert wurde, ob ihr nicht eine der beiden früher oder später den Rang ablaufen würde, konnte sie sich immer künstlerisch gegen den Nachwuchs behaupten und zollte ihnen trotzdem den gebührenden Respekt. 2008 aber schien Madonna erstmals kräftig Konkurrenz zu bekommen. Als Lady Gaga wie aus dem Nichts auftauchte und mit Songs wie Poker Face die Pop-Welt im Sturm eroberte, erinnerte sie nicht von ungefähr an die große Ikone.

Madonna wie Gaga haben italienische Wurzeln und lernten in der New Yorker Szene ihr Handwerk, sie beide provozierten mit sexuell zwei- oder manchmal auch eindeutigen Performances und grellen Bühnenoutfits. So richtig warm wurden sie dennoch nie miteinander. Heutzutage hat Gaga für ihr ehemaliges Idol kaum noch gute Worte übrig. In der Dokumentation Gaga: Five Foot Two teilte Gaga gegen Madonna aus, die ihre Musik zuvor in einem Interview als „reductive“ bezeichnet hatte – was ungefähr bedeutet, dass sie die jüngere Kollegin für eindimensional und simpel hält. „Sie sagt mir übers Fernsehen, dass ich ein Stück Dreck bin? Das ist so, als würde ein Typ mir mittels eines Freundes einen Zettel zustecken“, konterte Lady Gaga. So viel die beiden wohl gemeinsam haben – Freundinnen werden sie wohl nicht mehr.


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Der Boss kommt: Bruce Springsteen spielt drei Deutschlandkonzerte!

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Bruce Springsteen
Foto: Jamie Squire/Getty Images

2023 wird ein guter Sommer: Bruce Springsteen & The E Street Band kommen nächstes Jahr im Juni und Juli für drei Open-Air-Shows nach Deutschland. Freuen können sich Düsseldorf, Hamburg und München.

von Björn Springorum

Es sind die ersten Live-Dates von Bruce Springsteen und seiner E Street Band seit Abschluss der „The River“-Tour von 2016, mit der er in München und Berlin Halt machte: Für den Sommer 2023 haben der Boss und seine Kollegen jetzt eine endlich mal wieder eine ordentliche Europatour angekündigt. Und zu feiern gibt es viel: Seit ihrer letzte Reise durch die Alte Welt sind mit Western Stars und Letter To You bereits zwei neue, ganz hervorragende Springsteen-Platten erschienen.

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„Ich kann es kaum erwarten, die Bühne mit der legendären E Street Band zu teilen“

Hier die genauen Daten für Deutschland:

21.06.2023 Düsseldorf, Merkur Spiel Arena

15.07.2023 Hamburg, Volksparkstadion

23.07.2023 München, Olympiastadion

Im deutschsprachigen Ausland kommen zudem Zürich (13. Juni) und wien (18. Juli) in den Genuss einer Audienz beim Boss. Der Vorverkauf für alle Shows startet am 3. Juni 2022, um zehn Uhr morgens. Springsteen selbst kommentiert diese frohe Kunde wie folgt: „Nach sechs Jahren freue ich mich, endlich wieder unseren großartigen und loyalen Fans zu begegnen. Ich kann es kaum erwarten, die Bühne mit der legendären E Street Band zu teilen. Wir sehen euch da draußen im nächsten Sommer und darüber hinaus!“

Die aktuell E-Street-Band-Besetzung liest sich derzeit wie folgt: Roy Bittan (Piano, Synthesizer) Nils Lofgren (Gitarre), Patti Scialfa (Gitarre, Gesang), Garry Tallent (Bass), Stevie Van Zandt (Gítarre, Gesang), Max Weinberg (Drums), Soozie Tyrell (Violine, Gitarre, Gesang), Jake Clemons (Saxophon) und Charlie Giordano (Keyboards).

Allgemeiner Vorverkaufsstart:

Fr., 03.06.2022, 10:00 Uhr

www.livenation.de/artist-bruce-springsteen-and-the-e-street-band-1975

www.ticketmaster.de

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Zeitsprung: Am 3.5.1984 erscheint „Dancing In The Dark“ von Bruce Springsteen.

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Zeitsprung: Am 24.5.1974 erscheint „Diamond Dogs“ von David Bowie.

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Diamond Dogs

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 24.5.1974.

von Timon Menge und Christof Leim

Mit seinem achten Studioalbum Diamond Dogs hat David Bowie am 24. Mai 1974 eine seiner wechselhaftesten, aber auch interessantesten Platten veröffentlicht. Als eine der Vorlagen dient der berühmte Roman 1984 von George Orwell. Ein paar Kompromisse musste Bowie allerdings eingehen.

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Hört hier Diamond Dogs:


Als David Bowie Anfang 1974 zu seinem achten Wurf ansetzt, liegt die Beerdigung seiner wohl bekanntesten Kunstfigur Ziggy Stardust gerade einmal ein halbes Jahr zurück. Für Diamond Dogs kramt der britische Musiker den Charakter schon wieder hervor, wenn auch unter dem Namen Halloween Jack. Zumindest sind optische Ähnlichkeiten nicht von der Hand zu weisen. Die Geschichte beginnt allerdings bei einer der berühmtesten Dystopien aller Zeiten.



Heute wissen wir: George Orwells Jahrhundertwerk 1984 wurde von der Realität in vielerlei Hinsicht nicht nur ein-, sondern sogar überholt. Zu Beginn der Siebziger treibt David Bowie eine Begeisterung für den gesellschaftskritischen Roman um, sogar auf die Bühne möchte er das Buch bringen. Weil er nicht die nötigen Rechte dazu erhält, setzt er auf einen alternativen Plan und will das fremde Material mit seinen eigenen Vorstellungen einer postapokalyptischen Welt verschmelzen. Das Ergebnis: Songtitel wie 1984 oder Big Brother. Später mischt er die Ideen dann doch mit thematisch weiter gefassten Entwürfen, wodurch sich das Album zu einer komplexen und bunt gemischten Sache entwickelt.

Bowie während der Tour zu Diamond Dogs im Juni 1974 – Pic: Promo/MainMan

Auf der Plattenhülle sieht man Bowie als Fantasiewesen, zur Hälfte Mensch, zur Hälfte Hund. Nach Erscheinen löst diese Zeichnung des belgischen Malers Guy Peellaert eine Kontroverse aus, denn öffnet man das komplette Cover, kommen in der Urfassung die Genitalien des Geschöpfes zum Vorschein. Das geht natürlich nicht, also wird das Album schnell wieder vom Markt genommen und die entsprechende Stelle übermalt. Heute wechseln Originalexemplare für mehrere Tausend Euro den Besitzer.



Musikalisch orientiert sich die Platte teilweise am Glam der vorherigen Kompositionen Bowies. Mit Songs wie Rock ‘n‘ Roll With Me, 1984 oder Sweet Thing/Candidate/Sweet Thing (Reprise) liefert der Ausnahmekünstler allerdings auch einen Vorgeschmack auf die kommenden Jahre. Für letzteres Lied bedient er sich erstmals der Cut-Up-Technik, die vor allem von Autor Williams S. Burroughs bekannt gemacht wurde. Bei dieser Methode werden Texte in ihre Bestandteile zerlegt, um sie anschließend neu zusammenzusetzen — ein Vorgehen, das Bowie weitere 25 Jahre begleiten soll und viele seiner Songs prägt.



Mit Diamond Dogs schafft Bowie gerade rechtzeitig den schrittweisen Absprung vom Glam Rock, der in den Jahren danach zu einer Talfahrt ansetzt, von der er sich nicht mehr erholt. Laut eigener Aussage handelt es sich bei Diamond Dogs um noch deutlich mehr, nämlich ein „sehr politisches Album. Mein Protest. Es entspricht mir mehr als all meine bisherigen.“ In den britischen und in den kanadischen Charts erreicht die Scheibe Platz eins, in den USA Platz fünf — zu jener Zeit Bowies Bestwert.

Zeitsprung: Am 12.11.1964 setzt sich David Bowie für den Schutz langhaariger Männer ein.

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„The Wall“ als Film: Roger Waters’ holpriger Weg ins Kino

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Pink Floyd spielen "The Wall"
Foto: Rob Verhorst/Redferns/Getty Images

Als Pink Floyd im Jahr 1979 ihr monumentales Konzeptalbum The Wall vorlegen, denkt Mastermind Roger Waters schon längst über eine Verfilmung der Geschichte nach. Genau dazu kommt es wenig später auch — allerdings auf großen Umwegen, mit viel Streit und einem enttäuschenden Ergebnis.

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von Timon Menge

Hier könnt ihr euch The Wall von Pink Floyd anhören:

Mitte der Siebziger hängt der Haussegen bei Pink Floyd mächtig schief. Frontmann Roger Waters reißt Stück für Stück die kreativen Belange an sich, Gitarrist David Gilmour fühlt sich deshalb übergangen. Keyboarder Richard Wright kommt ohnehin zu kurz, doch die Schuld dafür gibt sich der typische Klassenstille später selbst. Als sich die Musiker auch noch um Tantiemen streiten und Gilmour zum ersten Mal Papa wird, übernimmt Waters noch mehr künstlerische Kontrolle. Quasi im Alleingang schreibt er das Konzeptalbum The Wall, das eine Kette von Ereignissen nach sich zieht. Da wären zum Beispiel der Rauswurf von Keyboarder Wright oder die aufwändige The Wall-Tour. Waters hat mit der Platte aber noch etwas anderes vor: Er möchte die Geschichte als Film auf die große Leinwand bringen.

The Wall: ein autobiografisch angehauchtes Meisterwerk

Die Handlung von The Wall lässt tief in Waters’ eigene Biografie blicken: Rockmusiker Pink leidet unter dem Tod seines Vaters im Zweiten Weltkrieg, unter seiner überfürsorglichen Mutter und unter seinem Dasein als Rockstar, der sich zunehmend von seinem Publikum isoliert fühlt — genau wie Waters während der ersten Pink-Floyd-Stadion-Shows im Rahmen der In The Flesh-Tour. Auch Schulprobleme aus der Kindheit und schwierige Liebesbeziehungen machen Pink zu schaffen. So demütigt ein Lehrer ihn zum Beispiel, indem er Pinks Gedichte laut vor der Klasse vorliest. Später findet der Rockstar heraus, dass ihn seine Frau betrügt und versucht, den Schmerz mithilfe eines Groupies und schließlich mit Drogen zu bekämpfen. Jede Enttäuschung sorgt für „another brick in the wall“, die Pink um sich errichtet. Am Ende laufen all seine negativen Erfahrungen zusammen.

Einen Film plant Waters schon vor der Produktion des Albums. Live-Aufnahmen sollen darin vorkommen, genauso wie Animationen aus dem Pinsel von Gerald Scarfe, der schon die LP von The Wall gestaltete. Auf dem Regiestuhl sollen Alan Parker und Michael Seresin sitzen, Waters möchte als Pink vor die Kamera treten. Doch dann kommt alles anders: Waters eignet sich nicht als Schauspieler, stattdessen übernimmt Boomtown-Rats-Frontmann Bob Geldof die Rolle. Der erzählt seinem Manager im Taxi noch, wie bescheuert er den Film findet — nicht wissend, dass Roger Waters’ Bruder am Steuer des Wagens sitzt. Live-Mitschnitte von Pink Floyd ergeben nach Waters’ Ausscheiden aus dem Cast keinen Sinn mehr, Seresin verlässt das Projekt daraufhin komplett. Übrig bleiben Parker, Waters und Scarfe. Harmonisch verläuft die Zusammenarbeit der Drei allerdings nicht …

Viel Ego, viel Film

Immer wieder geraten Musiker Waters, Regisseur Parker und Animateur Scarfe aufgrund ihrer Egos aneinander. Parker beschreibt den Filmprozess sogar als „eine der schlimmsten Erfahrungen meines kreativen Lebens“. Scarfe wiederum gibt in einem Interview mit dem Pink-Floyd-Magazin Floydian Slip zu Protokoll, er habe während der Dreharbeiten stets eine Flasche Whiskey im Gepäck gehabt. „Ich saß gegen neun Uhr morgens in meinem Auto und hatte eine Flasche Jack Daniel’s auf dem Beifahrersitz“, so Scarfe. „Ich trinke nicht viel, aber damals musste ich morgens einen Schluck nehmen, weil ich wusste, was auf mich zukam, und dass ich mich in irgendeiner Weise stärken musste.“ Roger Waters selbst genießt die Arbeit am The-Wall-Film auch nicht gerade, bezeichnet sie aber schlicht als „sehr zermürbende und unangenehme Erfahrung“.

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Die Premiere des Streifens geht am 23. Mai 1982 in Cannes über die Bühne, drei Wochen später folgt die Erstaufführung in London. David Gilmour und Nick Mason erscheinen als Gäste, Geldof und Scarfe lassen sich die Premiere natürlich ebenfalls nicht entgehen — genauso wenig wie Pete Townshend von The Who, Roger Taylor von Queen und Sting von The Police. Richard Wright bleibt wegen seines Rauswurfs zuhause. Zwölf Millionen US-Dollar kostet der The-Wall-Film unterm Strich, fast das Doppelte spielt er ein. Eigentlich handelt es sich bei dem Streifen also um einen Erfolg, doch Roger Waters ist nicht zufrieden. „Ich war am Ende ein bisschen enttäuscht“, verrät er 1988 in einem Interview. „Ich habe keinerlei Sympathie für den Hauptcharakter empfunden. Der Film war so ein Feuerwerk für die Sinne, dass ich als Zuschauer gar keine Chance hatte, mich richtig darauf einzulassen.“

„Was zum Teufel war das?“

Regie-Legende Steven Spielberg soll ein wenig direktere Worte gefunden haben und nach der Premiere in Cannes gefragt haben: „Was zum Teufel war das denn?“ The-Wall-Regisseur Parker behauptet später, dass ihn diese Reaktion gefreut habe: „In der Tat, ‚Was zum Teufel war das?‘ Niemand hatte so etwas bisher gesehen — eine wilde Mischung aus Live-Action, Storytelling und Surrealismus.“ Heute hat die The-Wall-Verfilmung ihren festen Platz in der Popkultur, nicht zuletzt aufgrund der charakteristischen Animationen von Scarfe. Zu den Sternstunden der Pink-Floyd-Geschichte zählt der Streifen aber sicher nicht.

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